Nationalratswahl 2019

Trotz Versprechen von Kurz: ÖVP verhindert Abschaffung der Maklergebühren

Die Maklergebühren für eine vermittelte Wohnung soll in Zukunft der Vermieter und nicht mehr der Mieter bezahlen. Für den Antrag des SPÖ im Parlament war eine satte Mehrheit zu erwarten, denn ÖVP-Chef Sebastian Kurz hatte sich nur wenige Wochen davor für die Abschaffung der Maklergebühren für Mieter ausgesprochen. Doch es kam anders: anstatt das sogenannte „Auftraggeberprinzip“ zu beschließen, stoppten die Abgeordneten der ÖVP die mieterfreundliche Makler-Regelung.

In der Regel zahlen heute die Mieter die Maklergebühr. Jeder Wohnungssuchende kennt das: Obwohl man die Wohnung über eigene Recherche gefunden hat, muss man zwei Monatsmieten Provision an die Makler zahlen – zusätzlich zur Kaution. Aus Sicht des Mieters ist es eine Gebühr fürs Aufsperren der Wohnung, die Maklerarbeit findet nämlich für den Vermieter statt: Der erspart sich die Vermittler-Arbeit.

Die SPÖ bekämpft dieses Problem schon lange. So senkte sie vor einigen Jahren die maximalen Maklergebühren von drei auf zwei Monatsmieten. Mehr war damals in der Koalition mit der ÖVP nicht zu holen. Jetzt startete sie einen neuen Anlauf zur Abschaffung der Maklergebühren für Mieter.

Kurz kündigt Zustimmung an

Und überraschend kündigte Sebastian Kurz in der ORF Sendung „Mein Wahlomat“ an, ebenfalls für eine Auftraggeberprinzip zu sein:

„Aus meiner Sicht könnten wir hier das deutsche Vorbild übernehmen, also festlegen, dass derjenige die Maklergebühren bezahlen muss, der auch den Auftrag gibt. Das ist im Regelfall – bei einem Mietvertrag – der Vermieter.“ – ÖVP Obmann Sebastian Kurz in der ORF Sendung „Mein Wahlomat“

SPÖ und ÖVP schienen in der Frage der Maklergebühren einig. Doch als die SPÖ bei der Sondersitzung einen Antrag einbrachte, der eine gerechte Makler-Regelung beschließen wollte, war die ÖVP dagegen. Den Fristsetzungsantrag der SPÖ lehnt die ÖVP ab. Der hätte einen Beschluss noch nächste Woche ermöglicht, die Maklergebühren hätte der Vermieter zahlen müssen.

Im Übrigen hat die ÖVP im Wahlkampf 2017 über 500.000 Euro aus der Immobilien-Branche erhalten.

Trotz Versprechen von Kurz: ÖVP verhindert Abschaffung der Maklergebühren

Top Themen

Wir recherchieren und überprüfen die Inhalte und Fakten in unseren Beiträgen. Du hast trotzdem einen Fehler entdeckt? Bitte schick uns eine Nachricht.
Click to comment
guest
Mehr zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
Top
Einfach anmelden und keinen Artikel mehr verpassen.
Anmelden
Jetzt auch bei Telegram!
Mit einem Klick auf "Anmelden" akzeptieren
Sie die Privacy Policy von Kontrast.
close-image
Send this to a friend

Mit Ihrer Einwilligung willigen Sie in das Setzen von den in der Datenschutzerklärung
beschriebenen Cookies und in die damit
verbundenen Übermittlungen von Daten ein. Die Einwilligung kann jederzeit für die
Zukunft in der Datenschutzerklärung widerrufen werden.

Cookie/Tracking Einstellungen

Funktionale CookiesUnsere Website verwendet funktionale Cookies. Diese Cookies sind notwendig, damit unsere Website funktionieren kann.

AnalyseUnsere Website verwendet Cookies für Statistiken, die es ermöglichen, unsere Website zu analysieren und u.a. im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit zu optimieren.

Social MediaUnsere Website platziert Social-Media-Cookies, um Ihnen Inhalte von Drittanbietern wie YouTube und Facebook anzuzeigen. Diese Cookies können Ihre persönlichen Daten verfolgen.

AndereUnsere Website platziert Drittanbieter-Cookies von anderen Drittanbieter-Diensten, bei denen es sich nicht um analytische, soziale Medien oder Werbung handelt.