Klimagerechtigkeit

Klimakrise: Die Reichen verursachen sie, die Armen leiden darunter

Eine Unterschied im CO2 Ausstoß gibt es nicht nur zwischen den Ländern sondern auch innerhalb von Ländern. Eine neue Studie zeigt, dass es weltweit vor allem die Reichen sind die Verursacher des Klimawandels, während die Armen die Leidtragenden sind. Eine fortschrittliche und gerechte Klimapolitik muss die Reichen dieser Welt in die Verantwortung ziehen und Arme unterstützen.

Werden Klima-Abkommen verhandelt, feilschen die Regierungschefs darum, welches Land seinen CO2 Ausstoß um wie viel Prozent reduzieren muss. Verhandlungsbasis sind die gesamten Emissionen von Ländern oder pro Einwohner. Eine neue Studie der Hilfsorganisation Oxfam zeigt jedoch, dass es auch innerhalb der einzelnen Länder enorme Unterschiede gibt: Wie viel CO2 verursacht wird und wie hart jemanden die Klimakrise trifft, hängt davon ab, wie viel Geld man am Konto hat.

Reiche als wahre Verursacher der Klimakrise

Die Studie benutzt eine neue Rechenweise: Anstatt den CO2 Ausstoß dort zu messen, wo er produziert wird – etwa in einer Spielzeug-Fabrik in China oder in einer Näherei in Bangladesch, wird der Emissionswert für das Produkt dort gemessen, wo es konsumiert wird.

Wenn also die Jeans aus Bangladesch in Österreich getragen wird oder das Spielzeug aus China in den USA unter dem Christbaum liegt, dann fällt dort der Emissionswert an.

Und berechnet man den CO2-Ausstoß am Konsum, kommt man zu dem Ergebnis: Reiche sind die wahren Klimasünder – und zwar überall auf der Welt.

Reiche sind mit ihrem hohen CO2 Ausstoß die Verursacher der Klimakrise

Die reichsten 10% der Weltbevölkerung sind für die Hälfte des CO2 Ausstoß verantwortlich

Die reichsten 10% versuchen 50% des CO2-Ausstoßes

Die reichsten 10 % der Weltbevölkerung sind für fast die Hälfte des CO2-Ausstoßes verantwortlich, während die ärmsten 50 % der Weltbevölkerung nur etwa ein Zehntel der weltweiten Emissionsmenge ausstoßen.

Der Grund für dieses Ungleichgewicht liegt im Lebensstil: Wer viel Geld hat, kauft mehr, fährt mehr Auto und fliegt oft. Noch extremer fällt das Bild aus, wenn wir  das reichste 1 % der Weltbevölkerung betrachten. Die Reichsten der Erde stoßen 175 mal so viel CO2 aus wie die ärmsten 10 % der Bevölkerung.

Die Reichen sind mit ihrem hohen CO2 Ausstoß die Verursacher der Klimakrise

In fast allen Ländern verursachen die Reichsten ein Vielfaches der Emissionen des Durchschnittsbürgers

Je ungleicher eine Gesellschaft, umso ungleicher auch der CO2-Ausstoß

Die Länder unterscheiden sich natürlich weiterhin hinsichtlich ihres CO2-Ausstoßes. Dennoch verbrauchen Reiche – egal, wo sie sich befinden – überdurchschnittlich viel CO2. Wo die Ungleichheit besonders hoch ist – etwa den USA – ist auch der Unterschied in den Emissionswerten besonders hoch. Daraus ergibt sich: Die Klimakrise ist auch eine soziale Frage.

Arme sind die Leidtragenden

Von den Konsequenzen der Klimakrise sind dagegen die Armen viel stärker betroffen: Länder wie Bangladesch oder Mosambik müssen mit den katastrophalsten Auswirkungen rechnen. Staaten wie Kanada oder Norwegen kommen im Vergleich glimpflich davon. Doch auch innerhalb der Staaten sind die wohlhabenden Teile der Bevölkerung am wenigsten und die Ärmsten am meisten betroffen.

Arme Menschen leben in schlechten Häusern und haben unsichere Jobs. Selten haben sie Geld auf der Seite, um Klimaanlagen anzuschaffen oder auf Urlaub ins Kühle zu fahren. Ihre Arbeiten sind körperlich anstrengend und gesundheitlich sind sie meist schlechter beisammen – weshalb ihnen Wetterextreme auch mehr zu schaffen machen.

Arme Gegenden stärker von Naturkatastrophen betroffen

Oft sind es auch genau ärmere Gegenden, die von Umweltkatastrophen besonders getroffen sind. Ihr Wohngegenden sind schlechter vor Naturkatastrophen geschützt als die Wohngegenden von Wohlhabenden. Ein Beispiel ist der Supersturm Sandy, der New York 2012 traf. Die Sturmflut traf vor allem ärmere Gegenden, ein Drittel lebte im sozialen Wohnbau – die Hälfte von ihnen verlor ihre Wohnung.

Reiche Gegenden waren kaum vom Sandy betroffen. Ähnlich war die Situation bei Hurrikan Kathrina in New Orleans 2005. Dort waren es vor allem Gegenden mit geringen Einkommen, die vom Hurrikan verwüstet wurden.

Von Klimakrise zu Klimagerechtigkeit

Die Reichen verursachen die Klimakrise, die Armen sind die Leidtragenden. Das muss bei den Diskussionen über die Klimakreise berücksichtigt werden und auch in den Klima-Verhandlungen eine Rolle spielen. Die Verantwortung für die Klimakrise ist ebenso wenig gleich verteilt wie die Betroffenheit. Klimapolitik muss das berücksichtigen: Reiche in die Verantwortung nehmen und arme Menschen bei der Bewältigung der Krise unterstützt.

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6 Kommentare

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Curd
Curd

Also, ich würde die Werte denen zuteilen, die produzieren lassen und verkaufen wollen. Weil die die Verursachung überhaupt erst ermöglichen; und das aus reiner Gier!

wolfgang fubel
wolfgang fubel

Die Reichen sind an den meisten üblen Ungerechtigkeiten und Kriegen schuld. Sie sind auch an der ungerechten verteilung der Schätze dieser Welt schuld. Sie tragen auch wesendlich zur Ungleichheit und ungerechter Verteilung der Güter dieser Welt bei! Auch achten Sie darauf das dieser Zustand erhalten bleibt. Sichert Dieser Zustand doch Ihren verschwenderischen Lebensstiel!
Aber Denen zu unterstellen Sie würden das Klima in der Geschilderten Form verändern oder beeinflussen ist blanker Unsinn!
Genau der Gleiche Blödsinn, den diese Klima-Religionsfürsten und Panikmacher verbreiten!!

Darunter leiden sie:
Darunter leiden sie:
Klar nachgedacht:
Klar nachgedacht:
Häschen
Häschen

Oxfam und Kontrast.at – Ein Weltkommunist kumpfert vom anderen ab. Wenn eine sich automatisierende Güterbereitstellungslinie (Industrielinie) an im Konsumenten in der Rolle des Verbrauchers Güter übergibt und die Abwertungstendenz zum Rohstoff hin zwingend erforderlich ist, … ist der im Artikel präsentierte Zusammenhang trivial gegeben. Das Problem wird sehr verkürzt gesagt von der Umverteilung in der Konsumgesellschaft getrieben. Der Zugriff auf die passgenauen Werkzeuge beleibt auf B2B versperrt. Sobald eine Öffnung passiert, dann wird das einstige Werkzeuge eher wieder in der Gestalt des Verbrauchs weitergegeben. Also muss sich der Einzelne Zugriff darauf verschaffen. Das Mittelstandmodell hindert einen daran. Der Reiche wirkt… Weiterlesen »

Habnix
Habnix

“ Das ist der Mittelstand. “ Der angegriffene Mittelstand der sich in einem Faschistoiden Staat fast ganz auflöst?

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