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Extra Krankenbetten, Sicherung von Arbeitsplätzen und Unterstützungs-Hotline – Wien kämpft gegen Corona

Extra Krankenbetten, Sicherung von Arbeitsplätzen und Unterstützungs-Hotline – Wien kämpft gegen Corona

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Gesundheit
Lesezeit:4 Minuten
17. März 2020
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Extra Krankenbetten in der Wiener Messe, eine Unterstützungs-Hotline für ältere Wienerinnen und Wiener, sowie finanzielle Unterstützung für Einzel-, Klein- und Mittelunternehmen – so kämpft Wien gegen Corona. Zwar ist die Anzahl der Fälle in Wien noch gering, die Stadtregierung lässt jedoch Vorsicht walten.

Das Coronavirus hat auch Wien erreicht. Um eine Situation ähnlich wie in italienischen Großstädten zu vermeiden, hat die Stadtregierung zusätzlich zu den Maßnahmen der Bundesregierung, mehrere Schritte gesetzt. Zwar ist die Zahl der Erkrankungen in der Bundeshauptstadt im Vergleich noch gering, die Stadtregierung möchte aber früh genug eine weitere Ausbreitung des Virus eindämmen.

Hotline für ältere Wienerinnen und Wienerin

Die Stadt Wien hat unter der Nummer 01/4000-4001 eine Unterstützungs-Hotline eingerichtet. Hier können sich ältere Wienerinnen und Wiener melden, um sich Medikamente und Lebensmittel nach Hause bringen zu lassen. Dadurch möchte Bürgermeister Michael Ludwig vermeiden, dass Risiko-Patienten Gefahr laufen, sich auf dem Weg zur Apotheke oder dem Supermarkt mit dem Coronavirus anzustecken. Bei Bedarf können von der Stadt Wien auch kostenlose Lebensmittelpakete geliefert werden. Diese Pakete enthalten unter anderen Obst, Brot, Wurst und Käse. Auch Toilettenpapier ist Teil der Pakete.

Vorsicht: Die neue Hotline richtet sich nicht an Coronavirus-Erkrankte oder Verdachtsfälle – für diese ist die Gesundheitshotline 1450 zuständig.

Taxi-Gutscheine für Senioren

Wenn es jedoch nicht anders geht, und Wiener Senioren ihr Haus oder Wohnung verlassen müssen, brauchen sie nicht die Öffis nehmen. Auf Bestellung können sie von der Stadt Taxi-Gutscheine im Wert von 50 Euro bekommen. Insgesamt sind dafür von der Stadt 15 Millionen Euro veranschlagt.

Selbst währen der Corona Epidemie viele Senioren Arztbesuche wahrnehmen. Das Benutzen des öffentlichen Verkehrs stellt jedoch ein beträchtliches Risiko für die ältere Bevölkerung da. Mit den Taxi-Gutscheinen wird dieses Problem umgangen.

Extra Krankenbetten in der Wiener Messe

In der Messe Wien im zweiten Bezirk stehen 880 zusätzliche Krankenbetten sowie die nötige zusätzliche Infrastruktur bereit. Bürgermeister Ludwig erklärt, dass es sich dabei nicht um einen Spitalersatz handelt.  Auf dem Messe-Gelände stehen Betreuungsräume für Patienten zu Verfügung, die einen leichten Verlauf der Krankheit haben, aber nicht zu Hause gepflegt oder medizinisch betreut werden können.

Wien Corona Anzahl
Mit den Vorbereitungen auf dem Messe Gelände möchte Bürgermeister Michael Ludwig sicherstellen, dass auch im bei einer höheren Anzahl an Fällen genügend Krankenbetten zur Verfügung stehen.

Diese Betten im Messegelände sind also Zusatz-Betten, die aus Vorsicht errichtet wurden. Es ist auch gut möglich, dass die gar nicht gebraucht werden. Derzeit gibt es jedenfalls in Wiens Krankenhäusern noch genug Kapazitäten.

Online Lernplattform für Wiener Schüler

Eltern sind angehalten, ihre Kinder zuhause zu betreuen – wenn das möglich ist. Damit die daheimgebliebenen Kinder weiter lernen können, setzt die Bundeshauptstadt auf digitalen Unterricht. Unter lehrerweb.wien kann sich jeder mit einer Anzahl an Unterrichtsmaterial sowie Tipps und Tricks für digitales Lernen versorgen. Sämtliches Material steht kostenlos zur Verfügung.

Hilfe für die Wirtschaft

Die Epidemie stellt auch die Wirtschaft der Stadt Wien auf eine Zerreißprobe. Deshalb hat die Stadtregierung ein Hilfspaket mit einem Gesamtvolumen von 85 Millionen geschnürt mit dem die Versorgung der Stadt gewährleistet sein soll. Auch die Wirtschaftskammer hat sich an den Maßnahmen beteiligt.

Besonders betroffen von den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus sind Klein- und Mittelunternehmen sowie Einzelunternehmer. Genau denen wird jetzt von der Stadt Wien besonders unter die Arme gegriffen. Die Mittel fließen etwa in einen Notlagenfond, eine Stiftung für Arbeitnehmer sowie in Bürgschaften, damit Unternehmen mithilfe der Stadt Überbrückungs-Kredite bei ihren Banken bekommen.

Unterstützung für die Kunst- und Kulturszene

Besonders betroffen von der Quarantäne ist die Kunst- und Kulturschaffende. Für viele von ihnen ist die ihre Einkommensquelle komplett weggefallen. Dadurch entsteht nicht nur ein soziales Problem für diese Menschen selbst, sondern auch für die ganze Stadt. Wien ist eine Kunst-Hochburg und das Einbrechen der Kunstszene, wäre ein herber Schlag für Stadt.

Um das zu verhindern, hat sich die Stadtregierung dazu entschlossen, nicht nur die Kulturförderungen trotz Leistungsentfall vollständig weiterzuführen, sondern auch es Kunst- und Kulturschaffende auch zu ermöglicht Raten der Förderung schon frühzeitig abzurufen, um Einnahmeausfälle zu kompensieren. Zusätzlich dazu werden in Kooperation mit dem Rabenhof Theater und w24 Vorstellung in leeren Sälen aufgezeichnet, um Künstlern eine Einkommensquelle zu bieten.

Auch ist kurzerhand ein Arbeitsstipendium für freischaffende Künstle und freiberufliche Wissenschafter geschaffen worden. Bis 29.4.2020 kann man sich dort für das einmalige Stipendium in der Höhe von maximal 3.000 Euro bewerben.

Mehr Geld für Home-Office

Home-Office ist die beste Lösung für Arbeit in der Quarantäne. Die Wirtschaft läuft weiter und die Arbeitnehmer können zuhause bleiben und dadurch ein Ansteckrisiko minimieren. Bereits in den ersten Tagen der Corona-Epidemie in Österreich hat die Stadt Wien auf Home-Office gesetzt. Nicht nur wurden Unternehmen dazu aufgefordert, ihre Angestellten von daheim arbeiten zu lassen, sondern die Stadt hat auch Geld für die Umstellung auf Home-Office zur Verfügung gestellt. Diese Förderung wurde so stark nachgefragt, dass die Stadtregierung sich entschlossen hat, die Mittel dafür auszudehnen. Zu den anfänglichen 2 Millionen Euro, hat die Stadt noch einmal 4 Million zugeschossen.

Kostenerlass für Gastro: Keine Gebühren für Schanigarten und Straßenstände

Die Gastronomie leidet besonders stark unter der Corona-Krise. Um diesen Sektor etwas zu entlasten, setzt Wien alle Gebühren für Schanigärten für die Saison 2020 aus. Das Gleiche gilt für Straßenstände, wie etwa dem Zeitungsverkäufer oder dem Würschtlstand.

Information vonseiten der Stadt

Dazu kommt, dass die Stadt die Bevölkerung regelmäßig über die Entwicklung der Epidemie informiert. Besonders auf Social Media, etwa auf der Facebook-Seite der Stadt Wien oder des Wiener Bürgermeister werden neue Informationen verbreitet.

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Martin Niemöller (1892–1984) war ein bekannter evangelischer Pfarrer in Deutschland. Anfangs unterstützte er den Aufstieg der Nationalsozialisten – wandte sich dann aber entschieden gegen ihre Einmischung in die Kirche. Er gehörte zu den Mitbegründern der Bekennenden Kirche, die sich der Kontrolle durch die Nazis widersetzte. Dafür wurde er 1937 verhaftet und verbrachte die letzten Jahre des Dritten Reichs in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Dachau. Die Erfahrungen dieser Zeit prägten ihn tief: Niemöller setzte sich nach 1945 für das Eingeständnis der deutschen Kollektivschuld ein und trug zum Stuttgarter Schuldbekenntnis bei. Zitat: Als die Nazis die Sozialdemokraten holten habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der für mich sprechen konnte. Martin Niemöller

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