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Diese Frau hat Generationen geprägt

„Ein Buch braucht kein Happy End.“ Eines der letzten Interviews mit Christine Nöstlinger

Christine Nöstlinger, die wohl bekannteste Kinderbuch-Autorin des Landes, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Mit Kontrast.at hat sie eines ihrer letzten Interviews geführt. Mit Teresa Arrieta und Patricia Huber hat sie über Bücher, seltene Glücksmomente, ihre Kindheit und ihre Resignation im hohen Alter gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Über ihre Kinderbücher

„Ich bin ja am Anfang sehr angeeckt, mit dem was ich geschrieben habe. Gerade in Gymnasien.“

Aber zur Aufmüpfigkeit erziehen wollte sie Kinder nicht. Denn nicht alle haben ein Umfeld, um sich das trauen zu können:

„Aufmüpfige Kinder haben meist sehr nette Eltern. Wenn ich in der Sicherheit lebe, ich werde auch geliebt, wenn ich mich aufführe, dann kann ich leicht aufmüpfig sein. Ich war also immer sehr vorsichtig damit. Kinder anzuspornen, aufmüpfig zu sein und dann nicht dabei sein, um ihnen Schutz geben zu können – das ist auch nicht einfach. Aber Kinder leben ja ohnehin nicht so, wie sie lesen. Sie lesen die Bücher und dann träumen sie, auch so zu handeln. Aber sie leben so, wie ihr Leben ist und nicht, wie ihre Literatur ist.
Am meisten mochten Kinder an meinen Büchern, dass die Kinder in meinen Geschichten viel cleverer reden, als Kinder real reden. Und das lieben die Leser. Sie haben ein Gefühl, das sie nicht richtig verbalisieren können und dann lesen sie es und denken sich: Ja, das kenne ich.“

Über die Kinder und die Jugend von heute

„Ich kann jetzt kein Buch mehr über 13-Jährige schreiben. Ich bin viel zu weit entfernt. Ich verstehe sie nicht mehr.“

„Meine Enkel haben ständig das iPhone in der Hand und machen ständig etwas damit. Aber telefonieren habe ich sie noch nie damit gesehen. Früher habe ich mich bei meiner Enkelin gedacht, sie verblödet. Sie hat Germanys Next Topmodell geschaut und irgendetwas mit vier kreischenden Frauen. Aber heute ist sie 24, sie hat Politikwissenschaften studiert und engagiert sich in der Flüchtlingshilfe. Das legt sich also alles wieder. Das werden schon alles vernünftige Erwachsene.“

Was „Glück“ für Christine Nöstlinger bedeutet hat – und wie sie ihren Alltag im hohen Alter wahrgenommen hat

„Für mich ist Glück eine kurze Sache. Man ist glücklich, wenn man am Abend am Meer ist und es sind keine anderen Leute da. Und man sieht in den Sternenhimmel und vorne platschgern die Wellen. Dann kannst du ein plötzliches Glücksempfinden haben. Oder wenn du einen ordentlichen Orgasmus hast, dann kannst du auch ein Glückempfinden haben. Aber das sind eben Augenblicke.“

Im Alltag hat sie solche Momente eher selten gefunden:

„Eigentlich nicht, nein. Oder schon. Das kann ich gar nicht sagen. Das kommt auch auf meinen Zustand an, ob ich mich erinnern kann. Vielleicht habe ich so Glückmomente. Und wenn ich grantig bin, sage ich: Nein, habe ich nie. Und wenn ich gut aufgelegt bin, sage ich: Ja, habe ich vorgestern noch gehabt. Die Sicht auf sich selbst verändert sich ja.“

Die wichtigsten Lebensmomente am Ende ihres Lebens

„Das ist sehr eingeschränkt. Ich bin nicht gesund. Ohne fremde Hilfe kann ich kaum außer Haus gehen. Ich lebe halt vor mich hin. Ich freue mich, wenn Besuch kommt. Manchmal wird’s mir zu viel und denke mir: ‚Mein Gott, könnte auch schon wieder gehen.‘ Ich merke, dass ich gerne alleine bin. Ich lese viel, lesen macht mir im Alter zunehmend Freude. Früher habe ich nicht so viel Zeit dafür gehabt. Und ansonsten freuen mich meine Töchter und meine Enkel. Viel mehr kann ich nicht berichten.“

Aufwachsen im Österreich der NS-Herrschaft

„Ich bin ja in der Nazi-Zeit groß geworden. Also nicht ‚groß’… Gelebt hab‘ ich während der Nazi-Zeit. Ich weiß also, wie leicht die Leute böse und unmenschlich werden können. Das geht über Nacht, bitte. Diese „Tuchent der Zivilisation“ scheint mir sehr löchrig und leicht wegzuziehen zu sein. Wer hegt und pflegt sie denn?“

„Wenn wir über 38 reden. Wir haben ja auch die krassesten Nazis gehabt, in Österreich. Unverhältnismäßig viele KZ-Aufseher kamen aus Österreich. Der Judenhass in Österreich war mindestens so groß wie anderswo.“

„Vorher im Austrofaschismus hat ja auch faktisch niemand mehr aufbegehrt. Man ist ja nicht in die Nazi-Zeit von einer Demokratie eingetreten. Es war schon vorher nicht viel anders. Es war nicht mit KZs, aber ansonsten war kein Hauch von Demokratie mehr von 34 an, nehme ich an.“

Über Kindheit und Familie

„Ich habe als Kind in einer Gegend gelebt, wo es nicht wahnsinnig viele Nazis gab. Es gab schon welche, aber die waren in der Minderheit. Wenn ich denke, meine Großmutter war sehr schwerhörig und schwerhörige Menschen reden sehr laut. Was die über den Hitler geschimpft hat und auf die Nazi-Bagage! Laut und deutlich! Da kann ich mich schon erinnern, dass andere gesagt haben: ‚Frau Göth, Frau Göth, Sie reden sich ins KZ hinein!‘ Aber angezeigt wurde sie nie.“

„Bei uns im Haus, das war ein Wiener Zinshaus mit 15 Wohnungen. Da hat es eine Nazi-Familie gegeben. Die hat immer gegrüßt mit „Heitler!“ Ich hab das „Heil Hitler“ gar nicht verstanden. Es ging immer nur „Heitler! Heitler!“ Und dann 45 wollten die sich umbringen in der Familie. Dann haben sie das Gift am Hund ausprobiert. Und dann haben sie gesehen, wie schlecht es dem Hund geht. Und dann sind sie am Leben geblieben. Und dann sind sie sich unheimlich arm vorgekommen, weil sie im Sommer 45, weil sie wegen ihrer Nazi-Mitgliedschaft einen Ernte-Einsatz von 3 Wochen machen mussten. Und das war‘s.“

„Ich hab schon als Kind gesehen, wie g’schwind sich Leute ändern. Und ich hab nicht so genau gewusst, wer alles ein Nazi war. Bei der SPÖ waren ja auch etliche. Meine Mutter hat erzählt, man nannte Leute ‚Märzfeigerl‘. Also wer im März 38 zur Partei (Anmk. NSDAP) gegangen ist, der hieß in Hernals ‚Märzfeigerl‘.“

„Und das hat bei mir bewirkt, dass ich erwachsenen Menschen schon als Kind sehr misstrauisch gegenübergestanden bin. Es war ja auch in der Schule schon so. Meine Schwester war 5 Jahre älter und die hatte alle Lehrer, die ich im Gymnasium hatte, hat sie ja noch aus der Nazi-Zeit gekannt.“

„Es war immer die Erzählung meiner Mutter: Wie der Herr Fischl, der bei uns ein jüdischer Schuster war, wie der den Gehsteig mit dem Zahnbürstl hat putzen müssen. Sie hat immer gesagt: ‚Wenn ich euch zwei Kindern nicht gehabt hätte, dann wäre ich ja hin und hätte die SA-Männer weggestampert!‘. Das war immer ihre Rechtfertigung. Das hätte sie wahrscheinlich auch nicht gemacht, wenn sie keine zwei Kinder gehabt hätte. Aber ich bin mir immer so schuldig vorgekommen, dass der Herr Fischl ins KZ gekommen ist. Weil ‚wenn es mich nicht gegeben hätte…‘ – für mich war ja meine Mutter allmächtig. So denkt man halt, wenn man 7 Jahre alt ist. Ich hab mir gedacht ‚Wenn es mich und meine Schwester nicht geben würd, dann hätte meine Mutter das geregelt‘. Aber das war ein Irrtum.“

Über den Widerstand im Kleinen

„Meine Mutter hat auch Widerstand geleistet. Die war Kindergärtnerin und hat sich gewehrt, dass sie den Kindern so Nazi-Liedern beibringt. Wobei manche von denen wirklich so hochgestochen waren im Text, dass du das einem Hernalser 5-jährigen Kind nicht beibringen hättest können. Sowas wie „Buben, Mädel kommt heran, seht euch unsere Fahne an. Stolz schmückt sie das Hakenkreuz, jedes deutsche Kind das weiß. Adolf Hitler, unser Führer, hat sie uns gegeben. Adolf Hitler, unserm Führer, weihen wir unser Leben.“ Das kannst du schwer einem Vierjährigen oder so beibringen. Und sie wollte es auch nicht. Dann hat sie ein Disziplinarverfahren bekommen. Der Schulwart vom Kindergarten hat sie angezeigt. Weil das Denunzieren war ja damals schon üblich unter gewissen Leuten, solchen Underdogs. Der hat sich von den Kindergärtnerinnen schlecht behandelt gefühlt. Und dann ist er halt anzeigen gegangen. Dann musste sie jede Woche einmal auf die Gestapo, da hatte sie ein Verfahren, das hat sie durchgekämpft. Und ich hab als Kind nur gesehen, dass sie aufgeregt war. Weil immer wenn meine Mutter aufgeregt war, hat sie am Hals rote Flecken bekommen. Und wenn sie dann vom Parteihaus zurück gekommen ist, war sie bis zu den Ohren hinauf rot gefleckt. Aber sie hat‘s durchgestanden. Und dann haben sie sei pensioniert. Die Pension war ganz klein. Da war sie 34 Jahre alt. Sie wurde 1944 in Pension geschickt.“

„Und meine Mutter war eine, die dachte ‚Ich hab Recht! Ich bin eine rechtschaffene Frau! Und da werd‘ ich ja wohl noch sagen dürfen, was wahr ist!‘ Und außerdem hat sie das eh leichter können, weil ihr Bruder ein Ober-Nazi war. Und der hat dann schon seine schützende Hand über sie gehalten, was sie aber nie zugegeben hat.“

„Das Traurigste in meinem Leben.“ Der Abschied vom Vater 1941

„Mein Lebensmensch war ja immer mein Vater, nicht meine Mutter. Und der war dann, das muss 1941 gewesen sein, aus Russland vier oder fünf Tage auf Urlaub gewesen sein. Und wenn ich so nachdenke, was die traurigste Szene in meinem Leben war, die ich in Erinnerung habe, dann ist das, wie mein Vater dann mit Stahlhelm, mit Gewehr und in Uniform nach diesen fünf Tagen bei der Wohnungstür hinausgeht. Da ist er noch kurz stehen geblieben und hat so gewunken. Das ist noch heute das Traurigste in meinem Leben.“

Eine segelnde Oma

„Ich habe auch gelacht… Meine Großmutter ist ja nie bei Bombenalarm in den Keller gegangen. Schwerhörig, wie sie war, hat sie die Sirenen nie gehört. Es hat aber rundherum alles so gewackelt, dass sie doch in den Keller wollte. Und im Nachbarhaus ist mal eine Bombe gefallen. Und der Luftdruck hat die Kellertür aus den Angeln gehoben als sie auf der dritten oder vierten Stufe war und die ist ihr in die Füße gefahren. Das war eine weiße Tür mit blauem Rahmen. Und auf der ist sie dann in den Keller gesegelt!“

Die letzten Kriegstage – über unzahme Proletarier in Hernals

„Ich kann mich erinnern, das erste Mal, als wir ausgebombt worden sind, da ist unsere Nachbarin, die Frau Simon, auf dem Schutthaufen gestanden und hat geschrien ‚Dieser scheiß Hitler, dieser Heil Hitler!‘ und hat ihn verflucht. Und der Blockwart, der damals eine gefürchtete Person war, der ist mit eingezogenem Kopf vorbeigeschlichen, damit er sie nicht hören muss. Also die Hernalser Proletarier, die waren nicht so zahm.“

„Zum Beispiel meine Großmutter… Es gab ja nur den ‚Völkischen Beobachter‘ und meine Großmutter war eine sehr ungebildete Frau, beim Lesen sehr langsam. Und dann hat sie immer laut gelesen, ich weiß nicht warum. Ich glaube kaum, dass sie es mir vorlesen wollte. Und zum Beispiel ‚gefallene Soldaten’… Das hab‘ ich mir immer so vorgestellt, dass die zwar tot sind, aber die sind friedlich ‚umgefallen‘, so wie wenn du mit Zinnsoldaten spielst. Da fällt halt einer um. Aber irgendwie muss ich schon eine große Angst gehabt, unterschwellig.“

„Als Kind im Keller… es war mir sehr unangenehm. Meine Schwester, fünf Jahre älter, hat furchtbar hysterisch geschluchzt, oft. Dann hat es Leute gegeben, die haben gebetet. Das war mir alles sehr unangenehm.“

Wien um 1945/46

„Irgendwie hat mein Vater dann die Wohnung in Wien wieder aufgebaut. Das war mit Hilfe russischer Soldaten, die uns Lebensmittel geschenkt haben. Weil damals hat man um Geld nichts gekriegt, sondern nur um Ware. Und das waren ja abenteuerliche Tauschhandel-Preise. Durch Zufall ist mein Puppenwagen bei den Bombenangriffen nicht kaputt geworden. Und den hat dann meine Mutter nach 45 gegen Holzfußböden für 60 m2 eingetauscht. Weil die Holzhändlerin hatte ein Kind und das hatte keinen Puppenwagen. Und daher war der Puppenwagen so begehrt. Und Holz hatte sie genug.“

NS-Kontinuitäten im Nachkriegsösterreich

„Ich selbst habe in der Schule nichts über Politik gelernt, vor allem nichts über den Nationalsozialismus. Aber das ist ja klar. Meine Geschichtelehrerin, eine alte Nazi-Tante, die hätte sich ja über ihre eigene Vergangenheit äußern müssen. Das einzige, was getan wurde, war, dass man keine germanischen Heldensagen mehr vorgetragen hat, sondern dass wir dann über die Griechen gelernt haben. Mein Geschichteunterricht endete 1914. Und das war‘s dann. Bei meiner Tochter war’s dann 1918. Aber meine Enkel, die waren politisch gebildeter.“

„Mein Onkel, zum Beispiel. Der hat bis ins hohe Alter. da hat er so ein Möbelstück gehabt, das hieß „Sekretär“. Das war so ein Universalschrank, so ein komischer. Und da war eine Hausbar drinnen. Und hinten war eigentlich ein Spiegel und an der Seite waren Halterungen für Schnapsgläser und dann waren die Schnapsflaschen drin. Und als er schon im Rollstuhl gesessen ist, da ist er jeden Abend hingerollt und hat sich ein Glas Cognac eingeschenkt und dort, wo der Spiegel vorher war, war ein Hitler-Bild. Und dann hat er gesagt ‚Prost, Adolf‘ und dann hat er seinen Cognac getrunken. Also unbelehrbar bis zum letzten. Er war wirklich ein Ober-Nazi und hätte einen Prozess gehabt am Landesgericht. Aber der Untersuchungsrichter war ja auch ein ehemaliger Nazi. Er hat schon einen Job in der Privatwirtschaft gehabt. Oder auch, weil er bei der Polizei vorher war, zur Polizei. Das wollte er dann nicht mehr. Der Polizeiarzt, das war auch ein ehemaliger Nazi, der hat ihn dann in die Pension geschrieben. Alle Vorrückungen, die er gehabt hätte als Kriminalkommissar, die haben sie ihm an die Pension angerechnet. Es war kein schlechtes Los für die Nazis im Land. Aber ohne diese Leute hättest ja auch keinen Staat machen können. Es waren ja alles viel zu viele.“

Als junge Frau im konservativen Österreich

„Damals war noch nicht einmal die Familienrechtsreform da. Da hätte mir mein Mann verbieten können, zu arbeiten. Man brauchte seine Genehmigung. Ich kannte eine ledige Mutter. Als sie mit ihrem Kind nach Italien fahren wollte, musste sie noch zur Obervormundschaft gehen, damit das Kind einen Pass bekommt. Eine Frau allein, ganz ohne Oberaufsicht, dem wollte man damals kein Kind anvertrauen. Da kann man wirklich nicht sagen, dass die Zustände damals besser waren.“

Auch 2018 sah Nöstlinger die Gleichstellung nicht erreicht:

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Gleiche Chancen, nach oben zu kommen. Das gibt es noch immer nicht. Schauen wir auf die Universitäten. Es studieren mehr Frauen, sie studieren schneller. Es geht bis zu den Assistentinnen. Aber ganz oben, da finden sie keine Frauen.“

Christine Nöstlinger über die Politik und Zeitgeist im Jahr 2018

„Eine richtige Wut kann ich noch bekommen, wenn es um Flüchtlinge geht. Unser Bundeskanzler stellt sich hin und sagt, wir müssen helfen, dort wo sie herkommen. Und Österreich gehört zu den Ländern, die am wenigsten an die UNO für Entwicklungshilfe zahlt. Und das weiß er. Das UNO-Flüchtlingswerk fordert jedes Jahr Geld von Österreich. Und wir bezahlen es nicht. Das ist doch Lug und Betrug.“

„Für mich ist das einfach unfassbar, dass jetzt überall in Ministerien und sonst wo an hohen Stellen Burschenschaften von schlagenden Verbindungen sitzen. Wie es b e denen zugeht, weiß man ja. Ist ja auch schon irgendwie sehr öffentlich geworden. Die sitzen jetzt überall. Selbst wenn bei den nächsten Wahlen diese Regierung nicht mehr möglich ist, diese Leute sitzen dort. Bis man die wieder los wird… da müssen sie schon in Pension gehen. Das lässt sich nicht plötzlich ändern.“

„Ich meine, ich seh‘ schon ein, dass die untere Mittelschicht nicht ganz zufrieden ist. Aber so schlecht geht’s den Österreichern nicht, bitteschön. Dass die dauernd erklären, ‚Es muss sich was ändern‘, ‚Es muss anders sein‘. Ja, es gab keinen Reallohnzuwachs in letzter Zeit, aber am Lebensstandard gemessen, hat die Generation der heute 30 bis 50-Jährigen mehr als jede andere vorher.“

„Ich frag mich oft, wie blöd darf man sein. Dauernd muss ich Verständnis haben, für die Sorgen der Menschen. Meistens informieren sich diese Menschen nicht, schauen nicht einmal Zeit im Bild. Es gibt doch bitteschön auch gegenüber der Gesellschaft eine gewisse Bringschuld, man muss sich informieren.“

Am Lebensende: Viel Resignation

Christine Nöstlinger
(c) SPÖ OÖ

„Je älter ich werde, desto weniger weiß ich Sachen. Weil ich immer mehr darauf komme, dass die Sachen, die ich früher geglaubt habe, nicht stimmen.“

„Ich bin nicht wütend, man kann ja auch nicht sein ganzes Leben lang wütend sein. Ich war nie eine sehr wütende Person. Ich bin eher resigniert. Ich bin eher traurig. So habe ich mir nicht vorgestellt, dass es zu meinem Lebensende aussehen wird. Wenn man heute sehr jung ist, kann man noch hoffen, dass es irgendwann anders ist.“

Und was soll sich ändern? „Alles.“

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3 Kommentare

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Sophia
Sophia

Danke für dieses Interview! Ihr habt Christine Nöstlinger zu wichtigen Themen befragt und geht mehr in die Tiefe als andere Medien.

Trauriges Leben:
Trauriges Leben:

So habe ich mir nicht vorgestellt, dass es zu meinem Lebensende aussehen wird.

Was meint sie damit?

Trauriges Leben:
Trauriges Leben:

So habe ich mir nicht vorgestellt, dass es zu meinem Lebensende aussehen wird.</blockquote Was meint sie damit?

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