Österreichische Staatsbürgerschaft gibt es auch im Eilverfahren
"Kickl muss weg"

Österreichische Autoren und Künstler rufen FPÖ-Innenminister Kickl zum Rücktritt auf

Foto: Siebbi / CC BY 3.0

Wer das Völkerrecht aushebeln will, die Menschenrechtskonvention in Frage stellt und die Gewaltentrennung und Gleichheit vor dem Gesetz als Hindernis für seine Vorhaben begreift, ist als Innenminister untragbar. Ein offener Brief von 215 österreichischer Autorinnen und Autoren sowie mehrerer Autorenverbände, die den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl fordern – darunter Daniel Kehlmann, Elfriede Jelinek oder David Schalko.

Die Zahl prominenter Autoren und Kunstschaffender, die in einem gemeinsamen Schreiben den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) fordern, wächst. Am Freitag hatten bereits 215 österreichische Künstler und Künstlerinnen den Aufruf unter dem Titel „Kickl muss gehen“ unterzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Zu den prominenten Stimmen gehören Literaten wie Daniel Kehlmann, Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek oder Michael Köhlmeier. Auch Josef Hader, Erika Pluhar, die Theatermacher Peter Turrini und Paulus Manker oder David Schalko finden sich auf der Liste jener, die fordern: „Die Politik hat in der Demokratie das Recht ohne Wenn und Aber zu respektieren, die in der Verfassung festgelegten Prinzipien der Gewaltentrennung und Rechtsstaatlichkeit sind zu garantieren.“

Anlass ist der umstrittene Auftritt Kickls in einem „Report“-Interview: Dort fiel er mit bedenklichen Aussagen zum Rechtsstaat auf. Unter anderem stellte er die Menschenrechtskonvention und das rechtsstaatliche Prinzip infrage und meinte etwa, dass „das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht“. Auch für Bundespräsident Alexander Van der Bellen rüttelte Kickl mit seiner Aussage daran, den „Grundkonsens der Zweiten Republik aufzukündigen“. Und Justizminister Josef Moser wies Kickl zurecht und erinnert den blauen Innenminister an das rechtsstaatliche Prinzip in der Verfassung. Die Oppositionsparteien üben scharfe Kritik: „Kickl muss zurücktreten. Sonst muss Kanzler Kurz dem Bundespräsidenten den Rücktritt von Herbert Kickl vorschlagen“, heißt es aus der SPÖ.

Offener Brief im Wortlaut

 Kickl muss gehen

„Ich glaube immer noch, dass der Grundsatz gilt, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht“, dozierte Innenminister Herbert Kickl im ORF-Report vom 22.1.2019. Dieser Grundsatz galt tatsächlich in unseligen Zeiten, als etwa die NSDAP Rechtsorgane schriftlich anherrschte, es sei „völlig abwegig und ausgeschlossen, dass die Staatsanwaltschaft die Gesetzmäßigkeit von Maßnahmen der Verwaltungsbehörde oder einer Parteidienststelle überprüft“, die Mord und Totschlag zur Folge hatten.

Die Politik hat in der Demokratie das Recht ohne Wenn und Aber zu respektieren, die in der Verfassung festgelegten Prinzipien der Gewaltentrennung und Rechtsstaatlichkeit sind zu garantieren.

Österreichischen Parteien steht es frei, national und auf EU-Ebene für die Veränderung bestehender Gesetze um je nötige Mehrheiten zu werben. Wer allerdings das Völkerrecht aushebeln will, die Menschenrechtskonvention in Frage stellt und die Gewaltentrennung und Gleichheit vor dem Gesetz als Hindernis für seine Vorhaben begreift, ist als Innenminister untragbar. Herbert Kickl muss gehen, und zwar sofort.

Aufruf von 303 österreichischen Autorinnen und Autoren und Kunst- und Kulturschaffenden und den 4 größten österreichischen Autorenverbänden:

Achleitner Barbara, Achleitner Friedrich, Aichinger Renate, Aigner Friedl, Altmann Gerhard, Amann Klaus, Amanshauser Martin, Antelmann Corinna, Aspöck Ruth, Auer Martin, Auer Miriam H., Ayoub Susanne, Baar Anna, Balaka Bettina, Bauböck Rainer, Baum Andreas, Baumgartner Armin, Becker Gudrun, Becker Zdenka, Berger Clemens, Berger Karl, Beyerl Beppo, Birkhan Ines, Bitter Claudia, Blaha Paul Urban, Blittersdorff Tassilo, Böning Marietta, Brazda Kurt, Breier Isabella, Buchholzer Sven, Bydlinski Georg, Cejpek Lucas, Chobot Manfred, Czernin Franz Josef, Demus Sieglind, Dengscherz Sabine, Dinev Dimitré, Doppler Rainer, Dor Milan, Dvorak Felix, Echerer Mercedes, Ehmer Josef, Eichberger Günter, Einzinger Erwin, Ernst Gustav, Escher Hans, Everhartz Jury, Falck Serge, Faschinger Lilian, Feigel Clemens, Feimer Isabella, Fink Gregor, Fink Walter, Fischer Dagmar, Flasar Milena Michiko, Flor Olga, Fónyad Gábor, Freund René, Friedmann Tomas, Frischmuth Barbara, Fritsch Sibylle, Futscher Christian, Ganglbauer Petra, Gantner Florian, Gelbmann Alfred, Gentner Monika, Goldmann Matthias, Göttfert Constantin, Greller Christl, Grill-Storck Evelyn, Gruber HK, Gruber Marianne, Gruber-Rizy Judith, Gulda Paul, Habringer Rudolf, Hader Josef, Haidegger Christine, Hammer Joachim Gunter, Hammerl Elfriede, Händl Klaus, Harmer Alice, Hartlieb Petra, Hättich Edgar, Heide Heide, Heigl Isabella, Helfer Monika, Henisch Peter, Hering Markus, Hermann Wolfgang, Hierzegger Pia, Hinterleitner Michaela, Hirschal Adi, Hofer Roswitha, Höfler Max, Holloway Evelyn, Höllrigl Sigrun, Hoppe Maria Alraune, Huber C. H., Huber Katrin, Hundegger Barbara, Ibrahim Amir, Insayif Semier, Ivancsics Karin, Jatzek Gerald, Jelinek Elfriede, Jensen Nils, Jessenitschnig Andrea, Jotakin Jopa, Jungk Peter Stephan, Jungmaier Marianne, Käfer Hahnrei Wolf, Kaip Günther, Kampus Ivana, Karner Axel, Kathan Bernhard, Kaute Bernhard, Kegele Nadine, Kehlmann Daniel, Kilic Ilse, Kim Anna, Kislal Asli, Klengel Robin, Klinger Erich, Knapp-Menzel, Magdalena, Knecht Doris, Koch Manfred, Kögl Gabriele, Köhle Markus, Köhlmeier Michael, Kokarnig Hildegard, Komarek Alfred, König Alexander, König Johanna, König Walter, Kramar Hubsi, Kratz Käthe, Kreidl Margret, Kröll Norbert, Kronabitter Erika, Kupferblum Markus, Küppers Topsy, Kušej Martin, Landl Willi, Laher Ludwig, Lasselsberger Rudolf, Laznia Elke, Leichtfried Martin, Leisch Tina, Licha Otto, Lina Hofstädter, Lipus Florjan, Lipus Maria, Loewy Hanno, Lohner Chris, Lopicic Sandy, Lukas Leo, Lunzer Heinz, Mahal Nicole, Maimann Helene, Mangold Erni, Manhart Kurt, Manker Paulus, Mantler Anton, Markovics Karl, Marot Jan, Marquart Markus, Matic Peter, Maurer Thomas, Mayer-Baldasseroni, Elmar, Mauz Christoph, Meindl Dominika, Meisel Daniela, Menasse Eva, Menne Brigitte, Menne Hannah, Messner Elena, Miriam H. Auer, Mischkulnig Lydia, Mitgutsch Anna, Mitterndorfer Kurt, Möhring Rubina, Morrissey John, Müller Florian, Müller-Funk Wolfgang, Müller-Wieland Birgit, Murnberger Wolfgang, Neulinger Franz Neovalis, Neuner Florian, Niederle Helmuth A., Noggler Güni, Obonya Cornelius, Ott Angie, Outhwaite William, Palm Kurt, Peschina Helmut, Peschka Karin, Pessl Peter, Petricek Gabriele, Petritsch Wolfgang, Pfeifer Judith Nika, Piringer Jörg, Pistotnig Silvia, Piuk Petra, Platzgumer Hans, Pluhar Erika, Podzeit-Lütten Mechthild, Pollack Martin, Ponger Lisl, Popp Fritz, Possnig Eva, Prehal Lena, Primas Heidrun, Prucha Karin, Prutsch Ursula, Rabinovici Doron, Rabinowich Julya, Ratzenberger Stefan, Reichart Elisabeth, Resetarits Lukas, Resetarits Willi, Riess Erwin, Rizy Helmut, Rossmann Eva, Roth Wolfgang Martin, Rühm David, Ruiss Gerhard, Russwurm-Biro Gabriele, Schalko David, Scharf Rebekka, Scherrer Christina, Schindel Robert, Schletterer Siljarosa, Schmatz Ferdinand, Schmidt Almut Tina, Schmiederer Ernst, Schmölzer Hilde, Schobel Eva, Scholl Susanne, Schörkhuber Eva, Schrappeneder Reinhold, Schreiner Margit, Schrott Raoul, Schuberth Richard, Schutti Carolina, Schutting Julian, Schwertsik Christa, Schwertsik Kurt, Seberg Gregor, Sideris Hannah, Sielecki Hubert, Silberer Renate, Sinowatz Klaus, Sinowatz Martina, Slupetzky Stefan, Spalt Lisa, Stabauer Luis, Stangl Thomas, Stavaric Michael, Steinfellner Marion, Steinwendtner Brita, Stern Johanna, Stern Thomas, Strigl Daniela, Studlar Bernhard, Sula Marianne, Tanguy Pascal C., Teufel Tina, Timoschek Michael, Tolar Günter, Tornquist Kristine, Treudl Sylvia, Truger Ulrike, Tscherkassky Peter, Turnheim Fred, Turnheim Margarete, Turrini Peter, Tuschla Gerhard, Unterrader Sylvia, Veran Traude, Vertlib Vladimir, Wagenhofer Erwin, Wall Richard, Weibel Peter, Weidenholzer Anna, Weihs Richard, Welsh Renate, Widhalm Fritz, Willnauer Jörg-Martin, Wimmer Erika, Wimmer Herbert J., Winkler Andrea, Winkler Josef, Wiplinger Peter Paul, Woelfl Robert, Woska-Nimmervoll Eva, Zanke Susanne, Zäuner Günther, Zedka Angelika, Zehetner Bettina Isabella, Zeillinger Gerhard, Zeyringer Klaus, Zier O.P.

Grazer Autorinnen Autorenversammlung

IG Autorinnen Autoren

Österreichischer PEN-Club

drehbuchVERBAND Austria

Wien 29.1.2019

Offener Brief von Autoren & Künstler an Herbert Kickl. Sie fordern den Rücktritt

 

Künstlerinnen und Künstler-Stellungnahmen

 

Kickl, wir wissen, wohin die Reise geht.

Es lässt sich darüber streiten, inwiefern eine „neoliberale Demokratie“, die sich als „liberale“ drapiert, den von Ihnen propagierten Weg zur „illiberalen Demokratie“ vorzeichnet. Mit der Aushebelung des Grundgesetzes und der Genfer Menschenrechtskonvention wollen Sie sich zum historischen Werkzeug machen, zivilisatorische Hindernisse auf dem Weg zur Barbarei aus dem Weg zu räumen und die Demokratie im Windschatten der Demokratie zu sabotieren. Weder ist das Volk so dumm, das nicht zu durchschauen, noch gibt es nicht ausreichend Menschen, die Sie daran hindern werden. Wir wissen, wohin die Reise gehen soll. Sie geht – wie aktuelle und historische Beispiele zeigen – immer in eine Richtung. In die totalitäre Abschleifung des Rechtsstaats. Die lautesten Schmirgelgeräusche kommen aus dem Innenministerium.
Daher schließe ich mich meinen Kolleginnen und Kollegen mit der Forderung Ihres sofortigen Rücktritts an.

Richard Schuberth – Freier Autor, Nachdenker, Songwriter

Im Hauptberuf FPÖ-Chefideologe, im Nebenberuf Innenminister

Herbert Kickl hat weder als Einziger der FPÖ noch zum ersten Mal die Österreichische Bundesverfassung als Behinderung für seine politische Tätigkeit dargestellt. Insbesondere geht es Kickl und der FPÖ darum, „seltsame rechtliche Konstruktionen aus den 50er Jahren“ (wie die Europäische Menschenrechtskonvention und den Österreichischen Staatsvertrag) „anders zu interpretieren“ (FPÖ-Klubchef Johann Gudenus) bzw. abzuschaffen. Zufällig sind das Gesetze, auf denen die Zweite Republik Österreich aufbaut, und die Grundlage, warum Österreich 1955 seine Unabhängigkeit wiedererlangt hat – die der FPÖ missfällt. Die deutschnationalen Burschenschaften würden sowieso lieber heute als morgen heim in ein Großdeutschland kehren, das nie existiert hat, will man nicht das Deutsche Reich bzw. das Dritte Reich dazu zählen, und die Neonazis wollen endlich wieder offen und frei für den Nationalsozialismus werben können, ohne dass sie ein Wiederbetätigungsverbot oder Anschlussverbot im Österreichischen Staatsvertrag daran hindert. Ausländer- und Flüchtlingsdebatten sind ein willkommener Umweg, um an dieses Ziel zu kommen. Der Sprachgebrauch von Kickl und Co. ist bereits klar und deutlich darauf ausgerichtet: Stellt man Ausländer rechtlich schlechter, schützt man nur vor „Inländerdiskriminierung“.

Es ist nichts als heiße Luft, dass Kickl von seinen Äußerungen etwas zurückgenommen haben soll, er ist bis jetzt nur noch nicht damit durchgekommen. Das alles ist und war vielleicht nicht wirklich neu. Wirklich neu ist die mit größter Selbstverständlichkeit vorgetragene Berufung auf etwas, das noch nie in einer Demokratie so war oder je der Fall sein könnte, der laut Herbert Kickl angeblich „immer noch gültige Grundsatz, dass das Recht der Politik zu folgen hat und nicht die Politik dem Recht“. Schlimm genug, wenn so etwas von irgendeinem Parteifunktionär kommen würde, untragbar, wenn es von einem Minister kommt, der für einen Teil dieser Gewaltentrennung, nämlich für die Exekutive, verantwortlich ist. Wer die Aufhebung der Gewaltentrennung zwischen Legislative, Judikative und Exekutive will, verlangt die Abschaffung der Demokratie, sonst nichts. Kickl sollte von sich aus die Einsicht haben, dass er der Letzte ist, der die Demokratie schützen kann, und seinen Platz zur Verfügung stellen für jemanden, der mehr als er für die innere Sicherheit tun kann, weil er sich nicht ständig federführend um die ideologischen Belange seiner Partei kümmern muss.

Gerhard Ruiss – Autor, Musiker, Interessenvertreter

Es ist nicht so, dass ich mich darüber wundere, was – sozusagen – alles gegangen sein wird: Ganz im Gegenteil war’s – bis hierher jedenfalls – zu erwarten.

Immer wieder, lang vor seiner Angelobung zum Innenminister, gab’s Gelegenheiten, zu erkennen, wes Geistes Kind der stolze Herbert Kickl ist. Da musste man nicht besonders tiefgreifend analysieren. In sämtlichen Funktionen oder Aufgabenbereichen – als sich mit Wahlkampfinhalten beschäftigender Mitarbeiter der FPÖ-Parteiakademie, als Geschäftsführer der Freiheitlichen Akademie, als Nationalratsabgeordneter, als u.a. für Öffentlichkeitsagenden verantwortlicher Generalsekretär der FPÖ sowie vor allem als Verfasser der Reden Jörg Haiders und als Meister unter den Wahlkampfslogan-Suffrabaukenpoeten – hatte der adrette, sportliche Mann mit dem Faible fürs Höhnisch-Verächtliche ja all die Jahre keinerlei Skrupel, seine Weltanschauung offen zu präsentieren.

Isabella Breier – Schriftstellerin, Lyrikerin

Gickl am Mist

Es krotzt der Gickl auf seim Mist,
Der immer no vabodn ist.
Die ondern Gickl mog er ned.
Die san ihm olle vü zu bled.
Er ist da beste Gickl auf da Wöd.
Er was nix onders, was no zöhlt.
Er wü nur olle aussehau’n
Am besten is, ma baut an Zaun
Da konn er grob’n in seim Mist,
Der immer no vabodn ist.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Sinowatz – Künstler und Schriftsteller

Wenn er denn bleibt

Vielen war „Pummerin statt Muezzin“, „Daham statt Islam“, oder „Mehr Mut für unser Wiener Blut“ noch nicht ausreichend abschreckend gewesen. Zu viele wählten auch ihn und die türkisen Schwarzen machten ihn zum Innenminister.

Es war zu erwarten, dass er weiter provoziert, versucht rechtes Gedankengut als Minister umzusetzen. So gruselig die Helfer aus den eigenen Reihen sind, die Haltung der sitzengebliebenen ÖVP Funktionäre ist demokratiepolitisch abscheulich. Sie halten ihn mit ihren Stimmen im Sattel und stellen sich damit selbst über das Gesetz.

Wenn er denn bleibt sind neue Wege anzudenken: Im Gewaltfreien Widerstand kommt nach den erfolglosen Protesten die gewaltfreie Aktion. Ideen und Haltung von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und der Widerstandsgruppe Weiße Rose werden uns inspirieren, werden uns neue Wege aufzeigen, wie wir die Demokratie verteidigen müssen.

Luis Stabauer – Schriftsteller

Herbert Kickl sollte zurücktreten, da er mit seiner Äußerung den Rechtsstaat infrage stellt. Er betreibt, bewusst und weiß Gott nicht zum ersten Mal, das schäbige Spiel des Hinausschiebens der Grenzen des Erträglichen. Damit gefährdet er die Demokratie in diesem Land.

Kickl zum Rücktritt aufzufordern, wie es bereits oft geschehen ist, weil er ein rechter Politiker ist, ist hingegen unzulässig und schäbig. In einer Demokratie hat die rechte Einstellung genauso ihren Platz wie die linke. Hat sie diesen nicht mehr, ist die Meinungsfreiheit abgeschafft.

Herbert Kickl hat natürlich nicht mit allem unrecht, was er von sich gibt, das soll auch gesagt sein. Die Vorstellung mancher Menschen in diesem Land, dass Kickl in der Früh aufsteht und den Tag damit beginnt, unrecht zu haben, ist natürlich Schwachsinn. Die Herausforderungen, welchen sich Österreich und Europa im Zuge des Klimawandels werden stellen müssen, gehören rechtzeitig debattiert. Unvorbereitet würde und wird Europa an diesen zerbrechen.

Die Reaktion von Kickls Parteifreunden auf die Kritik an dessen Äußerungen lassen bloß den Schluss zu, dass Kickls Denkweise die in seiner Partei vorherrschende ist. Es gilt den Anfängen zu wehren und sehr genau darauf zu achten, was FPÖ-Politiker von sich geben und, wenn für notwendig erachtet, die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Eines muss aber auch klar sein: Ohne funktionierende Opposition wird es langfristig nicht gehen. Die windelweiche und verspätete Reaktion der SPÖ-Vorsitzenden auf Kickls Äußerung lässt leider bloß den Schluss zu, dass die SPÖ noch immer viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist und daher keine Zeit hat, über den Tellerrand hinauszublicken. Sollte sich dies nicht schleunigst ändern und die Partei eine glaubwürdige Oppositionspartei werden, wird sie eine solche dennoch werden, und zwar zwangsweise und für Jahrzehnte!

Michael Timoschek – Schriftsteller

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49 Kommentare

49 Kommentare

  1. Ich

    11. Februar 2019 um 12:19

    fordere die gesamte Regierung zum Rücktritt auf.
    Besonders den Präsidenten der Republik, der alles zulässt!

  2. Gerhard Ranftler

    3. Februar 2019 um 15:57

    Jeder der oben genannten Personen wird verpflichtet 10 Kulturbereicher auf ihre Kosten aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass sie dem Staat nichts kosten. Erst wenn sie das getan haben, haben sie auch das Recht, Forderungen zu stellen.
    Jeder einzelnen Person muss die staatliche Förderung abzusprechen und die bereits bezahlten Beträge sind zurück zu bezahlen.
    Ihr Nestverschmutzer – schleicht euch aus dem Land, dass ihr schlecht redet und geht dorthin wo der Pfeffer wächst. Abcashen Ja aber eine gewählte Regierung nicht anerkennen. Volksverräter.

    • Volksverräter...

      4. Februar 2019 um 14:36

      ….sind jene Regierungsmitglieder, die bestehende Gesetze nicht anerkennen!!!

      • Ich

        11. Februar 2019 um 12:21

        meine, dass fast jeder Politiker so was ist.

    • Martin Leichtfried

      6. Februar 2019 um 15:16

      Jetzt mal abgesehen von dem sonstigen Unsinn den sie schreiben, wer erkennt die Regierung nicht an? Und warum behaupten sie überhaupt, die Regierung sei gewählt? Gewählt wird der Nationalrat, und eine oder mehrere der darin vertretenen Parteien bilden eine Regierung – falls der Bundespräsident zustimmt und sie vereidigt. Die Staatsbürger haben in dieser Phase nichts mehr zu sagen.
      Lernen sie Demokratie

      • Demokratie?

        11. Februar 2019 um 12:22

        Was ist das?

        • Ist das das System

          11. Februar 2019 um 12:24

          in welchem der Stärkere alle anderen unterdrücken darf?
          Jawoll, so seh’ ich das!

  3. Christa Winter

    3. Februar 2019 um 13:56

    Ich fühle mich einfach nur noch ohnmächtig. Ich habe das Gefühl, das es vielen so geht. D.h man sieht es kann gefährlich werden und merkt man ist mit diesem Gefühl nicht allein. Aber was tun?

  4. Langegger Anton

    29. Januar 2019 um 20:46

    Wer weiß wo die Almhütte beim Hader Film. Die wilde Maus wo so viel Schnee ist?

  5. Peter Sichrovsky

    28. Januar 2019 um 13:46

    Politik ist keine Bühne, und Künstler sollten auf ihren Bühnen bleiben. Oper und Burgtheater waren geöffnet vor dem Anschluss, nach dem Anschluss, als alle jüdischen Künstler bereits verhaftet oder geflüchtet waren. Die Kunstschaffenden der DDR und der Sowjetunion waren das Rückgrat der kommunistischen Diktaturen. Also lasst uns in Ruhe mit eueren politischen Meinungen, die sind so wichtig wie die eines Taxifahrers oder Chirurgen und nützt nicht die Öffentlichkeit, um eure Vorurteile zu verbreiten.

    • Ein bischen durcheinander...

      28. Januar 2019 um 14:24

      Herr Sichrovsky??
      Gott sei Dank, dürfen auch Künstler heute eine Meinung haben. War in dunkler Vorzeit ja nicht so, wie sie richtig bemerken.
      Meinungen aber, die scharf an dieser unseligen Zeit kratzen, muß man schon auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen dürfen, mit oder ohne Vorurteile.

      • Horst Bühringer

        30. Januar 2019 um 15:07

        Gott sei Dank haben diese „Künstler“ keine Meinung wenn eine von den Ihren Stefanie Sargnagel Österreich als Huankind bezeichnet, 2 Raper den Echo für „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“ erhalten haben uvm was sich sogenannte Künstler alles leisten!

        • A.G.E.

          4. Februar 2019 um 16:02

          Doch habe ich und verurteile ich ebenfalls und zwar als Künstler. Aber diese Vorkommnisse rütteln nicht am Rechtsstaat. Daher nehme ich Ihre Argumente zwar zur Kenntnis, Herr Bühringer, aber der Vergleich ist nicht passend. Wer sind Sie denn eigentlich, dass Sie sich solche Kommentare anmaßen? Ein FPÖ-Mitglied?

        • Wir sind schon alle arg empfindlich heutzutage, was?

          11. Februar 2019 um 12:32

          Nenn mich Drecksau, -sack … und mir ist’s wurst. Völlig egal. Aber Politiker plärren wie Kleinstkinder rum, wenn man sie als das bezeichnet, was die meisten sind: völlige Narzissten. Ich würde schon fast Narrzisten schreiben.

          Deshalb – und nur deshalb – muss die Ehrenbeleidigung her und strafrechtlich verfolgbar gemacht werden, weil sich diese geistigen Dünnpfiffler, die unehrenhaftesten aller Menschen überhaupt, sonst so beleidigt fühlen, dass sie vom Jammern nicht mehr raus kommen.

          Schon mal ein Psychogramm von Strache und Co. gelesen? Haha: Gott sei Dank! – Sonst würdet ihr nämlich aufhören Steuern zu bezahlen, bis Politiker wieder ehrenamtlich zu arbeiten haben.

      • Preisi

        30. Januar 2019 um 23:00

        Die Rechte eines Menschen sind wohl Zeitlos !

    • A.G.E.

      4. Februar 2019 um 16:17

      Aha schon wieder der Herr Sichrovsky. Ich schreibe hier für viele ähnlich Denkende: was glauben Sie eigentlich wer Sie sind? Sie mit Ihren prätentiösen selbstgefälligen Kommentaren. Glauben Sie, dass sie irgendwie intelligenter rüberkommen, wenn Sie erklären, dass die politischen Meinungen von Arbeitern, Akademikern und Künstlern unwichtig sind? Ersparen Sie auch bitte den Österreicherinnen und Österreichern in Zukunft Ihre anmaßenden Kommentare in NEWS usw. Danke.

    • Martin Leichtfried

      6. Februar 2019 um 15:04

      „Lasst uns in Ruhe mit eurer politischen Meinung“
      Genau das ist das Problem, denn zuerst stirbt die Meinungsfreiheit, dann jegliche Freiheit, und am Ende sterben die Menschen. Danke, das hatten wir schon.
      Und der Vorwurf, „Vorurteile zu verbreiten“ kann ob seiner Realitätsferne wohl nur ironisch gemeint sein.
      Abschließend noch etwas zum Nachdenken:
      Warum inszenieren sich Politiker derart, wo doch die Politik angeblich keine Bühne ist?

  6. Kurt

    27. Januar 2019 um 12:50

    Ich möchte diese Diskussion nützen um Menschen anzusprechen, die gelernt haben komplex und ohne Vorurteil zu denken.Ich wünsche mir Gesprächskultur und Sachlichkeit. Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertag der sich um die Anliegen der Menschen und nicht nicht der Lobbies kümmert. Dazu brauchen wir aber nicht die demokratische Stimme des Volkes, sondern die Visionen smarter Politiker. Wenn es die noch nicht gibt, dann müssen wir Menschen Mut machen neue Wege zu gehen. Das kann sich anfangs oft holprig anhören. Na und? Bitte Mut machen und nicht durch Vorurteile ❤zerstören

    • Johann Hahn

      28. Januar 2019 um 09:50

      @ Kurt!
      Wenn smarte Politiker ihr Handeln über dem Gesetz sehen wollen, dann brauchts keine Vorurteile mehr. Wer sachlich und komplex denkt weis, Verträge und Gesetze brechen ist kriminell!
      Vor 80 Jahren ist auch die demokratische Stimme des Volkes durch neue „Gesellschaftsverträge“ zerstört worden. Ergebnis?

    • Lieber Kurt!

      29. Januar 2019 um 17:29

      Hinter ihrer zuckersüssen Aufforderung steckt massive Wiederbetätigung!
      Kapieren sie das eh?

      • Hans Peter H…er

        11. Februar 2019 um 13:32

        Was soll daran Wiederbetätigung sein?
        KRANK!

    • Helga Ruschka Dr.

      1. Februar 2019 um 03:51

      Das kann sich anfangs holprig anhören? Ich brauche in einem Land keine faschistische Ideologie. Da ist gar nichts neu dran. Es reicht schon lange.

    • Gesprächskultur und Sachlichkeit

      11. Februar 2019 um 12:36

      haben uns in diese dumme Situation gebracht, in der wir weltweit stecken.
      Erfolgreich waren nur die Arbeitskämpfe vergangener Jahrzehnte. Und diese
      lasche Kultur, die Sie GesprächsKULTUR nennen, hat erst alles unterminiert
      und soll weiter genützt werden, dass die, ach so Netten, weiter alles zerstören
      können. Solche wie ein Kurz et cetera!

      Mir sind lautere Typen lieber als der falsche, verlogene Dreck!

  7. Shaban-Neuhold

    27. Januar 2019 um 10:22

    Hat nie einen Rechtsstaat gegeben in Österreich.

  8. Andrea Fusban

    26. Januar 2019 um 10:27

    Danke,danke,danke für diesen offenen Brief!Ich hoffe SEHR, dass die demokratischen Kräfte in unserem Land durchsetzungsstark genug sind, dass Verfehlungen, wie von Kickl begangen, nicht nur kritisiert sondern auch rechtsstaatlich sanktioniert werden können. Derartiges darf auf keinen Fall „durchgehen“!

  9. Reinhard Kühr

    26. Januar 2019 um 10:11

    Jetzt sind unsere Abgeordneten zum Nationalrat gefordert. Ich hoffe in- ständig, dass sie wissen, was zu tun ist.
    Reinhard Kühr

  10. Fritz Wedl

    26. Januar 2019 um 08:20

    Ach ja die Linken Staatskünstler haben das Recht, so wie es angewendet werden muss,gepachtet.Vielleicht bei der nächsten Wahl mehr dieser Lichterlmarschierer in den Nationlrat wählen damit die linke Ideologie mehr durchbricht.

  11. Herbert Manninger

    26. Januar 2019 um 01:15

    Na ja, die üblichen empört sein Müssenden, dem Gruppendruck und der „Baddei“ brav gehorchend….

    • Rosker Franz

      26. Januar 2019 um 10:54

      Ich habe keinen Gruppendruck du Gaukler.Du hast ihn.

  12. Christa Karas

    25. Januar 2019 um 23:42

    Wie schon so oft: Österreich ist ein glückliches Land. Es hat zwar einen Kickl und noch so einige Einzelfälle. Auch das wird vorüber gehen. Denn Österreich hat diese Elite an Autorinnen und Autoren. Und deren Worte haben Bestand. Ihnen allen ist kaum genug zu danken. Christa Karas

    • Juwan Walter

      26. Januar 2019 um 10:33

      Es gibt in dieser Autoren Gruppe sehr viele möchtegern Autoren und die möchten halt auch einmal in Erscheinung treten.

    • Dr. Walter LOACKER

      26. Januar 2019 um 12:33

      Liebe Frau Karas-Waldheim,

      Vielen Dank, Fr. Dr.Karas-Waldheim.
      Ich hoffe, es geht Ihnen gut. Unsere Kinder spielten damals zur Gemäldeenthüllung mit Frau Kaiser in Donaueschingen.

      W. LOACKER
      Mail:

    • Linksdenker

      27. Januar 2019 um 05:39

      Das wird leider nicht so schnell vorübergehen.
      Die provokationen haben System.
      Es wird ein alibiargument benützt und gegen die Linken gewettert. Da können die Extremisten schön schreien und den blauen lemingen fällt beim mitgröhlen das Bier nicht aus der Hand.

      Da wird Stimmung gemacht.und der Pöbel kriegt die Konsequenzen nicht mit.

      Wir sehen einem autokratischen Jahrhundert entgegen.
      Für diese Dummheit werden wir bluten!

  13. Hans Grübl

    25. Januar 2019 um 23:24

    Kickl tritt freiwillig zurück !
    Das österr. VOLK dankt.

    • KARL Paseka

      26. Januar 2019 um 09:59

      Da sagst du ein wahres Wort.

    • Rosker Franz

      26. Januar 2019 um 10:56

      Ebenfalls

  14. Heinz Greinöcker

    25. Januar 2019 um 21:18

    Für so an Affen gibt’s an Spruch.Er is zu dumm für die Polizei.

  15. Ronald Tell

    25. Januar 2019 um 19:56

    Will man hier den Mann absichtlich falsch verstehen oder wie denn? Wer beschließt denn Gesetze und damit das Recht?

    • Jürgen

      25. Januar 2019 um 20:31

      Komisch Wieviele das falsch verstehen?

      Nur DU verstehst es richtig – ja es gibt sie noch die KICKL Versteher – zum Glück sinds nur wenige !!

      • Gerhard Ranftlerr

        25. Januar 2019 um 22:46

        Ich verstehe es auch so wie es gemeint war.
        Ärgerlich, wenn die Politik der SPÖ den Bach rundergeht, aber daran ist die SPÖ schuld

  16. Johann Hahn

    25. Januar 2019 um 19:38

    Man kann über die SPÖ sagen was man will, aber sowas gabs bei denen nicht!
    Der Herr Kickl ist eindeutig um 80 Jahre zu spät auf die Welt gekommen.
    Auch wenn man ihn jetzt entfernt, es kommt ja wieder so ein „Kickerl“ nach.
    Aus den Burschenschaftern versteht sich, deren sinnbefreite Beschäftigung sich in der Hauptsache auf Besäufnisse und Selbstverstümmelung (Mensur) konzentriert.
    Ich habe 10 Monate (Tschecheikriese 1968) als A-Tauglicher beim ÖBH gedient, dort traf ich keinen dieser Drückeberger!

    • Otto meöchard

      26. Januar 2019 um 05:05

      Darum sind sie jetzt in unser Land gekommen …….

    • Otto Langmann

      26. Januar 2019 um 06:38

      man Kan. sehen, auch wenn man Fuchs heißt, ist man noch lange keiner !

    • Johann Hahn

      26. Januar 2019 um 09:28

      Wehret den Anfängen!
      Und die „Anderen“ entkommen ihrer gerechten Strafe nicht.

    • Müller

      26. Januar 2019 um 09:58

      Herr Fuchs, diesmal geht es nicht um die Flüchtlinge oder Migranten, diesmal geht es um ihr ganz persönliches, durch die österreichische Verfassung geschütztes Recht, das Herr Kickl aushebeln möchte.

  17. Horst Liebhauser

    25. Januar 2019 um 17:39

    Es ist untragbar wie arrogant und überheblich Kikl, Strache, Hofer, Gudemus und etliche andere freiheitlichen Politiker agitieren… Wie lange schaut uHB noch zu??? Um solche Politiker zu verhindern habe ich VdB gewählt…

  18. Sonja Raab

    25. Januar 2019 um 15:17

    Und wenn er weg ist soll was Gscheites nachkommen bitte. Mit Herz und Verstand wäre gut!

  19. Dr. Sonja Kaplan

    25. Januar 2019 um 15:11

    Das ist die längste Zeit fällig. Die letzten Aussagen, – den Rechtsstaat in Frage zu stellen – disqualifizieren iihn nicht nur als Minister eindeutig!

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