Bild zeigt Taylor Swift und Donald Trump. In der Mitte ist ein Blitz mit "versus" zu sehen.
Frauen & Chancengleichheit

Taylor Swift gegen Donald Trump: Wie die Pop-Ikone die US-Politik beeinflusst

Wenn sie Konzerte gibt, dann bebt die Erde – buchstäblich und messbar. Doch kann Taylor Swift auch in der Gesellschaft etwas bewegen? Sie äußert sich selten politisch. Aber wenn sie es tut, erreicht sie Millionen von Menschen. Ein Potential, das vor allem die Republikanische Partei erzittern lässt. Denn Taylor Swift ist für Feminismus, für Gleichberechtigung und für die Gleichstellung der LGBTQIA+ Community.

Sie hat bisher mehr als 355,9 Millionen Platten verkauft. 170.000 Fans pilgern alleine in Österreich zu den Shows ihrer aktuellen Tour. Ihr Gesicht ziert derzeit so ziemlich alle großen Zeitschriften: Die Rede ist von Taylor Swift. Sie gilt als einer der größten Popstars des 21. Jahrhunderts. Tatsächlich ist die Bekanntheit der US-Amerikanerin in den letzten Jahren derart gestiegen, dass das Londoner Victoria & Albert Museum heuer einen „Superfan“ suchte. Dieser sollte den Kuratoren des Museums Swifts Bedeutung für die Kunst- und Designgeschichte erläutern, Sprich: Erklären, warum und wie sie so begeistert.

In Sachen Verkaufszahlen reiht sich Taylor Swift mittlerweile zwischen Größen wie Whitney Houston, Queen, Mariah Carey und Eminem ein. Inzwischen belegt sie Rang 12 der historisch erfolgreichsten Popstars. So ein Erfolg bringt auch eine dementsprechende Fan-Gemeinde und Reichweite mit – Reichweite, die man theoretisch auch für mehr als nur den Verkauf der eigenen Musik nutzen kann.

Immer häufiger äußern sich Stars auch zu politischen und gesellschaftlich relevanten Themen. Rund um Taylor Swift war es hier lange Zeit relativ ruhig.

Erst 2018, über 10 Jahre nach ihrem Karrierestart, hat sie sich erstmals in der Öffentlichkeit politisch positioniert. In einem Instagram-Posting kritisierte sie die Republikanerin Marsha Blackburn. Deren Entscheidungen im Kongress, etwa gegen die gleiche Bezahlung von Frauen, gegen eine Neufassung des Gesetzes gegen Gewalt gegen Frauen, oder gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, boten genug Angriffsfläche, um in einem Posting alle Themen abzudecken, für die Swift auch danach noch weiter einstehen sollte.

Swift spendet 113.000 Dollar an Organisation für die Gleichstellung der LGBTQIA+ Community  

“She believes, businesses have a right to refuse service to gay couples. She also believes, they should not have the right to marry. These are not MY Tennessee values.” – “Sie denkt, dass Unternehmen das Recht haben, homosexuellen Paaren den Service zu verweigern. Sie glaubt auch, dass gleichgeschlechtliche Paare nicht das Recht haben sollten zu heiraten. Das sind NICHT meine Tennessee – Werte”, kritisierte Taylor Swift die Republikanerin Blackburn. Auch danach machte sie sich für die LGBTQIA+ – Community stark.

Im April 2019 bestätigte Chris Sanders, der Geschäftsführer des Tennessee Equality Project, gegenüber der Zeitung „The Tennessean“, dass Taylor Swift 113.000 Dollar an die Organisation gespendet hatte. Das Tennessee Equality Project setzt sich für die Gleichstellung der LGBTQ+-Gemeinschaft ein.

Auch ihr Song „You Need To Calm Down“ und das dazugehörige Musikvideo sind klare Statements. Mit der Songzeile „Why are you mad when you could be GLAAD?“ weist sie auf die US-amerikanische Non-Profit-Organisation GLAAD hin. An diese hatte sie davor ebenfalls gespendet.

Das Musikvideo ist ein einziges buntes Fest: Mehrere Prominente, die sich selbst zur LGBTQIA+ – Community zählen, wie etwa Laverne Cox und RuPaul, feiern ihre Identität – Hochzeitszeremonie zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern und einem Drag-Wettbewerb, bei dem ein Drag-Performer als Swift verkleidet ist, inklusive.

Feminismus: Taylor Swift setzt sich für die Gleichstellung von Männern und Frauen ein

Ein weiteres wichtiges Thema für Swift ist die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen. So kritisiert sie lautstark, dass Marsha Blackburn gegen gleiche Bezahlung von Frauen und gegen eine Neufassung eines Gesetzes zum Schutz von Frauen gegen Gewalt, Vergewaltigung und Stalking gestimmt hat.

Frauenrechte und der Feminismus sind für Taylor Swift eine Herzensangelegenheit. Das bestätigte unlängst ihre Reaktion auf ein neues Abtreibungsgesetz in den USA: „Ich bin absolut geschockt, dass wir an dieser Stelle stehen“, schrieb sie bei Twitter. „Nach so vielen Jahrzehnten, in denen Menschen für das Recht von Frauen gekämpft haben, über ihren Körper zu bestimmen, hat uns diese Entscheidung das wieder weggenommen“, meint Swift weiter.

Im Berufsleben gilt sie als selbstbestimmte Frau, die sich in der männerdominierten Musikszene durchsetzen kann: 2019 kaufte Scooter Braun, einer der mächtigsten Musikbosse überhaupt, die Rechte an Swifts Tonaufnahmen. Das war möglich, weil sie im Alter von 15 Jahren einen Knebelvertrag unterschrieben hatte. Doch Swift reagierte mit einem cleveren Schachzug. Sie veröffentlichte kurzerhand ihre sechs Alben neu mit dem Zusatz „Taylor’s version“. Ein voller Erfolg. Die neu eingespielten Alben schafften es sofort wieder in die Charts und werden seitdem öfter gestreamt als die ursprünglichen. Die Selfmade – Milliardärin wurde mit ihrem Tun ein Vorbild für junge Frauen. 

Taylor Swift stellte sich gegen Präsident Trump: “Wir werden Sie abwählen”

Der Instagram-Post über Marsha Blackburn aus dem Jahr 2018 reiht sich in eine Serie der Kritik an der republikanischen Partei ein, allen voran Donald Trump. Infolge des Mordes an George Floyd und den damit einhergehenden Protesten der Black Lives Matter-Bewegung beschuldigte sie den ehemaligen US-Präsidenten, Rassismus und falsche moralische Überlegenheit zu verbreiten. Am Ende wurde sie konkret: „We will vote you out in November.“

Das ist schlussendlich auch passiert. Jörn Glasenapp, der ein Buch über Taylor Swifts Werdegang geschrieben hat, meint dazu: „Wir erkennen das auch dadurch implizit, dass Donald Trump sich bis heute davor gehütet hat, scharf gegen Taylor Swift zu schießen […] Gegen jemanden wie Swift mit 280 Millionen Followern auf Instagram erhebt man nicht die Stimme, wenn man selbst wie Trump vergleichsweise mickrige 24 Millionen Follower auf Insta hat.“

Wenn also einige Stimmen meinen, Swift würde sich zu wenig, oder zu leise zu manchen Themen äußern, übersehen sie das Potential, das genau darin steckt: Dadurch, dass sie sich nicht allzu aktivistisch äußert, erreicht Taylor Swift mit ihren Botschaften eine große Masse, die von zu pontierten Positionen abgeschreckt werden würde. Sich bedacht, aber dennoch bestimmt zu positionieren, hat bei Taylor Swift wohl mehr Macht als anders.  

Taylor Swift - Hard Facts

Geboren am 13. Dezember 1989 in West Reading, Pennsylvania, United States

Kommerzieller Erfolg: bisher mehr als 355,9 Millionen Tonträger verkauft

Fangemeinde:

283 Millionen Instagram – Follower:innen

32,8 Millionen TikTok-Follower:innen

Meistgesehene YouTube-Videos:

„Blank Space“

„Shake it off“

Taylor Swift Zitate: Politik und Feminismus

„Ich kann niemanden wählen, der nicht bereit ist, für die Würde aller Amerikaner zu kämpfen, egal welche Hautfarbe oder welches Geschlecht sie haben, oder wen sie lieben.“ Taylor Swift.

„Ich habe meine Stimme immer danach abgegeben und werde sie auch immer danach abgeben, welcher Kandidat die Menschenrechte, die wir meiner Meinung nach in diesem Land alle verdienen, schützt und für sie kämpfen wird.“

 

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Peter
Peter
9. Juli 2024 17:44

Taylor Swift, ist nicht einer der größten Künstler, sondern sie ist die größte Künstlerin oder Künstler. Bisher hat es nur Taylor Swift geschafft allein mit der Musik zum Milliardär zu werden.

Taylor Swift, ist nicht nur Musik sondern eine Gesamtpacket, und so etwas prägt die Welt wie eben die Beatles eine ganzer Generation prägte. Der Unterschied zu den Beatles ist, das sie weit mehr anspricht als nur die Jugend.

Taylor Swift ist das Produkt der Zeit die Antwort auf eine Polarisierung der Welt wie es sie nie zu vor gegeben hat, geprägt aus Intoleranz und purren Hass. Die Entwicklung könnte man durchaus auch kritisch sehen, darüber könnte man Diskutieren wenn sich die globale Situation gebessert hat, also irgend wann im Jahr 2200 wenn es bis dahin noch eine Menschheit gibt.

Sie wäre gut beraten ein Spende an die Wirtschaftswissenschaft zu überweisen, für den Einsatz an LBTIQ. LGBTQ ist keine Ideologie sondern eine ökonomischer Faktor, der übe den Aufstieg und Fall eines Nation eines Landes entscheidet.

So wie es sich darstellt führt der Hass zu dieser Minderheit zu einer mehr als Perfiden Kettenreaktion die dann dort endet wo heute Jemen ist. Die Hexenjagd auf LGBTIQ führt zu einem sinken des HDI-Female, in weitere folge wird das HDI-Male niedriger als das HDI-Female. Aber nicht weil sich die Situation für Frauen verbessert sondern weil das der Männer sinkt. Ab dann gibt es nur mehr eines den freien Fall nach unten. Danach sinkt dann das HDI-Female wieder.

Im Falle von Russland sollten alle Alarmglocken läuten, Russland ist am direkten Weg in die Verdammnis der Hölle.

Bleibt zu hoffen das die politische Antwort einer gesellschaftlichen Antwort folgt, das liegt nicht an Taylor Swift, sondern an uns was wir daraus machen, ob wir Österreich zu dem machen was es 1918 und 1945 war einem Scherbenhaufen, oder weithin zu einem hochentwickelten Land, auf Augenhöhe mit Staaten wie Schweden, Finnland, Norwegen und der Schweiz.

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