Klimawandel

Wie uns der Klimawandel bedroht – und warum das Trump und der FPÖ egal ist

Donald Trump ist aus dem Welt-Klimaabkommen ausgestiegen. Er glaubt nicht an die von Menschen verursachte Erderwärmung. Damit ist er nicht allein – in Österreich hat er mit HC Strache & der FPÖ einen Gesinnungsfreund. Denn auch in der FPÖ glaubt man nicht daran, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wurde und ignoriert damit alle seriösen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen

Bei der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 haben alle 196 teilnehmenden Staaten beschlossen, den CO2-Ausstoß zu senken, um die globale Erderwärmung zu begrenzen und ihre verheerenden Folgen zu stoppen. Auch die USA. Aber das war vor Donald Trumps Präsidentschaft.

Trump glaubt, dass der Klimawandel eine Idee ist, die von China erfunden wurde, um die amerikanische Wirtschaft zu schädigen – das hat er an unzähligen Stellen verlautbart. Immer wieder behauptet er, dass die Erderwärmung nicht existiert. Er bezeichnete die Idee als Unsinn, als falsch, als erfunden. Und führte die gestiegene Population der Eisbären als Beweis dagegen an.

Trump hat nun den Austritt der USA aus dem Klimaabkommen verkündet – und will, dass die US-Wirtschaft wieder unbegrenzt CO2 in die Luft schleudern darf. Das bringt eine enorme Gefahr für unseren Planeten.

Der Klimawandel bedroht die Erde

Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, wird sich die Erde weiter erwärmen. Die Folgen bedrohen ganze Regionen:

Lebensräume werden zerstört, Dürreperioden nehmen zu, die Wüsten wachsen, die Meere übersäuern, Arten sterben aus.

Vielfach wird übersehen, dass der Klimawandel bereits jetzt Konflikte, Kriege und Fluchtbewegungen auslöst. Gerade in ohnehin schon heißeren klimatischen Zonen zerstört die Erderwärmung die Grundlagen des Zusammenlebens und verknappt Nahrungsmittel.

Diese Grafik zeigt, wie die durchschnittliche Temperatur seit 1850 steigt:

Der Klimawandel bedroht Österreich

Die Erde erwärmt sich – und zwar deutlich schneller als jemals zuvor. Die Auswirkungen spüren wir bereits jetzt im Alltag.

Österreich ist vom Klimawandel stark betroffen. Stieg die durchschnittliche Temperatur im letzten Jahrhundert weltweit um weniger als ein Grad Celsius, so stieg sie in Österreich fast um das Doppelte. Bis 2050 werden – sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden – noch einmal zwei Grad hinzukommen.

In Österreich ist es bisher selten vorgekommen, dass mehr als 5 Tage infolge Temperaturen über 35 Grad herrschen. 2050 wird es die Regel sein, dass derartige Hitzewellen bis zu einem Monat dauern.

Das Climate Change Centre Austria schätzt, dass aufgrund dieser Hitzewellen mit bis zu 1.000 Hitzetoten pro Jahr zu rechnen ist. Zusätzlich werden die Kosten aufgrund von Klimaschäden explodieren. In einigen Jahrzehnten wird uns der Klimawandel mehr als 4 Milliarden Euro jährlich kosten.

Die Gletscher in Österreich werden verschwinden, es wird zu regelmäßigen Überschwemmungen kommen und Dürren werden die Landwirtschaft schädigen.

Die Forschung ist sich einig: Der Klimawandel wird vom Menschen verursacht

Auch wenn die sogenannten Klimaskeptiker auf das Gegenteil pochen: In der Wissenschaft ist man sich einig. Angefangen von der NASA über die wichtigsten Forschungseinrichtungen bis hin zu Wissenschaftsjournalisten – in Wahrheit zweifelt niemand mehr daran, dass die Erderwärmung auf den Menschen zurückgeht. Verschiedene Analysen der Forschung haben ergeben:

Zwischen 95% und 97% aller Klimaforscher meinen, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht wird.

Die FPÖ im Einklang mit Trump

In Europa ist die Anzahl der sogenannten Klimaskeptiker geringer als in den USA. Das hat mit dem größeren Vertrauen in Wissenschaft zu tun – aber auch mit dem deutlich geringeren Einfluss der großen Industrie auf Politik und Öffentlichkeit.

In den letzten Jahren ändert sich dies allerdings – vor allem in und um die FPÖ hat sich die Meinung breitgemacht, dass der Klimawandel entweder völlig erfunden oder nicht vom Menschen gemacht wird.

So bezweifelte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache im Sommergespräch 2015, dass der Mensch am aktuellen Klimawandel schuld sei – der Ausstoß von CO2 habe nichts mit der Erderwärmung zu tun. Vielmehr sei diese natürlich. Aktuelle Umweltschutzvorschriften seien nichts als Geschäftemacherei.

Strache ist in seiner Partei keineswegs allein: „Wo bleibt die Erderwärmung?“ fragten FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl und vier weitere FPÖ-Parlamentarier 2013 in einer Parlamentarischen Anfrage an den Bundeskanzler. Darin stellen die FPÖ-Abgeordneten in Abrede, dass die menschliche Zivilisation tatsächlich Einfluss auf den Klimawandel und die „angebliche Erderwärmung“ habe.

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner wiederum gibt zwar zu, dass es die Erderwärmung gibt. „Es gibt einen Klimawandel, aber man weiß nicht, wie sehr der Mensch daran schuld ist“, tönt er im Gespräch mit ATV-Moderator Martin Thür. Haimbuchner beruft sich dabei auf den umstrittenen „Klimaskeptiker“ Horst-Joachim Lüdecke, dessen krude Thesen von der überwiegenden Anzahl der Experten bezweifelt werden – und nicht auf seriöser Forschung basieren.

 

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