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Trumps Chefstratege Bannon beutete ChinesInnen illegal auf Gamefarms aus

Foto: Gage Skidmore (CC BY-SA 2.0)

Stephen Bannon, Donald Trumps Chefstratege,  war über Jahre an einem Unternehmen beteiligt, das halblegal und unter ausbeuterischen Umständen mit Game Farms in China Millionen gemacht hat,wie die Washington Post berichtet.

Bannon wurde 2005 Berater von Internet Gaming Entertainment (IGE). Das Unternehmen mit Sitz in Hong Kong handelte weltweit mit virtuellen Werten und Charakteren für Online-Spiele.

Über IGE konnten Spieler von World of Warcraft, EverQuest oder Lineage II Charaktere, sogenannte Avatare und letztlich Spielerfolg kaufen – ohne dafür selbst spielen zu müssen.

Jugendliche wollten erfolgreiche Spielfiguren kaufen

Die Firma erkannte das finanzielle Potenzial, das hinter dem Verkauf erfolgreicher Avatare steckt. Immerhin spielten Anfang der Nuller Jahre Millionen westliche Jugendliche das Online Rollenspiel World of Warcraft (WOW).

Das Problem dabei: Ihnen fehlte die Zeit, so zu spielen, dass sie richtig starke Avatare aufbauten – das heißt ihre Spielcharaktere auflevelten oder wichtige Gegestände farmten. Aber sie hatten das Geld, um sich vorgefertigte und erfolgreiche Spielfiguren oder Gegenstände zu kaufen.

In China wurde tagelang bis zur Erschöpfung gespielt

Darauf setzten IGE und Bannon: Über undurchsichtige Konstrukionen kauften sie Avatare von sogenannten Game Farms oder„Gold Farms“, die in China angesiedelt waren. In diesen Farms waren unzählige Menschen damit beschäftigt stellvertretend für die westlichen WOW-Kids zu zocken. Tagelang, bis zur Erschöpfung. Geld bekamen sie freilich sehr wenig dafür.

„Die Wahrheit ist, das meiste Gold wurde auf chinesischen Farmen von einer Gruppe Menschen in winzigen Kabinen geschaffen, die den ganzen Tag für ein paar Dollar spielten“,

wird ein ehemaliger Mitarbeiter von IGE zitiert. Gold Farms gehörten offiziell nicht zur Firma IGE. Es war aber, so die Washington Post, ein offenes Geheimnis, dass IGE bei den Gold Farms einkaufte.

Millionengeschäft mit chinesischen Avataren

Zudem überzeugte Bannon etwa seinen früheren Arbeitgeber Goldman Sachs mehrere Millionen Dollar in das fragwürdige Geschäft zu investieren. Und das Geschäft war erfolgreich. Nicht wenige Spieler zahlten tausende Dollar für voll ausgestattete Charaktere ihres Lieblingsspieles. IGE verdiente damit im April 2004 2,7 Millionen Dollar, im selben Monat ein Jahr später bereits 6,7 Millionen.

Spielfirmen wollten Betrug verhindern

Bannon wollte dieses Geschäft auch den Spielfirmen, also den Eigentümern von WOW oder EverQuest schmackhaft machen. So sollte das Geschäftsmodell aus dem rechtlichen Graubereich in die Legalität.

Doch die Spielfirmen wollten nicht, dass im Spiel auf diese Weise betrogen wird. Ihnen war wichtig, dass der „virtuelle Markt“ nicht aus dem Gleichgewicht geriet. Wenn plötzlich massenweise perfekte Avatare im Spiel wären, würden andere Spieler schnell die Lust am Spiel verlieren. Zudem war Bannon mit dem Vorwurf konfrontiert, mit Billiglöhnen und Ausbeutung in sogenannten Dritte-Welt Ländern ein Vermögen zu verdienen.

Also beschlossen die Gegner von IGE mit einer Sammelklage gegen Bannon vorzugehen. Sie hatten Erfolg: IGE musste seine Geschäfte für fünf Jahre einstellen und weitere herbe Verluste hinnehmen.

Vom Breitbart News zum Trump-Chefstrategen

Eines beeindruckte Bannon jedoch an der ganzen Sache: Wie tausende Gamer in Chatgruppen und virtuellen Welten gegen diese Form des Spielbetrugs Stellung bezogen. Die Macht, die in Online Foren entstehen kann, faszinierte ihn.

„Diese Leute, entwurzelte weiße Männer, hatten Monsterkräfte“, soll Bannon gesagt haben. Also gründete er Breitbart News, die ultra-rechte Nachrichtenseite, um die kollektive Stärke in der virtuellen Welt auf seine Weise zu nützen. 2016 wurde er zu einem wichtigen Berater der Regierung Trump.

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