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Gegen den Trend: Wiens Wirtschaft wächst dank Milliarden-Investitionen in Fachkräfte und Infrastruktur

Quelle: unsplash

Justus Hartmann Justus Hartmann
in Politik, Wien, Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:5 Minuten
7. April 2025
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Wiens Wirtschaft wächst – trotz Krise. Während in ganz Österreich die Konjunktur schwächelt, zeigt die Hauptstadt, dass es auch anders geht: mit gezielter Förderung für Betriebe und Investitionen in Aus- und Weiterbildung setzt die Stadt auf ihre ganz eigenen Ansätze in der Wirtschaftspolitik.

Steigende Preise, unterbrochene Lieferketten, Energiekrise – die vergangenen Jahre haben tiefe Spuren in der Wirtschaft hinterlassen. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) kämpfen mit den Folgen globaler Unsicherheiten, während Arbeitnehmer:innen unter steigenden Lebenshaltungskosten und drohender Arbeitslosigkeit leiden.

Der Ukraine-Krieg hat die Energiemärkte destabilisiert, Rohstoffpreise in die Höhe getrieben und viele Betriebe unter Druck gesetzt. Gleichzeitig wurde die Inflation lange unterschätzt – Österreich hatte in vergangenen Jahren eine der höchsten Raten in der Eurozone. Die türkis-grüne Regierung handelte zu spät und zu wenig, während andere EU-Staaten längst gegensteuerten. Vorschläge zur Teuerungsbekämpfung scheiterten in Österreich immer wieder an ÖVP und Grünen.

Während viele Landesregierungen auf Sparmaßnahmen setzen und Unternehmen alleinlassen, geht Wien einen anderen Weg: Investieren statt Kürzen, Stabilisieren statt Abwarten. Mit gezielten Förderprogrammen, Investitionen in Ausbildung und Joboffensiven schafft die Stadt den Rahmen für eine Wirtschaftspolitik, die auf Wachstum, soziale Sicherheit und Gerechtigkeit setzt – gerade in der Krise.

Wiens Wirtschaftspolitik: Nachhaltig und sozial

Und dieser Ansatz funktioniert: Schon 2023 war Wien das einzige Bundesland mit Wirtschaftswachstum – plus 2,5 %, während Österreich insgesamt ein Minus von 1,0 % verzeichnete. Auch 2024 konnte Wien trotz der wirtschaftlich schwierigen Situation als einziges Bundesland Österreichs ein reales Wirtschaftswachstum verzeichnen. Während die Wirtschaft in ganz Österreich um 1,6 % zurückging, legte Wien im selben Zeitraum leicht zu. Und auch am Arbeitsmarkt steht die Hauptstadt besser da als der Rest des Landes: Die Beschäftigung wuchs in Wien um 1,0 %, im Österreich-Durchschnitt waren es gerade einmal 0,2 %.

Wiens Wirtschaft wächst stärker als der Rest Österreichs.

Was macht Wien also anders? Die Stadt setzt auf eine sozial gerechte und nachhaltige Wirtschaftsförderung, die sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer:innen zugutekommt. Konkret bedeutet das gezielte Investitionen und Unterstützung für kleine und mittelständische Betriebe (KMU) sowie umfassende Qualifizierungsmaßnahmen, um den Arbeitsmarkt krisenfest zu machen.

So ist das Wirtschaftswachstum Wiens als einziges Bundesland kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen. Während andere Regionen unter dem Einbruch des Exports leiden, profitiert Wien von einer starken Dienstleistungsstruktur, robusten Branchen wie Finanzwesen, Verwaltung und Informations- und Kommunikationstechnologie – und von konsequenten öffentlichen Investitionen. Statt zu sparen, investiert die Stadt in Bildung, soziale Infrastruktur und Arbeitsmarktintegration.

Wiens Arbeitnehmerförderung für 38.000 Menschen

Ein Paradebeispiel für die Wiener Wirtschaftsförderung ist der Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds (waff). Seit 30 Jahren sorgt er dafür, dass Weiterbildung in Wien kein Luxus ist, sondern eine echte Chance für alle. Sein Ziel: Chancengleichheit am Arbeitsmarkt – mit leistbarer Weiterbildung, gezielter Förderung und einem klaren Fokus auf jene, die sonst oft übersehen werden. Ein spezieller Schwerpunkt liegt dabei auf der Gleichstellung: In Wien ist sie gesetzlich im Gleichbehandlungsgesetz verankert und wird durch zahlreiche Programme konkret umgesetzt.

Dazu zählt auch die neue Frauenarbeitsstiftung Wien, die der waff gemeinsam mit dem AMS ins Leben gerufen hat. Sie richtet sich an Wienerinnen ab 25 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung – insbesondere an Wiedereinsteigerinnen nach der Babypause – und ermöglicht ihnen eine kostenlose Berufsausbildung, inklusive Berufsorientierung, AMS-Unterstützung und einem monatlichen Ausbildungszuschuss von 300 Euro durch den waff. Ziel ist es, Frauen den Einstieg in zukunftsfähige Branchen wie Klima, Soziales oder Digitalisierung zu erleichtern.

So profitieren jedes Jahr tausende Wiener:innen von Förderungen, individueller Beratung und maßgeschneiderten Programmen. Mit über 25.000 Weiterbildungskursen und mehr als 38.000 unterstützten Wiener:innen ist der waff ein zentraler Pfeiler in Wiens gerechter und zukunftsorientierter Arbeitsmarktpolitik.

Wiens Wirtschaft stärken dank Bildungsprogrammen

Auf Fort- und Weiterbildung setzen auch die Initiativen und Integrationsprogramme Jugendcollege und College 25+. Mit dem Jugendcollege richtet sich die Stadt an junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die nach der Pflichtschule noch keinen Ausbildungsplatz oder Zugang zu weiterführender Bildung gefunden haben. Hier stehen Sprachförderung, Allgemeinbildung und Berufsorientierung im Mittelpunkt. Die Jugendlichen werden individuell begleitet und gezielt auf Lehre, Schule oder weiterführende Kurse vorbereitet – und das kostenlos.

Ergänzt wird dieses Angebot durch das neue College 25+, das im September 2024 gestartet ist. Es richtet sich an erwachsene Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte ab 25 Jahren. Das College bietet mehr als 1.000 Plätze. Teilnehmer:innen erhalten Deutschkurse, Basisbildung, berufliche Orientierung, sozialpädagogische Begleitung sowie Unterstützung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bringt das Ziel der Stadt auf den Punkt:

„Eine moderne Sozialpolitik bedeutet zwei Dinge: Menschen rasch und unkompliziert zu helfen, wenn sie in Not geraten. Menschen schnellstmöglich ins Erwerbsleben zu bringen. Das ist der beste Weg, ihnen dauerhaft zu ermöglichen, ihr eigenes Leben selbstständig zu organisieren. Mit dem College 25+ haben wir in Wien gemeinsam mit dem Jugendcollege einzigartige Angebote geschaffen, die alles unter einem Dach vereinen.”

Investitionen in Ausbildung funktionieren: Wiens Pflege-Offensive als Erfolgsmodell

Dass Investitionen in Aus- und Weiterbildung wirken, zeigt sich an der Pflege-Offensive der Stadt Wien in den vergangenen Jahren. Angesichts des wachsenden Pflegebedarfs hat Wien früh gegengesteuert – mit mehr Ausbildungsplätzen, finanzieller Unterstützung und dem Ausbau von Ausbildungszentren. Bereits 2023 zählte die Stadt über 5.000 Personen in Pflegeausbildung, so viele wie nie zuvor. Besonders wirksam: das Pflege-Ausbildungsgeld von 600 Euro monatlich, das Wien gemeinsam mit dem Bund finanziert.

So viele Pflegekräfte fehlen in Österreich
Wien bildet bis 2030 16.000 Pflegekräfte aus. Das ist rund ein Drittel von allen Pflegekräften, die in Österreich gebraucht werden.

Das Modell wirkt so gut, dass es inzwischen von mehreren Bundesländern übernommen wurde. Die Prognose: 16.000 neue Pflegekräfte bis 2030 – und Wien ist auf bestem Weg, das zu schaffen.

Eine zukunftssichere Wirtschaft dank dem Smart City Fond

Zusätzlich zu den Arbeitnehmerinitiativen stellt die Stadt die Weichen, Wiens Wirtschaft klimafit zu stärken. Der Smart City Fond setzt gezielt auf Innovation, Standortentwicklung und Arbeitsplatzsicherung und treibt so das Ziel Klimaneutralität bis 2040 voran. Konkret beteiligt sich die Stadt über den Fonds an Wiener Unternehmen in strategisch zentralen Zukunftsbranchen wie Digitalisierung, Mobilität oder Energie. Besonders in der Wachstumsphase erhalten innovative Start-ups Unterstützung – unabhängig von den engen Vorgaben europäischer Beihilfen. Begleitet von einem fachkundigen Beirat und transparenten Regeln sorgt der Smart City Fond so dafür, dass öffentliche Mittel gezielt, wirksam und zukunftsorientiert eingesetzt werden.

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Rosa Louise Parks war eine afroamerikanische Bürgerrechtlerin. Ihr Nein veränderte die amerikanische Gesellschaft und ließ Massenproteste gegen die Rassentrennung losbrechen. Am 1. Dezember 1955 weigerte sie sich, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr Handeln inspirierte die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung zum Bus-Boykott von Montgomery und war der Beginn des Endes der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten. Zitat: Um etwas zu verändern, dürfen wir keine Angst davor haben, den ersten Schritt zu tun. Wir werden dann scheitern, wenn wir schon daran scheitern, es überhaupt zu versuchen. Rosa Parks

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Rosa Louise Parks war eine afroamerikanische Bürgerrechtlerin. Ihr Nein veränderte die amerikanische Gesellschaft und ließ Massenproteste gegen die Rassentrennung losbrechen. Am 1. Dezember 1955 weigerte sie sich, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr Handeln inspirierte die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung zum Bus-Boykott von Montgomery und war der Beginn des Endes der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten. Zitat: Um etwas zu verändern, dürfen wir keine Angst davor haben, den ersten Schritt zu tun. Wir werden dann scheitern, wenn wir schon daran scheitern, es überhaupt zu versuchen. Rosa Parks
Rosa Louise Parks war eine afroamerikanische Bürgerrechtlerin. Ihr Nein veränderte die amerikanische Gesellschaft und ließ Massenproteste gegen die Rassentrennung losbrechen. Am 1. Dezember 1955 weigerte sie sich, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Ihr Handeln inspirierte die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung zum Bus-Boykott von Montgomery und war der Beginn des Endes der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten. Zitat: Um etwas zu verändern, dürfen wir keine Angst davor haben, den ersten Schritt zu tun. Wir werden dann scheitern, wenn wir schon daran scheitern, es überhaupt zu versuchen. Rosa Parks

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