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Warum wir gute Mütter sind

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Warum wir gute Mütter sind

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Alexandra Hopf Alexandra Hopf
in Frauen & Gleichberechtigung
Lesezeit:2 Minuten
30. September 2016
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Fast die Hälfte aller ÖsterreicherInnen ist der Meinung, Vorschulkinder leiden, wenn ihre Mutter erwerbstätig ist. Das Bild von der berufstätigen Mutter als Rabenmutter hält sich also noch immer recht hartnäckig. Dabei sagen Studien etwas anderes: Kinder profitieren, wenn ihre Mutter arbeiten geht – sogar bei den Schulnoten.

42 Prozent der ÖsterreicherInnen unter 45 Jahren sehen es schädlich für Vorschulkinder, wenn ihre Mutter einem Beruf nachgeht. Damit liegt Österreich im Mittelfeld von 14 europäischen Staaten. Noch konservativer sind osteuropäische Länder (Ungarn: 80 %, Polen: 57 %), aber auch Westdeutschland (46 %). Dagegen macht man sich vergleichsweise wenig Sorgen hierüber in Belgien (29%), Japan (24%), Ostdeutschland (19%), sowie Estland (18%) und Norwegen (11%). Für die Studie „Von Rabenvätern und Rabenmüttern“  hat das Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden 80.000 Menschen in ganz Europa befragt. Die Ergebnisse zeigen: Vorurteile und traditionelle Geschlechterklischees halten sich lange – wissenschaftliche Untersuchungen zeigen indes etwas anderes.

Kein Grund für Schuldgefühle

Für ihre Untersuchung „Wie viel Mutter braucht das Kind?“ hat die deutsche Entwicklungspsychologin Una Röhr-Sendlmeier die aktuellsten internationalen Forschungen zum Thema gesammelt. Zentrales Ergebnis ihrer Untersuchung aus 2016:

„Ist eine Mutter-Kind-Beziehung stabil, wird sie durch einen Krippen- und Kindergartenbesuch nicht beeinträchtigt.“

Einzige Einschränkung: Die Qualität der Betreuung muss stimmen und das Kind sollte nicht jünger als ein Jahr alt sein.

Aufsehen erregt hat die Studie auch deshalb, weil sie im Auftrag der CDU-nahen Konrad Adenauer Stiftung erstellt wurde. Nichtsdestotrotz räumt die Autorin mit konservativen Mythen auf. Ihr Fazit:

  • Kinder brauchen für ihre gute Entwicklung sichere soziale Bindungen, Geborgenheit und Zuwendung.
  • Berufstätigkeit hat positiven Einfluss auf die Schulleistungen und schulisches Selbstvertrauen der Kinder. Die mütterliche Berufstätigkeit kann die kindliche Leistungsmotivation positiv beeinflussen, weil das Kind sich die Arbeitshaltung und Lernstrategien zum Vorbild nimmt.
  • Wenn Mütter berufstätig sind, steigt das Engagement von Vätern in der Erziehung. Das nützt wiederum den Kindern: Eine partnerschaftliche Einstellung zu Familienarbeit ist gut für deren Entwicklung und führt zu besseren Schulleistungen.
  • Berufstätige Mütter sind zufriedener und ausgeglichener. Diese Einstellung nehmen ihre Kinder ins Erwachsenenleben mit: Sie sind selbst beruflich erfolgreicher.

Freilich, und das zeigen die Forschungsergebnisse auch, leiden berufstätige Mütter oft unter widersprüchlichen Erwartungen zwischen Mutterbild und den Anforderungen am Arbeitsplatz, was auch zu schlechtem Gewissen gegenüber den Kindern führen kann. Dass es für Schuldgefühle in der Regel keinen Grund gibt, zeigt u.a. das deutsche Kinder- und Jugendsurvey aus 2008:

„Eine Berufstätigkeit der Mutter hat keine ungünstigen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Kinder, im Gegenteil: Kinder teil- und vollberufstätiger Mütter zeigten sogar weniger Auffälligkeiten als Kinder nicht berufstätiger Mütter.“

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Dale Spender war eine australische Autorin, Wissenschaftlerin und Feministin, die sich mit der Macht von Sprache beschäftigte. Bekannt wurde sie mit ihrem Buch „Man Made Language“, in dem sie zeigte, dass Sprache nicht neutral ist, sondern gesellschaftliche Machtverhältnisse mitprägt. Sie fragte danach, wessen Stimmen gehört werden – und wessen Erfahrungen in Geschichte, Literatur und Wissenschaft fehlen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit bestand deshalb darin, vergessene Autorinnen und Denkerinnen wieder sichtbar zu machen. Damit hat Spender eine Debatte angestoßen, die bis heute aktuell ist: darüber, wie Sprache bestimmt, wer gesehen, erinnert und ernst genommen wird. Zitat: Der Feminismus hat keine Kriege geführt, keine Gegner getötet und keine Grausamkeiten begangen. Seine Kämpfe galten der Bildung, dem Wahlrecht, besseren Arbeitsbedingungen, sozialer Absicherung und Reformen im Recht. Wenn jemand sagt: "Oh, ich bin kein Feminist." Dann frage ich nur: Warum? Dale Spender

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