Europa

Was der Brexit mit der Todesstrafe zu tun hat

Es hat nicht lange gedauert, bis die große Erzählung zum Brexit da war: Die sogenannten GlobalisierungsverliererInnen, die Arbeiterklasse aus den Provinzen haben sich gerächt an den privilegierten, gut gebildeten Jungen in der Stadt. Es wäre ein Konflikt „Alt gegen Jung“ oder „Arm gegen Wohlhabend“. Mit dieser Erklärung verbunden ist eine gewisse Überheblichkeit oder Abneigung gegenüber „denen da unten“, die die Vorteile der EU nicht sehen wollen.

Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache: Ausschlaggebend für die Entscheidung pro oder contra Brexit waren weniger die materiellen Lebensumstände als vor allem die persönlichen Werte und die Haltung zur Welt. Tatsächlich gibt es keinen relevanten Unterschied zwischen Arm und Reich im Brexit-Wahlverhalten.

Der Brexit-Konflikt war weniger ein Klassenkonflikt als ein Konflikt der Werte, der quer zu Alters- oder Einkommensunterschieden, ja sogar den Parteipräferenzen liegt. Brexit-BefürworterInnen sind häufig etwa für die Todesstrafe, für die strenge Disziplinierung von Kindern und für die öffentliche Auspeitschung von Sexualstraftätern, wie eine Umfrage der British Election Study zeigt. Das Weltbild von Brexit-BefürworterInnen wird von der Psychologie als autoritär bezeichnet, ihre Haltung zur Zukunft ist von Angst geprägt. Differenzen erleben sie als beängstigend und Veränderungen als bedrohlich. Wichtig ist ihnen eine strenge Ordnung, die mit eiserner Hand durchgesetzt wird.

Von Hofer bis Trump, von Le Pen zum Brexit: die autoritäre Weltsicht bestimmt immer mehr das Wahlverhalten – stärker als der ökonomische Status oder das Geschlecht. Tendenziell sind höher Gebildete und Frauen statistisch weniger anfällig für autoritäre Denkmuster. Doch erst kürzlich hat eine Schweizer Studie gezeigt, dass eine offene Haltung zum Lauf der Dinge nicht an der Universität erworben werden kann. Entscheidender sind das politische Klima und die politische Debatte. Ausschlaggebend ist, ob Angst durch Hoffnung ersetzt, ob Furcht vor Veränderung durch Zuversicht abgelöst werden kann und ob die Möglichkeit besteht, gemeinsam an eine bessere Zukunft zu glauben.

Weiterlesen im Blog der London School of Economics and Political Science

Wie hoch sollte der Mindestlohn sein? Alle Antworten für einen Vollzeitjob in Österreich nach Abzug von Steuer und Sozialversicherung.

Die Löhne der meisten Beschäftigten in Österreich werden in Kollektivverträgen geregelt, aber es existiert kein gesetzlich verordneter Mindestlohn wie etwa in Deutschland. Dort liegt der Mindeststundensatz aktuell bei 9,50 Euro Brutto pro Stunde, was einen Mindestlohn zwischen 1.200 und 1.300 Euro ausmacht, je nach Bundesland, Steuerfreibetrag etc.

Für einen Vollzeitjob werden 37,5 bis maximal 40 Wochenstunden angenommen.

Was der Brexit mit der Todesstrafe zu tun hat

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