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Greenpeace: Zehn Konzerne verbrauchen knapp so viel Grundwasser wie halb Österreich

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Wasser Almsee (Foto Jakub David on unsplash)

Almsee (Foto Jakub David on unsplash)

Gerald Demmel Gerald Demmel
in Umwelt & Klima
Lesezeit:2 Minuten
12. August 2024
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Greenpeace hat erstmals detailliert aufgedeckt, welche Industrieunternehmen in Österreich am meisten Grundwasser verbrauchen. Eine neue Recherche der Umweltschutzorganisation zeigt, dass die zehn größten industriellen Wasserverbraucher jährlich insgesamt etwa 180 Millionen Kubikmeter Grundwasser entnehmen. Diese Menge entspricht dem Verbrauch von knapp vier Millionen Menschen in Österreich, was die enorme Dimension des industriellen Wasserverbrauchs verdeutlicht.

An der Spitze der Liste steht der Chemie-Konzern Metadynea Austria in Krems, der jährlich rund 32 Millionen Kubikmeter Grundwasser nutzt. Diese Menge übertrifft den gesamten Wasserverbrauch der Stadt Graz um das Anderthalbfache. Auf den Plätzen zwei und drei folgen das Stahlunternehmen Voestalpine in Linz mit etwa 28 Millionen Kubikmetern sowie der Pharmakonzern Novartis in Kundl, der jährlich rund 26 Millionen Kubikmeter entnimmt. Weitere große Verbraucher sind unter anderem Donau Chemie, der Papierhersteller Sappi Austria und die Zellstofffabrik AustroCel Hallein. Diese Unternehmen tragen erheblich zur Gesamtentnahme bei, die in ihrer Summe einen beachtlichen Teil des österreichischen Grundwasservorkommens beansprucht.

Greenpeace: Kaum öffentliche Informationen, welche Konzerne größte Wasserverbraucher sind

Greenpeace kritisiert in diesem Zusammenhang die fehlende Transparenz beim industriellen Grundwasserverbrauch. Bislang gab es kaum öffentliche Informationen darüber, wie viel Wasser diese Konzerne tatsächlich entnehmen. Trotz des immensen Wasserverbrauchs der Industrie wird der Zugang zu Grundwasser in Österreich meist kostenlos gewährt, was laut Greenpeace ein großes Problem darstellt. Die Organisation fordert daher von der nächsten Bundesregierung die Einführung eines digitalen Transparenzregisters, das die Wasserentnahme aller industriellen Nutzer offenlegt. Zudem plädiert Greenpeace für eine Bepreisung des industriellen Wasserverbrauchs, um einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Wasser zu fördern.

Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass die drei größten Wasserverbraucher—Metadynea, Voestalpine und Novartis—sich in Regionen befinden, die bis 2050 ein erhöhtes Risiko für Wasserknappheit aufweisen. Dies zeigt, wie dringend Maßnahmen erforderlich sind, um die Wasserressourcen in Österreich nachhaltig zu schützen. Auch die OMV Downstream GmbH in Schwechat, deren Raffinerie im südlichen Wiener Becken liegt, einem Gebiet mit dem höchsten Risiko für Wasserknappheit, ist ein prominentes Beispiel für die Gefährdung durch übermäßigen Wasserverbrauch.

Der Wasserverbrauch in Österreich ist nicht transparent
Der Wasserverbrauch in Österreich ist nicht transparent

Angesichts der Klimakrise und der zunehmenden Dürrejahre fordert Greenpeace ein Umdenken in der österreichischen Wasserpolitik. Die Organisation sieht es als unerlässlich an, dass Industriebetriebe zukünftig transparent über ihren Wasserverbrauch berichten und für die Nutzung dieser wertvollen Ressource angemessen zur Kasse gebeten werden. Nur so könne sichergestellt werden, dass das Grundwasser auch für zukünftige Generationen in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

Quelle und weitere Informationen: Greenpeace Österreich

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2 Comments
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Peter
Peter
12. August 2024 17:33

Das hätte einem Fakten-Check unterzogen werden müssen.
–
Viele der genannte Betriebe befinden sich an großen Flüssen, hier ist die Grundwasser-Entnahme insofern unproblematisch als das diese von diesen Flüssen eingespeist wird.
–
Ebenfalls zu prüfen wäre, ob Wasserentnahme mit Grundwasser gleichgesetzt wurde, wenn aus der Donau Wasser entnommen wird, ist das zwar ein Wasserverbrauch aber keine Grundwasser.
–
Weiters passt die Darstellung mit den 4 Millionen Einwohner nicht wirklich zusammen, mit Wien*) und 140.000.000+ Kubikmeter/Jahr.
–
Weiters wäre die rechtliche Situation zu berücksichtigen, die direkte Entnahme sind rechtlich sehr enge Grenzen gesetzt, da kann unter Umständen die indirekte Entnahme über das Grundwasser einfacher sein.
–
Einfach drauf Dreschen weil es so lustig ist löst keine Problem, zumindest die Rückfrage bei den Firmen selbst als auch bei der Geosphäre Austria sollte Aufschluss bringen wie Problematisch die Grundwasserentnahme bei den genannten Konzernen tatsächlich ist.
–
Ich zweifle an das die hier gemachten Vorwürfe haltbar sind, und eine Fakten-Check überstehen.
–
*) In Wien wird auch die Industrie, Wirtschaft und die Grünbewässerung versorgt. Dahingehend sollte die Forderung nach einem Brauchwassernetz gestellt werden. Es ist witzlos das ganze Grünzeug mit Trinkwasser zu versorgen, im Gegenteil, Brauchwasser hätte von Natur aus mehr Mineralien und essentielle Bestandteile, die dem Trinkwasser fehlt, und in vielen Betrieben sind diese Verunreinigungen bedeutungslos. Das hätte in Wien die SPÖ selbst in der Hand, offensichtlich ist es wieder mal leichter auf andere zu hauen als selbst Hand anzulegen und Nägel mit Köpfen zu machen.

3
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Peter
Peter
Reply to  Peter
12. August 2024 17:45

Update zu Wien, das Brauchwasser-Netz bräuchte nicht mal in Rohren verlaufen, sondern könnte auch an der Oberfläche transportiert werden, was dann der Forderung nach mehr Wasser in der Stadt und Stadtarchitektur gerecht wird.
–
Da sind leider wieder mal die Parkplätze für die heilige Kuh der Nation wichtiger, außerdem könnte man da reinfallen, schöne Grüße aus der Welt der Sicherheitsparanoia.

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Ingeborg Bachmann (1926–1973) war eine österreichische Schriftstellerin, die der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur eine neue, scharfe Sprache gab. In ihrem Gedichtband „Die gestundete Zeit“ schrieb sie über Krieg, Schuld und das fragile Weiterleben nach 1945. Ihr Roman „Malina“ erzählt von Identität, Macht und den inneren Brüchen einer Frau. Bachmanns Werk wirkt bis heute, weil es persönliche Erfahrung und gesellschaftliche Gewalt eng miteinander verbindet. Zitat: Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, wir bräuchten die Waffen nicht. Ingeborg Bachmann

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