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Kontrast
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Wer viel verdient, lebt 7 Jahre länger

Wer viel verdient, lebt 7 Jahre länger

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Arbeit & Freizeit, Verteilungsgerechtigkeit
Lesezeit:2 Minuten
27. März 2018
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Um 7 Jahre leben Top-Verdiener im Schnitt länger als Geringerverdiener. Und die Schere in der Lebenserwartung geht immer weiter auseinander, wie jetzt eine deutsche Studie zeigt. Sie beschäftigt sich mit der Lebenserwartung von PensionistInnen über 65 Jahre: Lag die Lebenserwartung von Top-Verdiener unter den Pensionisten mit Jahrgang 1928 noch 4 Jahre über jener von Kleinverdienern, liegt sie für PensionistInnen mit Geburtsjahr 1948 bereits 7 Jahre auseinander. Für die Pensionen heißt das: Menschen mit niedrigen Einkommen finanzieren letztlich die Pensionen für Menschen mit hohen Einkommen. 

Ökonomen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) haben Daten der deutschen Rentenversicherung ausgewertet und kommen zu einem klaren Schluss: Das Einkommen beeinflusst deutlich, wie lange man lebt. Am längsten können demnach die reichsten 10 Prozent die Pension genießen, danach nimmt die Lebensdauer parallel zum Einkommen ab – am kürzesten lebt das ärmste Zehntel. Und die Ungleichheit nimmt zu:

Je später die Pensionisten geboren sind, umso krasser wird der Unterschied. Bei den im Jahr 1928 Geborenen liegt die Lebenserwartung zwischen den reichsten und den ärmsten 10 Prozent vier Jahre auseinander, bei den 1949 Geborenen schon sieben Jahre.

Die Lebenserwartung steigt in allen Gruppen, aber für wohlhabende Menschen in jedem Jahr weit stärker als für die ärmeren Menschen. Was diesen Lebensjahre kostet, ist weniger eine schlechtere medizinische Behandlung, sondern psychischer Stress durch Existenzängste, schlechte Arbeitsbedingungen und eingeschränkte Teilhabe an der Gesellschaft.

Pensionssystem: Kleinverdiener steigen systematisch schlechter aus

Laut den Forschern des DIW hat das auch negative Folgen für das Pensionssystem: Weil kleine Pensionisten im Durchschnitt deutlich kürzer eine Pension beziehen als die reichsten 10 Prozent, steigen kleine Einkommen systematisch schlechter aus. Rechnet man noch ein, dass etliche Bezieher kleiner Einkommen ihren Pensionsantritt mit 65 gar nicht mehr erleben, ist der Umverteilungseffekt nach oben noch drastischer. Die Beitragsrendite wird mit steigendem Einkommen größer.

Die Forscher empfehlen daher, die ungleiche Lebenserwartung bei zukünftigen Pensionsreformen unbedingt zu berücksichtigen. Gerade wenn die Einkommensverteilung ungleicher wird, verschärfen sich die Schieflagen im Pensionssystem noch mehr. Darum warnt auch Prof. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes:

„Die armen Menschen, die ihr Leben lang Beiträge zur Rentenversicherung bezahlt haben und dann im Durchschnitt vielleicht noch vier oder fünf Jahre die Rente genießen können, finanzieren im Grunde genommen die Rente der Wohlhabenderen, länger Lebenden mit.“

Ähnlich auch in Österreich

Für Österreich gibt es ähnlich detaillierte Zahlen noch nicht: Doch auch hierzulande führen sich Personen mit wenig Einkommen weniger gesund, wie eine Studie der Statistik Austria im Auftrag des Gesundheitsministeriums zeigt. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen und Männer in der höchsten Einkommensstufe ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut einstufen, drei Mal höher als bei Frauen und Männern mit niedrigen Einkommen. Arme Personen leiden auch in Österreich viel häufiger an chronischen Krankheiten.

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12 Comments
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StefanW
StefanW
2. April 2018 17:59

Ihr habt ja so recht, aber was hilft euch Rechthaben. Wie der Don schon schreibt: „was einem Rechthaben hilft, wenn man das nach 50 Jahren auf dem Erdenrund nur in einer WG hat, in der vermutlich auch über Marx gesprochen und der Hausdienst genderneutral paritätisch geregelt ist..“ http://blogs.faz.net/stuetzen/2018/03/25/die-hohe-kunst-der-nowork-life-balance-8869/

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Heinrich Petry
Heinrich Petry
28. März 2018 21:49

„Müll, Mafia & das große Schweigen“ ist eine Dokumentation, die jeder Mensch gesehen haben sollte. Darin erkennt man, als nicht naiver Beobachter, dass nicht die M…a allein das Problem sind, sondern die deutschen, österreichischen … Großkonzerne, die mit ihr die Geschäfte machen.

Deshalb gilt es Leute wie die neue Regierung, die den Reichen und Hässlichen zuarbeitet, ganz genau zu kontrollieren! Politik und Geheimdienste ebenen überhaupt erst den Weg für unsere Konzerne, zweitens selbst bei Geschäften mit Mafiosi straffrei zu bleiben, aber erstens, diese überhaupt erst durchführen zu können bzw. sie zu erhalten.

3
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VdB?
VdB?
28. März 2018 19:49

Hehe! Egal: In D wird derzeit die Asozialisierungsaufhebung diskutiert. Hartz IV durch Kommunen-Jobs um die 1500 € ersetzen. Leider machen es Überschüsse möglich, die wieder andere in die Schulden treiben.

Wenn es aber immer nur mittels indirekter bzw. direkter Ausbeutung funktioniert. muss ANDERES her: Steuererhöhungen auf die, wie es die Ökonomen Sinn und Flassbeck sagen, die das Geld haben.

Und das sind die, die es unterversteuern bzw. nicht versteuern. BASTA!

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patricia.huber@univie.ac.at
patricia.huber@univie.ac.at
28. März 2018 02:20

Keine Unannehmlichkeiten hier!

3
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Ich bin kein netter Mensch, weil die Blödheit
Ich bin kein netter Mensch, weil die Blödheit
27. März 2018 23:39

überwiegt im Volk: besonders auch bei den Studierten, wie die eigenen Profs immer wieder betonen. Wegen der ständigen Linksverteufelei einmal ein Definitionsversuch, wie er den meisten unzugänglich bleibt.

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holladijo
holladijo
27. März 2018 14:38

Wieso erhalten die reichsten 10 % überhaupt eine Pension. Diese sind Milliardäre. Oder verwechseln Sie den Ausdruck mit etwas anderem?

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Petra
Petra
Reply to  holladijo
27. März 2018 23:26

Dann schau dir diese miesen Trickser mal an: https://www.firmenabc.at/agra-privatstiftung_DXLD

Versorgung der Stifter und ihrer Familienangehörigen. Ferner befasst man sich mit der Vermietung und Verpachtung von Liegenschaften.

Leute, die für die Eigenversorgung nur noch 12 % Steuern zahlen!

Und die neuen Fratzen
von blau-türkis werden
solche zusätzlich unter-
stützen, das Verbrechen
ausbauen sozusagen.

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Okay, es sind
Okay, es sind
Reply to  Petra
27. März 2018 23:29

12,5 %! Aber deshalb werden solche auch nicht weinen.

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Da ist ein ehemaliger Mechaniker dabei,
Da ist ein ehemaliger Mechaniker dabei,
Reply to  Petra
28. März 2018 19:53

der in die AK aufgestiegen war und nun von 5000€ Pension leben muss. Offiziell natürlich nur. Und der gründet eine Stiftung um sich mehr zu gönnen? Solche Stiftungen müssen verboten und der Entgang für die Öffentlichkeit nachversteuert werden. Eine Schande sowas für die AK!

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Aber nur,
Aber nur,
27. März 2018 14:27

weil er sich das (dieses von Saugeviechern verursachte) Theater leisten kann!

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Eigentlich
Eigentlich
Reply to  Aber nur,
28. März 2018 19:59

ist „Die Fledermaus“ eine Operette. Egal!
Das würde schreiberisch nicht so kommen.

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Petra
Petra
Reply to  Eigentlich
28. März 2018 20:02

Eigentlich müsste er „Fladermaus“ genannt werden. Das ist Neudeutsch und heißt: Diebsbrut!

Einfach mal im Duden nachgucken!

3
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Antworten

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Seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit als US-Präsident erlebt die amerikanische Demokratie eine Krise. Radikale Gruppierungen gewinnen zunehmend Einfluss. Im Interview spricht die Journalistin und Autorin Annika Brockschmidt über die Entwicklung der Republikanischen Partei, die rechten Strömungen, die sie geprägt haben, und darüber, warum es innerhalb der Republikaner heute kaum noch eine Grenze zwischen konservativen Positionen und offenem Rechtsextremismus gibt. Zitat: Rechtsradikale und Rechtsextreme geben bei den Republikanern jetzt den Ton an. Sie streiten sich zwar, welches inhaltliche Sub-Thema sie betonen, aber insgesamt ist diese Partei fest in der Hand von Extremisten. Auch unabhängig davon, wie sich die Partei personell weiter entwickelt - das wird sich so bald nicht ändern. Annika Brockschmidt

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Mögliche Preiseingriffe, Sozialtarif beim Strom: So will Regierung die Energiepreise senken

12. Dezember 2025

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