Was fällt uns auf, wenn wir uns die Liste der reichsten Österreicher:innen ansehen?
1. Diese Menschen sind wirklich verdammt reich. Ihnen gehört mehr als den untersten 50 Prozent aller Haushalte zusammen!
2. Es sind häufig ihre Familien bzw. die daraus entstandenen Erbschaften, die sie so vermögend gemacht haben. Unter den 10 reichsten Österreicher:innen sind sieben Erben. Unter den 20 reichsten sogar 15 Erb:innen.
3. Österreichs Reichste pflegen oft sehr gute Beziehung in die Spitzenpolitik.
4. Man stößt mitunter auf Korruptions- oder Kartellvorwürfe oder dubiose Geschäftsmodelle.
Anlass für diesen Artikel war die Recherche von Veronika Bohrn-Mena, die ihre Ergebnisse auf X (vormals Twitter) veröffentlicht und Kontrast zur Verfügung gestellt hat – detailliertere Nachforschungen beruhen auf Eigenleistung. Die Reihung und Schätzung der Vermögenswerte basieren auf dem trend-Ranking der reichsten österreichischen Familien. Andere Schätzungen kommen zum Teil zu einer anderen Reihung. Der Artikel erschien am 27. November 2023 und wurde seitdem immer wieder – zuletzt am 20. Juli 2026 – aufgrund des aktuellen trend-Rankings aktualisiert.
1. Red Bull-Erbe Mark Mateschitz
Mark Mateschitz, Erbe des Milliardenvermögens von Dietrich Mateschitz - Red Bull. Sein Vater hat sein Vermögen auf dem Produkt eines Thailänders aufgebaut, dieses vermarktet und ist steinreich geworden.
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Mark Mateschitz, Jahrgang 1992, ist der einzige Sohn seines 2022 verstorbenen Vaters Dietrich Mateschitz. Er erbte dessen Vermögen und gilt seitdem als die reichste Person Österreichs. Forbes schätzt sein Vermögen auf 44,4 Milliarden US-Dollar, rund 38,8 Milliarden Euro. Damit ist er der 43-reichste Mensch der Welt. Die aktuelle trend-Liste zu den 100 reichsten Österreichern schätzt sein Vermögen auf 37,5 Milliarden Euro.
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Das Vermögen hat Dietrich Mateschitz einst auf dem Produkt des Thailänders Chaleo Yoovidhaya aufgebaut, dessen Energy Drink er als Marke Red Bull vermarktet hat. Bis heute hält die thailändische Familie mit 51 Prozent die Mehrheit am Unternehmen. Es machte im vergangenen Jahr Rekordgewinne und einen Umsatz von über 12,2 Milliarden Euro. Dank der Konzernsteuer-Senkung der ÖVP-Grünen-Regierung spart sich Red Bull seit 2023 zusätzlich mehrere Millionen – jedes Jahr.
Mit 70 Prozent Marktanteil ist Red Bull der größte Teilnehmer im Energydrink-Sektor. Diese Marktmacht könnte der Konzern ausgenützt haben, um die Profite zu steigern, wie die EU-Kommission vermutet. Red Bull soll also gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben. Im März 2023 fanden deshalb Hausdurchsuchungen in der Zentrale in Fuschl, sowie in Paris und Soesterberg statt.
Ende 2024 verklagte der Getränkeriese deshalb die Kommission. Zuerst wandte sich Red Bull an das Gericht der Europäischen Union (EuG) – ohne Erfolg. Die Durchsuchungen seien „auf der Grundlage hinreichender Indizien“ erfolgt, hieß es in einer Entscheidung. Red Bull geht nun einen Schritt weiter und zieht vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH), wie Unterlagen des EU-Höchstgerichts zeigen. Das Verfahren der EU-Kommission gegen Red Bull läuft indessen weiter.
Doch Red Bull ist nicht die einzige Einnahmequelle von Mateschitz. Zum Familien-Imperium zählen darüber hinaus neben einer Flugzeug-Sammlung, einer Fidschi-Insel inklusive Luxusresort, einem Edelsteinbetrieb, dem Fußballklub Red Bull Salzburg, das mit Prinz Michael von und zu Liechtenstein gegründete Magazin „Pragmaticus“ und mehrere Immobilienbeteiligungen auch ein eigener Medienkonzern.
Das Red Bull Media House ist nach dem ORF der zweitgrößte Medienkonzern des Landes. Dazu zählen unter anderem Servus TV, redbull.com, Bergwelten, das Streaming-Format Red Bull TV, ein TV-Dokumentationsformat, mehrere Magazine und ein Musik-Label. Immer wieder gab es Kritik an der rechtspopulistischen Ausrichtung einiger dieser Medien sowie der arbeitsrechtlichen Situation etwa bei Servus TV. Demnach wollte Dietrich Mateschitz 2016 den Sender zusperren, weil die Angestellten einen Betriebsrat gründen wollten. Erst als das Vorhaben abgesagt wurde, nahm er die Betriebseinstellung und die Kündigung der Mitarbeiter:innen zurück.
Im Juni 2024 sorgte der Ex-Chef von Servus TV, Ferdinand Wegscheider, für Kritik, weil er sich mit FPÖ-Vize-Chefin Marlene Svazek sowie Ex-ÖVP-Ministerin und jetziger Landeshauptfrau von Salzburg Karoline Edtstadler traf und öffentlich von Koalitions-Vorgesprächen sprach.
Die Rechercheplattform Dossier veröffentlichte eine umfassende Kritik an dem Red Bull-Konzern – von Rekord-Dividenden mitten in der Krise über Lobbyarbeit gegen Gesundheitsauflagen, Kritik am Energy Drink bis hin zu tödlichen Sport-Stunts in Red Bull-Werbungen ist dort zu lesen.
2. Die Familien Porsche & Piech
Mit der Familie Porsche-Piëch verbindet man eines: Autos, Autos und noch mehr Autos. Der "Gründervater" Ferdinand Porsche erlebte seinen Aufstieg während des NS-Regimes. Nach 1945 ist die Familie reich geblieben. Heute hat man einen Konzern hinter sich, der hunderte Milliarden Euro schwer ist.
Foto: Starpix/APA Picturedesk
Im „Schüttgut“ in Zell am See liegt ein über 600 Jahre altes Bauernhofgut. Gekauft 1942 von Ferdinand Porsche. Der Techniker war Erfinder des VW-Käfers. Die Familie Porsche-Piëch ist heute nach Mateschitz die reichste Familie Österreichs. Man hält über Stiftungen die Mehrheit an der deutschen Porsche SE, Volkswagen und der LKW-Sparte Traton und MAN. Die Familie Porsche und Piëch hat 2021 das MAN-Werk in Steyr an den Investor Wolf verkauft, wodurch Beschäftigte ihren Job verloren bzw. Lohnkürzungen bekamen.
Der „Gründervater“ Ferdinand Porsche wird 1875 in Böhmen geboren. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 stellt er sein elektrisches Automobil zur Schau. Er entwickelt Autos und gründet die „F. Porsche Gesellschaft“. Beteiligt ist auch sein Schwiegersohn Anton Piëch.
Der große unternehmerische Aufstieg stellt sich ab 1938 ein. Ferdinand Porsche präsentiert Adolf Hitler den eigens entwickelten „Kraft durch Freude“-Wagen. Den späteren Volkswagen. Vermarktet als Automobil für den deutschen Bürger, wird er jedoch v.a. als militärisches Fahrzeug hergestellt. Porsche wird 1939 „Wehrwirtschaftsführer“, bekommt später einen SS-Rang und entwickelt den nach ihm selbst benannten Panzerjäger „Ferdinand“.
Die Porsches und Piëchs waren damit Profiteure des NS-Regimes. Nach dessen Kapitulation blieben die Porsche-Piëchs der Politik verbunden.
Das Familien-Vermögen schätzt trend auf 31 Milliarden Euro. Ein Großteil geht davon auf enorme Unternehmensprofite zurück. So machte die Porsche AG alleine 2023 7,3 Milliarden Euro Gewinn, 2024 immer noch satte 3,6 Milliarden Euro.
Die Familie hält außerdem 53,3 % der Stammaktien an der Volkswagen AG. Dazu zählen u.a. die Automarken VW, Audi, Skoda, Lamborghini oder Bentley. Auch hier flossen in den letzten Jahren Milliarden an Dividenden an die Eigentümerfamilie. Darüber hinaus sind die Porsche-Piëchs auch an mehreren Unternehmen beteiligt – darunter etwa 27 Seilbahn- und Liftanlagen in Zell am See, ein Flughafen und das Schloss Prielau.
3. Investor Georg Stumpf
Sein Vater baute das ORF-Zentrum und die Wiener Stadthalle - und ermöglichte ihm einen komfortablen Einstieg ins Business. Inzwischen ist Stumpf milliardenschwer.
Foto: Andreas Tischler/APA Picturedesk
Georg Stumpf hatte einen komfortablen Einstieg ins Business. Sein Vater, Georg Stumpf Senior, war Bauunternehmer und Investor. Er baute unter anderem das ORF-Zentrum sowie die Wiener Stadthalle. Das Startkapital seines Vaters ermöglichte es Georg Stumpf Junior sein eigenes Unternehmen zu gründen und den Wiener Millennium Tower zu errichten. Das Gebäude wurde um 62 Meter höher gebaut als erlaubt und die Bürofläche um mehr als den dreifach erlaubten Wert überschritten. Zwei Jahre später verkaufte er die Millennium City samt Turm und machte einen Gewinn in Höhe von 215 Millionen Euro.
“Der Bau war ein Geschäft, und bei Geschäften zählt nur eines: Geld”, resümierte die Neue Züricher Zeitung 2006.
Danach verdiente er vor allem als Industrie-Investor weitere Millionen. Insbesondere in der Schweiz kaufte er mit seinem Partner Ronny Pecik Unternehmen auf, um sie später gewinnbringend wieder zu verkaufen – was ihnen auch Kritik einbringt. „Aggressiv auftretende Geldmacher“ heißt es etwa in der Handelszeitung, „Sie bereichern sich schamlos auf Kosten der schweizerischen Volkswirtschaft“, sagte der damalige FDP-Nationalrat Otto Ineichen.
“Sie übernehmen die Firmen bloss, um sie in ihre Einzelteile zu zerlegen und die Filetstücke möglichst schnell und möglichst gewinnbringend zu verkaufen”, beschreibt die Schweizer Weltwoche das Geschäftsmodell.
Darüber hinaus würden sie sich dabei am Rande des Erlaubten bewegen. 2009 brachte die Schweizer Finanzmarktaufsicht eine Strafanzeige ein, weil Meldepflichten bei einem Kauf nicht eingehalten worden seien. 10 Millionen Franken zahlten die Beschuldigten, damit das Verfahren eingestellt wird. Im gleichen Jahr sollte Stumpf erneut wegen ähnlicher Vorwürfe 40 Millionen Franken Bußgeld zahlen. In diesem Fall intervenierte sogar der damalige russische Finanzminister Alexei Kudrin für einen mitangeklagten russischen Oligarchen. Die Klage wurde schlussendlich abgewehrt.
Das Vermögen von Georg Stumpf wird auf 7,8 Milliarden Euro geschätzt. In Wien gehören ihm eine 15 Millionen Euro teure Luxusvilla – Privatkino inklusive. Außerdem ein Airbus A319, in dem die 144 Sitzplätze auf 22 reduziert wurden, sowie ein Bombardier Global Express Privatjet – ein rund 30 Meter langes Luxusflugzeug. Im Herbst 2024 machte Stumpf außerdem Schlagzeilen mit dem Kauf des unfertigen Lamarr-Kaufhauses aus der Signa-Insolvenz, für das er 100 Millionen Euro gezahlt haben soll.
4. Novomatic-Gründer Johann Graf
Dieser Mann ist ein Selfmade-Milliardär. Die Novomatic taucht wiederholt in Schlagzeilen auf.
Johann Graf ist ein Selfmade-Milliardär. 1980 gründete er die Novomatic Automatenhandels GmbH, die sich über die Zeit zu einem der größten Glücksspielkonzerne weltweit entwickelte. Johann Graf ist bis heute Hauptaktionär, hat allerdings einen Teil bereits an einen seiner Söhne weitergegeben. Sein Vermögen wird auf 7,2 Milliarden Euro geschätzt.
Die Novomatic ist in einige politische Affären verwickelt. So ermittelte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der “Casinos”-Causa gegen mehrere hochrangige ÖVP- und FPÖ-Politiker, u.a. wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch, Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit. Der Bestellung des FPÖ-Bezirkspolitikers Peter Sidlo zum Vorstand der Casinos Austria soll ein politischer Deal zugrunde gelegen sein – konkret: Lizenzen für Casinos und Online-Gaming. Bestätigungen für diese Vorwürfe gibt es bislang aber nicht, Graf bestreitet derlei Abmachungen.
Mittlerweile wurde zwar der Großteil der Ermittlungen gegen Sidlo & Co. eingestellt, gegen den früheren FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache, Ex-Novomatic-Manager Harald Neumann sowie Johann Graf wird allerdings weiter ermittelt. Denn Anfang des Jahres hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in der Causa Casinos Anklage erhoben. Beschuldigt werden sie wegen Vorteilsannahme zur Beeinflussung bzw. Vorteilszuwendung. Bisher haben die Angeklagten die Vorwürfe immer bestritten – für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Der ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss brachte zudem zahlreiche Verstrickungen zwischen hochrangigen ÖVP-Funktionären – darunter Ex-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, Innenminister Gerhard Karner oder die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner – und Novomatic ans Licht.
Anfang 2023 fanden erneut neun Hausdurchsuchungen im Glücksspielkonzern statt – wegen Verdacht auf Abgabenhinterziehung. Die Beteiligten bestreiten die Vorwürfe – es gilt die Unschuldsvermutung. Nun habe die WKStA „die Prüfung der meisten Schenkungen schon abgeschlossen“, sie sei „zum Ergebnis gekommen, dass diese Schenkungen allesamt ausschließlich privat motiviert waren“, sagt Grafs Anwalt Christopher Schrank zum STANDARD.
In Kritik geriet Novomatic auch, weil der Konzern in der Coronapandemie monatelang alle Mitarbeiter auf Staatskosten in Kurzarbeit schickte und bei der ersten Möglichkeit 120 von ihnen kündigte. Gleichzeitig hat ihnen die schwarz-grüne Regierung Teile ihres Umsatzes ersetzt. Insgesamt flossen 2,2 Millionen Euro an Grafs Firmen Admiral Sportwetten, Admiral Casinos und HTM Hotel- und Tourismusmanagement.
Und das, obwohl sich die Aktionäre zur gleichen Zeit Dividenden in Millionenhöhe auszahlen ließen. Alleine 2020 bekam Graf 50 Millionen Euro.
Ein ähnliches Muster wiederholte sich in der Energiekrise. Obwohl Novomatic 2022 einen enormen Gewinn von 214 Millionen Euro machte, sahnten sie bei staatlichen Förderungen erneut ab: Für das exklusive 4-Stern-Hotel „Admiral am Kurpark“ in Baden – das zu 100 % der Novomatic gehört – nahm man gern über 304.000 Euro Energiekostenzuschuss an. 2023 konnten erneut Rekordgewinne in Höhe von 274 Millionen Euro erzielt werden. Insgesamt schüttete das Unternehmen daraufhin 65 Millionen Euro Dividende an seine Aktionäre aus – allen voran an Johann Graf selbst und seine Söhne. Auch 2024 flossen erneut rund 14 Millionen Euro Corona-Förderungen an den Novomatic-Konzern.
In Zukunft will sich Novomatic verstärkt international positionieren. So hat das österreichische Glücksspielunternehmen seine Übernahme der Vikings Casinos-Gruppe, einer der führenden Casinobetreiber Frankreichs, erfolgreich abgeschlossen.
Im April 2025 unterzeichnete der Konzern eine verbindliche Vereinbarung zur vollständigen Übernahme der australischen Ainsworth Game Technology (AGT). Das Angebot von Novomatic, die verbleibenden Anteile an Ainsworth Game Technology zu erwerben, ist allerdings gescheitert, nachdem es nicht innerhalb einer vereinbarten Frist eine ausreichende Unterstützung der Aktionäre erhalten konnte. Novomatic wird allerdings eine Mehrheitsbeteiligung behalten. Zusammen mit seinem Gründer Johann Graf kontrolliert Novomatic rund 66,6 % von Ainsworth.
5. Wlaschek-Erben des BILLA-Gründers
Karl Wlaschek. Der Wiener gründete BILLA und wurde auch mit Immobilien reich.
Foto: Starpix/ APA Picturedesk
Die Wlaschek-Erben verdanken ihr Vermögen Karl Wlaschek, der in den 1950er Jahren einen Parfum-Discounter gegründet hat. Das Geschäftsmodell ging auf und so eröffnete 1961 der erste Billa (steht für: Billiger Laden). Seitdem verbreitete sich das Konzept der Selbstbedienung im Lebensmittelhandel, sodass Wlaschek auch ins Ausland expandieren konnte. 1996 verkaufte er überraschend an die deutsche Rewe-Gruppe. Das dabei erhaltene Geld (1,1 Mrd. Euro) investierte er vor allem in Immobilien. Acht berühmte Wiener Palais (darunter Kinsky, Ferstel und Esterházy) gehörten unter anderem zu seinen Besitztümern.
2011 kaufte er sich das Schlosshotel Velden, wo er einst als Pianist gearbeitet hatte. Ihm gehörten 60 Objekte in der Wiener Innenstadt, darunter die Börse am Schottenring, das Café Landtmann und das Hilton Vienna Plaza. Insgesamt wird das Immobilienreich auf 300 Objekte geschätzt, darunter auch die rund 60 BILLA-Filialen.
Von fünf Ehefrauen blieb am Schluss Ricki Schenk als Erbin zurück, neben seinem Sohn, seiner Tochter und seiner Stieftochter. Die Witwe erbte schätzungsweise 3 Milliarden Euro. Insgesamt ist das vererbte Immobilien-Imperium laut trend 4,9 Milliarden Euro schwer. Doch wie viel die Familienmitglieder genau erbten, blieb unklar, da der Großteil des Vermögens in der Karl Wlaschek Privatstiftung untergebracht ist. Zu dieser Stiftung gehört die KWPS Immobilien GmbH, zu der wiederum drei Immobilienfirmen zählen (Novoreal, Amisola und Estrella). Der Gewinn belief sich 2015 auf 25 Millionen Euro. Wer zu den Begünstigten zählt, ist nicht klar.
Sein Sohn Karl Philipp hat seine eigene aus der Karl Wlaschek Stiftung mitfinanzierte Privatstiftung, die über eine Holding mehrere Immobilien in Wien, Berlin und Bulgarien verwaltet. Im Jänner 2025 wurden neun seiner Wiener Zinshäuser, darunter auch einige BILLA-Filialen, an die XXXL-Gruppe verkauft. Der geschätzte Wert des Deals beläuft sich auf 180 Millionen Euro.
6. Reinold Geiger, Selfmade-Milliardär aus der Kosmetikbranche
Reinold Geiger aus Vorarlberg wurde mit L'Occitane bekannt.
Foto: Ed Jones/AFP/APA Picturedesk
Der gelernte Maschinenbauer und Tischler-Sohn Reinold Geiger wurde vor allem mit hochpreisigen Cremes und Parfums der Kosmetikkette L’Occitane bekannt.
In seinen früheren Jahren gründete er mehrere Firmen – die er zum Teil gewinnbringend verkaufte. Mit Mitte 40 investierte er beinahe sein gesamtes Vermögen in die kriselnde Kosmetik-Firma L’Occitane. Der Plan ging auf, die Firma entwickelt sich zu einem führenden Konzern in der Branche – und Geiger wurde steinreich. 4,4 Milliarden Euro soll er besitzen – und damit weit über eine Milliarde mehr als noch vor drei Jahren.
Der inzwischen 79-jährige Milliardär hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Seit 2024 befindet sich das Unternehmen in seinem Privatbesitz.
7. Familie Lehner - Erben aus der Plastik-Branche
Familie Lehner. Das Credo von Neo-Boss Philipp Lehner: "Plastic is fantastic". PR für Plastik wird auch auf TikTok gemacht. Man verdient am Erfolg von Coca-Cola und Co. mit.
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Die Alpla Group mit Sitz in Vorarlberg wurde 1955 als „Alpenplastik Lehner Alwin GmbH“ gegründet und hat heute über 200 Produktionsstätten in über 40 Ländern. Der Konzern produziert Verpackungssysteme, Flaschen, Verschlüsse und Spritzguss-Teile für verschiedene Wirtschaftszweige. Im Jahr 2021 übernahm Phillip Lehner die Geschäftsführung von seinem Vater. Mit Slogans wie „Plastic is fantastic“ will er die Kund:innen überzeugen, dass von ihm produzierter Kunststoff lebensnotwendig ist. Vor allem auf TikTok möchte er die jüngeren User:innen ansprechen und ihnen die Angst vor Plastik nehmen. Laut Lehner wäre unser Lebensstandard ohne Plastik nicht haltbar. Angst vor Mikroplastik bezeichnet er als „übertrieben“. Ein wesentlicher Teil des Außenauftritts befasst sich außerdem mit Recycling und Nachhaltigkeit.
2025 machte das Unternehmen einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro. Das Familienvermögen wird momentan auf 4,3 Mrd. Euro geschätzt.
8. Die Swarovski-Dynastie
Manche der Familie kennt man als "Jet-Set-Reiche". Das Unternehmen hat in dunklen Teilen der Geschichte von Zwangsarbeit profitiert.
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Ende des 19. Jahrhunderts gründete der Juwelier Daniel Swarovski mit einer Glasschleiferei das, was heute als das gleichnamige Juwelenimperium „Swarovski“ bekannt ist. Zu den Schmuck-Kristallen kam im Laufe der Jahre auch eine eigene Produktionsstätte für Schleifwerkzeuge (Tyrolit) sowie Feldstecher und Fernrohre hinzu (Swarovski Optik). Inzwischen ist die Swarovski-Gruppe ein Konzern mit einem jährlichen Umsatz von annähernd 2 Milliarden Euro, der noch immer in Familienbesitz ist.
Die Zeit des Nationalsozialismus war für die Swarovskis eine lukrative. Einige Familienmitglieder galten als überzeugte Nationalsozialisten. Das Unternehmen bekam große Aufträge aus dem NS-regierten Deutschland, wurde ein Großerzeuger für die Wehrmacht und produzierte bis Kriegsende 180.000 Ferngläser. Auch von Zwangsarbeit profitierte Swarovski: 1944 war jeder sechste bis siebente Arbeiter ein Zwangsarbeiter. 56 Jahre später zahlt das Unternehmen 10 Millionen Schilling an den NS-Zwangsarbeiter-Entschädigungsfonds.
Swarovskis lange verzögerte Aufarbeitung der eigenen NS-Geschichte ist inzwischen öffentlich. Im Juni 2025 veröffentlichte der Tiroler Zeitgeschichtler Horst Schreiber eine kritische Untersuchung über das Unternehmen im Nationalsozialismus. Im September folgte die mehr als 450 Seiten umfassende Biografie von Firmengründer Daniel Swarovski, die von Swarovski beauftragt worden und innerhalb der Familie jahrelang umstritten gewesen war. Die beiden Historiker kommen zu unterschiedlichen Bewertungen: Während Stiefel vor allem von Mitläufertum und notwendiger Anpassung spricht, wirft Schreiber führenden Familienmitgliedern eine aktive Unterstützung autoritärer und nationalsozialistischer Strukturen vor.
In den 1960er Jahren soll es für das Unternehmen erneut Zwangsarbeit gegeben haben. Ehemalige Heimkinder der Tiroler Landeserziehungsanstalt St. Martin in Schwaz mussten in 10-Stunden-Schichten Kristallbänder anfertigen – ohne Lohn. Ob die Heimleitung die Bezahlung eingestreift hat oder das Unternehmen nicht zahlte, lässt sich bis heute nicht sagen.
So wie andere große Unternehmen kündigte auch der Swarovski-Konzern in der Corona-Krise hunderte Beschäftigte. Und das, obwohl sie 12 Millionen Euro vom Staat für die Auszahlung von Kurzarbeitsgeldern bekommen haben. 2025 berichten Medien darüber hinaus über mögliche Steuernachzahlungen in Millionenhöhe. Ob es inzwischen zu einer rechtskräftigen Vorschreibung oder Zahlung gekommen ist, ist öffentlich nicht bekannt.
Das Vermögen der Familie wird auf 4,2 Milliarden Euro geschätzt. Bekanntes Familienmitglied ist neben Fiona Swarovski (Karl Heinz Grassers Ehefrau) die Moderatorin Victoria Swarovski, die als „Jet-Setterin“ auffällt. Bei ihrer Hochzeit 2017 trug sie etwa ein 800.000 Euro teures Brautkleid. Heute ist sie mit dem Red Bull-Erben Mark Mateschitz liiert.
9. Die Flick-Erben
Das Industrie-Imperium hat einst vom NS-Regime und der Zwangsarbeit profitiert. Entschädigungen wurden bis heute keine bezahlt.
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Das Milliarden-Vermögen der Familie Flick geht auf ein Industrie-Imperium im Chemie- und Papiersektor sowie auf den Fahrzeugbau zurück. Ein großer Teil davon beruht auf der Ausnutzung von NS-Zwangsarbeit. „Kein Konzern hat mehr vom Nationalsozialismus profitiert als Flicks Konglomerat aus über 100 Betrieben“, urteilte eine Studie über das Unternehmen 2008. Friedrich Flick wurde bei den Nürnberger Prozessen u.a. wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschheit und wegen Ausnutzung von Zwangsarbeit verurteilt. Eine Entschädigung an die über 60.000 Zwangsarbeiter:innen im Flick-Konzern wollten jedoch sowohl er noch sein Sohn Friedrich Karl Flick zahlen. Erst 2005 spendete Friedrich Flicks Enkel Friedrich Christian Flick fünf Millionen Euro an die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ – allerdings nicht als nachträgliche Beteiligung des Konzerns am eigentlichen Entschädigungsfonds.
Haupterbin ist die dritte Ehefrau von Friedrich Karl, Ingrid Flick, die trend 2023 zur reichsten Österreicherin erklärte. Ihre gemeinsamen Kinder galten 2006 als die jüngsten Milliardäre der Welt. Auch die zwei Kinder aus erster Ehe erbten Millionen. Ihr Vermögen wird auf 4 Milliarden Euro geschätzt.
Mit dem Geld, das laut trend seit 1993 in der Flick Privatstiftung „steuerschonend“ geparkt ist, wurde 2022 etwa ein rund zwei Hektar großes Waldgrundstück am Wörthersee gekauft. Der beliebte Spazierweg durch dieses Gebiet war jahrelang nicht mehr öffentlich zugänglich. Einige Bewohner:innen des Ortsbereiches haben dieses Wegerecht geltend gemacht. Erst seit 2025 ist er wieder frei begehbar, wie das Marktgemeindeamt auf Kontrast-Nachfrage mitteilt.
2024 deckte eine News-Recherche auf, dass Ingrid Flick 800 Meter der Landesstraße Wörthersee-Süduferstraße im Bereich Dellach erwerben und auf den Berg dahinter verlegen möchte. Ihr gehört bereits ein Großteil der betroffenen Bucht, die Verlegung der Straße würde ihre Grundstücke enorm aufwerten, wie News berichtet, denn „plötzlich hat Flick Tausende Quadratmeter Seegrund mehr.“ Nach massiven Protesten von Anrainer:innen musste Flick jedoch noch im selben Jahr Abstand von dem Projekt nehmen.
Schon vor ein paar Jahren gab es Kritik am günstigen Kauf des letzten großen Grundstücks mit Seezugang bei Dellach. Das sind nur zwei Beispiele des weitläufigen Immobilien- und Grundbesitzes der Familie. Laut trend 2023 gehören dazu noch Häuser in Düsseldorf, München, am Starnberger See, an der Cote d’Azur, in Palm Springs, ein Schloss nahe Paris, ein Penthouse in New York, eine Wörthersee-Villa und das Wiener Palais Lützow.

10. Ex-Strabag-Boss Hans Peter Haselsteiner
Der Einstieg ins Bauunternehmen des Schwiegervaters war lukrativ. Der Investor spricht sich für Erbschafts- und Schenkungssteuern aus.
Montage / Foto: Manfred Werner – Tsui/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Der Tiroler Unternehmer und ehemalige Politiker vom Liberalen Forum (LIF) wurde vor allem durch den Einstieg in das Bauunternehmen seines Schwiegervaters, Isola & Lerchbaumer (spätere Ilbau), vermögend. Mit 28 Jahren fing Hans Peter Haselsteiner dort an, zwei Jahre später übernahm er die Firmenleitung. Durch Zukäufe und Fusionen entstand daraus der Strabag-Konzern, eines der größten Bauunternehmen Europas. Circa 27 % des Konzerns befinden sich heute noch im Besitz der Familie. Das Vermögen von Hans Peter Haselsteiner wird auf 3,9 Milliarden Euro geschätzt.
Jahrelang (etwa zwischen 2002 und 2017) kam es zwischen der Strabag und anderen Konzernen zu Preisabsprachen, Kunden- und Gebietsaufteilungen und Austausch von wettbewerbssensiblen Informationen. Es war das größte in Österreich je aufgedeckte Kartell – Strafen in Millionenhöhe wurden verhängt. Nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs (OGH) im Jahr 2023 wurde das Baukartellverfahren gegen den österreichischen Branchenführer STRABAG trotz einer bereits verhängten Millionenstrafe neu aufgerollt. In weiterer Folge entzog das Wiener Kartellgericht der STRABAG den Kronzeugenstatus und erhöhte die ursprünglich verhängte Kartellstrafe von 45,4 Mio. Euro auf 146 Mio. Euro. Damit handelt es sich um die höchste Kartellstrafe, die jemals in Österreich verhängt wurde. 2024 wurde außerdem bekannt, dass der Konzern auch in Deutschland eine Kartellstrafe in Millionenhöhe zahlen muss.
Bekannt ist Hans Peter Haselsteiner auch als Westbahn-Miteigentümer. Die private Konkurrenz der ÖBB fährt seit 2008 auf der lukrativen Bahnstrecke Wien-Innsbruck-München. Haselsteiner hält über seine Stiftung knapp 50 %. In die Kritik kam die Privatbahn, weil die Leasingfirma Westteam im Herbst 2020 50 Personen entlassen hat – und das, obwohl das Eisenbahnunternehmen zu der Zeit weitere Corona-Staatshilfen in Höhe von 7,4 Millionen Euro erhalten hat.
Über die Haselsteiner Familien-Privatstiftung hält Hans Peter Haselsteiner außerdem Beteiligungen an Krankenhäusern, Kliniken und dem Künstlerhaus in Wien. 2021 hat Haselsteiner seinen Anteil an Benkos Signa von 10 auf 15 % aufgestockt, an der SIGNA Development Selection AG hielt er 25 %. Die Signa-Pleite 2023 kostete Haselsteiner viel Geld, wie viel, „das wollen Sie gar nicht wissen“, sagte er im Jänner 2024 auf eine entsprechende Frage im ZiB-Interview. Trotzdem schoss er im Frühling 2024 nochmal 25 Millionen Euro bei der Signa Development nach. Im Sommer 2024 trafen sich Haselsteiner und Benko dann in entspannter Atmosphäre auf einen Spritzer im Erl. Ein Jahr später wurde hingegen bekannt, dass Benko Haselsteiner um eine stolze Summe von 5 Millionen Euro betrogen haben soll.
Mit seinem Geld geht Haselsteiner durchaus großzügig um: Einerseits fördert er Sozialprojekte wie das Ute Bock Flüchtlingsprojekt oder VinziRast, Unterkünfte für Obdachlose. Darüber hinaus floss auch viel Geld an politische Parteien: etwa 300.000 Euro an die Neos und insgesamt 150.000 Euro an Alexander Van der Bellen.
Haselsteiner fällt auch mit selbstkritischen Tönen auf. So spricht er sich für Erbschafts- und Schenkungssteuern aus, hält seine privilegierte Situation für nicht selbstverständlich und betont, dass man heute durch Arbeit kaum mehr reich werden kann.
11. Die XXLutz-Familie Seifert
Eigentümer-Familie von XXXLutz, die immer wieder Probleme mit dem Kartellrecht bekommen
Foto: Mocsai Katalin / CC BY-SA 4.0
Die Familie Seifert ist die Eigentümerfamilie der XXXLutz-Gruppe. Gegründet wurde das Unternehmen 1945 von Gertrude Seifert im oberösterreichischen Haag am Hausruck. In den 1970er Jahren wurde das Unternehmen schließlich von den beiden Söhnen der Gründerin modernisiert. Die internationale Expansion sowie das rasante Wachstum wurden maßgeblich von ihnen vorangetrieben. Mittlerweile betreibt die Familie europaweit mehr als 400 Möbelhäuser in 14 verschiedenen Ländern. Möbelketten wie beispielsweise Mömax und Möbelix sind Teil der XXXLutz-Gruppe. Im Jahr 2025 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 6,4 Milliarden Euro verzeichnen. Das Vermögen der Familie Seifert schätzt trend auf 3,3 Milliarden Euro.
Kritik an dem Familienunternehmen wurde laut, als XXXLutz seine Markenrechte nach Malta verlagerte, um durch Lizenzzahlungen Steuern in Österreich zu vermeiden. Die Finanz erkannte dieses Modell jedoch nicht an, da die Marken weiterhin von Österreich aus verwaltet wurden. Das Unternehmen leitete daraufhin eine Revision ein. Doch das Bundesfinanzgericht bestätigte schließlich die Entscheidung der Finanz und erklärte das Steuersparmodell für unzulässig.
Anfang 2025 wurde öffentlich bekannt, dass die XXXLutz Gruppe den Möbelhandel Porta mit ihren 140 Häusern in Deutschland, der Slowakei und Tschechien übernehmen möchte. Mit der geplanten Übernahme von Porta würde XXXLutz seine starke Marktposition in Deutschland weiter ausbauen. Branchenvertreter befürchten, dass der Konzern seine Marktmacht nutzt, um Personalkosten zu senken und Lieferanten unter stärkeren Preisdruck zu setzen. Zudem werden kartellrechtliche Bedenken geäußert, da XXXLutz in einigen Marktsegmenten einen sehr hohen Marktanteil erreichen würde. Gegenüber dem STANDARD betont Jan Kurth, Chef des Verbands der deutschen Möbelindustrie, dass er bezweifle, dass der Deal mit Porta ohne Auflagen durchgeht. Laut ihm habe XXXLutz eine „bedrohliche Größe“ erreicht und setze Lieferanten über seinen Einkaufsverband Giga mit unhaltbaren Forderungen unter Druck.
Nun untersucht die Europäische Kommission die Übernahme von Porta durch den österreichischen Möbelriesen. Der Grund: Mögliche Verstöße gegen das EU-Wettbewerbsrecht. XXXLutz steht im Verdacht, ohne Genehmigung gehandelt zu haben. Die EU-Kommission untersucht, ob dabei gegen die vorgeschriebene Stillhaltepflicht verstoßen wurde. Im Falle eines Verstoßes droht dem Unternehmen eine Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes. Unabhängig von dieser Untersuchung soll laut der Brüsseler Behörde zudem geklärt werden, ob die Übernahme grundsätzlich mit europäischem Wettbewerbsrecht vereinbar ist.
Neben dem Möbel-Riesen wächst auch das Immobilienportfolio der Familie stetig. Es umfasst Zinshäuser in Wien, Pflegeheime in der Steiermark sowie ehemalige Kasernenareale in Linz und St. Pölten. Zuletzt kamen weitere Wiener Zinshäuser hinzu. Karl Philipp Wlaschek, Sohn des Billa-Gründers Karl Wlaschek, verkaufte der Familie Seifert zehn Wiener Immobilien im Gesamtwert von mindestens 155 Millionen Euro. Zum Immobilienpaket gehörten unter anderem der historische Stefanshof in der Jasomirgottstraße nahe dem Stephansplatz, ein Geschäftslokal in der Kärntner Straße sowie ein großer Neubaukomplex in Wien-Währing.
12. Wolfgang Leitner
Wolfgang Leitner, milliardenschwerer Ex-Andritz-Boss mit gutem Draht zu Sebastian Kurz.
Foto: Martin Juen/Sepa Media/APA Picturedesk
Der Unternehmer, Manager und Chemiker Wolfgang Leitner baute sein Vermögen ursprünglich auf der Gründung eines Pharma-Unternehmens auf, das er 1986 mit seinem Studienkollegen und späteren ÖVP-Minister Martin Bartenstein gründete. Zur gleichen Zeit war er bereits Finanzvorstand und ein paar Jahre später Chef der Andritz AG. Erst 2021 wechselte Leitner von der Position in den Aufsichtsrat. Ihm gehören über eine Stiftungskonstruktion 31,5 % des Unternehmens. Er ist damit seit 1999 der größte Einzelaktionär.
Der Maschinen- und Anlagenbaukonzern Andritz machte in der Coronakrise negative Schlagzeilen. Obwohl der Steuerzahler die Löhne der Andritz-Mitarbeiter:innen durch die Kurzarbeit mitfinanzierte, verdoppelte die Konzernführung die Dividende 2020 auf 104 Millionen Euro. Ein Jahr später kam ein weiteres sattes Plus für die Aktionär:innen dazu. 53 Millionen Euro erhält Wolfgang Leitner auf sein Konto. 2023 folgte dann eine Erhöhung um ganze 27%. 2027 soll die Dividende laut Prognose auf über 3,20 Euro pro Aktie steigen. Das wären mehr als sechsmal so viel wie im Krisenjahr 2020.
Gleichzeitig haben 3.000 Mitarbeiter:innen während der Corona-Krise ihren Job verloren – alleine in Österreich 200. Ein Unternehmenssprecher begründete das mit der “unverändert schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (vor allem aufgrund der weltweiten Corona-Krise)”.
Während der Staat dem Konzern alleine im Corona-Jahr 2021 mit 28 Millionen Euro Kurzarbeitergelder und 30,6 Millionen öffentlicher Förderungen unter die Arme griff, will der Konzern offenbar selbst Steuern vermeiden. Denn er gehört laut Momentum Institut zu jenen Unternehmen, die Tochterfirmen in Steueroasen besitzen, um ihre Steuern zu drücken.
2023 soll der Andritz-Konzern dann über ein Tochterunternehmen Bauteile nach Russland geliefert haben – trotz geltender Sanktionen. Die US-Behörden reagierten mit einer Strafzahlung in Höhe von 1,58 Millionen US-Dollar.
Mit der Kurz-ÖVP pflegte Wolfgang Leitner gute Kontakte. So war er “zufällig” mit Ex-Kanzler Sebastian Kurz auf Urlaub, wie er 2020 im U-Ausschuss erzählte. Er schätze die ÖVP als gute Partei für die Wirtschaft und hat mit Kurz „in einer Reihe von Videokonferenzen im Zuge der Covid-Krise“ Kontakt gehalten. Seine Frau Cattina Leitner war Sebastian Kurz’ Wunsch-Spitzenkandidatin für die ÖVP-Steiermark (wurde es dann aber nicht). Ebenfalls über seine Gattin, genauer gesagt ihr Hotel, haben die Leitners den Kurz-Wahlkampf offiziell mit 10.000 Euro finanziert. Leitner selbst saß auf einem ÖVP-Ticket im Nominierungskomitee der Staatsholding ÖBAG. Das Komitee wählt die Aufsichtsräte der Beteiligungen der Republik, wie etwa Post, OMV und Casinos Austria.
trend schätzt das Vermögen von Wolfgang Leitner auf 3,2 Milliarden Euro, damit hat sich sein Vermögen seit 2020 etwas mehr als verdreifacht.
13. Die Getränke-Erben Rauch
Bekannt für Getränke - und für die Unterstützung der Kurz-ÖVP.
Foto: Gryffindor/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Die Erben Rauch sind bekannt für Getränke. Ihnen gehört die Rauch Fruchtsäfte GmbH, sie beteiligt sich an Abfüllungen für Marken wie Coca-Cola und Red Bull. Bereits 1919 entstand der Fruchtsafthersteller und wuchs über die Jahrzehnte zu einem der größten Konzerne Österreichs heran. Auch die NS-Zeit brachte dem Unternehmen keinen Schaden. Man kam „gut durch die Kriegsjahre“, wie sie selbst sagen – unter anderem durch den Einsatz von „Fremdarbeitern”.
Die Eigenmarken Happy Day und Bravo machten Rauch in den 1970ern zum Marktführer unter den Fruchtsaftherstellern in Österreich – und sie expandierten rund um den Globus. Der Aufstieg hielt an: 2024 machte der Konzern einen Rekordumsatz von 1,81 Milliarden Euro.
2016 musste Rauch wegen illegaler Preisabsprachen Strafzahlungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro zahlen. In die Schlagzeilen geriet der Konzern auch, als man drei Jahre später in Vorarlberg eine riesige Betriebserweiterung für die Abfüllung von Red Bull-Dosen auf Grün- und Ackerflächen errichten wollen. Die Bevölkerung wehrte sich und stimmte bei einer Volksabstimmung dagegen. Diesen Entscheid hob der Verfassungsgerichtshof zwar wieder auf, doch das Projekt wurde nicht weiterverfolgt.
Nun nehmen die Expansionspläne aber doch wieder Fahrt auf: Die kooperierenden Getränkehersteller Rauch Fruchtsäfte und Red Bull haben ein knapp 4,5 Hektar großes Grundstück in Nüziders gekauft. Laut Recherchen des ORF Vorarlberg und den Vorarlberger Nachrichten versuchte Rauch das Areal ursprünglich über ein fremdes Unternehmen zu sichern „um den Kaufpreis niedrig zu halten“.
Die Familie Rauch ist auch durch gute Kontakte in die ÖVP bekannt. So ist Jürgen Rauch, der das Unternehmen seit 2004 als CEO leitet, eng mit der ÖVP verbunden. Er galt als „einer seiner wichtigsten Großspender“. Zwischen 2017 und 2019 flossen aus dem Rauch-Imperium über Tochterfirmen rund 200.000 Euro an die Partei, wie die Presse berichtete. Auch in Vorarlberg profitiert die ÖVP von seinen Tätigkeiten. Laut ORF Vorarlberg könnten alleine 2019 rund 70.000 Euro für Inserate in der „Vorarlberger Wirtschaft“ geflossen sein. Als ehemaliger Finanzreferent des Vorarlberger Wirtschaftsbundes ist Jürgen Rauch auch für mutmaßliche Falschabrechnungen mitverantwortlich, die 2022 zu einer Selbstanzeige und Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft führten. Demnach sollen, so der Verdacht, Gelder für Inserate falsch bzw. nicht versteuert an die Landes-ÖVP geflossen sein. Mittlerweile wurden die Ermittlungen jedoch eingestellt.
Mit einem Vermögen von 2,8 Milliarden Euro belegt die Familie Rauch den 13. Platz auf der Liste der reichsten österreichischen Familien.
14. Hartmann-Kaufmann-Familie: Erben aus der Papier-Industrie
Eine weitere Familie unter den Top 20 hat ihr Vermögen aus der Papierindustrie ererbt: Die Hartmann-Kaufmann-Erben.
Foto: Wikimedia Commons / Cmichel67 / CC BY-SA 4.0
Das Vermögen der Familie Hartmann-Kaufmann geht auf die 1881 in Deutschland gegründete Papierfabrik zurück, die in den folgenden Jahrzehnten schrittweise erweitert wurde. 1938 wurde die Industriellenfamilie durch das NS-Regime enteignet. Nur der österreichische Teil wurde in den 1950er Jahren an die Familie wieder zurückgegeben. Es folgte internationale Expansion und die Gründung der Frantschach AG für alle Beteiligungen. Die Hartmann-Familie kaufte mehrere Immobilien (Büros, Gewerbe- und Wohnimmobilien, Land- und Forstwirtschaft) und organisierte sie in der Frapag Realitäten GmbH.
In den 90er Jahren gründeten sie außerdem die HKW Privatstiftung, die bis heute an der schwedischen Papier- und Verpackungsunternehmen Billerud AB beteiligt ist. Ende der 1990er vererbte Harriet Hartmann das Familienvermögen ihren Neffen Michael, Andreas und Christian Kaufmann. 2004 wurde der Frantschach-Papierkonzern an die Mondi-Gruppe verkauft. Im Besitz der Kaufmanns sind über die austrian capital management GmbH auch rund 55 Prozent des Kamera- und Objektivherstellers Leica. Ebenfalls an Leica beteiligt ist die amerikanische Private-Equity-Firma Blackstone, deren CEO Stephen Schwarzmann als wichtiger Wahlkampfspender für Trump gilt. Andreas Kaufmann spricht derweilen von einer „erfolgreichen Zusammenarbeit”.
Das Vermögen der Familie schätzt trend auf 2,8 Milliarden Euro.
15. Die Mayr-Melnhofs, ein Holzadel
Der Reichtum der Mayr-Melnhofs wurde über Jahrhunderte zusammengeerbt. Allein die steirische Linie besitzt 32.400 Hektar Land in Österreich. Milliarden besitzen sie auch über den Kartonkonzern.
Foto: Matthias Kabel /Wikipedia/CC BY 2.5
Die weit verzweigte Adelsfamilie Mayr-Melnhof besitzt das größte private Forstgut des Landes und den weltgrößten Konzern für Recyclingkarton. So stammen die Verpackungen etwa von Nestle, Nespresso und Frühstückscerealien von diesem Karton-Hersteller.
Zu Beginn ist die Familie vor allem mit Stahlwerken reich geworden und hat dann im großen Stil Wald aufgekauft. Die Kartonfabrik geht auf die bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Pappefabrik in der Steiermark zurück. Bis heute befindet sich dort mit 32.400 Hektar Gesamtfläche der größte private Waldbesitz Österreichs.
Der Salzburger Linie gehören weitere 7.000 Hektar Wald in Salzburg und Oberösterreich, dazu noch zwei Schlösser und Anteile am Karton-Konzern sowie eine Wohnungsgesellschaft. Diese Linie ist es auch, die enge Verbindungen mit der ÖVP pflegt. So war der Patriarch der Salzburger Mayr-Melnhofs, Friedrich Mayr-Melnhof, ÖVP-Landesrat in Salzburg, ebenso wie seine Tochter Doraja Eberle. Einer seiner Söhne, Georg Mayr-Melnhof, gründete 1987 die als „missionarisch und fundamental“ bezeichnete Loretto-Gemeinschaft, die wiederum gute Kontakte zur ÖVP pflegt.
Seit 2008 sitzt Georg Mayr-Melnhof im Aufsichtsrat des Familienkonzerns Mayr-Melnhof Gruppe, gemeinsam mit Ferdinand Mayr-Melnhof-Saurau. Der zweite Sohn, Maximilian Mayr-Melnhof, hingegen gilt als FPÖ-nahe und teilt mit FPÖ-Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek das Hobby zum Jagen. „Die Salzburger Natur- und Umweltlandesrätin Marlene Svazek und Landesjägermeister Max Mayr Melnhof sind ein starkes Team“, schreibt etwa der Biologe Kurt Korschal. Ebendiesem Holz-Erben kaufte das ÖVP-regierte Land Salzburg 2022 die Antheringer Au ab – um 37,3 Millionen Euro. 2024 wurde Kritik daran laut, weil Gutachten von einem teilweise viel geringeren Wert ausgingen und es offenbar keine Preisverhandlungen gab. Stattdessen gab e ein Steuergeschenk: Das Land übernahm die Steuer in Höhe von 5,6 Millionen Euro.

In der Coronazeit zeichnete sich Mayr-Melnhof nicht unbedingt mit einem guten Umgang mit den Beschäftigten aus. Denn auf der einen Seite wurden der Standort im niederösterreichischen Hirschwang geschlossen und die rund 150 Beschäftigten entlassen. Auf der anderen Seite konnte die Eigentümerfamilie Mayr-Melnhof ihr Vermögen im Coronajahr 2020 um ein Viertel auf 3,6 Milliarden Euro steigern. 2026 liegt es laut trend-Schätzungen allerdings wieder bei 2,6 Milliarden Euro.
Die Gewinne samt Ausschüttungen an die Aktionär:innen waren in den letzten Jahren hoch. Alleine 2020 flossen 64 Millionen Euro an die Aktionäre, 2023 waren es 84 Millionen, 2024 immer noch 30 Millionen.
Mit dem Konzerngeld werden mitunter auffällige Veranstaltungen finanziert. So lud Mayr-Melnhof-Chef Peter Oswald 2022 Geschäftsfreunde zum „Expertenseminar“ in ein schwedisches Edel-Ressort. Sie reisten mit Luxus-Privatjet an, flogen dort mit Hubschrauber herum und erlegten acht Elche – auf Firmenkosten, wie der Falter berichtete.
16. Die Eggers - Erben aus der Holzbranche mit eigener Brauerei
Recherchen deuten darauf hin, dass Holz aus geschützten Gebieten beim Konzern landen.
Foto: Krones/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Die Familie Egger besteht aus milliardenschweren Erben der Holzbranche – mit eigener Brauerei. Ihr Vermögen liegt bei 2,6 Milliarden Euro. Die Tiroler Egger Group produziert seit den 1960ern Span- und Faserplatten. Im Geschäftsjahr 2024/2025 macht der Konzern einen Umsatz von 4,13 Milliarden Euro.
Obwohl das Unternehmen auch auf nachhaltige Forstwirtschaft und Recycling setzt, beschäftigte sich die Initiative Oekoreich mit ihren mitunter dubiosen Machenschaften. Denn der Konzern könnte „trotz Gütesiegel und Nachhaltigkeits-Versprechen erneut in illegale Aktivitäten in Rumänien involviert sein.“ 2021 geriet Egger in Rumänien mit dem Gesetz in Konflikt. So musste der Konzern fast fünf Millionen Euro Strafzahlungen wegen illegaler Marktabsprachen zahlen.
Diesmal steht der Vorwurf im Raum, dass Egger neben anderen österreichischen Holz-Konzernen wissentlich oder unwissentlich von illegal geschlägertem Holz in Rumänien profitiert. „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich illegales Holz in den Lieferketten dieser Unternehmen findet, ist sehr hoch“, sagt Gabriel Paun, der Präsident der NGO „Agent Green“. Laut Angaben der rumänischen Polizei könnten bei Egger rund 6.000 Kubikmeter Holz aus illegalen Quellen stammen. Recherchen des Spiegels und der Süddeutschen Zeitung zur „Holz-Mafia“ deuten ebenso darauf hin. Der Spiegel schreibt:
“Wie Holzräuber die ältesten Wälder Europas zerstören. In Rumänien steht einer der letzten Urwälder Europas – noch. Denn Holz aus geschützten Gebieten landet bei dem österreichischen Konzern Egger.“
Egger bestreitet alle Vorwürfe.
17. Telekommunikation-Investor Martin Schlaff
Der Investor Martin Schlaff ist politisch vernetzt in fast alle Parteien.
Foto: Alexander Tuma/ APA Picturedesk
Martin Schlaff wurde in Medien als „Österreichs einziger Oligarch” bezeichnet. Der Investor wurde mit Geschäften mit der Telekom Austria sowie im Osthandel mit der ehemaligen DDR steinreich. Einer seiner ersten und bekanntesten Deals war der Kauf des größten bulgarischen Mobilnetzbetreibers, Mobitel, im Jahr 2001, den er 2005 mit einem kolportierten Gewinn von 800 Millionen Euro an die Telekom Austria verkaufte. Geschäftspartner war dabei unter anderem der ehemalige ÖVP-Obmann Josef Taus. Bei der Feier zur Übernahme in Sofia war u.a. auch der damalige ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit dabei – den Schlaff im Privatjet mitnahm, wie die Plattform Dossier recherchierte.
Auch zu anderen Parteien pflegt der Milliardär gute Kontakte, so etwa zu den ehemaligen SPÖ-Kanzlern Alfred Gusenbauer und Christian Kern – 1986 trat Schlaff der Sozialdemokratie bei. Auch Ex-FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache erwähnte im Ibiza-Video „eine gute Gesprächsbasis“ mit Martin Schlaff.
Politische Kontakte waren hilfreich, wenn es um Geschäfte im Ausland ging. So intervenierte der einstige Verkehrsminister und Vizekanzler Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) mehrfach bei osteuropäischen Regierungen – eingeflogen in Schlaffs Privatjet. Er setzte sich für einen Kompromiss ein, als Serbien der dortigen Mobilfunkgesellschaft die Lizenz entzog, an der Schlaff und sein Partner Taus Anteile gekauft hatten.
In Österreich gab es eine Causa Schlaff im BVT-Verfahren. Der Ex-Kabinettschef im Innenministerium, Michael Kloibmüller, soll, so war der Verdacht, in einem Telekom-Strafverfahren für Schlaff unzulässig interveniert haben – im Gegenzug für Schmiergeldzahlungen. Doch das Verfahren wurde eingestellt – was allerdings auf Kritik stieß. Am Ende war der entsprechende Deal mit dem weißrussischen Mobilfunkanbieter, den Schlaff an die Telekom Austria verkaufte, äußerst gewinnbringend. Die Telekom blätterte 2 Milliarden Dollar dafür hin.
Neben seinen Telekom-Aktivitäten ist Martin Schlaff über seine MSP-Stiftung auch der größte Aktionär (25,3%) bei der RHI Magnesita. Der Konzern stellt feuerfeste Werkstoffe her und ist eines der größten Unternehmen Österreichs. 2025 machte die RHI einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro, trotz rückläufiger Nachfrage in Teilen der Industrie. Trotz Millionengewinnen prüft das Unternehmen momentan Produktionsstilllegungen an österreichischen Standorten. Ein Abbau an Arbeitsplätzen schließt das Unternehmen nicht aus.
Das Vermögen von Martin Schlaff wird auf 2,6 Milliarden Euro geschätzt, womit er auch mit großen Summen die österreichische Kulturbranche sponsert. Die BÜHNE schreibt über ihn:
“Wenn er anruft, dann heben nicht nur Theaterdirektor:innen ab, sondern auch Regierungschefs.”
18. Möbel-Erben Blum
Milliardenschwer mit Möbeln: Das ist Familie Blum aus Vorarlberg. Erben inzwischen in dritter Generation.
Foto: Julius Blum GmbH/Wikipedia/CC BY-SA 4.0
Die Blum Group Holding stellt Möbel her und wird in dritter Generation von der Familie Blum geführt. Es ist heute eines der bedeutendsten Unternehmen in der Möbel-Industrie und soll auch an die vierte Generation weitergegeben werden. Bekannt ist der Möbel-Konzern wegen seines Einsatzes im Bereich Nachhaltigkeit. Am Stammsitz in Vorarlberg ist Blum bereits seit 2022 klimaneutral. Auf der trend-Rangliste nimmt die Familie mit 2,5 Milliarden Euro den 18. Platz ein.
19. Die Kahanes und ihr Chemie-Unternehmen
Milliardenschwere ErbInnen, involviert bei Jungbunzlauer, Bank Gutmann & Co. Politisch gut vernetzt.
Foto: Manfred Werner – Tsui/Wikipedia/CC BY-SA 3.0
Die drei Geschwister Patricia, Emil Alexander und Marie-Rose erbten das Familienvermögen des österreichischen Industrie-Magnaten Karl Kahane. Der wurde mit den Betrieben Montana AG, Bank Gutmann AG, Jungbunzlauer AG und Terranova sehr vermögend. Auch die Veitscher Magnesitwerke AG und die Donau Chemie AG gehörten zu seinem Besitz. “Die Verkaufserlöse, die Millionendividenden und die Beteiligungswerte machten die Kahanes jedenfalls zu einer der reichsten und mächtigsten Dynastien des Landes”, schrieb das Format 2009. Das meiste wurde über die Jahre verkauft.
Das Biotechnologie-Unternehmen Jungbunzlauer ist hingegen bis heute im Familienbesitz. In die Kritik geriet das Familienunternehmen im Zuge des geplanten Chemiewerk-Baus in der Wachau. Jungbunzlauer will bei Melk künftig 50.000 Tonnen Zitronensäure jährlich produzieren in einem 32 Hektar großem Werk. Das entspricht einer Fläche von etwa 45 Fußballfeldern, die versiegelt werden müssen – so lautet die Kritik. 4.000 Aktivist:innen haben sich den “Rittern der Au” angeschlossen, um dagegen zu protestieren – ebenso wie die Stadt Melk.
“Ich denke, man hätte einen Standort finden können, an dem Menschen und Natur nicht so viel Schaden nehmen. Das hier ist das Tor ins Welterbe Wachau, mit einem direkt angrenzenden Naturschutzgebiet“, sagt etwa Grünen-Politikerin Barbara Gasner.
Zwar hatte das Bundesverwaltungsgericht den Bau ursprünglich genehmigt und erste Vorarbeiten haben begonnen, doch der Verwaltungsgerichtshof hob die Umweltverträglichkeitsprüfung im Sommer 2023 auf. Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte dann das Projekt ein Jahr später erneut, allerdings mit zusätzlichen Auflagen. Die Projektgegner kündigten weitere Rechtsmittel an. Eine endgültige gerichtliche Entscheidung oder ein Baubeginn ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Enkel Louis Kahanes hat im Herbst 2024 die Vorsitzrolle von seinem Vater übernommen. Außerdem sitzt er im Vorstand der familieneigenen Wiener Bank Gutmann. Sie gehört zu 80 % der Familie und hat sich auf die Vermögensverwaltung für Reiche spezialisiert. Sie verwaltet knapp 30 Milliarden Euro. Alexander Kahane ist dort seit Jahren Aufsichtsratschef.
Neben den wirtschaftlichen Tätigkeiten gibt es auch noch die Karl Kahane Stiftung, die friedenspolitische bzw. karitative Projekte unterstützt. Präsidentin ist seit 2005 Patricia Kahane, die auch im Beirat des Bruno Kreisky-Forums sitzt. Mit Bruno Kreisky pflegte ihr Vater enge Beziehungen.
Das Familienvermögen wird auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt.
20. Die Auto-Zulieferer Schaeffler
Milliardenschwere Erben aus der Autobranche mit NS-Vergangenheit
Foto: APA Images/Franz Neumayr
Der Reichtum der Familie Schaeffler stammt vor allem aus ihrer Mehrheitsbeteiligung am Autozulieferer-Konzern Schaeffler AG sowie ihren Beteiligungen an Continental und Aumovio.
Den Grundstein legte Wilhelm Schaeffler 1940 mit dem Kauf der Mehrheit an der Textilfirma Davistan. Sein Bruder Georg stieg zwei Jahre später ein. Das ursprünglich jüdische Unternehmen war nach der Flucht seines Eigentümers seit 1933 von Gläubigerbanken verwaltet worden und ging laut dem Historiker Schöllgen um „gut 30 Prozent“ unter dem Wert mehrheitlich an Schaeffler über. Wenige Wochen nach den Novemberpogromen 1938 trat Georg der NSDAP bei, zwei Jahre später folgte sein Bruder.
Ab 1943 stiegen sie in die Rüstungsindustrie ein und produzierten unter anderem Wälzlager für Panzer. Während dieser Zeit beschäftigte das Unternehmen auch Zwangsarbeiter:innen. Es gibt darüber hinaus Hinweise darauf, dass das Unternehmen für seine Textilproduktion Menschenhaar aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz verwendet haben soll – etwa laut dem polnischen Historiker Andrzej Strzelecki und zwei Zeugenaussagen von ehemaligen Mitarbeitern.
Der Historiker Gregor Schöllgen, der Mitte der 2000er von Maria Elisabeth Schaeffler mit der Aufarbeitung der Firmengeschichte beauftragt worden war, bestreitet jedoch, dass es für diesen Vorwurf direkte Belege gibt. Mehrere Historiker:innen kritisierten seinen Bericht scharf, darunter etwa Cornelia Rauh. Das Gutachten sei erkennbar bemüht, die Vorwürfe „so gut wie eben möglich zu relativieren“.
Nach Kriegsende floh die Familie vor der Roten Armee in die US-Besatzungszone und gründete 1945 ein Unternehmen für Haus- und Landwirtschaftsartikel. Ein Jahr später zog der Betrieb nach Herzogenaurach – der Beginn der heutigen Schaeffler-Gruppe. Den wirtschaftlichen Durchbruch brachte 1951 ein innovativer Nadelkäfig für Wälzlager. Nach der Krise der Textilindustrie in den 1980er Jahren verkaufte Georg Schaeffler die Textilsparte und konzentrierte das Unternehmen auf Automobil- und Industriezulieferungen. Mit den Marken LuK, INA und FAG entwickelte sich Schaeffler zu einem weltweit führenden Hersteller von Wälzlagern und Antriebskomponenten.
Nach dem Tod Georg Schaefflers im Jahr 1996 übernahm seine Witwe Maria-Elisabeth Schaeffler eine führende Rolle im Familienunternehmen. Heute kontrolliert die Familie über die IHO-Gruppe rund 79 Prozent der Stimmrechte an der börsennotierten Schaeffler AG. Zudem hält die IHO-Gruppe 46 Prozent am Reifen- und Autozulieferkonzern Continental. Das Vermögen von Maria Elisabeth Schaeffler wird laut trend auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt. Forbs schreibt sogar von 3,9 Milliarden Euro.
In den vergangenen Jahren haben beide Konzerne den Abbau tausender Stellen beschlossen. Dennoch flossen üppige Dividenden in die Taschen der Aktionäre: alleine für das vergangene Jahr bei Schaeffler 283,5 Millionen Euro und bei Continental 540 Millionen Euro.
Dieses Dossier basiert ursprünglich auf einer Recherche der Gemeinnützigen Bundestiftung COMÚN – die Zahlen wurden mittlerweile im Artikel aktualisiert.
(maximal 5 Antwortmöglichkeiten)



































Konkret gesagt: klickst du!
2300 Jahre muss ein gut bezahlter Arbeitnehmer für das Jahresgehalt eines Hollywood-Schauspielers arbeiten.
1.800.000,00 erhält ein Arbeitnehmer bei 45 Arbeitsjahren brutto, wenn er jährlich 40.000,00 brutto bekommt. Das sind 29.302,49 netto im Monat oder 1.318.612,05 in 45 Jahren. Der arme Tom Cruise erhält pro Film 92.000.000,00 Euro (die Drehzeiten dauern in der Regel weniger als ein Jahr). Dafür muss ein Arbeitnehmer, mit einem Gehalt wie oben angeführt (das sind dann aber wenige), 2300 Jahre arbeiten.
Kostet den Staat … Aber der Ösistaat
schenkt den Bankstern auch noch Geld.
Und die SPÖ verspricht der schwarzen
Brut schon vor den Wahlen das Ressort
Wirtschaft. Tsss!
Das ist korrekt, aber ein schlechter Vergleich, denn hier genauso wie bei den Sportlern, oder Sängern können wir als Konsumenten reagieren … bei den beschriebenen Milliardären haben wir kaum Möglichkeiten … (ach ja außer natürlich, kein Red Bull, oder keine Glitzersteinchen kaufen oder so)
Ich möchte keine Neiddebatte schüren, aber: Steuern sind schon lange der ständige Krieg gegen die Arbeiterklasse. Und deshalb muss das Steuerparadies für Superreiche umgekehrt werden: längst. Und zwar mindestens EUROPAWEIT.
mit diesen Laufbildern, die hier den Text unterbrechen! Man, lesbar wird ein Blog nicht dadurch, dass man Webdesigner ihre technischen Experimente ausüben lässt.
„Kann man’s nicht lesen, ist’s Scheiße“. (Erik Spiekermann)
»Wenn man es nicht lesen kann, ist es scheiße.« ERIK SPIEKERMANN
Respekt – ein Beispiel dem noch viele folgen sollten!
In der Werbung gibt es viele Leitsätze. Einer lautet: „Sei konkret und nicht nur richtig!“ (Uwe Neumann)
Auf Ihren Satz bezogen, stellt sich also folgende Frage: Was meinen Sie damit?
Neumann und das Netz: Einige seiner Bücher sind noch erhältlich. Aber er hat veranlasst, das ein Jahr nach seinem Ableben alles mögliche aus dem Netz gelöscht wird. So der Blog des Heimes, in das er sich begeben hatte, um nicht der Familie lästig zu sein, aber auch die Wikipedia-Seite. Wie er letzteres geschafft hat, weiß ich nicht. Neumann war in den 70er- und 80er-Jahren verantwortlich für die Spots der Deutschen Bahn, den Weißen Riesen, Mercedes, Haribo … Allerdings für verschiedene Großagenturen. Er ruhe in Frieden!
fehlen da nicht einige Herren? Wie Androsch, Gusenbauer, Kern usw.
Sehr faszinierend das alles.
–
Am Beispiel eines bekannten Getränkeherstellers, dieses Gesöff ist ein paar Cent Wert, die Kunst bestand einzig und allein darin ganz viele Deppen zu finden die dieses Gesöff vollkommen überteuert kauften.
–
Bitterböse der Rückschluss das die genannten 50 Prozent selbst es waren, die einen Getränkehersteller wie eine Sau gemästet haben. Dazu eine Politik die dabei Tatenlos zusah und sich jetzt über die Milliarden aufreget. (Der kleine Luxus der Armen, das kannst du dir leisten…)
–
Ist aber nichts neues das die Politik erstmal eine Problem züchtete, um später gegen ihre eigen Brut zu wettern. Dabei sei allerdings Vorsicht angesagt, das kann nach hinten losgehen, letztendlich ist auch die AfD ein Zuchtprogram, und das könnte einem sehr bald auf den Kopf fallen!
–
Zum Zeitpunkt der Gründung dieses Gesöff-Herstellers war Franz Vranitzky Bundeskanzler, nur so als Anmerkung jetzt.
–
Herr, die Noth ist groß, Die ich rief die Geister Werd ich nun nicht los. In die Ecke, Besen! Besen! – Aus dem Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Goethe, 1798
Wenn Erben erben, dann ist vieles möglich:
Beispielsweise dass der letzte Wohnsitz von Stefan Zweig am Salzburger Kapuzinerberg heute im Eigentum von Wolfgang Porsche steht, dessen Großvater, Ferdinand Porsche, einer der großen wirtschaftlichen Gewinner im nationalsozialistischen Deutschland war. Wie kam nun das Zweig-Domizil, das „Paschinger Schlössl“, in die Hände Porsches? Zweig lebte fast 15 Jahre dort, empfing in dieser Zeit Geistesgrößen und Künstler der damaligen Kulturwelt. 1934, im „christlich-sozialen“ Ständestaat, wurde eines Tags bei Zweig, dem weltbekannten Pazifisten, nach Waffen gesucht. Wohl ein Zeichen, dass man sich auch in Österreich „traute“ etwas gegen Juden zu unternehmen, nicht nur im – von Salzburg aus gesehen – nahen Nachbarland Deutschland. Zweig emigrierte daher schon 1934 aus dem austrofaschistischen Unrechtsstaat nach Großbritannien. Sein Haus musste er, des zeitlichen Drucks wegen, weit unter Wert an eine Salzburger „Bürgerfamilie“, die Textildynastie Gollhofer, verkaufen. Die besaß es jahrzehntelang und verkaufte es aus Altersgrüdnen jetzt an Wolfgang Porsche. Während das Haus bisher für die Öffentlichieit nicht zugänglich war, plant Wollfgang Posche eine Teilnutzung als Zweig-Gedenkstätte.
Nachtrag: Das Zweig-Haus wurde um rd. 9 Millionen Euro an W. Porsche verkauft. Die Stadt (und wohl auch das Land) hätten alle Ursache gehabt die Gelegenheit zu nutzen, um aus dem Haus ein Zweig-Zentrum zu machen. Die öffentliche Hand sah sich aber bei 6 Millionen an der Grenze ihrer Möglichkeiten. Wegen anscheinend in diesem reichen Land nicht aufzubringenden DREI Millionen Euro „musste“ man das Haus Herrn Porsche überlassen. So funktioniert das in Salzburg.
Zu Porsche/Piech: Da ist die Geschichte über Adolf Rosenberger interessant: https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Rosenberger