Klimakatastrophe

Australien brennt – doch der konservative Premier tut weiter nichts für den Klimaschutz

In Australien wüten riesige Busch- und Waldbrände. Insgesamt brennt eine Fläche, die fast so groß wie Österreich ist. Und die Feuer breiten sich weiter aus. In der Hauptstadt Canberra ist die Luft so verschmutzt, dass die Menschen ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen. Die Wissenschaft ist sich einig: Die Brände sind eine Folge des Klimawandels. Doch der konservative Regierungschef will noch keine Maßnahmen zum Klimaschutz setzen – die Wut in der Bevölkerung darüber ist groß.

Seit Oktober brennen riesige Gebiete in Australien: insgesamt wurden bereits 7 Mio. Hektar von den Feuern verschlungen – das entspricht fast der Fläche Österreichs. 25 Menschen und Hunderte Millionen Tiere kamen bei den Bränden ums Leben. Rund ein Drittel der gesamten Koala-Population fiel den Flammen zum Opfer. Auch Regenwälder sind betroffen. Denn das Outback ist staubtrocken und brennt wie Zunder.

Australien ist eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder

Grund für die Ausmaße der Brände ist eine durch den Klimawandel hervorgerufene Veränderung der Meerwasser-Temperatur rund um Australien. Tiefdruckgebiete werden dadurch umgeleitet, darum blieben die Regenfälle im Frühjahr aus. Außerdem liegt die Temperatur heuer um 1,5 Grad über den Durchschnitt.

Der Katastrophen- und Feuer-Forscher Dale Dominey-Howes sieht Australien vor einem Wendepunkt. Er sagte im Gespräch mit ZEIT ONLINE:

„Was wir gerade beobachten, hat mit dem Normalzustand nichts mehr zu tun. Es ist ein Vorgeschmack auf das, was Australien in Zukunft erwartet.“

Konservativer Regierungschef ignoriert trotz Feuer Klimawandel und genehmigt neue Kohlemine

Die Feuer in Australien haben viel mit der nicht vorhanden Klimapolitik der Regierungschefs Scott Morrison zu tun.

Der Ministerpräsident Australiens Scott Morrison. Bild von Kristy Robinson

Trotzdem will die Regierung nicht aktiv werden. Beim Klimagipfel in Madrid verhinderte der australische Ministerpräsident Scott Morrison gemeinsam mit Donald Trump und dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro fast alle Maßnahmen. Herausgekommen ist ein Minimalkompromiss ohne Verpflichtungen. Morrison gilt als Freund der Kohle-Industrie. So ist er im Parlament sogar schon öffentlichkeitswirksam mit einem Stück Kohle aufgetreten, um für Australiens wichtigstes Exportgut zu werben. Erst im Juni hat seine Regierung den Bau einer neuen Kohlemine in Queensland genehmigt.

Doch auch abseits konkreter Politik tritt der Ministerpräsident in ein Fettnäpfchen nach dem anderen. So schwänzte er einen Klimakrisengipfel, den eine Gruppe ehemaliger Feuerwehreinsatzleiter schon im Dezember anberaumt hatte. Er flog lieber nach Hawaii und ließ sich dort mit Flipflops und Bier fotografieren. Und während Zehntausende Sommerurlauber mit Gasmasken aus den Brandgebieten fliehen mussten und Feuerwehrkräfte Tote aus Häusern bargen, lud Morrison zu einer Gartenparty mit der Cricket-Nationalmannschaft.

Betroffene verweigern Morrison Handschlag

Mehr als zweihundertfünfzigtausend Menschen unterzeichneten eine Petition, die forderte, dass angesichts der Verwüstungen das berühmte Sylvester-Feuerwerk von Sydney abgeschafft werden sollte. Das beeindruckte Morrison nicht. Er meinte nur:

„Ich kann mir keinen besseren Zeitpunkt vorstellen, um der Welt zu zeigen, wie optimistisch und positiv wir als Land sind.“

All das macht ihn in der Bevölkerung reichlich unbeliebt. Während eines Besuchs im verwüsteten Städtchen Cobargo, in dem es an Wasser und Lebensmitteln fehlt, weigerten sich Anwohner, dem Regierungschef die Hand zu schütteln, einige riefen ihm Beleidigungen zu.

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Ist der mit eurem
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konservativen Kurz verwandt? Oder mit dem konservativen Trump? Oder mit dem konservativen Kosor? Oder mit der konservativen Martínez? Oder mit dem konservativen Netanjahu? Oder mit dem konservativen Terho? Oder mit dem konservativen Jacob? Oder dem konservativen Schöne? Oder dem konservativen Varadkar?

Nein, mit welchem Konservativen dann?

Falko Wagner
Falko Wagner

Brandstiftung hat auch wenig mit dem Klima zu tun.

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