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Regierung beschließt Hitzeschutz für Beschäftigte, FPÖ sieht Panikmache

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Regierung beschließt Hitzeschutz für Beschäftigte, FPÖ sieht Panikmache

Anna Weisz Anna Weisz
in Umwelt & Klima
Lesezeit:5 Minuten
17. Juli 2025
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Der vergangene Juni war in Westeuropa der heißeste seit Beginn der Messgeschichte. Über 2000 Menschen starben an den Folgen der Hitze, rund 1200 Todesfälle davon wurden laut Forschung direkt durch den Klimawandel verursacht. Dabei werden Hitzewellen zu einem immer größeren Gesundheitsrisiko. Auch deshalb tritt mit 1. Jänner 2026 eine landesweite Hitzeschutzverordnung in Kraft, um Arbeitnehmer:innen besser vor extremen Temperaturen am Arbeitsplatz zu schützen. Trotz immer mehr Hitzetoten infolge des Klimawandels bezeichnet die FPÖ die Maßnahmen der Regierung als „Klimapanik“.

Österreich hat sich bereits um 3,1 Grad erhitzt – zweimal mehr als der globale Durchschnitt

Der Klimawandel trifft Österreich besonders hart. Momentan liegt die globale Durchschnittserwärmung bei 1,4 Grad. Im Gegensatz dazu sind es hierzulande derzeit 3,1 Grad – also mehr als das Doppelte. Dadurch werden Extremwetterlagen und somit auch Hitzewellen immer häufiger und intensiver. Schon jetzt sterben in Österreich rund 600 Menschen jährlich an den Folgen hoher Temperaturen. Und: Ein paar wenige Grad heißer machen bereits einen großen Unterschied. Die von Klimawissenschaftler:innen vorhergesagte Erwärmung von 3 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts würde in Österreich zu weit über 2000 Hitzetoten pro Jahr führen.

Im Sommer sind 400.000 Bauarbeiter:innen oft extremen Temperaturen, Wetterumschwüngen und UV-Strahlung ausgesetzt 

Hohe Temperaturen sind vor allem für ältere Menschen sowie für jene gefährlich, die täglich im Freien arbeiten müssen. Besonders betroffen sind rund 400.000 Beschäftigte in Österreich, die im Sommer auf Baustellen oft ohne ausreichenden Schutz der prallen Sonne ausgesetzt sind. Dort herrschen mitunter extreme Bedingungen: In Krankabinen etwa kann die Temperatur rasch auf bis zu 50 Grad Celsius steigen. Erst im Juli ist ein 47-jähriger Bauarbeiter in Tirol unter der Hitze zusammengebrochen und verstorben.

„Das war schon früher so“: Die FPÖ verharmlost Gesundheitsrisiken durch Hitze

Wie die FPÖ zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken für Arbeitnehmer:innen steht, zeigen Aussagen ihrer Funktionär:innen. Seit Jahren wird das Thema heruntergespielt, Fakten werden verkürzt oder falsch dargestellt. FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch weist etwa darauf hin, dass es Temperaturen jenseits der 30 Grad „immer schon“ gegeben habe.

„Im Sommer ist es heiß, das war schon früher so.“

Das mag zwar stimmen, aber die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad ist im Vergleich zu früher beinahe auf das Sechsfache angestiegen. Waren es im Zeitraum von 1961 bis 1990 in Wien jährlich 8 Hitzetage, so wurden 2024 schon 45 gezählt.

Weitere Abgeordnete behaupten, der Hausverstand ginge verloren, man solle einfach viel trinken. Auch, als in der letzten Nationalratssitzung vor der Sommerpause die Gefahren durch extreme Hitzewellen debattiert wurden, gab es wiederholt Zwischenrufe der FPÖ. „Eh, aber was sollen wir denn machen?“ heißt es dann.

Im FPÖ-Mediennetzwerk wird die Klimakrise ebenfalls verharmlost – so auch in einem FPÖ-TV-Video mit dem Titel „Klima-Hysterie und Panikmache: Vorbereitung auf den Klima-Lockdown“. Darin werden Warnungen vor Hitzewellen als übertrieben dargestellt, und etwa Waldbrände großteils auf Brandstiftung zurückgeführt. Zwar ist es richtig, dass viele Brände durch menschliches Handeln entstehen, doch ihre zunehmende Intensität und Unkontrollierbarkeit sind Folgen des Klimawandels: Ein Bericht des Met Office in Zusammenarbeit mit weiteren Forschungseinrichtungen zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für hohe Feuergefahr durch die Erderwärmung in Griechenland auf das Doppelte gestiegen ist. Ausgetrocknete Böden und veränderte Landnutzung bieten ideale Bedingungen für Feuer.

Auch Hitzeschutzmaßnahmen der Regierung – wie das landesweite Hitzetelefon, das bei extremen Temperaturen Beratung anbietet – kritisiert die FPÖ auf ihrer Website als „Teure Klimapanik“.

Zweifel am menschengemachten Klimawandel gab es bei der FPÖ schon immer

Es ist nichts Neues, dass Extremwetterereignisse von der FPÖ kleingeredet werden. Im Gegenteil: Es gehört quasi zur Parteilinie, den menschengemachten Klimawandel in Frage zu stellen und zu verharmlosen. So hieß es schon 2015 vom Ex-Parteiobmann HC Strache, der Ausstoß von CO2 habe nichts mit der Erderwärmung zu tun.

Auch der derzeitige FPÖ-Chef Herbert Kickl zweifelt den Beitrag des Menschen am Klimawandel an. Diese wissenschaftsfeindliche Haltung teilt er mit anderen Parteifunktionären wie dem EU-Abgeordneten Harald Vilimsky, der von einem “wohlstandsvernichtenden Ökosozialismus” spricht, oder dem FPÖ-EU-Abgeordneten Roman Haider, der über eine “Klimasekte” fantasiert. Kickl selbst hat zudem – wie schon in der Corona-Pandemie – kein Problem damit, Wissenschaftler:innen öffentlich anzugreifen. So warf er etwa dem Weltklimarat vor, eine “Glaubenskongregation” zu sein.

Wenn die Realität den „Klima-Experten“ die Antwort auf ihre Prognosen gibt. Und aufbauend auf diese ständig irrenden, klimahysterischen Glaskugler soll EUropa den wohlstandsvernichtenden Ökosozialismus einführen? pic.twitter.com/PL4cm9rLJ7

— Harald Vilimsky (@vilimsky) November 29, 2023

Ab 2026 sind Unternehmen verpflichtet, ihre Mitarbeiter:innen bei extremer Hitze zu schützen 

Gegen zukünftige Hitzewellen hat die Bundesregierung jetzt Maßnahmen zum Schutz von Arbeitnehmer:innen beschlossen. Mit 1. Jänner 2026 tritt  eine  landesweite Hitzeschutzverordnung in Kraft. Sie konzentriert sich speziell auf Maßnahmen, die Unternehmen bei Hitzewellen treffen müssen. Bis jetzt konnten Arbeitgeber:innen selbst darüber entscheiden, ob sie den Beschäftigten frei geben oder ob gearbeitet wird. Mit den neuen Maßnahmen müssen Unternehmen bei Temperaturen über 30 Grad jetzt verpflichtend handeln. Unter anderem setzt man auf angepasste Arbeitszeiten, Reduzierung der Arbeitsschwere und mehr Schatten am Arbeitsplatz. Damit sollen Todesfälle auf Arbeitsplätzen im Freien künftig verhindert und die Belastung für Beschäftigte in Sommern deutlich reduziert werden.

Frühwarnsysteme, Kühlzentren und Betreuung von Senioren: Das macht Frankreich gegen Hitzewellen

Parlament Das Thema "Klimawandel" im Parlament

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Peter
Peter
19. Juli 2025 17:56

Das von der Regierung vorgestellte Hitzeschutzprogramm ist Weichspüler und Weißwaschmitteln in einem. Schutz schaut anders aus.
–
Ebenso zu kritisieren ist, das die Luftfeuchtigkeit weiterhin unberücksichtigt bleibt. Bei 28 Grad und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit wäre eine Arbeitsverbot notwendig.
–
In Wien Pumpen die Pflanzen etwa 750.000 Kubikmeter Wasserdampf am Tag in die Luft, dazu kommt noch der Wasserdampf aus dem Verkehr, sowie der Verdunstung durch die Wasserflächen. Bei Windstille wo diese Mengen nicht abgeführt werden kann, summiert sich das entsprechen rasch innerhalb weniger Tage auf und wird Lebensbedrohlich. (42 Grad und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit wird zu Todesfalle, wo die Menschen zu sterben beginnen wie die Fliegen. Der Mensch kann sich durch Schweißbildung nicht mehr abkühlen und überhitzt sich.)
–
Die Tropennächte sind eine direkte Folge der Luftfeuchtigkeit, bei trockner Luft würde es zu entsprechenden Abkühlungen kommen. Das ist auch das Problem, das Gewitter keine Abkühlung mehr bringen wie es früher der Fall war.
–
Es ist natürlich einfacher die FPÖ zu kritisieren, als ein vernünftiges und verantwortungsvolles Hitzeschutzprogramm umzusetzen.
–
Die FPÖ begeht mit ihrer Kritik einen Denkfehler, früher kühlten die Nächte ab, es gab keine durchgehenden Hitzephasen, was die gesamte Situation extrem gefährlich macht. 35 Grad am Tag wären überhaupt kein Problem, wenn sich der Körper am Abend durch kalte Nächte regenerieren könnte, nur kann er das nicht mehr.
–
Für Wien Hohe Warte und den Zeitraum 1960 bis 1970, sowie 2020 bis aktuell, zeichnet sich folgendes ab (Alle Daten im gleitenden Mittelwert über 15 Tage berechnet):

Physiologisch äquivalente Temperatur
Do, 4. Juli 1968 34,2 Grad
Sa, 19. Juli 2023, 38,3 Grad

Kühlgrenztemperatur:
Mi, 8. August 1962, 27,0
Sa, 19. August 2023, 29,3 

Besonders fatal war die Zeit vom 10. August 2024 bis 2. September 2024, wo die Kühlgrenztemperatur nicht unter 28 Grad gefallen ist.

Die wenigen Grad machen einen gewaltigen Unterschied , 34,2 Grad das anspricht normal Körpertemperatur Temperatur, 38,3 Grad medizinisch schweres Fieber.

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Herbert Kickl

Herbert Kickl ist ein rechtsextremer Politiker und seit 2021 Parteichef der FPÖ. Von 2017 bis 2019 war er Innenminister unter Sebastian Kurz. Als einziger Minister der Nachkriegsgeschichte Österreichs wurde er aus seinem Amt in Folge des Ibiza-Skandals entlassen. Kickl ist wiederholt durch rassistische und antisemitische Aussagen in Kritik geraten und ist in mehrere Korruptions-Skandale verwickelt.

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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