Gesundheit & Leben

Schwarz-Blau kippt Nichtraucher-Schutz: Europaweit weniger Raucher, nur nicht in Österreich

13.000 Österreicher sterben jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Die meisten europäischen Länder haben bereits vor Jahren Rauchverbote eingeführt. Die Folge: eine signifikante Abnahme von Herzinfarkten, Atemwegserkrankungen und Frühgeburten. Das Kippen des totalen Rauchverbots in der Gastronomie ist ein enormer gesundheitspolitischer Rückschritt. Kaum wo ist der gesundheitliche Nutzen wissenschaftlich so gut dokumentiert wie beim NichtraucherInnenschutz. Die Internistin und Palliativmedizinern Dr.in Daniela Jahn-Kuch hat uns Zahlen, Daten und Fakten zum Thema geliefert.

Um 6 Prozent ist die Zahl der RaucherInnen in Europa in den letzten 11 Jahren, von 2006 bis 2017, zurückgegangen. Dabei rauchen nicht nur weniger Menschen, sondern es werden auch weniger Zigaretten pro RaucherIn geraucht.  In Österreich sind die Zahlen schlechter als im EU-Schnitt:

14 Zigaretten pro Tag raucht der durchschnittliche Raucher in der EU, in Österreich sind es 20 Zigaretten pro Tag.

In Ländern mit absolutem Rauchverbot gibt es weniger RaucherInnen

In Ländern mit absolutem Rauchverbot ist die Zahl der gerauchten Zigaretten stark zurückgegangen. So gibt es in Großbritannien, wo schon länger ein absolutes Rauchverbot in Lokalen besteht, um 16 Prozent weniger RaucherInnen. In Dänemark sind es 13 Prozent weniger.

Im Vergleich dazu hat sich die Zahl der RaucherInnen in Österreich im gleichen Zeitraum nur um 3 Prozent reduziert.

In Bayern bringt absolutes Rauchverbot Plus für Gastronomie

Ein Argument gegen das Rauchverbot in Lokalen ist die Befürchtung der Wirte, dass die Umsätze der Gastronomen zurückgehen würden. In Bayern ist das Gegenteil der Fall: Dort gibt es seit 7 Jahren, seit 2010, ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie. Seither gibt es ein Umsatzplus in der Gastronomie, sowohl in der Speise- als auch Getränkegastronomie.

Rauchverbot wirkt sich positiv auf Gesundheit der ItalienerInnen aus

Auch in Italien gibt es seit 2005 ein Rauchverbot in der Gastronomie. Und obwohl es dort die Möglichkeit gibt, kleine Raucherräume einzurichten, wird das eher nicht gemacht.

Die positiven Auswirkungen des Rauchverbots sind in Italien eindeutig: Um 4 Prozent weniger Menschen wurden in den ersten beiden Jahren wegen Herzinfarkts ins Spital gebracht. Auch die Sterblichkeit ist in diesem Zeitraum um drei Prozent gesunken.

Rückgang an RaucherInnen in Irland

In Irland herrscht seit 2004 ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie und auch dort gibt es einen deutlichen Rückgang an RaucherInnen von 28 Prozent auf 21 Prozent.

 

Eine Zigarette kostet zehn Minuten Lebenszeit

Verschiedene Untersuchungen zeigen: Jede Zigarette kostet rund 10 min Lebenszeit. Eine 40-Jährige, die jeden Tag ca. 10 Zigaretten raucht, stirbt im Durchschnitt um 10 Jahre früher.

Jährlich sterben weltweit 600.000 Menschen an Folgen des Passivrauchs

Doch auch für PassivraucherInnen besteht ein erhöhtes Risiko und das ist besonders für die Beschäftigten in der Gastronomie relevant. Wenn jemand nur den Rauch von anderen inhaliert, hat er längerfristig die gleichen Risiken wie ein Raucher selbst – er hat die gleichen krebserregenden Substanzen im Körper. Von den 6 Millionen Menschen, die jährlich an den Folgen des Rauchens sterben, sind jährlich 600.000 PassivraucherInnen. Sie trifft das Ende des Rauchverbots in der Gastronomie ganz besonders.

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22 Kommentare

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Christine Reusswig
Christine Reusswig

Also, Hr. Kurz, ich bin zutuefst über die Raucherregelung bestürzt, wie können Sie uns daß,und den Kindern antun, was hätte Hr.Strache gemacht, wenn Sie Ihren Wählern das RAUCHVERBOT gegeben hätten?Ich hatte tiefes Vertrauen in Sie gesetzt, schämen Sie sich ,ist Ihnen die Gesundheit der Österreichischen Bevölkerung wirklich so Egal, oder was steckt sonst dahinter!!!???

Fend Eckhard
Fend Eckhard

Hier sollte das Volk abstimmen dürfen wie in der Schweiz – es kann nicht sein das hier Politiker das sagen haben und entscheiden was wir aus unserer Gesundheit machen ( und das im negativen Sinne ). Trauriges Österreich, werden Neuwahlen hätten sie meine Stimme verloren.

Gerda Lackerer
Gerda Lackerer

Wie kann man so ignorant sein?! Das sind keine Volksvertreter die die Gesundheit gefährden ohne Skrupel!! Das absolute Rauchverbot ist längst überfällig!!!

Bernd
Bernd

Ich glaubes einfach nicht. Das IST ein Faschingsscherz, oder? So dämlich KANN man ja gar nicht sein, oder etwa doch? Bitte auch gleich aus der EU austreten und auf Braunkohle als einzige Energiequelle setzen. Danke.

Ingolf
Ingolf

Es ist echt schlimm, dass es jetzt plötzlich keiner so ernst nimmt mit dem Nichtraucherschutz. Ist ja nur die Mehrheit der Österreicher, die ständig angeraucht wird, die Kinder gar nicht mitgerechnet. Und Sebastian Kurz ist dem H.C. Strache mehr als dienstbar. Vermutlich, um andere machtvolle Aufgaben in der ÖVP zu halten, auf dem Rücken der Gesundheit der Österreicher. Den Schwarz-Blauen dürfte es Recht sein, wenn die jahrzehntelang verqualmten Bürger und Bürgerinnen nicht sooo lange in Pension sind, sondern frühzeitig sterben. Ist schließlich gut fürs Sozial-Budget, oder? Und die Steuern der Tabakindustrie bleiben so auch der neuen Regierung erhalten. Wie unfair… Weiterlesen »

Karin
Karin

Nicht mehr zeitgemäß. Ganz eindeutig stecken da Eigeninteresse und die Nähe zur Tabakindustrie dahinter. Aber von Schwarz/Blau habe ich auch nichts Sinnvolles erwartet.

Michaela
Michaela

WARUM schützt die neue REGIERUNG die Nichtraucher nicht???????
SCHANDE für ÖSTERREICH!
Wir NICHTRAUCHER müssen uns in der ÖFFENTLICHKEIT den irrsinnig schädlichen PASSIVRAUCH gefallen lassen!!!!!
WIR NICHTRAUCHER werden ungerecht behandelt!!!!!!!!
BITTE für die NICHTRAUCHER eintreten und unseren FORDERUNGEN gerecht werden.
WIR NICHTRAUCHER fühlen uns ungehört.

Helmut Haidinger
Helmut Haidinger

also für mich ist klar, dass ich in zukunft in kein raucherlokal mehr gehen werde, auch wenn es 2 bereiche mit einer sog. verbindungstür gibt.

DI Peter Maurer
DI Peter Maurer

Das ist ein absoluter gesundheitspolitischer Amoklauf! Wie kann man ein gutes Gesetz, das man selbst mit beschlossen hat und das noch nicht einmal in Kraft ist, wieder kippen bzw. sogar verschlechtern? Wozu jetzt 75 m² statt 50 m²? Und der jämmerliche Versuch betreffend Jugendschutz, das Verhandlungsergebnis nun als Kompromiss darstellen zu wollen, zeugt von purer Unwissenheit oder Ignoranz: Jugendschutz ist Ländersache, Herr Kurz, das sollten Sie eigentlich wissen!

Dieser Zick-Zack-Kurs wird der „Neuen ÖVP“ ganz sicher auf den Kopf fallen. Mit diesem Umfaller ist es Herrn Kurz gelungen, Österreich international lächerlich zu machen.

Gust
Gust

Wie kann man sich so über den Tisch ziehen lassen?
Ich habe Kurz gewählt, weil ich mir neue Politik erwartet habe!
So kann man sich täuschen!! Alles bleibt gleich!!!
Danke lieber Sebastian!!!

Ziller Michaela
Ziller Michaela

WARUM schützt die neue REGIERUNG die NICHTRAUCHER nicht????????
SCHANDE für ÖSTERREICH!
WIR NICHTRAUCHER sind in der ÖFFENTLICHKEIT durch den Passivrauch sehr gefährdet!
SCHLIMM!

Elizabeth Ettinger
Elizabeth Ettinger

Ich frage mich, ob das AMS Leute dazu zwingen kann, als Kellner, Servier- und Thekenkräfte und Barkeeper in so einer verqualmten Bude arbeiten zu müssen. Also sich selbst vorsätzlich zu schädigen. Wer zahlt die Kosten für spätere gesundheitliche Folgeschäden? Die Kneipiers? Die Gäste – auch aus dem Ausland – werden sich irre freuen, in diesem Qualm sitzen zu müssen. Und dabei helfen den Nichtrauchern „abgetrennte Räume für Raucher“ und ständig wegen Service geöffnete Türen GAR NICHTS, gerade dass die Nichtraucher den gelben stinkigen Kleber nicht direkt ins Gesicht gepustet bekommen, das ist alles. Jahrzehntelang zwangen die Raucher die Nichtraucher, ihren… Weiterlesen »

Grell
Grell

Ja Elizabeth, ich bin auch deiner Meinung. Das Rauchverbot wurde schon im Jahr 2015 beschlossen und jetzt weil Strache raucht sollen wir uns vergiften lassen. Die Politiker brauchen uns nur für die Wahl, danach sind wir ihnen schon egal. Kurz und Strache sind doch nur Gesetzes brecher. Jetzt steht wieder eine Wahl vor der Tür, man weiß gar nicht, wem man vertrauen soll, die sind doch alle gleich.

Josef Brunner
Josef Brunner

Sebastian das war dein erster großer Fehler Bitte nicht so weiter!

Herbert Spacek
Herbert Spacek

Ich komme selbst aus der Gastronomie. Dabei gingen mir sämtliche Diskussionen der Wortführer der letzten Jahre schwer auf die Nerven. Es ist nicht einzusehen, dass aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe Millionen Euro in die Trennung von Gasträumen verplempert werden, nur damit unsere sog.Wirtschaft sich damit eine goldenen Nase erschnorren kann (mit Sicherheit haben da die richtigen Leute der Innungen der involvierten Handwerksbetriebe bei den Politikern ’nachgeholfen‘, um einen schönen Profit herausschlagen zu können), nur damit das Ganze nicht nur zuerst in dem endlich kommenden totalen Rauchverbot endet, womit die Investitionen völlig überflüssig werden würden, nein, jetzt wird über Grössenordnungen der Gaststätten… Weiterlesen »

Christa winter
Christa winter

Obwohl ich selber rauche finde ich diesen „Kompromiss “ skandalös. Natürlich muß esfür Nichtraucher möglich sein, nicht eingenebelt zu werden. Und das “ überall rauchen dürfen“ mit Entscheidungsfreiheit zu assoziiieren find ich mehr als problematisch. Eigentlich bin ich ja nicht besonders frei in meiner Entscheidung wenn ich jederzeit überall rauchen muß. Praktisch ist dieses Thema allemal. Man kann Raucher und Nichtraucher herrlich gegeneinander aufwiegeln. Damit dass Raucher und Nichtraucher streiten und wahrscheinlich die Wogen wieder hoch gehen werden, kann man herrlich verhindern, dass sachlich öffentlich diskutiert wird, ob dir hayeksche wirtschsftstheorie wirklich der Weisheit letzter Schluss ist und ob wir… Weiterlesen »

Karl Fügert
Karl Fügert

Offener Brief an unsere zukünftige Regierung. Betrifft: Neuregelung des gültigen Nichtraucherschutz-Beschlußes Sg. Damen und Herren, lieber Hr. Kurz, lieber Herr Strache! Ich bin seit April dieses Jahres neuer Wirt in meiner Heimatgemeinde. Ich habe ein Lokal, das vorher ein Raucher-Café war, sehr kostenintensiv zu einem gediegenen (Café-)Restaurant um- und ausgebaut. Der Gastraum war vorher unter 50m2 groß, durch meinen Umbau beträgt die Gastraumfläche nun etwa 70m2. Gemäß der Nichtraucherschutzverordnung im Gastgewerbe hatte ich daher die Wahl, für die kurze Zeit bis Mai 2018 eine Nichtraucherschutz-Abtrennung (sehr teuer für sehr kurze Zeit) zu schaffen – oder das Lokal zur gänzlichen Nichtraucherzone… Weiterlesen »

Elizabeth Ettinger
Elizabeth Ettinger

Ich bin der Meinung, wenn das Rauchen generell in Gasträumen verboten wird, gibt es für NIEMANDEN einen Wettbewerbsvorteil oder – nachteil. Die vergrätzten Besucher, die die Lokale dann die erste Zeit boykottieren, hören damit auf, weil sie am Ende ja DOCH ausgehen wollen. Die Wettbewerbsverzerrung beginnt doch erst, wenn wer Raucher zulässt (und damit Nichtraucher defacto ausschließt). Nicht zu vergessen: es gibt viele Leute, die keine Gaststätten besuchen, eben WEIL dort geraucht wird, aber die schienen bisher in keiner Statistik auf. Ich gehöre dazu, ging überhaupt nicht gern in solche Gaststätten, wo Raucher in Scharen hocken. Wer bezahlt dem Personal… Weiterlesen »

Martina Hintringer
Martina Hintringer

Und das Arge an dieser Sache ist als Nichtraucher bekommt man in den meisten Lokalen nur Platz im Raucherbereich, weil die Raucher im Nichtraucher Bereich essen wollen Frechheit
Rauchen gehen sie dann raus aus dem Nichtraucher Bereich

Markus
Markus

Ich finde dass es jedem selbst überlassen sein sollte ob er in ein „Raucher“ lokal hinein geht oder nicht. Ich werde auch nicht gezwungen ins Kino zu gehen oder in einen Bus zu steigen. Die Ärzte sollen zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Warum gibt es in jedem Krankenhaus einen Raucher Raum? Andererseits : Warum werden Zigaretten nicht abgeschafft, wenn es ja sooo schädlich ist! Dann müsste nämlich eine andere Sucht behandelt und neue Steuern erfunden werden. Wer will das schon.!!!

Paul
Paul

Bravo Österreich endlich ein Land das sich nicht bevormunden lässt.Der freie Bürger kann selbst entscheiden wo er hin geht.

Paul
Paul

Wohl ein Tippfehler – sollte wohl heißen Pfui Österreich. Aber es stimmt, der freie Bürger kann selbst entscheiden, ob er früher auf den Friedhof geht (oder besser chauffiert wird, denn gehen kann er ja dann nicht mehr…)

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