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Von Crash-Dummies bis zur Zahnpasta: Wo Frauen in der Forschung jahrelang übersehen wurden

Von Crash-Dummies bis zur Zahnpasta: Wo Frauen in der Forschung jahrelang übersehen wurden (Quelle: wikipedia, Brady Holt, CC BY 3.0 Adobe Express)

Von Crash-Dummies bis zur Zahnpasta: Wo Frauen in der Forschung jahrelang übersehen wurden (Quelle: wikipedia, Brady Holt, CC BY 3.0 Adobe Express)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Bildung & Wissenschaft, Frauen & Gleichberechtigung, Geschichte, Gesellschaft, Gesundheit, Wissen
Lesezeit:5 Minuten
26. November 2025
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ChatGPT ist älter als die erste Tampon-Studie mit echtem Blut. Was in weiblichen Körpern beim Benutzen dieser Produkte passiert, weiß man erst seit 2023. Auch Crash-Test-Dummies wurden bis vor drei Jahren nur auf den männlichen Körper abgestimmt. Das sind zwei von vielen Beispielen dafür, wie Frauen in der Forschung und Produktentwicklung systematisch übersehen werden – mit Folgen, die gefährlich werden können. 

 

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Unterfinanzierte Frauenforschung und ihre Folgen

Forschung zur Frauengesundheit ist massiv unterfinanziert. Eine Analyse von 2021 zeigt: Nur 1 % aller Investitionen in Forschung und Innovation fließt in frauenspezifische Erkrankungen außerhalb der Onkologie. Das führt zu langsameren Diagnosen, fehlenden Therapien und jahrzehntelangen Versorgungslücken. Frauen nutzen Produkte und Systeme, die nie für sie entwickelt wurden – und die Wissenschaft zieht erst jetzt langsam nach.

Wenn OP-Werkzeuge nicht in Frauenhände passen

Viele Geräte im Operationssaal sind für den „durchschnittlichen Chirurgen“ entwickelt – und dieser Durchschnitt war jahrzehntelang männlich. Griffe, Zangen, Scheren oder Schieberegler orientieren sich an größeren Händen und höherer Griffstärke. Für Chirurginnen bedeutet das: höhere Kraftanstrengung, Überlastung, Schmerzen und langfristig sogar Gelenkschäden.

Ein internationales Forschungsteam misst inzwischen mithilfe von 3D-Scans und Sensoren die tatsächlichen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Händen. Erste Ergebnisse zeigen klar: kleinere Griffe und geringere Kraftanforderungen erhöhen nicht nur die Ergonomie, sondern auch die Präzision im OP.

Instrumente für OPs sind auf Männerhände ausgelegt (Foto: Unsplash+ / CC BY 2.0)
Instrumente für OPs sind auf Männerhände ausgelegt (Foto: Unsplash+ / CC BY 2.0)

Die Tampon-Studie, die später als ChatGPT kam

Was anfangs mit großer Vorsicht beobachtet wurde, ist mittlerweile fester Bestandteil im Alltag von vielen Menschen: ChatGPT. Der KI-Chatbot entstand im Jahr 2022. Das ist nicht lange her, und trotzdem ist ChatGPT älter als die erste Tampon-Studie mit echtem Blut. Erst 2023 wurden Tampons realitätsnah getestet – nicht wie zuvor mit Salzlösungen. Das Ergebnis ist beunruhigend: In Produkten von 14 Marken fanden Forscher*innen 16 verschiedene Metalle, darunter Blei und Arsen.

Wie viele dieser Stoffe in den Körper gelangen und welche Risiken das birgt, ist weiterhin unzureichend erforscht.

Crash-Test Dummies: Höheres Verletzungsrisiko für Frauen

Noch ein Schock fürs Zeitgefühl: Die Serie Squid Game ist älter als der erste weibliche Crash-Test-Dummy. Bis 2022 basierte die gesamte Auto-Sicherheitsforschung auf männlichen Normkörpern – bei Gurten, Airbags und Sitzstrukturen.

Die Folge: Frauen haben ein höheres Risiko, bei Unfällen verletzt zu werden. Erst mit der Entwicklung eines durchschnittlichen weiblichen Dummys können Fahrzeuge künftig tatsächlich für alle sicher gebaut werden.

Crash Dummies wurden jahrelang auf Männerkörper abgestimmt (Foto: Wikimedia Commons / CC BY 3.0)
Crash-Test Dummies wurden jahrelang auf Männerkörper abgestimmt (Foto: Wikimedia Commons / CC BY 3.0)

Zahnpasta – optimiert auf Männer

Dass selbst Zahnpasta ursprünglich nicht für Frauen entwickelt wurde, wirkt absurd – ist aber historische Realität. In den 1950er Jahren wurden pH-Wert und Zusammensetzung von Speichel fast ausschließlich an Männern untersucht. Man ging davon aus, Speichel habe generell einen neutralen pH-Wert.

Heute weiß man: Speichel von Frauen ist im Durchschnitt saurer. Das macht ihre Zähne anfälliger für Karies, selbst bei guter Zahnhygiene. Viele Zahnpasta-Formeln wurden bis heute nicht entsprechend angepasst.

Geburtspositionen – ein Rückschritt aus Bequemlichkeit

Bis ins 17. Jahrhundert gebaren Frauen überwiegend im Stehen, Hocken oder Knien – Positionen, die den Beckenausgang erweitern, die Schwerkraft nutzen, die Geburt zu verkürzen und Komplikationen verringern können. Mit dem Aufstieg männlicher Ärzte seit dem 17. Jahrhundert setzte sich die liegende Position durch: Diese wollten Zugang zum Geburtskanal haben, um die Geburt zu beobachten oder Instrumente (wie Zangen) einsetzen zu können. Die liegende Position war interessanter für den Arzt, aber schlechter für die Gebärende.

Bis heute prägt dieser historische Komfort der Mediziner die Geburtspraxis vieler Kliniken.

Das Spekulum: Zwei Jahrhunderte Stillstand

Noch ein Beispiel: Das Spekulum, das bei jeder Gynäkologie-Untersuchung eingesetzt wird, ist seit knapp 200 Jahren fast unverändert aus kaltem Metall. Es wurde erst 2017 überarbeitet. Damit ist der bekannte Partysong „Despacito“ älter als die Weiterentwicklung des Spekulums.

Ein neues Modell besteht aus weicherem Kunststoff, ist flexibler und angenehmer. Dass ein derart wichtiges Instrument erst jetzt modernisiert wurde, spricht Bände über Prioritäten in der Gynäkologie.

WLAN, Solarheizung, Kernspaltung: Diese Erfindungen verdanken wir Frauen

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, kritisiert in einer Videobotschaft die massiv gestiegenen globalen Militärausgaben. Diese belaufen sich mittlerweile auf 2,7 Billionen US-Dollar – das ist 13-mal so viel wie die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Die Vereinten Nationen verweisen dabei auf einen aktuellen Bericht: Weniger als vier Prozent der weltweiten Militärausgaben – rund 93 Milliarden Dollar pro Jahr – wären ausreichend, um den Welthunger bis 2030 zu beenden. Der Bericht zeigt auch die wirtschaftlichen Effekte unterschiedlicher Investitionen: Während eine Milliarde Dollar für Militär 11.200 Arbeitsplätze schafft, entstehen mit derselben Summe 26.700 Jobs im Bildungsbereich, 17.200 im Gesundheitswesen oder 16.800 im Bereich erneuerbare Energien. „Es ist offensichtlich, dass die Welt über die Ressourcen verfügt, um Leben zu verbessern, den Planeten zu schützen und eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit zu sichern“, argumentiert Guterres. Sein Appell an politische Entscheidungsträger:innen für das Jahr 2026: „Entscheidet euch für Menschen und den Planeten – nicht für Schmerz.“ Zitat: Eine sicherere Welt beginnt damit, mehr Geld in den Kampf gegen Armut zu investieren anstatt in Kriege. Antonio Guterres

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, kritisiert in einer Videobotschaft die massiv gestiegenen globalen Militärausgaben. Diese belaufen sich mittlerweile auf 2,7 Billionen US-Dollar – das ist 13-mal so viel wie die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Die Vereinten Nationen verweisen dabei auf einen aktuellen Bericht: Weniger als vier Prozent der weltweiten Militärausgaben – rund 93 Milliarden Dollar pro Jahr – wären ausreichend, um den Welthunger bis 2030 zu beenden. Der Bericht zeigt auch die wirtschaftlichen Effekte unterschiedlicher Investitionen: Während eine Milliarde Dollar für Militär 11.200 Arbeitsplätze schafft, entstehen mit derselben Summe 26.700 Jobs im Bildungsbereich, 17.200 im Gesundheitswesen oder 16.800 im Bereich erneuerbare Energien. „Es ist offensichtlich, dass die Welt über die Ressourcen verfügt, um Leben zu verbessern, den Planeten zu schützen und eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit zu sichern“, argumentiert Guterres. Sein Appell an politische Entscheidungsträger:innen für das Jahr 2026: „Entscheidet euch für Menschen und den Planeten – nicht für Schmerz.“ Zitat: Eine sicherere Welt beginnt damit, mehr Geld in den Kampf gegen Armut zu investieren anstatt in Kriege. Antonio Guterres

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