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Gastronomin Elena M.: Staatliche Zuschüsse zu gering, Banken verweigern Kredite

Side view portrait of mature female businesswoman counting finances using calculator in small shop, copy space

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Wirtschaft und Finanzen
Lesezeit:3 Minuten
25. Mai 2020
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Die aktuellen Regierungs-Maßnahmen zur Unterstützung der Selbstständigen geben wenig Hoffnung auf eine Besserung der Situation. Vielen Unternehmern sind wegen der Corona-Bestimmungen die Umsätze von heute auf morgen weggebrochen. Auf die versprochen schnelle Hilfe warten die meisten bis heute. Elena-Carmen Mihalcea ist ein von ihnen. Sie hat erst frisch den Job von Kellnerin zur Lokalbetreiberin gewechselt, berichtet sie in einen offenen Brief, wie es ihr damit geht.

Der sozialdemokratische Wirtschaftsverband Wien sammelt gerade solche Erfahrungsberichte auf der Website wirsindda.wien. Am 3. Juni werden die Erfahrungen vor dem Bundeskanzleramt während der Ministerratssitzung vorgelesen.

Elenas Offener Brief

Offener Brief an meine Freunde, an alle, die in diesen schwierigen Zeiten das Interesse an ihren Mitmenschen nicht verloren haben, und vor allem an die, die die Möglichkeit – und hoffentlich auch den guten Willen – haben, an den Folgen der derzeitigen Situation etwas zu ändern. Nach rund 15 Jahren als Mitarbeiterin in der Gastronomie habe ich mir vor knapp 3 Jahren meinen Traum erfüllt und im Juni 2017 in einem Wiener Innenstadtbezirk ein kleines Lokal eröffnet.

Die ersten Monate waren wenig ermutigend, da das Lokal in der Zeit davor nur sporadisch oder überhaupt nicht geöffnet war. Aber trotzdem habe ich es – wohlgemerkt ohne Kredit und ohne Förderungen – geschafft, einen Betrieb auf die Beine zu stellen, der 5 Mitarbeiter beschäftigt und täglich von Montag bis Samstag im Durchschnitt zwischen 400 und 500 Gäste versorgt.

Das Spektrum meiner Kunden reicht von Studenten über Büroangestellte bis zu Pensionisten, und auch den einen oder anderen Politiker habe ich schon bewirtet.

Erste Gewinne – und dann kam Corona

2019 warf mein Lokal erstmals einen – wenn auch bescheidenen – Gewinn ab. 2020 sah ich mit Optimismus entgegen, es lief alles nach Plan, die Reservierungslage war zufriedenstellend. Und dann kam der 17.03.2020, ein tiefschwarzer Dienstag! Seit diesem Tag darf ich meinen Betrieb nicht mehr öffnen. Das bedeutet den Entfall der Einnahmen, den Verderb von Waren und das bei gleichzeitigem Weiterlaufen der Fixkosten. Die Politiker und Kammerfunktionäre verkündeten vollmundig schnelle und unbürokratische Hilfe für alle Betroffenen. Wie schaut die Realität rund 5 Wochen später aus?

Meine Mitarbeiter habe ich zur Kurzarbeit angemeldet. Bis dato habe ich weder eine Zusage vom AMS, noch den in Aussicht gestellten Zuschuss erhalten. Mein Antrag auf einen Überbrückungskredit wurde nach anfänglichem Befürworten durch meine Hausbank abgelehnt, weil mein Unternehmen nicht ausreichend profitabel sei.

Dass ich von meiner Bank noch mit dem guten Ratschlag bedacht wurde, mich an den Härtefonds zu wenden, war das berühmte Tüpfelchen auf dem I. Wie ich mit einem Zuschuss von monatlich € 500 die Fixkosten von monatlich € 8.000 abdecken soll, war dem Ratschlag leider nicht zu entnehmen.

Die versprochene Hilfe kommt nicht

Mir ist bewusst, dass wir uns derzeit wohl in der tiefsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit befinden, schließlich erlebe ich sie ja am eigenen Leib! Und ich will auch von niemandem etwas geschenkt bekommen. Aber ich will auch nicht als Bittstellerin behandelt werden, der eine offenbar überforderte oder mangelhaft informierte Bankmitarbeiterin einen Kredit mit staatlicher Haftung nicht bewilligt, weil ich 2017 (!!!) einen Verlust hatte.

Ich kann nicht hinnehmen, dass ich als Unternehmerin in einer Krise, die ich nicht verschuldet habe, allein gelassen werde!

Denn wenn die versprochenen Mittel uns nicht bald erreichen, hilft auch das tagtägliche Beschwören des Zusammenhalts nichts. Bald ist mein finanzieller Atem, wie auch der vieler anderer Betroffener, am Ende. Doch daran will ich eigentlich nicht denken. Ich möchte weiterkämpfen für meinen Traum, für meine Gäste und für ein Stück unserer Lebensqualität! Und die vielen positiven Reaktionen meiner Gäste, die zahlreichen ermutigenden Telefonate und e-mails und die Versicherungen, dass sie mir treu bleiben werden, geben mir wieder Mut!!! Vielen Dank dafür, eure Carmen M. Wien, 16.05.2020

Parlament Das Thema "Härtefallfonds" im Parlament

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29. Juli 2020 12:05

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Global Finance
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Privatstiftungen sollten ursprünglich einem gemeinnützigen Zweck dienen, etwa in den Bereichen Soziales, Bildung oder Kultur. Doch heute sind sie vor allem ein beliebtes Werkzeug, um Vermögen zu sichern und Steuern zu vermeiden. Sie sind besonders beliebt bei den Reichsten der Reichen – auch weil sie kaum von den Steuerbehörden kontrolliert werden. Zitat: Privatstiftungen sind eine Rechtsform, die beinahe ausschließlich von den Reichsten der Reichen genutzt wird. 40 Prozent aller Privatstiftungen befinden sich im unmittelbaren Umfeld der 60 reichsten Familien. Sie werden von Superreichen benutzt, um ihr Vermögen vor Steuerbehörden zu verschleiern. Auch deshalb weil drei Viertel aller Privatstiftungen überhaupt noch nie von den Steuerbehörden kontrolliert worden sind. Stephan Pühringer

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