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Dem Medium JETZT fehlen noch wenige Hundert Mitglieder zum Start

Florian Novak vom JETZT.at-Team im Gespräch

Das Jetzt.at-Team, Quelle: JETZT.at

Gerald Demmel Gerald Demmel
in Interview, Medien
Lesezeit:3 Minuten
2. Juli 2025
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Ein Medium, das keinem Konzern gehört, keine Bank im Hintergrund hat und nicht in erster Linie von Inseraten lebt. JETZT finanziert sich durch seine Mitglieder – solidarisch, unabhängig und transparent. Bis 6. Juli braucht es 5.000 Unterstützer:innen – aktuell fehlen noch rund 300. JETZT-Gründer Florian Novak erzählt im Interview, was er mit dem neuen Online-Medium vorhat.

Herr Florian Novak, Sie initiieren das Projekt JETZT. Was fehlt denn in Österreichs Medienlandschaft?

Österreichs Medien hinken der digitalen Lebensrealität ihrer Leser:innen hinterher. Viele nutzen ihr Smartphone, haben wenig Zeit und wollen dennoch relevante Inhalte. Ich sehe das große Versäumnis der Medienhäuser in der mangelnden Anpassung an diese Nutzungsgewohnheiten – und an der systemischen Abhängigkeit von Werbung, Algorithmen und Inseratenpolitik. Dazu kommt ein Vertrauensverlust, der sich durch Inseratenkorruption, mangelnde Transparenz und parteipolitische Vereinnahmung vieler Redaktionen noch verstärkt.

Florian Novak auf JETZT.at
Quelle: JETZT.at

Was will das JETZT-Team in ihrem Medium anders machen?

Wir wollen das grundlegend anders machen. Vier journalistische Formate pro Tag: ein kompakter Morgenüberblick, zwei tief recherchierte Geschichten und ein Thema des Tages als Hintergrund-Gespräch. Wir glauben an “Weniger ist mehr” und filtern aus der Flut von Nachrichten die wichtigsten heraus und gehen ihnen auf den Grund.
Das alles soll über eine eigene App lesbar und hörbar gemacht werden. Unser Alleinstellungsmerkmal ist es, dass alle Inhalte auch als Audio angeboten werden, eingesprochen von den jeweiligen Autor:innen.
Unter jedem Beitrag findet sich außerdem ein moderiertes Forum, in dem Leser:innen mit Klarnamen zivilisiert diskutieren.

Was wird eure Inhalte auszeichnen?

Im Zentrum stehen Inhalte mit Substanz. Wir orientieren uns nicht an Social-Media-Trends, sondern an Relevanz. Ein Beispiel aus dem dänischen Vorbild Zetland – einem Online-Magazin mit 42.000 Mitgliedern ist der Artikel “Das Meer ist wunderschön. Und offenbar voller giftiger Chemikalien” – das ist kein klassisches Klickthema, aber gut erzählt, gründlich recherchiert und journalistisch relevant. Auch in Österreich wollen wir mit Serien, Fortsetzungen und investigativen Recherchen Akzente setzen.

Und wir wollen das Internet wieder zu einem besseren Ort machen. Denn da ist viel verloren gegangen. Meine Generation hat gehofft, das Internet ist ein Befreiungsakt, ein partizipatives Medium. Jeder kann endlich seine Meinung sagen, es gibt nicht mehr nur die Freiheit von 100 Verlegern. Heute stehst du fassungslos da und schaust dir an, wie dieser Algorithmus bestimmt, was du lesen sollst und das Wesentliche außen vor lässt.

Ihr wollt euch primär durch zahlende Leser:innen finanzieren – wie groß soll eure Redaktion werden?

Wir wollen im Herbst mit 10 bis 12 Redakteur:innen starten. Und dabei wollen wir uns grundlegend von vielen etablierten Medien unterscheiden. Wir wollen kein Clickbaiting, keine totale Werbefinanzierung und keine Bank als Geldgeber im Hintergrund. Stattdessen setzen wir auf ein solidarisches Mitgliedermodell: Wer zahlt, entscheidet selbst, wie viel. Wir schlagen 17,90 Euro vor, man kann aber auch mehr oder weniger angeben. Mindestbeitrag ist 11,90 Euro im Monat, wer mehr zahlt, trägt solidarisch jene mit, die weniger zahlen können. Mitglieder bekommen Zugang zu allen Inhalten und können Artikel dann frei mit anderen teilen. So soll der Journalismus viral gehen und das Medium neue Mitglieder bekommen.

Wie weit seid ihr beim Sammeln von Mitgliedern?

Wir wollen jetzt bis Sonntag (6. Juli 2025, Anm.) 5.000 Supporter schaffen und sind jetzt bei etwa 4.400. Es fehlen uns also noch knapp 600. Wer uns unterstützen will, kann Mitglied werden.
Der Beitrag ist dabei keine Spende, sondern man erhält dafür Zugang zu unabhängigem Journalismus. Ein Journalismus, der nicht ausschließlich Inseraten-finanziert und unabhängig von mächtigen Banken, Konzernen und Parteien ist. Ob das gelingt, hängt von den ersten 5.000 Mitgliedern ab.
Das dänische Projekt und Vorbild Zetland hat zum Beispiel innerhalb von kürzester Zeit 42.000 Mitglieder geworben – und damit 40 Journalist:innen angestellt.

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher
Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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Wolfgang Pucher war ein österreichischer Ordenspriester und Gründer der VinziWerke in Graz. Er setzte sich besonders für obdachlose und armutsbetroffene Menschen ein und schuf zahlreiche Einrichtungen, die ihnen Unterkunft, Essen und Unterstützung bieten. Mit großem persönlichem Einsatz machte er auf soziale Ungleichheit aufmerksam und forderte mehr Solidarität mit den Schwächsten. Seine Arbeit war geprägt von direkter Hilfe ohne große Bürokratie. Pucher wurde für sein Engagement vielfach ausgezeichnet und blieb bis zu seinem Tod eine wichtige Stimme für soziale Gerechtigkeit. Zitat: Als gut situierter Bürger hat man kein Recht, an der Not anderer vorüberzugehen. Wolfgang Pucher

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