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Kontrast
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Kein höheres Arbeitslosengeld, aber zig Millionen Euro für Novomatic und Co.

Marco Pühringer Marco Pühringer
in Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:3 Minuten
16. November 2020
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Novomatic zahlen wir alle: Der Konzern bekommt im November 80 Prozent seiner Umsätze aus Glücksspielautomaten vom Staat ersetzt. Insgesamt zahlt die schwarz-grüne Regierung bis zu 22 Millionen Euro an Glücksspielkonzerne für Umsatzentgänge während des Lockdowns. Zusätzlich bekommen sie durch Corona-Hilfen Personal- und Fixkosten ausgeglichen. Dank einer EU-Regelung kann der Umsatzersatz maximal 800.000 Euro betragen – doch das versucht die ÖVP seit September zu ändern.

Die Steuerzahler müssen Glücksspielkonzernen bis zu 22 Millionen Euro überweisen. Das ergibt sich aus der Umsatzersatz-Regelung der Regierung, wie das Magazin Profils berichtet. Wett- und Automaten-Cafés wurden behördlich geschlossen, darum behandelt die Regierung sie jetzt wie kleine Wirtshäuser. Mit einem entscheidenden Unterschied: Ihnen wird nicht nur der Umsatz aus dem Verkauf von Speisen und Getränken ersetzt, sondern auch jener aus dem Betrieb von Spielautomaten.

In Österreich werden derzeit über 5.000 lizenzierte Glücksspielautomaten betrieben, die jeden Monat zwischen 13 und 28 Millionen Euro Umsatz machen. Geld, das hauptsächlich von Spielsüchtigen stammt, die wegen ihrer Krankheit nicht anders können, als es an den Automaten zu verzocken. Diese Umsätze werden den Glücksspielkonzernen jetzt zu 80 Prozent vom Steuerzahler erstattet. Das kostet die Staatskasse zwischen zehn und 22 Millionen Euro – alleine für die Zeit des Lockdowns. Das meiste Geld wird der Platzhirsch Novomatic erhalten.

Für Arbeitsloe nichts –  für Novomatic Millionen

Der Umsatzersatz ist aber nicht die einzige Förderung für Glücksspielunternehmen. Zusätzlich können sie wie alle anderen auf die Kurzarbeit zurückgreifen und den Fixkostenzuschuss beantragen. Sie bekommen also nicht nur bis zu 80 Prozent ihres Umsatzes ersetzt, sondern sparen sich auch Personalkosten und etwa Teile der Miete für ihre Geschäftslokale.

Das führte schon bei gewöhnlichen Gastronomiebetrieben zu einer Überförderung. Der AK-Ökonom Markus Marterbauer sieht darin eine „völlig unangebrachte Doppel- und Dreifachförderung“ und eine „umfangreiche Steuergeldverschwendung.“

„Das wäre, als würde man den Arbeitslosen 80% des Letzteinkommens zahlen und das Arbeitslosengeld und den Ersatz für Miete und Betriebskosten und einen Zusatzverdienst erlauben“, kritisiert Marterbauer.

Das Arbeitslosengeld will die Regierung übrigens noch immer nicht von 55 auf 70 Prozent erhöhen. Noch absurder wird es, wenn man bedenkt, dass durch den Lockdown bei Novomatic ein wesentlicher Faktor wegfällt: Das kleine Risiko, dass Spieler tatsächlich einmal am Automaten gewinnen oder einen richtigen Tipp bei einer Fußballwette im Wettbüro abgeben, entfällt. Das Geld, das Spieler gesetzt hätten, bekommt der Konzern aber trotzdem.

ÖVP ist gegen Deckelgung der EU

Das führt aber dank einer EU-Regelung noch zu keinen Millionen-Regen für Novomatic. Denn Staatszuschüsse sind dadurch auf 800.000 Euro begrenzt. Das gilt aber pro Hilfe. Das bedeutet: Novomatic kann 800.000 Euro Umsatzersatz und 800.000 Euro Fixkostenzuschuss erhalten. Ginge es nach der ÖVP, soll selbst diese Beschränkung fallen:

„Neben der Verlängerung über das Jahr 2020 hinaus muss auch die bestehende Obergrenze von 800.000 Euro fallen“, sagte im Oktober Gernot Blümel über die Deckelung des Fixkostenzuschusses gegenüber dem Kurier.

50 Mio. Euro Dividende für Graf – Kündigungen für 120 Mitarbeiter

Davon profitiert vor allem einer: Novomatic Eigentümer Johann Graf. Mit einem Vermögen von 6,5 Milliarden ist er der zweitreichste Österreicher. Graf ließ sich noch im Sommer eine Dividende von 50 Millionen Euro ausschütten – obwohl sein Unternehmen Millionen Euro Corona-Hilfe in Form von Kurzarbeit bekommen hatte. Danach kündigte er 120 Mitarbeiter.

Novomatic entlässt 120 Mitarbeiter – trotz Staatshilfen und 50 Mio. Dividende

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6 Comments
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Kyan
Kyan
23. Januar 2021 16:16

Wie kann es sein das Novomatic den Umsatzersatz bekommt, wenn 120 Mitarbeiter gekündigt wurden. Eine der wenigen Voraussetzungen für den Umsatzersatz ist ja, das kein Mitarbeiter gekündigt werden darf?

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Hannes David
Hannes David
18. November 2020 06:24

Novomatic hat im Jahr 2019 rund
101 000 000 Euro ( 101 Millionen Euro) Steuern Gezahlt……kein weiterer Komentar

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Sarah
Sarah
Reply to  Hannes David
18. November 2020 10:44

Dem kann ich nur zustimmen, leider vergessen die Verfasser solcher Artikel immer wieder, wieviel Geld der Staat dadurch auch einnimmt, Monat für Monat und Jahr für Jahr… wieviel Steuergeld verloren geht, wenn es kein Glückspiel mehr gebe, wieviel weitere Illegale Betreiber wie Schwammerl aus dem Boden springen würden. Wieviele Arbeitslose es mehr gäbe und vor allem, was das für die Bevölkerung bedeuten würde (Preise der Parkgebühren würden steigen, Preise der Wiener Linien wurden steigen und so weiter).
Weiteres darf man nicht vergessen, wieviel Geld die Casag und Novomatic für Sponsoring ausgibt.
Auch wenn jetzt ev. die Casag und Novomatic Unterstützung bekommt (was ja noch gar nicht in Stein gemeißelt ist), darf man nicht vergessen, dass davon wieder 45%, also knapp die Hälfte zurück an den Staat gehen!

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rudolf
rudolf
Reply to  Sarah
5. April 2021 09:21

Und wieviele wurden durch diese Spiele in die Armut getrieben? Diese sogenannte Spielgeld , wird von den Spielsüchtigen AN einbezahlt. Diese NOVOMATIC gehört VERBOTEN!

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Rockmeamadeus
Rockmeamadeus
Reply to  Hannes David
21. November 2020 08:34

Also, die Mafia zahlt EUR 100 Mio an Steuer jährlich und aus dem Grund hat sich die Reputation gekauft und kann sie frei agieren. In Italien garantiert die Mafia auch einen Sicherheitsnetz an die Bevölkerung in Süditalien (und ist auch Glückspiel tätig). Also, Novomatic betreibt ein Geschäft, das in eine (ernste) Demokratie eigentlich kein Platz finden sollte, aber dadurch die Novomatik mit teuerem Bestechungsgelder (aka Steuergelder) sich frei kauft, ist auch die Morale auf einmal gerettet. Diese Verharmlosung des Glückspiels in diesem Lang is abscheulich. Hier geht es um Familien, die durch das Glückspiel in die Ruine getrieben werden. Es sind persönliche Tragödien, die vom Gesundheitssystem jahrelang in der Pflege sind. Das, neben Geldwäsche, ist das „Business Model“ von diesen Unternehmen. Und wenn der Eigentümer EUR 6,5 Mrd an Vermögen hat, warum kann nicht er zuerst aus der eigener Tasche einspringen? Es ist kein Geschäft, das an Österreich gut tut, im Gegenteil es ist eine Schande für das ganze Land.

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rudolf
rudolf
Reply to  Hannes David
5. April 2021 09:16

Und wieviel hätte Novomatic bezahlen müßen?, wenn es RICHTIG gerechnet wird?? Sicher mehr!!

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Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre

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Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre
Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre

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