Nicht bös sein, aber

Bastis Bester kehrt zurück

Den Damen und Herren in den Innenpolitikredaktionen des Landes stehen schlaflose Nächte bevor. Denn der Master der Message-Control, der sie jahrelang nicht nur zu jeder Tages- sondern eben auch zu jeder Nachtzeit anrief, ist wieder in Amt und Würden.

Gerald Fleischmann, Best-Buddy und ehedem Pressesprecher des Altbundeskanzlers und nunmehrigen Globetrotters, wurde dieser Tage Kommunikationschef der ÖVP.

Jahrelang eilte dem Burgenländer der Ruf voraus, dass sich hinter seiner rauen Schale ein noch wesentlich rauerer Kern verberge: Denn Fleischi, der in seiner Jugend zwischen Unterwart und Pamhagen als Hard-Rock-Sänger wirkte, pflegte unbotmäßige Journalistinnen und ihre zitternden männlichen Kollegen mit seiner Rockröhre heavy-metal-mäßig auf Linie zu bringen.

Und wer sich widersetzte, dem drohte der „Highway to Hell“ für jeden Politberichterstatter: „Informationssperre“ durch das Bundeskanzleramt.

Nun soll es freche Mäuler geben, die behaupten, ein derartiger Umgang mit der Presse sei sonst nur in Diktaturen üblich. Aber woher denn! Auch in illiberalen Demokratien wie Ungarn oder Serbien pflegen die Unterläufel der Staatschefs darauf zu schauen, dass sich die „Journaille“ zu benehmen weiß.

Vielleicht haben die Treffen mit den Herren Orban und Vučić unseren Herrn Karl dazu veranlasst, Bastis Best Bullterrier wieder von der Leine zu lassen?

Wir wissen es nicht. Was wir aber wissen ist, dass die türkisschwarze alt-neue Volkspartei wieder auf Sittsamkeit schaut. Denn: Der digitale Austausch von „Dick-Pics“ soll in Zukunft ENDLICH unter Strafe gestellt werden. Dies kündigte Frau Claudia Plakolm an. Die in Kreisen der Landjugend unter dem Kosenamen Dirndl-Sachslehner höchst beliebte Staatssekretärin setzt damit einen kühnen Schritt: Schließlich sind digitale Sammlungen von Zumpferl-Bildern („Dick-Pics“) der breiten Öffentlichkeit bisher nur von staatsanwaltlich beschlagnahmten ÖVP-Handys bekannt.

Und wenn sie jetzt denken, es ist eigentlich ziemlich verwegen, dass der Kanzlerdarsteller als neuen Kommunikationsboss einen Herrn einsetzt, gegen den staatsanwaltlich ermittelt wird, ….

… net bös sein, aber: finden Sie einmal einen ÖVPler, der sich mit Pressearbeit auskennt und für den derzeit nicht die Unschuldsvermutung zu gelten hat.

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