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Nobelpreise 2024 für eine atomwaffenfreie Welt, KI-Forschung und Gentechnik

Nobelpreis 2025 (Foto: Pixabay/CC BY 2.0)

Nobelpreis 2025 (Foto: Pixabay/CC BY 2.0)

Jasmin Mahmoud Jasmin Mahmoud
in Bildung & Wissenschaft, Internationales
Lesezeit:4 Minuten
16. Oktober 2024
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Die seit 1901 verliehenen Nobelpreise sind die wichtigsten Wissenschaftspreise der Welt. Mitte Oktober wurden die Namen der Nobelpreisträger 2024 in den sechs Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Wirtschaft und Bemühungen um Frieden verkündet. Erkenntnisse in den Bereichen Gentechnik und künstliche Intelligenz wurden ebenso geehrt wie das Engagement für eine atomwaffenfreie Welt. Feierlich überreicht werden die Nobelpreise am 10. Dezember 2024. Hier ist die Liste der Gewinnerinnen und Gewinner 2024.

Inhalt
Nobelpreisträger 2024 – Übersicht
Medizin-Nobelpreis 2024: Victor Ambros und Gary Ruvkun im Bereich Gentechnik
Physik- Nobelpreis 2024: John Hopfield und Geoffrey Hinton im Bereich der KI wie ChatGPT
Chemie-Nobelpreis 2024: Demis Hassabis und John Jumper für die KI „AlphaFold“
Literaturnobelpreis 2024: Han Kang – Tabuthemen und Außenseiter im Mittelpunkt
Friedensnobelpreis 2024: Nihon Hidankyo für den Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt
Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften: Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson – so wichtig sind Institutionen für den Wohlstand

Nobelpreisträger 2024 – Übersicht

Medizin-Nobelpreis 2024 Victor Ambros und Gary Ruvkun
Physik-Nobelpreis 2024 John Hopfield und Geoffrey Hinton
Chemie-Nobelpreis 2024 Demis Hassabis und John Jumper
Literaturnobelpreis 2024 Han Kang
Friedensnobelpreis 2024 Nihon Hidankyo
„Wirtschaftsnobelpreis“* 2024 Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson

*Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften

Medizin-Nobelpreis 2024: Victor Ambros und Gary Ruvkun im Bereich Gentechnik

Der Medizin-Nobelpreis 2024 geht an die US-Forscher Victor Ambros (71) und Gary Ruvkun (72). Während Ambros als Professor an der Massachusetts Medical School forscht, lehrt Ruvkun an der Harvard Medical School.

Die beiden Forscher klärten eine entscheidende Frage der Genetik und entdeckten, dass kleine RNA-Moleküle eine wichtige Rolle dabei spielen, welche Gene in einer Zelle aktiviert oder stummgeschaltet werden. Diese Erkenntnisse helfen, zu erklären, wie sich aus demselben genetischen Material unterschiedliche Zelltypen entwickeln, wie zum Beispiel Muskel- oder Nervenzellen.

Ihre bahnbrechende Arbeit eröffnet nicht nur neue Einblicke in die grundlegenden Mechanismen, die das Wachstum und die Funktion von Organismen steuern, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf unser Verständnis von Krankheiten und der Biologie.

Physik- Nobelpreis 2024: John Hopfield und Geoffrey Hinton im Bereich der KI wie ChatGPT

Der Nobelpreis für Physik 2024 würdigt die wegweisenden Arbeiten von John Hopfield und Geoffrey Hinton, die entscheidend zur Entwicklung künstlicher neuronaler Netzwerke beigetragen haben. Ihre Forschung bildet nicht nur das Fundament für modernes maschinelles Lernen, sondern auch für Künstliche Intelligenz.

Hopfield entwickelte das nach ihm benannte „Hopfield-Netzwerk“, das neuronale Prozesse im Gehirn nachbildet, um Informationen effizient zu speichern und abzurufen. Hinton erweiterte dieses Konzept, indem er die Mustererkennung durch seine Boltzmann-Maschine ermöglichte.

Diese bedeutenden Entdeckungen sind die Grundlagen für viele künstliche Intelligenzen wie ChatGPT, Gemini und andere Systeme. Sie ermöglichen zudem die Entwicklung von fortschrittlichen Sprachmodellen und innovativen medizinischen Diagnosesystemen.

Chemie-Nobelpreis 2024: Demis Hassabis und John Jumper für die KI „AlphaFold“

Der Nobelpreis für Chemie 2024 steht ebenfalls im Zeichen der künstlichen Intelligenz. Er wird zur Hälfte an Demis Hassabis und John Jumper von Google DeepMind verliehen, die gemeinsam die KI „AlphaFold“ entwickelt haben. Dieses innovative System ermöglicht die Faltung von Proteinen allein anhand ihrer Aminosäuresequenz.

Die andere Hälfte des Preises geht an den US-Chemiker David Baker, der ein Computersystem entwickelt hat, mit dem maßgeschneiderte, nicht in der Natur vorkommende Proteine erstellt werden können. Die Arbeiten der Preisträger tragen nicht nur zu einem tieferen Verständnis von Proteinen als „Werkzeuge des Lebens“ bei, sondern eröffnen auch neue Möglichkeiten in der Medizin, Biotechnologie und weiteren Bereichen.

Literaturnobelpreis 2024: Han Kang – Tabuthemen und Außenseiter im Mittelpunkt

Die Südkoreanerin Han Kang erhält im Jahr 2024 den Literaturnobelpreis. Sie erlangte internationale Bekanntheit durch ihren Roman „Die Vegetarierin“, der bereits im Jahr 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet wurde. Die Schwedische Akademie würdigt Han Kangs „intensive poetische Prosa“, in der sie historische Traumata sowie die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens thematisiert.

Als erste Südkoreanerin, die diesen prestigeträchtigen Preis erhält, ist sie zudem die 18. Frau, die mit dem Literaturnobelpreis geehrt wird. Ihre Werke behandeln häufig Tabuthemen und beleuchten das Leben gesellschaftlicher Außenseiter. Daher wird Han Kangs literarisches Schaffen als eine bedeutende Stimme sowohl in Südkorea als auch weltweit angesehen.

Han Kang während einer Lesung (2014).Bildquelle: Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Friedensnobelpreis 2024: Nihon Hidankyo für den Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt

Die japanische Organisation Nihon Hidankyo, die von Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gegründet wurde, erhält im Jahr 2024 den Friedensnobelpreis. Die Ehrung erfolgt für den „unermüdlichen Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt“. Jørgen Watne Frydnes, der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, betonte, dass das Tabu des „Atomwaffeneinsatzes“ zunehmend unter Druck steht. Er ehrte zudem alle Überlebenden, die trotz ihrer Leiden weiterhin für Frieden und Engagement kämpfen.

Seit ihrer Gründung setzt sich Nihon Hidankyo unermüdlich dafür ein, die Erinnerung an die mehr als 200.000 Opfer der Bombenabwürfe wachzuhalten. Tomoyuki Mimaki, der Vorsitzende der Organisation, zeigte sich tief bewegt von der Nachricht.

Im Jahr 2024, das von globalen Konflikten geprägt ist, gab es insgesamt 286 Nominierungen für den Friedensnobelpreis. Das ist deutlich weniger als in den Vorjahren. Die Organisation ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) erhielt den Friedensnobelpreis im Jahr 2017 und gratulierte den Gewinnern. Sie betonte dabei die immense Bedeutung der Auszeichnung angesichts der aktuellen atomaren Bedrohungen.

Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften: Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson – so wichtig sind Institutionen für den Wohlstand

Im Jahr 2024 verleiht das Nobelkomitee den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften an drei Wirtschaftswissenschaftler, die in den USA tätig sind. Dies geschieht für ihre bedeutenden Arbeiten zum Wohlstandsgefälle zwischen einzelnen Nationen. Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson erhalten den Preis für ihre Studien, die zeigen, wie Institutionen entstehen und sich auf den Wohlstand auswirken. Demnach stellte sich heraus, wie wichtig funktionierende gesellschaftliche Institutionen für den Wohlstand eines Landes sind. Umgekehrt haben Staaten, bei denen sie schwach ausgeprägt sind und die Bevölkerung ausgebeutet wird, weniger Wachstum und weniger Wohlstand.

Die Auswahl der ausgezeichneten Personen erfolgt durch vier Komitees: die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften (Physik, Chemie, Wirtschaftswissenschaften), die Nobelversammlung des Karolinska Instituts (Physiologie oder Medizin) und die Schwedische Akademie (Literatur).

Parlament Das Thema "Nobelpreis" im Parlament

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Katharina Oguntoye ist Historikerin, Autorin und Aktivistin. Sie gehört zu den Pionierinnen der schwarzen Frauen und Frauenbewegung in Deutschland. Mit Büchern wie Farbe bekennen machte sie schwarze deutsche Geschichte, feministische Perspektiven und antirassistischen Widerstand sichtbar. Zitat: Ich finde es unerträglich, wie Frauen immer noch wahrgenommen werden. Wir dürfen jetzt Hosen anziehen, aber im Grunde wird trotzdem noch verlangt, dass wir gehorsam und kooperativ sind, immer bei- und zuarbeiten. Katharina Oguntoye

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