Nicht bös sein, aber

Türkis-Schwarze Weihnachtswünsche

Der Weihnachts-Wunschzettel des Nationalratspräsidenten wird heuer leer bleiben. Denn für Wolfgang Sobotka sind bereits alle Träume Wirklichkeit geworden: Ja, er bekommt seinen Goldenen Bösendorfer und ja, er konnte bei den jüngsten Meinungsumfragen Herbert Kickl vom Podest stoßen. Denn der blaue Purkersdorfer mit Kärntner Migrationshintergrund ist nicht mehr
Österreichs unbeliebtester Politiker. Diese Ehre ist endlich dem dynamischen Mussolini Look-a-like aus dem Mostviertel zuteil geworden.

Apropos Mostviertel – die zweite Lichtgestalt aus diesem viel zu wenig beachteten niederösterreichischen Landesteil hat hingegen seinen  Wunschzettel an den Weihnachtsmann schon mit blauem Filzstift vollgekritzelt: Gerhard „Geri“ Karner will endlich wieder Menschen abschieben dürfen. Und zwar nach Syrien und Afghanistan. Dafür sollen sogar gerichtliche Asylbescheide aberkannt werden. Denn rechts muss schließlich rechts bleiben!

Derselbe blaue Filzstift wurde knapp davor schon für zwei Wunschzettel im Bundeskanzleramt verwendet: Zuerst schrieb die Frau Bundesminister für EU und Verfassung Edtstadler, sie wünsche sich nichts sehnlicher als eine Mauer. Und zwar nicht nur eine Mauer des Schweigens rund um die Vorkommnisse in der ÖVP, sondern bitte eine echte Mauer rund um die ganze
EU.

Und zwar aus humanitären Gründen: Denn wenn niemand mehr hereinkommt, muss auch niemand mehr abgeschoben werden. Diesem Wunsch schloss sich rasch unser aller Kanzler an, wobei er ihn modifizierte:

Er brauche nicht unbedingt gleich eine Mauer, schrieb Herr Nehammer auf sein Zettelchen. Ihm würde ein Zaun reichen. Ein Stacheldrahtzaun, vermutlich. Denn ein Jägerzaun wäre zu wenig abschreckend. Der hält ja nur Jäger ab, nicht aber Asylsuchende.

Diese Wünsche belegen, wo sich die ÖVP in den letzten drei Jahrzehnten hin entwickelt hat: Denn vor mehr als 33 Jahren, am 27. Juni 1989, durchtrennte der langjährige ÖVP-Obmann und damalige Außenminister Alois Mock gemeinsam mit seinem ungarischen Amtskollegen Gyula Horn symbolisch den Eisernen Vorhang.

Jetzt wünscht sich der Herr Karl einen neuen – um die ganze EU. Und was wünschen wir uns vom Weihnachtsmann?

Net bös sein, aber: Vom Weihnachtsmann wünschen wir uns gar nix. Was will man schon von einem alten weißen Mann? Wir wünschen uns etwas von den grünen Christkindeln: Macht’s bitte nicht mehr der ÖVP die Mauer, sonst droht Euch bei den nächsten Wahlen ein einstelliges Ergebnis!

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