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Ehe für alle: Bewegung in der CDU, Stillstand in der ÖVP

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Privat: Ehe für alle: Warum Kurz-ÖVP und FPÖ der Liebe im Weg stehen

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Gesellschaft, Kultur
Lesezeit:3 Minuten
27. Mai 2017
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Gleichgeschlechtlichen Partnern ist es in Österreich nach wie vor untersagt zu heiraten. Zwar ist die überwältigende Mehrheit der ÖsterreicherInnen für die Ehe für alle – allerdings findet sich im Parlament noch keine Mehrheit. An ÖVP und FPÖ ist diese Entwicklung vorübergegangen, die beiden Parteien stellen sich in der Sache stur. In Deutschland gab Kanzlerin Angela Merkel die Abstimmung über die Ehe für alle jetzt frei. Ob ÖVP-Obmann Kurz nachziehen wird, bleibt offen.

Weltweite Modernisierung

Taiwan, Finnland und Kolumbien sind die drei Länder, in denen zuletzt das Ehe-Verbot für Homosexuelle aufgehoben wurde. Anders als in Österreich dürfen homosexuelle Paare in diesen Ländern (bald) heiraten.

Die Niederlande machten im Jahr 2001 den ersten Schritt. Seither haben sich über 20 Länder auf allen Kontinenten dafür entschieden, heterosexuelle und homosexuelle Paare rechtlich gleichzustellen. Der Trend hat die unterschiedlichsten Länder erfasst: Von den liberalen Niederlanden, über das konservative Spanien bis hin zu Ländern wie Argentinien, Südafrika oder Neuseeland.

Auch in Deutschland könnte es noch vor der Wahl zu Änderungen kommen: die SPD hat angekündigt, die Ehe für alle rasch zur Abstimmung bringen zu wollen. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel kann sich eine Abstimmung ohne Fraktionszwang im Bundestag vorstellen.

Und Österreich?

In Österreich dürfen gleichgeschlechtliche Paare nach wie vor nicht heiraten. Zwar gibt es seit einigen Jahren die eingetragene Partnerschaft und die Möglichkeit, Kinder zu adoptieren – die rechtlichen Unterschiede zur Ehe sind aber nach wie vor sehr groß.

Die Gesetze hinken dabei den Menschen hinterher. Die Österreicher denken heute anders über Homosexualität als noch vor 20 oder gar 50 Jahren. So stand Homosexualität noch bis 1971 unter Strafe – erst die SPÖ-Alleinregierung unter Bruno Kreisky hob dieses Unrecht auf. Vor allem in den letzten Jahren hat sich viel getan: Von der Abschaffung des berüchtigten §209 im Jahr 2002, bis zum 2009 beschlossene Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft.

Eine Umfrage aus dem Jahr 2015 ergab:

Mehr als 60% der ÖsterreicherInnen sind für die Ehe für alle. Lediglich 30% sprachen sich dagegen aus. Die überwältigende Mehrheit gab an, dass es für homo- und heterosexuelle Paare die gleichen Gesetze geben soll. Und dass an gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Ehe nichts Schlechtes ist.

Das bedeutet keineswegs, dass homosexuelle Paare nicht mehr diskriminiert werden. Gerade im ländlichen Raum werden sie im Alltag oftmals missachtet. Aber der Wind dreht sich: Heute versteht kaum mehr jemand, wieso gleichgeschlechtliche Paare rechtlich benachteiligt werden und nicht heiraten dürfen.

ÖVP und FPÖ bleiben alt

Im Parlament spürt man von dieser breiten Akzeptanz aber zu wenig. So sprechen sich SPÖ, Grüne und NEOs für die Ehe für alle aus – werden dabei aber von der Mehrheit aus ÖVP und FPÖ (und Team Stronach) blockiert. Der von Frauenministerin Pamela Rendi-Wagner vorgelegte Gesetzesvorschlag dürfte keine Mehrheit finden.

An der Position der ÖVP hat sich auch unter dem neuen ÖVP-Obmann Sebastian Kurz nichts geändern. Er ist zwar mit dem Projekt angetreten, die ÖVP zu erneuern.

Und vor einigen Jahren konnte sich Kurz die Ehe für alle noch vorstellen. Aber anstatt diese Position in die ÖVP zu tragen, übernahm er das Nein zur Gleichberechtigung. Anstatt die ÖVP zu erneuern, wurde Sebastian Kurz von ihr alt gemacht.

Noch schlimmer steht es bei der FPÖ: Für diese Partei sind Homosexuelle anscheinend Menschen zweiter Klasse. Keine andere Partei positioniere sich so offen und direkt für die Diskriminierung von Homosexuellen, stellte etwa der Rechtsanwalt Helmut Graupner fest.

So bezeichnete FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache Homosexualität gar einmal als Krankheit. Am liebsten würde die FPÖ das Adoptionsrecht und die eingetragene Partnerschaft wieder abschaffen.

Ehe für alle – starkes Symbol

Die Ehe für alle wird nicht jede Form von (alltäglicher) Diskriminierung beenden. Aber sie ist ein starkes Symbol. Sie zeigt, dass Österreich homosexuelle Lebensformen anerkennt, dass man heute anders über Diskriminierung denkt als in der Vergangenheit. Und zu guter Letzt signalisiert sie: Menschen in Österreich – egal ob homosexuell oder nicht – können selbst entscheiden, wie sie leben wollen.

Eine neue Chance für die ÖVP?

Mit dem neuen Antrag zur Ehe für alle hat die ÖVP nun nochmal eine Chance: Sebastian Kurz kann beweisen, wie „neu“ die ÖVP wirklich ist. Bundeskanzler Kern hat ihn aufgefordert, „seinen“ Mandataren die Abstimmung freizugeben, denn „Liebe darf keine Frage des Klubzwangs sein“.


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3 Comments
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Stefan
Stefan
19. August 2017 21:38

32 der 47 Staaten die die EMRK ratifiziert haben definieren die Ehe rechtlich als dauerhaft angelegte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. Und das aus gutem Grund. Nur Mann und Frau sind imstande eigene Kinder zur Welt zu bringen und diese aufzuziehen. Die Ehe repräsentiert ein gesellschaftspolitisches Ideal, das die Perspektive und die Interessen von Kindern ausdrücklich miteinbezieht (siehe ABGB §44! Anders als im deutschen Grundgesetz werden wesentliche Kinderinteressen seit 200 Jahren im österreichischen Eherecht ausdrücklich dargestellt!).

Die natürliche Familiengründung durch Mann und Frau kann gleichzeitig die Voraussetzung dafür sein, dass

– Kinder keinen Bruch der Kontinuität ihrer Beziehungen zu ihren primären Bezugspersonen erleben müssen (Bindungskontinuität intrauterin bis zur Volljährigkeit!)

– sie in Lebensgemeinschaft mit ihren leiblchen Eltern aufwachsen und von diesen gemeinsam großgezogen werden

– sie sowohl von der Mutter- als auch von der Vaterbeziehung profitieren.

Die natürliche Familie repräsentiert ein zeitlloses Ideal und beruht tiefenpsychologisch auf wesentliche archetypische Prinzipien. Neueste Studien aus der Sozialforschung (repräsentative Stichproben / ohne die Studienteilnehmer im Voraus über den Studienzweck zu informieren) sind ein starkes Indiz dafür, dass sich Kinder in der natürlichen Familie am Besten entwickeln.

Negativ-Berichte von Personen, die von gleichgeschlechtlichen Paaren großgezogen wurden häufen sich. Diese können als Alarmsignal gewertet werden. Berichte von Heather Barwick (auf soundcloud.com), Katy Faust (askthebigot.com), Millie Fontana (youtube Millie Fontana Canberra) Robert Oskar Lopez und vielen weiteren Einzelpersonen und auch die gesammlten Erfahrungen von 70 Betroffenen im Buch „Jephthah’s Children: The Innocent Casualties of Same-Sex Parenting“ verdeutlichen unmissverständlicherweise, dass gleichgeschlechtliche Elternschaft Kinder seelisch verletzen kann.

Immer mehr „Ein-Eltern-Familien“, „Patchworkfamilien“ und „Regenbogenfamilien“ werden von vornherein geplannt, und immer öfter müssen Kinder ohne jede erzieherische Rechtfertigung vaterlos oder mutterlos aufwachsen. Das sind gute Gründe, um das aktuelle Ehekonzept als gesellschaftliches Leitprinzip beizubehalten. Und nur, weil manche Ehen kinderlos bleiben oder in die Brüche gehen schafft man die Ehe auch nicht ab.

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Ra Appl
Ra Appl
29. Juni 2017 00:06

Das befreiende Schlagwort „Ehe für alle“ markiert ein höchst dringliches Ende der unseligen Abwertung von Homosexualität! –
Alle Arten unfruchtbarer Sexualität wurden vor Jahrtausenden in NomadenRELIGIONEN aus gutem Grund geächtet – Kinderreichtum war für Nomadengruppen überlebenswichtig!
Leider wurde diese Diskriminierung von Selbstbefriedigung und Homosexualität Jahrtausende hindurch ohne Not fortgesetzt: Bestens gedüngt auf dem Misthaufen der Machthaberei: „Divide et impera!“ [Herrsche durch Spalten (der Gesellschaft!)]
Wieviel LEID + SCHULD wurde durch diesen – durch nix gerechtfertigten UNFUG („religiöser Populismus“???) MUTWILLIG über die Menschen gebracht?

Leider wird durch „Spardenker/innen“ im Überschwang der höchst not-wendigen Reparatur dieses überaus schädlichen Relikts aus der Mottenkiste der Geschichte auf einen gesellschaftlich WICHTIGEN WERT VERGESSEN:
Wer SCHÜTZT das MENSCHENRECHT der KINDER auf ein AUFWACHSEN in einer Paarbeziehung, die nicht vom „Lifestyle“ geschaffen wird? Die sich (zumindest theoretisch!) selbstbestimmt fortpflanzen kann – OHNE TECHNIK, PHARMAZIE und ÄRZTESCHAFT???
Mein Vorschlag, der NIEMANDEN über Gebühr „entrechten“ will:
„Vermehrungsgegnerische“ Paare dürfen nur solche Kinder adoptieren, die von einer/m der Partner/innen abstammen.
Wer fordert, dass Heterosexuelle oder „Biotechnik“ den Homosexuellen Kinder „liefern“, sollte mehr an die Zukunft der Gesellschaft denken, weniger an eigenen „Lifestyle“…
Gegenargumente willkommen!

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Handl Wolfgang
Handl Wolfgang
27. Juni 2017 17:30

…auch da wird sich die ÖVP bewegen,da bin ich mir ganz sicher, siehe Pflege Regress!

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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ÖVP

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) ist eine der traditionellen Großparteien Österreichs. Sie vertritt vor allem bürgerlich-konservative Werte. Traditionell gilt sie als Interessenvertreterin der Wirtschaft, der Bauern sowie der römisch-katholischen Kirche.

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FPÖ

Die FPÖ gibt sich gerne als „soziale Heimatpartei“. Egal ob unter Jörg Haider, Heinz-Christian Strache oder jetzt Herbert Kickl. Sie tut so, als ob sie die Partei der “kleinen Leute” wäre. Doch egal, ob in Opposition oder Regierung: Die FPÖ vertritt gemeinsam mit der ÖVP Konzerne und Österreichs Reichste. Hier der Beweis!

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