Leserstimme - Susi Haslinger

Lieber Basti, ein bißchen Nachhilfe zur Mindestsicherung – von Susi Haslinger

Photo by Maksym Kaharlytskyi on Unsplash

Lieber Basti,

Sozialrecht hat man im ersten Abschnitt Jus. Keine schwere Prüfung. Hast du da gefehlt? Obwohl das Studium steuerfinanziert ist und du bis dahin nix „ins System“ eingezahlt hast?

Ein bisschen Nachhilfe (die Honorarnote schick ich dir zu, wir wollen ja nicht, dass du schon wieder nix einzahlst):

  • die Mindestsicherung ist keine Versicherungsleistung.
  • die Mindestsicherung ist der letzte Rettungsanker in einer humanistischen Gesellschaft, damit Menschen in Notlagen, die keine ausreichenden Mittel aus ihrer Arbeit oder Versicherungsleistungen bekommen, nicht unter der Reichsbrücke hausen müssen, hungern und verrecken.
  • niedrige Pensionen beziehen Menschen, denen ihr die Pension gekürzt habt.
  • Mindestsicherungen beziehen Alleinerzieherinnen, die in einem Teilzeitjob einen Dreck verdienen, weil ihr die kostenlose Kinderbetreuung streicht, weil ihr lieber den Reichen Geld zuschiebt, anstatt die Kinderbetreuung auszubauen.
  • ganz überraschend sind diese Alleinerzieherinnen dann dieselben Personen, die später niedrige Pensionen beziehen.
  • Mindestsicherung beziehen anerkannte Flüchtlinge, die keinen Job finden, weil ihr ihnen zuvor jahrelang im Asylverfahren verbietet zu arbeiten und ihnen sämtliche Qualifizierungsmaßnahmen gestrichen habt.
  • keine Mindestsicherung beziehen Personen, die sich schämen, einen Antrag zu stellen, weil ihr sie permanent beschimpft und als Schmarotzer hinstellt.
  • Mindestsicherung beziehen Menschen, die zu krank zum Arbeiten sind, weil ihr den Zugang zur Invaliditätspension verunmöglicht habt.
  • Mindestsicherung beziehen – wenn es nach euch geht – künftig Personen, die sehr wohl Anspruch auf eine Versicherungsleistung haben: die Notstandshilfe. Die wollt ihr ja abschaffen.
  • Da sind wir beim Thema: Hände weg von der selbstverwalteten Sozialversicherung. Selbstverwaltung heißt: ihr müsst hier draußen bleiben. Aus Machtgeilheit zu zerschlagen, was ihr nicht haben könnt, ist einer Diktatur würdig.

Ich habe eure Lügen und Verhetzung dermaßen satt. Unser Sozialstaat ist gut und wichtig, er funktioniert – keinesfalls dank euch. Denn die oberen 5% haben da ein gehöriges Defizit, was das „Einzahlen ins System“ betrifft.

Susi Haslinger an Sebastian Kurz, Bundeskanzler

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13 Kommentare

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Fred
Fred

diese ganzen politikverbrecher samt ihren verteidigern schmeisst sie den Löwen zum fraß vor ist nicht schade drum

MARTINA SCHUBERT
MARTINA SCHUBERT

Sie haben scheinbar keine Ahnung, wieviel SOZIALSCHMAROTZER es wirklich gibt- die geniessen diese Sozialleistung + Mietenbeihilfe, Rezeptgebuehrenbefreiung, sowie andere Verguenstigungen + stehen somit finamziell besser da. , als jeder arbeitender Mensch + Vollzahler- vielleicht 1x a bissal pfuschen gehen! + SIE IRREN!- -ALLEINERZIEHERINNEN, sind NICHT dazu verdammt, nur Teilzeit arbeiten zu gehen!, so wie viele ANDERE MUTTIS auch! Wer ein bequemeres + stressfreieres Leben haben moechte + den Nachmittag lieber am Kinderspielplatz verbringt, darf sich halt nicht wundern, dass er weniger -Einkommen + PENSION hat! – ist doch logisch- -ODER !-??? Ich war auch ALLEINERZIEHERIN mit 4o Std. VOLLZEITJOB, wie… Weiterlesen »

Jakob Frauenschuh
Jakob Frauenschuh

Langsam muß ich mich Fragen ob die Spö noch Kontakt mit der arbeiteten Bevölkerung hat.

Lutz Bammer
Lutz Bammer

Sorry die einzige die hier keine Ahnung hat sind rechte Fanatiker wie sie, Sozialleistung,Mietenbeihilfe sowie andere Leistungen werden vorher akribisch von den Behörden überprüft ob hier Bedarf besteht. Also ersparen sie uns ihre lächerliche Darstellung von Sozialschmarotzern.

Ihre Vorstellung von bequemeres beziehungsweise stressfreies Leben wodurch sich eine niedrigeres Einkommen und Pension resultiert ist nichts weiter als neoliberales Geschwätz.

Ich weiß ja nicht in welchen Jahrhundert sie leben, aber Bildungseinrichtungen wie der Kindergarten, Tagesbetreuung oder die momentane Ganztagsschule waren schon immer zumindest in diesem Jahrhundert kostenfrei.

Christine Kast
Christine Kast

Aus welchem Jahrhundert sind sie denn? Ich habe in den 70er Jahren 1200 Schilling im Monat für den Kindergarten bezahlt, und die Ganztagsschule War auch nicht umsonst!!!?? Sie müssen noch sehr jung sein wenn sie set was nicht wissen

Bernhard Schneider
Bernhard Schneider

Schreibt er ja „in diesem Jahrhundert“, also meint er nicht „die 70er Jahre“, die waren im vorigen!

Ingeborg
Ingeborg

Ich bin eine Mutti und habe meine vollen 40 arbeitsjahre mit dem Erfolg das ich jetzt eine mindestsicherung habe. Dein Beitrag stößt mir sauer auf aber du mußt sicher nicht von 300€ im Monat leben.

Christa winter
Christa winter

Wenn es nicht zu schreien wäre würde ich jetzt einen Lachanfall bekommen. Ja, natürlich geht aoles. Es muss aber nicht sein. Ich bin auch mit Kindern Vollzeit arbeiten gegangen. Wow bin ich toll. Ich war aber keine alleinererzieherin. D.h. wenn kein Kindergarten, hört, etc. Offen hatte, war eine Oma der mein Mann da.dss kann man mit alleinerziehenden nicht vergleichen.

Skt
Skt

Kinderbildungseinrichtungen sind nicht in jedem österreichischen Bundesland kostenlos. Ich zahlte für krippe und Kindergarten 560 Euro pro Monat. Dass Alleinerziehende ihre 560 Euro lieber im Spielplatzzeit investieren ist daher für mich nachvollziehbar. So bleibt zumindest Zeit für die Kinder wenn schon kein Geld. Und traurig ist die Diskussion über Sozialleistungen für unsere armutsgefährdeten Kinder und Erwachsene allemal. Wieso diskutieren wir nicht über Konzerne, die sich es richten? Wieso bezeichnen wir nicht sie als Schmarotzer? Neid auf Mindestsicherung ist in jedem Fall der falsche Weg.

Bernhard Schneider
Bernhard Schneider

S.g. Frau Schubert, Hut ab, dass Sie es geschafft haben. Vergessen Sie aber bitte auch nicht, dass sehr viele Sozial-Unterstützte gern arbeiten würden. Aber wenn es da Pfändungen gibt, oder der Schulabschluss fehlt oder der Kindergarten am Land nur Vormittag aufsperrt, wäre das ohne unserem Sozialsystem eine Katastrophe. Aber die SPÖ ist ja doch auch dafür, dass der Mindestlohn stark angehoben wird, diese zwei Dinge gehören zusammen, und dann ist es ja wieder so, wie Sie es fordern, dass beim Arbeiten deutlich mehr bleibt. Auch sind wir dagegen, dass die Sozialgelder aus den Steuern derer stammen, die „gerade noch“ durchkommen.… Weiterlesen »

Wolff Klaus
Wolff Klaus

In einer Hierarchie, neigt jeder bis zum Grad seiner Unfähigkeit aufzusteigen!

Robert
Robert

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