Bibliotheken, die neben dem Bücherverleih einen gemeinsamen Raum für kreatives Arbeiten bieten, werden in Österreich immer beliebter – und es gibt immer mehr davon. In „Maker Spaces“ hat man die Möglichkeit, gemeinsam am 3D-Drucker, vor einem Green Screen oder in einer Nähwerkstatt kreativ zu sein. Auch Gebrauchs- und Alltagsgegenstände können in diesen neuen Bibliotheken ausgeliehen werden. Skandinavien gilt als Vorbild, wenn es um Bibliotheken der Zukunft geht.
3D-Drucker, Plattenspieler und Green Screen: Neue Bibliothek in Wien eröffnet
Immer mehr „Bibliotheken der Dinge“ und „Makerspaces“ in Österreich
In Österreich gibt es mittlerweile rund sieben solcher „Bibliotheken der Dinge“, die das klassische Konzept der Bücherei um Alltagsgegenstände erweitern. Die „Dingelei(h)“ in Linz oder die „Dingeborg“ in Graz beispielsweise, wo man neben Büchern auch eine große Auswahl an Werkzeugen, Spielen, Küchengeräten oder technischen Geräten ausleihen kann. Ziel ist es, Teilen zu fördern, Kosten zu sparen und Menschen den Zugang zu Dingen zu ermöglichen, die sie nur ab und zu brauchen. Finanziert werden diese Angebote meist von den Städten und Gemeinden selbst, häufig in Kooperation mit lokalen Kulturinitiativen oder durch Förderungen. So entstehen Orte, die nicht nur Wissen, sondern auch praktische Alltags- und Gebrauchsgegenstände gemeinschaftlich zugänglich machen.
Auch so genannte „Maker Spaces“ werden in Österreichs Bibliotheken immer beliebter. Das Konzept dahinter ist, einen offenen Raum zur Verfügung zu stellen, wo Menschen zusammenkommen und gemeinsam Zugang zu modernen Technologien haben. Dort ist der ideale Platz, um gemeinsam Ideen umzusetzen oder an Lösungen zu tüfteln. In der Stadtbibliothek Graz gibt es zum Beispiel so genannte „Basement Labs“ mit Tonstudio, Plotter und einer modernen Nähwerkstatt.
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Vielfältige Bildung in Belgien: 1.000 Lernräume, 3D-Druck und Lötgeräte
In der belgischen DeKrook sind sowohl Schüler:innen der Primarstufe als auch Pensionist:innen anzutreffen. Vor allem ältere Menschen freuen sich über einen Ort, an dem sie gemeinsam Kaffee trinken, Zeitung lesen, Karten spielen oder einen Internetkurs besuchen können. Das Gebäude bietet rund 1.000 Lernräume, ein helles Café sowie Bereiche mit 3D-Druckern, Nähmaschinen und Lötgeräten. Außerdem helfen Beratungsstellen bei Fragen rund um Erwachsenenbildung und Rechtliches.
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Ein ganzer Tag in der „Dokk1“ in Dänemark: Lesen, Verkleiden, Spielen
Ihre urbane Architektur erinnert an ein Raumschiff: Die Dokk1 in Aarhus öffnete 2015 ihre Türen und wurde zur größten öffentlichen Bibliothek Skandinaviens erklärt. Das 30.000 Quadratmeter große Gebäude ist Teil des Urban Mediaspace-Projekts, das die Hafenfront von Aarhus umgestaltet. In der Bibliothek lässt sich problemlos ein ganzer Tag verbringen: Kinder und Familien finden dort Spiel- und Entspannungsangebote, interaktive Medien, Geschichten, Verkleidungsmöglichkeiten sowie Spielplätze drinnen und draußen – ein Ort zum Entdecken, Zuhören, Spielen und Erholen zugleich.

Musik produzieren in der „besten Bibliothek weltweit“ in Oslo
Die International Federation of Library Association (IFLA) kürte die Deichman Bjørvika in Oslo 2021 zur besten neuen öffentlichen Bibliothek der Welt. Das lamellenartige Gebäude liegt im Hafen von Oslo und erstreckt sich über sechs Stockwerke, die verschiedenen Lernformen gewidmet sind. Die Bibliothek beherbergt nicht nur Bücher, sondern auch Kinosäle, Aufnahmestudios, Werkstätten und Spielräume. Natürlich gibt es in den oberen Etagen auch ruhige Räume, um sich zum Lernen zurückziehen zu können.

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Mehr zu dem Thema gibt es hier.
Lötdämpfe sind giftig. Zukünftig riskiert man seine Gesundheit, wenn man eine Bibliothek besucht, wo Pfuscher zu löten versuchen.
Vielleicht ein Impuls um unsere Volkshochschulen neu zu denken oder eben neue Bürger:innen Begenungsorte zu gründen und zu gestalten. In Wien, in Österreich, in Europa.