Klimawandel

Klimapolitik muss die extrem Reichen treffen

Eine neue Oxfam-Studie zeigt, dass es weltweit vor allem die Reichen sind, die den Klimawandel stark vorantreiben – durch exzessiven Konsum. Die Leidtragenden sind dabei die Armen. „Für den Konsumrausch einer reichen Minderheit zahlen die Ärmsten den Preis,“ sagt Oxfam.

Der reichste Teil der Menschheit treibt die Erderwärmung am allermeisten voran, das zeigt die jüngste Oxfam-Studie anlässlich der Weltklimakonferenz COP26. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung stößt dreißig Mal mehr CO2 aus als sie sollten – zumindest wenn die Temperaturen bis 2030 nicht um mehr als 1,5 Grad steigen sollen. Sie müssten ihre Emissionen um 97 Prozent reduzieren, wenn die CO2-Reduktion fair verteilt sein soll.

„Ein Milliardär verbraucht bei einem Flug ins All mehr CO2 als ein armer Mensch im ganzen Leben. Eine kleine Elite scheint den Freifahrtsschein zur Verschmutzung zu haben”, kritisiert Nafkote Dabi, Klimaexpertin bei Oxfam.

Während die ärmste Hälfte der Welt weit weniger CO2 ausstößt als ihr zustehen würde, leben die obersten 10 Prozent über ihre Klima-Verhältnisse: Ihr CO2-Ausstoß liegt neun Mal höher als geboten wäre, um die Klimaziele zu erreichen. Wenn sie ihren CO2-Ausstoß nicht reduzieren, ist das 1,5 Grad Ziel nicht erreichbar – egal, wie sich die anderen 90 Prozent verhalten.

Dass wir so weit von unseren Klimazielen entfernt sind, „ist nicht dem Konsum und Lebensstil der allermeisten Menschen geschuldet. Es liegt an den exzessiven Emissionen der reichsten Menschen auf diesem Planeten“, erklärt Tim Gore, einer der Studienautoren. Regierungen müssen daher Maßnahmen entwickeln, die auf Reiche zielen: „Die Klimakrise und die Ungleichheitskrise müssen gemeinsam angegagen werden“.

Klimakrise und Ungleichheitskrise gemeinsam angehen

Klimapolitik muss Reiche in die Verantwortung nehmen und arme Menschen bei der Bewältigung der Krise unterstützen. „Wenn wir so weitermachen wie bisher, werden die krassen Ungleichheiten bei Einkommen und Emissionen innerhalb der Weltbevölkerung bestehen bleiben. Dies stellt das Gerechtigkeitsprinzip in Frage“, so Emily Ghosh vom Stockholmer Umweltinstitut.

Staaten müssen Luxus-Konsum wie Mega-Yachten, Privat Jets oder private Flüge ins All beschränken und Investitionen in Öl- oder Gasgeschäfte stärker besteuern, rät Oxfam. Denn die extrem Reichen verdienen mit Erdöl und Erdgas nach wie vor viel Geld: Laut dem Jahresbericht der Energieagentur (IEA) über die Investitionstrends in der Energiewirtschaft, flossen 2020 726 Mrd. US-Dollar in Projekte mit Öl, Gas und Kohle. Das heißt: In neue fossile Anlagen, die zu den bereits bestehenden dazu kommen. Dabei stoßen die bestehenden Kraftwerke schon so viele Treibhausgase aus, um uns weit über das 1,5 Grad Ziel hinauszuschießen. Weniger als die Hälfte des Geldes, nämlich nur 359 Mrd. Euro, haben Investoren dagegen in erneuerbare Energie investiert. Auch für das Jahr 2021 bleibt das Geld für die Öl- und Gasgewinnung weit höher als das für Wind- oder Solarenergie.

„Höhere Einnahmen vom obersten Prozent sollen Staaten in den öffentlichen und grünen Sektor investieren, wo gute Arbeitsplätze entstehen“, sagt Tim Gore, einer der Studienautoren.

Die reichsten 10% verursachen 52% des CO2-Ausstoßes

Oxfam hat bereits in früheren Studien gezeigt, wie ungleich der CO-Ausstoß verteilt ist: Die reichsten zehn Prozent (630 Millionen Menschen) sind für mehr als die Hälfte (52 Prozent) des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Das reichste Prozent (63 Millionen) für 15 Prozent – Tendenz steigend. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ist dagegen nur für sieben Prozent des CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Reiche sind mit ihrem hohen CO2 Ausstoß die Verursacher der Klimakrise

Die reichsten 10% der Weltbevölkerung sind für die Hälfte des CO2 Ausstoß verantwortlich

Der Grund für dieses Ungleichgewicht liegt im Lebensstil: Wer viel Geld hat, kauft mehr, fährt mehr Auto und fliegt oft. Noch extremer fällt das Bild aus, wenn wir das reichste 1 Prozent der Weltbevölkerung betrachten. Die Reichsten der Erde stoßen doppelt so viel CO2 aus wie die ärmste Hälfte der Bevölkerung.

Die Reichen sind mit ihrem hohen CO2 Ausstoß die Verursacher der Klimakrise

In fast allen Ländern verursachen die Reichsten ein Vielfaches der Emissionen des Durchschnittsbürgers

Je ungleicher eine Gesellschaft, umso ungleicher auch der CO2-Ausstoß

Dass die Reichsten weit mehr Treibhausgase verursachen als ärmere Teile der Bevölkerung gilt sowohl über die ganze Welt verteilt als auch in jedem einzelnen Land. Auch wenn sie die Ergebnisse pro Land stark unterscheiden, so gilt: Reiche verbrauchen überdurchschnittlich viel CO2 – egal, wo sie sich befinden. Wo die Ungleichheit besonders hoch ist – etwa in den USA – ist auch der Unterschied in den Emissionswerten besonders hoch.

In Österreich fallen die Unterschiede kleiner aus, doch auch hier fällt das Einkommen ins Gewicht: Hier sind Laut Oxfam die reichsten zehn Prozent bzw. 872.964 Menschen für ein Viertel (24,6%) der österreichischen CO2-Emissionen verantwortlich. Die mit 4,4 Millionen Menschen fünf Mal größere ärmere Hälfte der österreichischen Bevölkerung hat mit 30 Prozent nur etwas mehr verbraucht. Noch krasser ist der Vergleich mit den reichsten 0,1 Prozent: Jemand wie René Benko verbraucht 20 Mal soviel CO2 im Jahr wie ein Österreicher aus den unteren 50 Prozent.

Arme sind die Leidtragenden

Von den Konsequenzen der Klimakrise sind hingegen die Armen global viel stärker betroffen: Länder wie Bangladesch oder Mosambik müssen mit den katastrophalen Auswirkungen – Hitze, Dürre, Überschwemmungen – rechnen. Staaten wie Kanada oder Norwegen kommen im Vergleich glimpflich davon. Doch auch innerhalb der Staaten sind die wohlhabenden Teile der Bevölkerung am wenigsten und die Ärmsten am meisten betroffen. Bei der Flutkatastrophe in Deutschland fehlte den ärmeren Deutschen nicht nur eine ausreichende Versicherung, sondern auch Erspartes für neue Anschaffungen oder den Umzug.

Arme Menschen leben in schlechten Häusern und haben unsichere Jobs. Selten haben sie Geld auf der Seite, um Klimaanlagen anzuschaffen oder ein Ferienhaus im Kühlen zu kaufen. Ihre Arbeiten sind körperlich anstrengender und gesundheitlich sind sie meist schlechter beisammen – weshalb ihnen Wetterextreme auch mehr zu schaffen machen.

 

Die Rechenweise der Studie
Die Studie benutzt eine neue Rechenweise: Anstatt den CO2 Ausstoß dort zu messen, wo er produziert wird – etwa in einer Spielzeug-Fabrik in China oder in einer Näherei in Bangladesch, wird der Emissionswert für das Produkt dort gemessen, wo es konsumiert wird. Wenn also die Jeans aus Bangladesch in Österreich getragen wird oder das Spielzeug aus China in den USA unter dem Christbaum liegt, dann fällt dort der Emissionswert an. Berechnet man den CO2-Ausstoß am Konsum, kommt man zu dem Ergebnis: Reiche sind die wahren Klimasünder  – und zwar überall auf der Welt.
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wolfgang fubel
wolfgang fubel
14. Juli 2019 15:11

Die Reichen sind an den meisten üblen Ungerechtigkeiten und Kriegen schuld. Sie sind auch an der ungerechten verteilung der Schätze dieser Welt schuld. Sie tragen auch wesendlich zur Ungleichheit und ungerechter Verteilung der Güter dieser Welt bei! Auch achten Sie darauf das dieser Zustand erhalten bleibt. Sichert Dieser Zustand doch Ihren verschwenderischen Lebensstiel!
Aber Denen zu unterstellen Sie würden das Klima in der Geschilderten Form verändern oder beeinflussen ist blanker Unsinn!
Genau der Gleiche Blödsinn, den diese Klima-Religionsfürsten und Panikmacher verbreiten!!

Curd
Curd
14. Juli 2019 12:18

Also, ich würde die Werte denen zuteilen, die produzieren lassen und verkaufen wollen. Weil die die Verursachung überhaupt erst ermöglichen; und das aus reiner Gier!

Darunter leiden sie:
Darunter leiden sie:
13. Juli 2019 02:33
Klar nachgedacht:
Klar nachgedacht:
11. Juli 2019 23:16

https://www.youtube.com/watch?v=Gx9J8j2Xz0g&feature=youtu.be&t=646
Das meint ein Professor der Uni Stanford.

Häschen
Häschen
11. Juli 2019 14:21

Oxfam und Kontrast.at – Ein Weltkommunist kumpfert vom anderen ab. Wenn eine sich automatisierende Güterbereitstellungslinie (Industrielinie) an im Konsumenten in der Rolle des Verbrauchers Güter übergibt und die Abwertungstendenz zum Rohstoff hin zwingend erforderlich ist, … ist der im Artikel präsentierte Zusammenhang trivial gegeben. Das Problem wird sehr verkürzt gesagt von der Umverteilung in der Konsumgesellschaft getrieben. Der Zugriff auf die passgenauen Werkzeuge beleibt auf B2B versperrt. Sobald eine Öffnung passiert, dann wird das einstige Werkzeuge eher wieder in der Gestalt des Verbrauchs weitergegeben. Also muss sich der Einzelne Zugriff darauf verschaffen. Das Mittelstandmodell hindert einen daran. Der Reiche wirkt allein reicher, da er sich dieser Güterklasse anhängig fühlt. Das hat aber mit dem Grenznutzenempfingen pro hinzugefügter Geldeinheit (resp. Währungseinheit als neutraler Informationsträger) ins Vermögen oder in den ‚Bezug‘ wenig zu tun. Glauben Sie tatsächlich dass meinereins einen 7 bis 8stelligen Bestand an Informationseinheiten ausgedrückt in Währung im Finanzvermögen halte, wenn ich Monat ein paar wenige hunderte solche Einheiten ausgebe? Ich besorge mir genauso nur Güter aus dem B2B Umfeld. Entlang der Preisindikatorhierarchie sind diese Güter ‚teurer’/knapper und damit rechtfertigt sich mehr Einsatz von Ressourcen auch der eigenen, egal ob arbeitsteilig bereitgestellt oder nicht. Arm ist jener der eine Empfindung von ungedecktem Bedarf im Herzen trägt und daraus folgt dass ein Lohn nur mit Bezug auf das zu erwartende Tauschvolumen entlang von Zeitpräferenzen gerecht sein kann. Ich möchte in keiner Welt leben in der ein reicher gezwungen ist reich zu sein und in dem Sinne des Artikel ständig der Verschwendung anhängig und ein Armer immer arm. Die Frage die sich stellt ist eher, wer hält beide in ihrer Position fest. Das ist der Mittelstand. Der Artikel ist einfach falsch. Ihr seid offensichtlich einen verklärten Begriff von Einkommensgerechtigkeit anhängig. Der Mensch steigt in den Mittelstand ab und nicht auf. Es ist… Weiterlesen »

Habnix
Habnix
Reply to  Häschen
14. Juli 2019 14:58

“ Das ist der Mittelstand. “ Der angegriffene Mittelstand der sich in einem Faschistoiden Staat fast ganz auflöst?

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