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Isolation verlängert – Tipps für das psychische Wohlbefinden

Soziale Isolation aufgrund des Coronavirus bedeutet für viele von uns nicht nur körperliche Einschränkungen, sondern auch eine große Herausforderung für die Psyche. Der psychosoziale Dienst der Stadt Wien hat deswegen Tipps gesammelt, die uns gut durch diese Zeit bringen sollen.

Wie können wir in Zeiten des Coronavirus gesund bleiben? Und zwar nicht nur körperlich, sondern auch psychisch.

Tagesstruktur schaffen

Isolation und abrupte Veränderungen in der Tagesstruktur sind für viele eine große Belastung. Daher ist es derzeit wichtig, eine neue Routine für den Tag zu finden.

  1. Versuche, um die selbe Zeit aufzustehen und deine Morgenroutine mit Zähneputzen usw. beizubehalten.
  2. Informiere dich über das Tagesgeschehen gezielt auf offiziellen Kanälen & meide übermäßigen Konsum von Medien.
  3. Mach dir Telefon- oder Chat-Dates aus.
  4. Rede darüber, wie es dir mit der Situation geht — das hilft.
  5. Mittagessen um 1, Tee um halb 3, Skypen um 5 – kleine Rituale helfen bei der Strukturierung deines Tages.
  6. Nimm dir vor, wann du ins Bett gehen wirst und versuche, vor dem Schlafen zur Ruhe zu kommen.

Dr. Georg Psota, Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien, rät ebenfalls dazu, sich über den Tag Beschäftigungsmöglichkeiten zu suchen und einzuplanen.

„Vielen Menschen hilft es, wenn sie Ordnung machen. Das beschäftigt, lenkt ab und gibt ein gutes Gefühl. Ebenso hilft vielen Menschen, wenn Sie sich den jeweiligen Tag oder die nächsten Tage gut strukturieren: ‚Sich die Zeit über den Tag verteilt einteilen, dann mache ich dieses und dann mache ich jenes’.“

Coronavirus: Achtet auf euch, Psychotherapie geht auch via Skype

Worauf man achten sollte

Fakten statt Fake: Es ist wichtig, informiert zu bleiben. Genauso wichtig sind aber auch Pausen von der aktuellen Nachrichtenlage. Dabei ist besonders wichtig: nur Informationen von offiziellen und vertrauenswürdigen Stellen einholen!

Egal wo, egal wann: Respektvoll verhalten – sich selbst und anderen gegenüber! Viele Menschen sind derzeit besonders angespannt. Wer sich also auf der Straße begegnet, im Supermarkt oder in der eigenen Küche: Seid geduldig, seid nett, seid respektvoll. Auch euch selbst gegenüber.

Ordnung machen: Nutzt die Zeit, die ihr jetzt habt, aktiv – aber überlastet euch nicht. Tut die Dinge, die für euch wirklich wichtigen sind. Plant, ordnet werkt, solange ihr euch dabei gut fühlt. Aber macht euch keinen Druck deswegen – nicht alle müssen jetzt produktiv sein.

Auszeiten nehmen: Pausen sind wichtig. Egal ob man im Homeoffice ist, noch in die Arbeit fährt oder freigestellt ist. Nehmt euch Pausen miteinander, aber auch voneinander. Das gilt vor allem, wenn man auf engerem Raum miteinander lebt.

Soziale Beziehungen pflegen: Sprecht mit anderen Menschen darüber, wie es euch geht. Das geht auch übers Telefon und soziale Medien.

Für Kinder da sein: Wenn ihr mit Kindern lebt oder telefoniert, nehmt ihre Sorgen besonders ernst. Erklärt ihnen die Situation. Hört zu.

Körperliche Gesundheit: Ernährt euch so gesund wie möglich. Bewegt euch innerhalb und außerhalb der Wohnung regelmäßig. Versucht, einen regelmäßigen Schlafrhythmus einzuhalten; das gleiche gilt für die Hygieneregeln.

Bewegung im Freien: Laufen und spazieren gehen sind sowohl alleine als auch mit Menschen, mit denen man zusammenlebt, möglich. Bitte achtet auf die 1-2 Meter Abstand zu anderen Menschen.

Weiterleben: Findet die für Euch schönen Dinge, und genießt sie.

Hilfe suchen: Und wenn’s trotzdem nicht geht, gilt: Je früher, desto besser. Denn auch in Zeiten des Coronavirus ist es okay, auch mal nicht okay zu sein.

Die wichtigsten Telefonnummern auf einen Blick

Bei psychischer Belastung aufgrund des Coronavirus oder der Isolation können folgende Nummern angerufen werden:

  • Telefonseelsorge: 142 (rund um die Uhr)
  • Rat auf Draht (für Kinder, Jugendliche und Bezugspersonen): 147 (rund um die Uhr)
  • Ö3 Kummernummer: 116 123 (täglich 16 – 24 Uhr)
  • Helpline des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP): 01 504 8000 (Montag bis Frreitag : 09 – 16 Uhr)

Bei allgemeinen Fragen zu Übertragung, Symptomen, Vorbeugung:

Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) – Infoline Coronavirus: 0800 555 621

Bei Verdacht auf Infizierung mit dem Coronavirus oder auftretenden Symptomen:

Österreichisches Gesundheitstelefon: 1450

Für Personen, die auf Hilfe angewiesen sind, aber keine Unterstützung durch Angehörige oder NachbarInnen bekommen können:

  • Servicenummer der Stadt Wien: 01 4000 4001
  • Team Österreich: 0800 600 600

In psychischen Krisen- und Notfällen:

Die Notrufnummer der Psychosozialen Dienste in Wien: 01 31330

Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie über Telefon und Internet

Außerdem ist auch die fortlaufende psychiatrische, psychologische und psychotherapeutische Behandlung wichtig. Wenn ihr diese derzeit in Anspruch nehmen wollt, fragt bei euren PsychiaterInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen nach, ob sie oder er die Behandlung auch telefonisch oder online durchführen würde. Denn telemedizinische Krankenbehandlung (Skype, Videokonferenz, Telefon) kann derzeit wie eine in der Ordination in Anspruch genommene Leistung bei der ÖGK abgerechnet werden.

Psychosozialer Dienst

Seit ihrer Gründung 1979 im Zuge der Psychiatriereform bilden die psychosozialen Dienste in Wien ein breites Netzwerk an ambulanten Einrichtungen für eine umfassende sozialpsychiatrische Grundversorgung. Im Mittelpunkt steht die bedarfsgerechte und qualitativ hoch stehende Behandlung und Betreuung psychisch kranker Menschen.

In allen Einrichtungen des PSD-Wien wurden 2018 ingesamt 12.698 Personen behandelt, betreut und beraten. Die jüngste Person war 6 Jahre, die älteste war 100 Jahre alt.

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