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NEIN zu „Mehr Arbeit für weniger Geld“ – Demonstrieren wir gegen den 12-Stunden-Tag!

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NEIN zu „Mehr Arbeit für weniger Geld“ – Demonstrieren wir gegen den 12-Stunden-Tag!

Veronika Bohrn Mena Veronika Bohrn Mena
in Arbeit & Freizeit, Gastbeiträge, Veronika Bohrn Mena - Prekäre Arbeit
Lesezeit:4 Minuten
20. Juni 2018
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Ohne Diskussionen und Begutachtungszeit will die Regierung den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche für alle einführen. Sie wollen diese Rückschritte und Verschlechterungen rasch durchs Parlament peitschen, weil es sich dabei um den größten Angriff auf ArbeitnehmerInnen seit Jahrzehnten handelt. Geht es nach ÖVP und FPÖ, sollen wir schon ab Jänner 2019 an fünf Tagen 12 Stunden pro Tag, 60 Stunden wöchentlich und somit bis zu 20 Stunden pro Woche länger arbeiten. Und dafür auch noch schlechter bezahlt werden. Kein Wunder, dass sich die Regierung nicht mit der Kritik der Interessenvertretungen der Beschäftigten auseinandersetzen will. Veronika Bohrn-Mena von der GPA-djp Interessensvertretung erklärt, warum wir uns jetzt gemeinsam zur Wehr setzen und  am 30. Juni bei der Demonstration gegen den 12-Stunden-Tag zeigen müssen, dass wir uns das nicht gefallen lassen.

Entgegen der Darstellung von ÖVP und FPÖ sind die Verschlechterungen bei der Arbeitszeit, die sich sowohl gegen Arbeitenden als auch ihre Kinder richten, nicht notwendig. Wir arbeiten bereits jetzt nachweislich sehr flexibel und sehr viel. Es gibt Branchen und Berufe, die außergewöhnliche Arbeitszeiten zwangsweise erfordern.

  • Von 3,7 Millionen unselbstständig Erwerbstätigen arbeiten derzeit etwa 1 Million an Sonn- und Feiertagen.
  • Über 600.000 Beschäftigte arbeiten regelmäßig nachts.
  • Über 700.000 Beschäftigte arbeiten in Schicht-, Turnus- oder Wechseldiensten, Je nach Ausgestaltung umfasst das auch Nacht- und fast immer Sonn- und Feiertagsarbeit.

In der Land- und Forstwirtschaft, der Gastronomie oder im Gesundheits- und Sozialbereich ist das auch notwendig. Die Zahlen zeigen: Die Behauptung, dass in Österreich nicht „flexibel“ gearbeitet werden kann, ist schlicht falsch. Allerdings sind diese Arbeitszeiten für Beschäftigte mit Betreuungspflichten kaum mit ihrem Familienleben vereinbar. Welcher Kindergarten und welche Schule hat zwölf Stunden pro Tag geöffnet? Wie sollen neben einer 60-Stunden-Arbeitswoche noch die älteren Angehörigen gepflegt und versorgt werden? Wann soll Zeit für Eltern bleiben, um mit ihren Kindern zu spielen, zu lernen und zu leben, wenn sie von Montag bis Freitag zwölf Stunden pro Tag an ihrem Arbeitsplatz verbringen müssen?

Bisher waren es vor allem junge Beschäftigte unter 34 Jahren und ältere Beschäftigte über 45 Jahren, die überlange und unstetige Dienste übernommen haben – also Menschen mit tendenziell weniger Betreuungspflichten. Wenn es wirklich notwendig war und mit entsprechenden Überstundenzuschlägen zur Entschädigung.

Auch in der Nachtarbeit sind deswegen 230.600 Beschäftigte bisher unter 34 Jahre jung, nur die 45-54-Jährigen arbeiten häufiger in der Nacht, als die Jungen. Besonders betreffen diese körperlich und psychisch schwer belastenden Arbeitszeiten außerdem Beschäftigte mit niedriger formaler Ausbildung. 385.300 von ihnen haben maximal einen Lehrabschluss, 62.100 haben einen Pflichtschulabschluss (Statistik Austria – Mikrozensus Arbeitskräfte Erhebung 2016). Und es scheint, als ob die, die es sich aussuchen können, diese Arbeitszeiten eher meiden. Schließlich ist die kleinste Gruppe derer, die auch nachts und an Tagen wie Weihnachten, Neujahr oder Ostern arbeiten müssen, die der Akademiker in höherer beruflicher Stellung.

Arbeiten müssen bis zur Erschöpfung

Wir arbeiten schon ohne den allgemeinen 12-Stunden-Arbeitstag viel zu lang und zu einem großen Teil auch noch unbezahlt. Knapp 270 Millionen Überstunden werden jährlich geleistet, davon über 20 Prozent nicht bezahlt oder durch Zeitausgleich kompensiert.

Im EU-Vergleich liegt Österreich mit rund 1.738 Stunden um knapp 58 Stunden über der Jahressoll-Arbeitszeit in der Eurozone. Gleichzeitig finden immer weniger Menschen einen soliden Arbeitsplatz. Mehr als ein Viertel der Vollzeit Arbeitenden leisten 90 Prozent aller Überstunden (FORBA 2016).

Während eine kleiner werdende Gruppe unfreiwillig immer mehr arbeitet, wird eine größer werdende Gruppe zum Zuschauen verdammt, auf der Arbeitssuche entwürdigt und mit Existenzängsten konfrontiert.

2016 wollten 313.000 Beschäftigte in ‪Teilzeit eigentlich Vollzeit arbeiten. Das entspricht 15 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten. Die arbeitszeitbezogene Unterbeschäftigungsquote liegt in Österreich damit bei 5,2 Prozent, durch die ungleiche Geschlechterverteilung in der Teilzeit bei Frauen sogar bei 7,1 Prozent. In Branchen wie dem Handel, der Gastronomie und der Hotellerie steht einer großen Unterbeschäftigung, also vergleichsweise vielen Arbeitslosen, ein großes Volumen an Überstunden gegenüber. Ähnliches zeigt sich auch bei Büroangestellten.

Wenn man diese Überstunden jedoch in Arbeitsplätze umrechnen würde, so könnten fast 20 Prozent der Arbeitssuchenden in diesen Branchen eine vollwertige Anstellung erhalten.

Gleichzeitig verdichten sich die Arbeitsprozesse um ein Vielfaches und immer mehr Menschen bleiben dabei auf der Strecke.

Zwang statt Freiwilligkeit

Jetzt will die Regierung unsere Arbeitszeit noch weiter verlängern und durch überlange Durchrechnungszeiträume auch noch unsere Überstundenzuschläge abschaffen. „Freiwillig“ sollen die Beschäftigten länger arbeiten und Überstunden auch ablehnen dürfen, heißt es dazu von der Regierung. Aber was für ein Druck auf Beschäftigte ausgeübt werden wird, die nicht „freiwillig“ 60 Stunden pro Woche arbeiten können, kann sich jeder selbst ausmalen, der oder die schon einmal gearbeitet hat. Diejenigen, die dann nicht von acht Uhr morgens, bis 20 Uhr abends für ihren Arbeitgeber „flexibel“ zur Verfügung stehen, werden es am Arbeitsmarkt noch schwerer haben – alle anderen werden sich über kurz oder lang aus Angst fügen. Mehr Flexibilität gewinnen dadurch nur die Unternehmen, die Beschäftigten verlieren die Möglichkeit selbstbestimmt über ihre Freizeit zu verfügen.

Noch weniger Menschen werden noch mehr Arbeit bewältigen müssen, die Schieflage in der Verteilung der Arbeitszeit wird somit noch steiler werden. Das ist kurzsichtiger Raubbau, bei dem nur an den schnellen Profit gedacht wird – ohne Rücksicht auf Menschen und die Gesellschaft. Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen, wehren wir uns, organisieren wir uns und gehen wir am 30. Juni alle gemeinsam auf die Demonstration gegen den 12-Stunden-Tag!

Die Demonstration „Nein zum 12-Stunden-Tag“ findet am Samstag, den 30. Juni um 14.00 statt. Treffpunkt ist am Wiener Westbahnhof. Jetzt liken, teilen, Freunde und Freundinnen einladen und am wichtigsten: Hinkommen, live dabei sein und lautstark gegen den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche auftreten!

Veronika Bohrn Mena ist in der GPA-djp Interessenvertretung tätig. Sie ist Vorsitzende der Plattform Generation Praktikum und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit atypischer und prekärer Arbeit.

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rudolf
rudolf
2. Mai 2021 11:01

Zur Vorbereitung des Volksbegehrens „Arbeislosengeld rauf!“ findet am Montag, 10. Mai 2021, um 18.00 Uhr ein Regionaltreffen Wien am Maria-Restituta-Platz statt. Nähe U6 Station Handelskai.Kontakt:info@arbeitslosengeld-rauf

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New York hat gewählt. Bei den Vorwahlen der Demokraten setzten sich progressive Kandidat:innen wie Claire Valdez, Brad Lander und Darializa Avila Chevalier gegen Establishment-Kandidat:innen durch. Die Sieger:innen sind Verbündete von Bürgermeister Zohran Mamdani und setzen wie er auf Themen wie leistbares Leben, Korruptionsbekämpfung und Frieden statt Kriegstreiberei. Die Wahlen gelten als Zeichen dafür, dass der Kurs des demokratischen Sozialisten Zohran Mamdani in New York und in den USA weiter an Einfluss gewinnt. Zitat: Demokratischer Sozialismus kann überall erfolgreich sein. Denn seien wir ehrlich: Es gibt in diesem Land nur eine wirkliche Mehrheit - und das ist die arbeitende Bevölkerung. Es ist höchste Zeit für eine Politik, die genau diese Mehrheit ins Zentrum stellt und sie nicht als Fußnote behandelt. Zohran Mamadani

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Das sozialdemokratische Magazin Kontrast.at begleitet mit seinen Beiträgen die aktuelle Politik. Wir betrachten Gesellschaft, Staat und Wirtschaft von einem progressiven, emanzipatorischen Standpunkt aus. Kontrast wirft den Blick der sozialen Gerechtigkeit auf die Welt.

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