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Dossier

7 Gründe, warum Feminismus aktuell und notwendig ist

Die Sache mit dem Feminismus ist paradox. Einerseits bekennen sich fast alle dazu, dass Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen haben. Andererseits wird Feminismus von vielen in die Vergangenheit verlagert: Für die Rechte von Frauen kämpfen, war wichtig, hat sich aber bereits erledigt – jetzt, wo Frauen in Österreich lange schon gleichberechtigt sind. Gibt es noch Bedarf, dann in anderen Kulturen, so der Eindruck. Doch wirft man einen Blick auf aktuelle Zahlen, sieht man schnell: Feminismus bleibt notwendig – auch heute und auch in Österreich.

1. Frauen haben bessere Abschlüsse, verdienen aber um ein Drittel weniger

Auch im Jahr 2017 verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. Dabei sind in Österreich Frauen statistisch gesehen besser gebildet – doch die Lohnschere hat sich dadurch nicht geschlossen. Frauen verdienen in der Privatwirtschaft weiterhin deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. „Weil Frauen mehr Teilzeit arbeiten“, heißt es oft. Das stimmt nur zum Teil, denn wenn man nur die Vollzeiteinkommen vergleicht sieht man: Pro Stunde bekommen weibliche Beschäftigte um 22 Prozent weniger bezahlt.

warum feminismus heute wichtig ist: arbeit und löhne ungleich verteilt

Und noch immer gibt es Stimmen, die das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen gerechtfertigt finden. So etwa Janusz Korwin-Mikke, polnischer Abgeordneter im Europäischen Parlament.

„Weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind, müssen sie weniger verdienen.“

2. Berufe, in denen Frauen arbeiten, werden schlechter bezahlt

Es gibt auch heute noch Berufe, die als „Frauenberufe“ gelten. Und diese sind in den meisten Fällen deutlich schlechter bezahlt als jene Berufe, die als „Männerberufe“ gelten. Im Schnitt gibt es in Branchen, in denen vorwiegend Frauen arbeiten, 8 Euro weniger pro Stunde. Das gilt auch für Berufe, in denen akademische Abschlüsse gefordert sind: in Deutschland verdient eine Sozialarbeiterin 16 Euro die Stunde, ein Ingenieur dagegen 29 Euro. Die Ausbildung dauert gleich lang – beim Gehalt tut sich jedoch ein gewaltiger Spalt auf.

Wichtig ist es daher, die ökonomische Bewertung unterschiedlicher Tätigkeiten neu zu bewerten, findet Henrike von Platen, Unternehmensberaterin und Präsidentin des Frauennetzwerks Business and Professional Women:

„Es kann nicht sein, dass Menschen mit dem gleichen Schulabschluss genauso gut ausgebildet sind und ähnlich anstrengende Jobs haben, aber der eine wesentlich mehr bekommt als die andere. Warum verdient ein Müllwerker mehr als eine Krankenschwester? Warum bekommt er eine Zulage für das Heben schwerer Lasten und die Altenpflegerin nicht? Es geht darum, zu diskutieren und nachvollziehbar zu machen, wie Arbeit bewertet wird.“

3. Berufsunabhängig gilt: je höher die Position, desto weniger Frauen

Frauen verfügen häufiger als Männer über einen Studienabschluss und machen mit 46,8 % (Stand 2017) fast die Hälfte aller Erwerbstätigen aus. Trotzdem ist für die meisten spätestens im Mittleren Management Endstation.

 

warum feminismus heute wichtig ist: je höher der job, umso niedriger der Frauenanteil

Und Frauen erkennen rasch, dass sie sich in den Netzwerken, die von Männern dominiert sind, nur schwer durchsetzen können. Während beim Berufseinstieg noch 43 % der Mitarbeiterinnen nach einem Chefposten streben, sind es nach fünf Jahren im Beruf nur noch 16 %. Bei Männern hingegen bleiben die Erwartungen konstant.

4. Frauen erledigen 73 % der Hausarbeit und 79 % der Kinderbetreuung

Die klassische Hausfrau ist selten geworden und dennoch: Frauen erledigen auch heute noch 73 % der Hausarbeit und 79 % der Kinderbetreuung.

Für diese Arbeit werden sie nicht entlohnt, das heißt zwei Drittel der Arbeitszeit von Frauen ist unbezahlt. Bei Männern ist es umgekehrt: Sie werden für den Großteil ihrer Arbeit bezahlt. Nur ein Fünftel der Arbeit, die Männer leisten, ist unbezahlte Haus- und Pfegearbeit. Die Sozialministerin Hartinger-Klein findet, dass ist „in der Natur so festgelegt“ – und kein gesellschaftliches Symptom.

Hartinger-Klein findet, dass Frauen 75 Prozent der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit unbezahlt machen "in der Natur so festgelegt".

Dass diese Schieflage belastend ist, zeigt sich oft erst, wenn Kinder da sind. Dann ist für viele Frauen die Zeit von Vollzeitarbeit, Überstunden und freier Verfügbarkeit vorbei, denn noch immer wird ihnen die Hauptverantwortung für Haus- und Betreuungsarbeit zugeschrieben. Und das bringt Nachteile gegenüber ihren männlichen Kollegen. Denn während Männer mit Kindern sogar zu höheren Arbeitszeiten neigen, reduzieren Frauen ihre Stunden, wenn Kinder da sind.

Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Lohnschere: die wird ab 30  immer größer. Beginnen Frauen noch mit 12 Prozent weniger Einkommen zu arbeiten, beträgt der Unterschied nach 15 Berufsjahren bereits 43 Prozent. Auch im Karriereverlauf gehen die Wege von Frauen und Männern ab dem Zeitpunkt der Familiengründung weit auseinander,  so eine US-amerikanische Studie.

warum feminismus heute wichtig ist: ab 30 ziehen männer davon

Dass Frauen auch dann noch mehr Haus- und Familienarbeit übernehmen, wenn sie das Haupteinkommen in der Familie verdienen, hat eine breit angelegten Studie von Cornelia Koppetsch und Sarah Speck gezeigt.

5. Das Recht auf den eigenen Körper wird wieder in Frage gestellt

Auch der Kampf um das Recht, als Frau über die eigene Sexualität und den eigenen Körper zu bestimmen, gehört nicht der Vergangenheit an. In den USA und in Polen gingen 2016 abertausende Frauen auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. Dazu gehört etwa das Recht, sich für einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden. Der Versuch der polnischen Regierung, ein fast totales Verbot von Abbrüchen durchzubringen, konnte verhindert werden. Nun will die Regierung den Zugang zur Notfallverhütung, der „Pille danach“ einschränken.

Aber auch in Österreich wird neuerdings wieder debattiert. Die schwarz-blaue Bundesregierung unterstützt eine Initiative, die die Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch wieder in Frage stellt.

Doch viele Mädchen und Frauen in Europa haben nicht die Möglichkeit, eine Schwangerschaft abzubrechen. Sehr restriktiv ist das Recht unter anderem in Polen, Irland und Malta.

6. Gewalt gehört zum Alltag

Laut einer Studie der EU-Grundrechtsagentur ist in Europa jede dritte Frau von körperlicher und sexueller Gewalt betroffen. Eine von 20 Frauen ist seit dem 15. Lebensjahr vergewaltigt worden. Diese Ausmaße schockieren – Gewalterfahrungen gehören für viele Frauen auch im Europa des 21. Jahrhunderts zum Alltag. Und die Übergriffe finden nicht etwa nachts im Park statt, wo Frauen von Fremden attackiert werden. Die Täter gehören großteils zur eigenen Familie.

In Österreich haben in den vergangenen Monaten so viele Männer ihre Partnerinnen umgebracht, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Zusammenarbeit von Polizei, Sozialarbeit und Frauen- und Familienorganisationen wurde allerdings von Innenminister Kickl gestoppt. Frauenorganisationen und Familienberatungsstellen wurden die Budgets massiv gekürzt – gemeinsam um mehrere Millionen.

Dabei ist für viele Frauen die Flucht ins Frauenhaus ein letzter Ausweg. In Österreich gibt es 30 Frauenhäuser, 2015 suchten über 3.300 Frauen und Kinder in diesen Einrichtungen Schutz vor Gewalt.  Über 7.200 Frauen ließen sich beraten.

7. Übergriffe werden verharmlost, Frauen wird die Schuld gegeben

Drei Viertel aller Frauen wurden mindestens einmal in ihrem Leben sexuell belästigt. Belästigung findet in vielen Formen statt: per E-Mail, in sozialen Netzen, in der Schule, an der Universität, am Arbeitsplatz, in der Freizeit, zu Hause und auf der Straße. Belästigungen sind erniedrigend und verletzen die Würde der Betroffenen.

Dass Frauen – und nur sie alleine – entscheiden, wer sie anfassen darf, wird immer wieder in Abrede gestellt. Manche Politiker halten sexuelle Belästigung sogar für ein legitimes Mittel zur Partnerfindung:

warum feminismus heute wichtig ist: sexistischer tweet von marcus franz

Screenshot Twitterprofil von Marcus Franz

In den USA konnte der amtierende Präsident sogar mit seinen verübten Belästigungen prahlen.

Doch selbst wenn Übergriffe als solche anerkannt werden, müssen sich Mädchen und Frauen häufig sogar dafür rechtfertigen, warum ihnen Gewalt angetan wurde. Der Rock war zu kurz, der Ausschnitt zu tief, die Tageszeit zu spät oder das „Nein“ nicht deutlich genug. Die Erklärungen, warum das Opfer Schuld hat, der Täter aber nicht (im Englischen spricht man vom victim blaming), sind vielfältig. Gemein haben sie, dass sie die Betroffenen schwächen.

Selbst bei Vergewaltigungen werden Täter in Schutz genommen. Laut einer Befragung im Zuge der Eurobarometer-Studie „Gender based violence“ finden 32% der Österreicher Vergewaltigungen unter Umständen gerechtfertigt – das ist fast jeder Dritte.

Zurecht fordern Feministinnen: Anstatt Frauen zu mahnen, nicht zum Opfer zu werden, sollten wir Männer mahnen, nicht zu Tätern zu werden.

Was tun?

Bis zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern ist es noch ein langer Weg. Laut dem Gender Gap Report, den das Weltwirtschaftsforum im Oktober 2016 veröffentlicht hat, dauert es noch 170 Jahre, bis man von internationaler Geschlechtergerechtigkeit sprechen kann.

Viel zu tun gibt es auch in Österreich. Vergleicht man die Fortschritte für Frauen zwischen 136 Ländern, so belegt Österreich gerade einmal den 52. Platz.

Deshalb ist der Feminismus weiterhin notwendig. Solange wir Ungerechtigkeit nicht beseitigt haben, gilt es, sich an Simone de Beauvoir zu erinnern:

„Frauen die nichts fordern, werden beim Wort genommen: Sie bekommen Nichts.“

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12 Kommentare

12 Kommentare

  1. Prantl Margaretha

    5. März 2019 um 07:14

    Um einen Ausgleich zu schaffen soll es für Frauen bei einer Scheidung ein automatisches Splitting der Beiträge des Ehegatten geben, damit die Kindererziehung und die Arbeit im Haushalt abgegolten wird oder ein monatliches Gehalt für diese Arbeiten erhalten. Die unterschiedliche Bezahlung bei gleicher Leistung schon im KV verbieten.

  2. Halbwahrheiten...

    1. Juni 2018 um 23:54

    Ein Artikel mit sehr wenigen validen Argumenten. Die meisten der genannten Punkte entbehren jeglicher faktischer Grundlage.

    1. Die „gender pay gap“ ist ein Mythos, der sich nach nur 5 Minuten recherche widerlegen lässt. Bei gleicher Bildung, Qualifikation und Position gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

    2. „in Deutschland verdient eine Sozialarbeiterin 16 Euro die Stunde, ein Ingenieur dagegen 29 Euro“. Drehen wir das Ganze mal um; wenn wir aus der SozialarbeiterIN einen Sozialarbeiter machen und aus dem Ingenieur eine IngenieurIN, ist die Aussage nicht weniger wahr.
    Der Grund: Ingenieure üben einen Beruf aus, der mehr Profit generiert als Sozialarbeiter. Es ist vollkommen logisch, als Ingenieur mehr zu verdienen.
    Mag sein, dass weitaus mehr Männer sich für Berufe im technischen Sektor und Frauen sich eher für den sozialen Sektor entscheiden, aber das basiert schlicht auf den unterschiedlichen Interessen von Männern und Frauen – und das liegt nicht an gesellschaftlichen Geschlechterrollen. Studien belegen, dass in Ländern in denen Männer und Frauen gleichgestellter sind diese Unterschiede stärker ausgeprägt sind als in Ländern, die größere Unterschiede in Punkto Gleichberechtigung haben. In Skandinavien, wo die Geschlechter weltweit am ehesten gleichgestellt sind, sind die Interessenunterschiede am größten. Im nahen Osten ist das Gegenteil der Fall.
    Es gibt keine mir bekannten, seriösen Studien oder Statistiken, welche die These der gesellschaftlichen Geschlechterrollen stützen.

    3. Leute, die so hohe Positionen in der Job-Hierarchie innehaben, sind allesamt in höchstem Maß kompetitive, aggressive Leute. Das sind Charaktermerkmale, die bei Männern stärker ausgeprägt sind.
    Hierzu muss man verstehen, wie diese statistischen Verteilungen funktionieren:
    Die Gemeinsamkeiten zwischen den Geschlechtern sind weitaus größer als die Unterschiede. Ein Großteil der Männer und Frauen decken sich in diesen Punkten, jedoch sind die Verteilungen leicht verschoben. Das heißt nahezu alle Menschen, die in höchstem Maße aggressiv und kompetitiv sind, sind Männer und nahezu alle Menschen, die ich höchstem Maße verträglich und konfliktvermeidend sind, sind Frauen (wir reden hier nur von den ABSOLUTEN EXTREMEN an den jeweiligen Enden der Verteilung). Nicht jeder ist geeignet für einen Managerposten in einem Großkonzern – das schließt Männer auch mit ein – aber praktsich alle Menschen mit den notwendigen charakterlichen Voraussetzungen sind Männer.
    Ich will nicht, dass man mir hier Worte in den Mund legt, daher möchte ich in diesem Zusammenhang eine Sache klarstellen: Ich leugne nicht, dass es Sexismus und Diskriminierung am Arbeitsplatz gibt und ich bin der festen und aufrichtigen Meinung, dass das in jeder Hinsicht verwerflich ist. Dennoch ist das nicht der tatsächliche Grund dafür, dass Männer in hohen Positionen überrepresentiert sind. Auch dies ist belegt und es gibt keinerlei Studien oder Statistiken, die etwas Anderes vermuten lassen.

    4. Nun, die Welt ist nicht immer fair. Leider kommen wir nicht um die biologische Wahrheit herum, dass Frauen schwanger werden und Männer keine Brüste haben, mit denen sie die Kinder säugen könnten. Für viele Frauen bedeutet das das Karriere-Aus. Das Gleiche stimmt aber auch für Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen.
    Hier kommen wir tatsächlich zu gesellschaftlichen Geschlechterrollen und daraus resultierenden Problemen. Nicht, weil Frauen den traditionellen Rollen unterworfen sind und laut diesen die Kinder erziehen sollen (was ganz nebenbei aus den oben genannten, biologischen Gründen sogar Sinn macht), sondern weil Männer keinen ausreichend bedeutenden Beitrag zur Erziehung der Kinder mehr leisten.
    Führen wir diese Diskussion wirklich? Gibt es wirklich Frauen, die sich darüber beklagen, dass sie sich um die Kinder kümmern „müssen“, während Männer keinerlei Einschränkungen zu fühlen bekommen und sich weiterhin auf ihre Arbeit konzentrieren können? Welcher Geisteskranke hat diesen Gedanken in die Köpfe der Menschen gepflanzt, dass Karriere wichtiger sei als das Wohl der eigenen Familie? Das ist die dunkle Seite des Feminismus, die Frauen dazu bewegt, ihre eigenen Kinder in Tagesstätten zu geben und die Erziehung ihrer Kinder in den wichtigten und prägendsten Phasen ihrer psychologischen Entwicklung fremden Leuten zu übertragen. Alle wollen Kinder haben, keiner will Eltern sein.
    Die Tragödie des letzten Jahrhunderts war, dass die Väter abwesend waren. Die Tragödie des kommenden Jahrhunderts wird die Abwesenheit beider Elternteile sein.

    5. Eine bewusst irreführende Wortwahl. Es kann wohl kaum Rede sein von Entscheidungsfreiheit über den „eigenen Körper“. Ein Embryo ist bereits sehr früh ein individueller, einzigartiger Organismus. Die Wissenschaft ist hier ziemlich eindeutig. Dieses Thema ist sehr komplex und man kann allein darüber Bände schreiben, aber ab wann man einen Embryo einen Menschen nennt ist keine wissenschaftliche, auf Fakten basierende Diskussion und hängt einzig und allein vom Moralverständnis und der politischen Philosophie einer Person ab.
    Und wenn ein Embryo kein Mensch ist, was dann? Eine Sache?
    Ich erkenne eine Entscheidung zur Abtreibung unter gewissen Umständen übrigens absolut an, wie z.B in Folge einer Vergewaltigung.

    6. Diesen Punkt verstehe ich nicht. Es gibt genauso viele Fälle von häuslicher Gewalt, in denen Männer die Opfer und Frauen die Aggressoren sind wie umgekehrt (Ja, richtig gelesen. Das Verhältnis ist 50:50), allerdings gibt es keine Institutionen wie Frauenhäuser, die Männern helfen.
    Wenn man von Gewalt im Allgemeinen ausgeht, sind ohnehin öfter Männer die Opfer von Gewalt als Frauen (zugegebenermaßen durch andere Männer).

    7. Siehe Punkt 6. Wenn überhaupt, haben Männer hier eher den systematischen Nachteil. Übergriffe jeglicher Natur gegen Männer werden viel eher bagatellisiert als Übergriffe gegen Frauen.

    Und der Teil zum „victim blaming“ ist ebenfalls mehr als irreführend formuliert. Ich zitiere daher aus der Umfrage, auf die der Artikel sich beruft:
    „Am häufigsten meinen die Befragten dies von Situationen, in denen die Betroffenen betrunken sind oder Drogen genommen haben, freiwillig zu jemandem nach Hause mitgegangen sind, freizügige, provozierende oder sexy Kleidung tragen bzw. nicht deutlich nein sagen oder sich körperlich nicht deutlich wehren.“

    Ich fasse zusammen: Es ist laut dieser Seite victim blaming, wenn eine Dame einen Herren betrunken zu sich nach Hause einlädt, aufreizende Kleidung trägt, während des Geschlechtsverkehrs in keiner Weise zu verstehen gibt, dass sie das nicht will und zum Schluss für die „Vergewaltigung“ mitverantwortlich gemacht wird. Wow, ich bin sprachlos.
    Mir ist bewusst, dass es victim blaming bei Vergewaltigungen gibt – genauso wie es in jeder nur erdenklichen Situation Fälle gibt, in denen Leute die Schuld auf Unschuldige schieben. Aber diese Propagandaseite ist nicht ehrlich mit ihren Lesern.

    Meine Damen und Herren, ich bitte Sie nicht alles zu glauben, was man Ihnen auftischt. Gibt es Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern? Natürlich gibt es die, allerdings profitieren nicht nur Männer von diesen Ungleichheiten. Auch sie ziehen oft den Kürzeren (Todesfälle am Arbeitsplatz, Bias in der Justiz, etc.)
    Nicht alle Frauen sind Opfer und nicht alle Männer sind Täter und oft ist das Patriarchat nur eine bequeme Ausrede.

  3. Gleicher Job, gleicher Lohn, basta!

    28. Februar 2018 um 11:01

    Wer das nicht kapiert, hat nichts verstanden.
    Und vor allem nichts in der Regierung ver-
    loren!

  4. So jetzt sag ich es nochmals:

    6. Februar 2018 um 14:32

    Die Schwarzblauen haben bei einer im TV übertragenen Sitzung des sogenannten Parlamentsklub gegen die Anpassung der Frauenlöhne gestimmt. Nachträglich ist das nicht mehr einfach nachzuvollziehen, weil sie ALLE Parteien an ein Verbrechensritual halten: nämlich, dass die erhobenen Hände zwar gezählt, aber nicht dokumentiert werden, sodass die Einzelnen Frauen-, aber auch Menschenfeinde bloß nicht erfassbar sind.

    • So, jetzt …

      6. Februar 2018 um 14:33

      … weil sich ALLE Parteien …

  5. Cinzer Micael

    25. Januar 2018 um 16:56

    Irre Welt…

  6. musil

    16. August 2017 um 14:57

    „Pro Stunde bekommen weibliche Beschäftigte um 22 Prozent weniger bezahlt.“

    „je höher die Position, desto weniger Frauen“

    Fällt euch was auf? Logisch, dass das Einkommen bei Frauen hinterherhinkt, wenn die Topjobs großteils von Männern besetzt werden. Außerdem ist aus dieser Berechnung der Öffentliche Dienst ausgeklammert – dort gibt es per Gesetz keine geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede mehr.
    Hier werden Kraut und Rüben zusammengemantscht, Daten die die Spreizung verringern könnten ausgeklammert und schon hat man eine wunderbar populäre (aber falsche) Schlagzeile.

    Meine Realität sieht anders aus: Ich habe in meinen mittlerweile 30 Berufsjahren keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen ausgemacht. Was mir aber auffiel: Bei gleicher Bezahlung, gleichen Aufstiegschancen usw. fühlten/fühlen sich Frauen immer noch benachteiligt – irgend etwas findet sich immer.

    • Die Frau Oesterreicherin

      8. Dezember 2017 um 13:59

      Der öffentliche Dienst ist ganz sicher in der Berechnung der Statistik Austria mit dabei. Aber ja klar, stimmt natürlich alles nicht (wie Sie hier was kritisieren)

      Fuer wie blöd halten Sie uns Frauen Ihnen Ihre kleinen, lächerlichen Luegen zu glauben?

      • David

        14. Januar 2018 um 23:14

        „Fuer wie blöd halten Sie uns Frauen Ihnen Ihre kleinen, lächerlichen Luegen zu glauben?“

        Genau wegen solcher Großkotzigkeit braucht es ein Programm, dass sich „smash the matriarchy“ verschreibt. Denn auch wenn Staatsoberhäupter großteils männlich sind, im sozialen Umfeld regieren Frauen mit eiserner Faust.
        Und zwar meine ich so ein Programm nicht auf eine konservative, die Frau wieder unterdrückende Art und Weise, sondern auf eine, die sich tatsächlich der Gleichberechtigung verschreibt und nicht überall nach der Bevorzugung und Herrschaft von Frauen strebt.

    • Die Frau Oesterreicherin

      8. Dezember 2017 um 14:04

      Ja da sind eben noch die 40,50,60 Berufsjahre der gratis Haushaltsführung und Pflege Erziehung von Kindern die für das Empfinden dieses Ungleichgewichts täglich Sorge tragen

  7. Ingrid Scherney

    10. Juni 2017 um 10:31

    Der Artikel ist wichtig in einer Zeit, in welcher Feminismus als alt abgewertet wird bzw. der sogenannte „westliche Feminismus“ von „anderen Weisen der Frauenbefreiung“ als „kolonialistisch“ abgegrenzt wird. Denn wir befinden uns im Zeitalter der Abgrenzungen und Einteilungen, der einen oder anderen Kultur, der einen oder anderen Religion, mit oder ohne Rucksack (gerne ersetzt mit „Migrationshintergrund“),in einer Zeit, wo die Suche nach einer Identität (festgesetzt) durch möglichst viele Abgrenzungen erfolgt. Der Anspruch „alle Menschen“ wird in Frage gestellt. Wer hat heute die Definitionsmacht? Wieso wird z.B. das Recht auf den eigenen Körper wieder in Frage gestellt, auch in Österreich, siehe Nationalratsdebatte am 7.6.2017 unter dem Deckmantel der Frage: Gibt es genug Beratungsstellen in Österreich? Zum Abschluss nochmals, sehr guter Artikel und immer wieder notwendig.

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