Gesundheit & Leben

Regierung verweigert Sanitätern und Reinigungskräften in Spitälern den Corona-Bonus

500 Euro Corona-Bonus steuerfrei hat die Regierung den HeldInnen der Krise im Gesundheits- und Sozialbereich versprochen. Doch Reinigungskräfte in Spitälern gehen leer aus, ebenso SanitäterInnen oder BehindertenbetreuerInnen. Sie haben in der Krise enorme Belastungen erlebt und verdienen schlecht. Trotz Protesten verweigert die Regierung ihnen diese einmalige Anerkennung von 500 Euro. 

„Würde es die Hygiene nicht geben, würde kein Krankenhaus funktionieren“, sagt eine Reinigungskraft aus einem Wiener Krankenhaus gegenüber dem ORF-Radio. Sie und ihre KollegInnen seien sehr enttäuscht. Seit einer Woche ist es ein hitziges Gesprächsthema unter ihnen. Es geht um den Corona-Bonus für das Gesundheitspersonal, den die Regierung seit langem versprochen hat. Nächste Woche wird das Gesetz im Parlament beschlossen, sieht aber nur für ÄrztInnen und PflegerInnen in öffentlichen Spitälern eine Anerkennung von 500 Euro vor. RettungssanitäterInnen, BehindertenbetreuerInnen oder Putzkräfte im Krankenhaus bekommen nichts, obwohl sie ebenfalls stark belastet waren. Auch alle Beschäftigten in Spitälern mit privaten Trägern gehen leer aus. Das sind aber nicht nur profitorientierte Privatkrankenhäuser, sondern auch ausgelagerte gemeinnützige Einrichtungen wie das Anton Proksch Institut oder das Psychosomatische Zentrum Waldviertel. Die Beschäftigten dort unterscheidet von Beschäftigten in öffentlichen Spitälern vor allem eines: Der schlechtere Kollektivvertrag. Diese Ungleichbehandlung sehen viele nicht ein.

„Kein Krankenhaus funktioniert, wenn man einzelne Berufsgruppen weglässt. Von der Reinigungskraft bis zur Ärztin, vom Rettungssanitäter bis zur Krankenpflegerin – sie alle halten ein Krankenhaus am Laufen“, sagt SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher dazu.

Reinigungskräfte in Covid-Stationen bekommen keinen Corona-Bonus

Zum Beschluss des Corona-Bonus im Gesundheitsausschuss am Dienstag versammelten sich daher RettungssanitäterInnen, BehindertenbetreuerInnen und Reinigungskräfte vor dem Parlament. Sie forderten, auch ihnen die finanzielle Anerkennung zu gewähren. „Alle Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sollen in den Genuss dieser 500 Euro kommen“, sagt Cornelia Rosendorfsky von den Wiener Sozialdiensten.

500 Euro Corona Bonus

Reinigungskräfte und SanitäterInnen protestierten vor dem Parlament. Sie wollen auch eine finanzielle Anerkennung für die Belastung in der Corona-Zeit.

Rudolf Horvath von den Johannitern findet es „traurig und sehr enttäuschend, dass meine Kollegen und Kolleginnen, die Sanitäter und Sanitäterinnen, vergessen werden“. Auch die Gewerkschaft drängt auf eine Änderung des Gesetzes. Die SPÖ brachte im Ausschuss einen entsprechenden Antrag ein, doch der wurde vertagt. Die Regierungsparteien weigerten sich trotz Protesten vor dem Parlament, Reinigungskräften in Covid-Stationen einen 500 Euro-Bonus zu gewähren.

„Wir sind wirklich fassungslos. Alle Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich haben in der Coronakrise Großartiges geleistet“, sagt Barbara Teiber von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA).

Nächste Woche will die SPÖ abermals mit einem Antrag im Nationalrat einen zweiten Anlauf starten, um das Gesetz zu reparieren, wie Gesundheitssprecher Kucher sagt. Die Bereitschaft der Regierung ist aber gering. Unzufriedenheit mit dem Corona-Bonus gibt es auch bei den Gruppen, die ihn erhalten: Die Ärztekammer hält 500 Euro für zu wenig. Im Vergleich zu anderen Staatsausgaben sei die Verhältnismäßigkeit absolut nicht gegeben.

Regierung verweigert Sanitätern und Reinigungskräften in Spitälern den Corona-Bonus

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