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Hohe Dunkelziffer: Viel zu wenig Corona-Tests in Österreich

Hohe Dunkelziffer: Viel zu wenig Corona-Tests in Österreich

Patricia Huber Patricia Huber
in Gesundheit
Lesezeit:3 Minuten
24. März 2020
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Corona-Hotline ruft nicht zurück oder eine Corona-Testung wird abgelehnt: In Österreich häufen sich Geschichten von Menschen, die keinen Test auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 bekommen und in Privatlabors ausweichen müssen. Dabei sind Tests laut WHO das wichtigste Instrument, um die Ausbreitung des Virus zu reduzieren. SPÖ-Chefin und Virologin Pamela Rendi-Wagner fordert daher die rasche Ausweitung von Testkapazitäten, einen Tag später zog die Regierung nach. 

Herr P., seine Mutter und seine Lebensgefährt, die am Flughafen Wien arbeitet, haben Corona-Symptome. Alle drei, die Mutter am schwersten.  Sie rufen bei der Corona-Hotline 1450 an, 4 Tage später meldet sich von dort wer zurück. In der Zwischenzeit hat Herrn Ps Mutter bereits einen Privattest durchführen lassen und ihn selbst bezahlt. Der Test war positiv.

Das meldete sie sofort bei der Hotline, erst nach weiteren 2 Tagen wird der offizielle Test durchgeführt, auch der ist positiv. Herr P und seine Lebensgefährtin mussten weitere 3 Tage warten, bis sie getestet werden. Ihr Ergebnis wissen sie bis heute nicht. 

WHO: „Testen, testen, testen“

Wer eine Pandemie unter Kontrolle bringen will, muss wissen, wer erkrankt ist. Die WHO fordert deshalb: „Testen, testen, testen!“ In Österreich zahlen viele wie Herrn Ps Mutter ihre Tests in Privatlabors – weil die offiziellen Tests zu lange dauern.

Dabei ist gerade das entscheidend: Infizierte ausfindig machen, isolieren und Personen, mit denen sie Kontakt hatten ebenfalls testen – auch wenn die keine Symptome zeigen. Denn gerade Erkrankte ohne Symptome verbreiten das Virus oft stark weiter – diese Art der Ausbreitung kann man nur durch gezielte Tests verhindern.

Rendi-Wagner fordert flächende Tests in Österreich

Die SPÖ-Vorsitzende und Virologin Pamela Rendi-Wagner hat daher am Montag gefordert: Endlich flächendeckende Tests von allen Kontaktpersonen durchzuführen, „sonst bringen wir das Virus nicht unter Kontrolle“. Das heißt: In aller erster Linie Personen mit klassischen Corona-Symptome testen, nicht einmal das war bisher flächendeckend in Österreich der Fall.

Aber  nicht nur das: Auch jene, die mit infizierten Personen Kontakt hatten, müssen in Zukunft getestet werden. Unabhängig davon, ob sie selbst Symptome entwickeln oder nicht.

Außerdem geht es auch darum, über gezielte Testungen zu erheben, wie hoch die Dunkelziffer der mit Coronavirus angesteckten Personen ist. Nur so wissen wir, wie viele Personen den Virus bereits hatten und zumindest teilweise immun dagegen sind.

In den letzten sieben Tagen wurden in Österreich zwischen 1.700 und 2.900 Personen getestet, Montag waren es erstmals fast 5.000 Testungen. Insgesamt wurden bisher 28.391 Tests durchgeführt. Das reicht nicht aus.

Regierung will auf 15.000 Schnelltests täglich aufstocken

Rendi-Wagner schlägt daher vor, freigewordene Kapazitäten etwa in Labors oder auch an der VetMed, also in tierärztlichen Laboren zu nutzen – und zwar koordiniert.

Denn wer Erkrankte und deren Kontaktpersonen sofort untersucht, kennt die Ausbreitung bremsen. Außerdem muss Österreich wissen, wie häufig die Krankheit im Verhältnis schwer bis tödlich verläuft. Nur so kann man abschätzen, wie viele Krankenhausbetten und Gesundheitspersonal gebraucht wird. 

Venezien: Mit Tests den Virus in 14 Tagen ausgerottet

Neben Südkorea hat auch die italienische Kleinstadt Vò in der Nähe von Venedig auf flächendeckende Tests gesetzt. Ärztinnen und Ärzte testeten dort mit dem Roten Kreuz und der Uni Padua alle 3.000 Einwohner mehrmals auf das neue Coronavirus. Alle positiven Fälle schickten sie in Quarantäne – auch diejenigen ohne Symptome. „So haben wir das Coronavirus in weniger als 14 Tagen ausgerottet“, schreiben die Wissenschaftler aus Padua im Guardian.

In Österreich gibt es bis heute keine einheitliche Teststrategie mit einheitlichen Zielen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat den Vorschlag von Rendi-Wagner nach flächendeckenden Tests am Montag noch als „populistisch“ abgelehnt. Einen Tag später kündigt Bundeskanzler Sebastian Kurz aber an: „Unser wichtigstes Ziel nun: Testen, testen, testen“. Bis zu 15.000 Testungen sollen bald durch Schnelltests täglich durchführbar sein. Diese hätten zwar „nicht die gleiche Qualität“, es sei aber die einzige Möglichkeit eine solch immense Testmenge durchzuführen, so Kurz bei einer Pressekonferenz. 

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Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre

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Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre
Jean-Paul Sartre war ein französischer Philosoph, Schriftsteller und einer der wichtigsten Vertreter des Existentialismus. Seine Idee: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt – und damit selbst verantwortlich für sein Leben. Bekannt wurde er durch Werke wie Das Sein und das Nichts und den Roman Der Ekel. 1964 erhielt er den Literaturnobelpreis, den er jedoch ablehnte. Sartre mischte sich auch aktiv in politische Debatten seiner Zeit ein. Er kritisierte Kolonialismus, Kapitalismus und politische Machtstrukturen – und stellte sich etwa im Algerienkrieg klar gegen die französische Regierung. Auch die 68er-Bewegung unterstützte er und prägte so eine Generation, die konservative Politik radikal hinterfragte. Zitat: Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit der anderen zum Ziel nehme. Jean-Paul Sartre

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