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Wie wärs im Sommer mit einer „Siesta“ im Büro?

Wie wärs im Sommer mit einer „Siesta“ im Büro?

Hängematte (Foto: Unsplash/Toa Heftiba)

Foto: Unsplash/Toa Heftiba

Paul Hummel Paul Hummel
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25. Juli 2023
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Ärzt:innen in Deutschland schlagen vor, eine „Siesta“ in den Sommermonaten einzuführen. Zur Mittagszeit, wenn die Temperaturen besonders schwer erträglich sind, wird in Spanien traditionellerweise eine längere Pause in Form eines Mittagsschlafes eingelegt. Da es auch bei uns immer heißer wird, diskutiert man auch in Deutschland über derartige Arbeitsunterbrechungen.

Der Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Johannes Nießen, sagt: “Wir sollten uns bei Hitze an den Arbeitsweisen südlicher Länder orientieren: Früh aufstehen, morgens produktiv arbeiten und mittags Siesta machen. Das ist ein Konzept, das wir in den Sommermonaten übernehmen sollten.“ Außerdem solle man leichtere Kleidung tragen und komplexe Arbeitsaufgaben in den früheren Morgenstunden erledigen. 

Mit Mittagspause und „Power-Nap“ gegen die Erschöpfung

Zur Hitze untertags kommt hinzu, dass die Temperaturen auch in der Nacht auf einem hohen Niveau bleiben und nur geringfügig kühler sind. Dadurch wird erholsamer Schlaf erschwert und man startet schon erschöpfter in den Tag.

Nießen wird mit seinem Vorschlag von Kolleg:innen unterstützt. Auch sie raten zu einer Stunde Mittagsschlaf gegen 14 Uhr, um neue Kräfte zu tanken. Für viele Berufsgruppen ist das undenkbar, doch auch hier gäbe es Abhilfe: Allein ein zehnminütiger Power-Nap würde auch helfen. Auch wichtig: Ausreichend trinken und mehrere kleinere Portionen von leichtem Essen zu sich nehmen. 

Am frühen Nachmittag, wenn die Hitze am stärksten ist, ziehen sich viele Spanier:innen für eine Pause im kühleren Inneren zurück. (Foto: Unsplash/Alex Vasey)

Wirtschaftsvertreter gegen Hitze-Pausen

Während die Vertreter:innen aus der Medizin an dem Vorschlag Gefallen finden, und auch von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Beifall erhielten, werden Stimmen aus der Wirtschaft laut, die dem nichts abgewinnen wollen. Eine Siesta in den Mittagsstunden, so der Tenor, ist für Industrie oder Schichtbetrieb nicht praxistauglich. Außerdem gebe es ohnehin schon ausreichend Schutzmaßnahmen gegen Hitze.  

Österreichische Bau-Holz-Gewerkschaft fordert kürzere Arbeitstage als Lösung

Die Forderung der deutschen Amtsärzt:innen bezieht sich vor allem auf Bürojobs. In vielen Branchen täten sich bei der Umsetzung Probleme auf. Die österreichische Bau-Holz-Gewerkschaft merkt an, dass es zum einen für Bauarbeiter:innen keine Räume für eine Siesta gibt, zum anderen die Arbeitstage an sich zu lange sind. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen, müssen die Arbeitszeiten an Hitzetagen verkürzt werden, fordert die Gewerkschaft. Durch einen früheren Arbeitsbeginn leisten die Beschäftigten am Bau bereits jetzt bis zu acht Stunden Schwerstarbeit, bevor es zu unerträglichen Temperaturen jenseits der 30 Grad am Nachmittag kommt.

„Siesta“ auch in Spanien nicht nur sinnvoll umgesetzt

Ob man die „Siesta“ exakt so umsetzen sollte wie sie in Spanien gelebt wird, ist fraglich. Denn dort halten viele Arbeitnehmer:innen trotz klimatisierter Büros zwei Stunden Pause. Während ihre Chef:innen diese Zeit für längere Geschäftsessen nutzen, sitzen Pendler:innen ihre Zeit ab. In großen Städten nützen immer weniger die Siesta wirklich zum Schlafen.

Ob die Siesta in Büros bald alltäglich sein wird, bleibt abzuwarten. Obwohl Karl Lauterbach an der Idee Gefallen findet, ist es keine politische Priorität: “Das sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer selbst aushandeln”, sagt er.

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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