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Glyphosat-Verbot ist seit 2019 fixiert, ÖVP & Grüne setzen das Gesetz nicht in Kraft

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Symbolbild Glyphosat

Potenziell landeten 2019 252 Tonnen Glyphosat auf Österreichs Feldern.

Alina Bachmayr-Heyda Alina Bachmayr-Heyda
in Landwirtschaft, Umwelt & Klima
Lesezeit:2 Minuten
22. Januar 2021
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Wann wird Glyphosat endlich wirklich verboten? 93 Prozent der Österreicher sind gegen den Einsatz des Pestizids. Seit 2019 gibt es einen Parlamentsbeschluss, der den Einsatz des krebserregenden Pestizids verbieten soll. Von der Regierung umgesetzt wurde es aber immer noch nicht.

Nach monatelangem Ringen um einen Kompromiss bei Glyphosat kündigten die Regierungsparteien im ORF Report ein Teilverbot für das Pflanzengift an. Doch die Parlamentssitzung am Mittwoch verstrich, ohne dass ÖVP oder Grüne einen Gesetzesentwurf eingebracht hätten.

Verbot seit 2019 beschlossen

Der Nationalrat hatte im vergangenen Jahr für ein Glyphosat-Verbot in Österreich gestimmt. Nachdem durch den Ibiza-Skandal die ÖVP keinen Regierungspartner hatte, der mit ihnen stimmte, ging sich eine Mehrheit im Parlament aus. Zwei Mal wurde auf SPÖ-Antrag so ein Glyphosat-Verbot mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, NEOS und der Liste JETZT beschlossen.

ÖVP-Blockade: Glyphosat-Verbot lässt auf sich warten

Trotzdem ist bisher nichts passiert. Denn eine Gesetzesvorlage durch das zuständige Ministerium blieb aus. An der Blockadehaltung der ÖVP konnte weder ein doppelter Nationalrats-Beschluss noch eine Regierungsbeteiligung der Grünen etwas ändern.

Bereits im Oktober hatten ÖVP und Grüne im Parlament einen Antrag abgelehnt, der das Glyphosat-Verbot bis spätestens 19.11. erzwungen hätte. Nun verzögert sich die Umsetzung erneut – auf unbestimmte Zeit. Und das, obwohl 93 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher gegen den Einsatz des krebserregenden Spritzmittels sind. Zu groß ist das Interesse der Agrarkonzerne am beliebten Pflanzengift.

Grüne liefern versprochenen Antrag nicht

Noch letzte Woche hat die Landwirtschaftssprecherin der Grünen, Olga Voglauer, einen Antrag der Regierungsparteien für die gestrige Nationalratssitzung angekündigt, der zumindest ein Teilverbot von Glyphosat enthalten sollte. Es handle sich aber um eine „äußerst komplexe Angelegenheit“, sagte Voglauer.

Den Worten folgten keine Taten. Der Antrag blieb aus. „Nichts ist geschehen. Dass die Grünen in der Regierung nicht einmal dieses Teilverbot durchsetzen konnten, ist ein Armutszeugnis“, kritisiert Jörg Leichtfried von der SPÖ.

Nun laufen Umweltorganisationen Sturm. Greenpeace ist über die „Verschleppung“ entsetzt, auch ein Teilverbot wäre der NGO nicht genug gewesen: Das angekündigte Verbot hätte lediglich private und kommunale Anwender in die Pflicht genommen, jedoch die Landwirtschaft – und damit die Verursacherin von neunzig Prozent der österreichischen Glyphosat-Emissionen – ausgenommen, erklärt Greenpeace.

„Das ist, als würde man eine Geschwindigkeitsbegrenzung beschließen, die nicht für Autos, sondern nur für Fußgänger gilt“, analysiert Global 2000-Sprecher Helmut Burtscher-Schaden. „Damit hätte Sebastian Kurz sein Versprechen eines österreichweiten Ausstiegs aus Glyphosat, mit dem seine Regierung Kurz I im Jänner 2018 angetreten war, wohl endgültig über Bord geworfen“, konstatiert er. Die Sozialdemokraten wie auch die NGOs fordern weiterhin ein Totalverbot von Glyphosat.

Parlament Das Thema "Pflanzenschutzmittel" im Parlament

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Greenpeace

Greenpeace ist eine unabhängige, international agierende Umweltorganisation, die sich seit ihrer Gründung 1971 für den Schutz der Natur und des Klimas einsetzt. Ihr Ziel ist es, ökologische Zerstörung zu verhindern und eine nachhaltige Zukunft zu fördern. Dabei nutzt Greenpeace gewaltfreie Aktionen, Aufklärungsarbeit und Proteste, um Aufmerksamkeit auf Probleme wie den Klimawandel, Umweltverschmutzung, Überfischung und den Schutz gefährdeter Arten zu lenken. Greenpeace finanziert sich ausschließlich durch Spenden, um politisch und wirtschaftlich unabhängig zu bleiben und ist heute in über 50 Ländern vertreten. Der zentrale Sitz der Organisation befindet sich in Amsterdam.

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