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Quer durch alle Schichten: 2 von 3 Menschen in Österreich wollen mehr Umverteilung

Quer durch alle Schichten: 2 von 3 Menschen in Österreich wollen mehr Umverteilung

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Verteilungsgerechtigkeit
Lesezeit:2 Minuten
2. November 2021
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Eine aktuelle Befragung zeigt: Zwei Drittel der Menschen in Österreich wollen, dass der Wohlstand gerechter verteilt wird – und damit die Schere zwischen Arm und Reich geschlossen wird. Was die Daten jedoch auch zeigen: Die öffentliche Debatte für mehr Härte gegen Jobsuchende dürfte Wirkung haben, denn: Die Solidarität mit Arbeitslosen hat im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie abgenommen.

In der Studie, die die Werte und Einstellungen von in Österreich lebenden Menschen erhoben hat, wurde unter anderem gefragt, welchen Stellenwert Chancengerechtigkeit und Solidarität für die Befragten haben. Es zeigt sich, dass Gerechtigkeit bzw. Fairness nach Respekt und persönlicher Freiheit der wichtigste Wert für die Befragten ist: Für 85 Prozent ist Chancengerechtigkeit äußerst oder sehr wichtig. Für 8 von 10 ist Solidarität ein sehr wichtiger Wert.

67 Prozent wollen mehr Umverteilung in Österreich

Daher wundert es auch nicht, dass der Wunsch nach Umverteilung des gesellschaftlichen Wohlstands weit verbreitet ist. 67 Prozent – oder zwei Drittel – der Befragten geben an, dass es in Österreich genug Wohlstand gibt, dass er aber anders verteilt sein muss. Interessant ist, dass sich in allen Einkommensgruppen eine klare Mehrheit für Umverteilung ausspricht. Sind es bei Netto-Haushaltseinkommen unter 1.000 Euro 77 Prozent, die dafür sind, wollen es bei Befragten mit einem Haushaltseinkommen von über 4.000 Euro netto noch stattliche 65 Prozent.

Konkret gefragt, wie sehr man sich für die Lebensbedingungen bestimmter Menschengruppen interessiert, zeigt sich, dass die Solidarität mit Jobsuchenden in den letzten drei Jahren abgenommen hat. Gaben in einer vergleichbaren Studie 2018 noch 46 Prozent an, sich „sehr viel“ für die Lebenslage von Arbeitslosen zu interessieren, waren es 2021 nur noch 40 Prozent.

Unternehmen können ihre Interessen durchsetzen, Arbeitnehmer:innen nicht

Auf die Frage, welche Gruppen ihre Interessen politisch durchsetzen können, war die Antwort für die Befragten klar: Es sind Männer und Unternehmen, die in Österreich mächtig sind.

6 von 10 Befragten gaben an, dass Männer ihre Interessen eindeutig oder eher durchsetzen können – während nur jeder 10. glaubt, dass Frauen ihre Anliegen durchbringen.

Ebenfalls 6 von 10 glauben, dass Unternehmen in Österreich so viel Macht haben, dass ihre Interessen umgesetzt werden – während nur 13 Prozent glauben, dass Arbeitnehmer:innen mit ihren Interessen Gehör finden.

Optimistisch ist, wer Geld hat

Die Befragten blicken durchwachsen in die Zukunft. Auffällig ist, dass die Sorge vor den Folgen des Klimawandels im Vergleich zu anderen möglichen negativen Entwicklungen am größten ist. 12 Prozent befürchten hier sehr negative, weitere 35 Prozent eher negative Entwicklungen.

Optimistischer sind die Menschen hingegen, wenn es um Fragen wie multikulturellem Zusammen (16 Prozent sehr bzw. eher positiv gestimmt), die absichernde Wirkung des Wohlfahrtsstaats (22 Prozent) und die Sicherheit vor Kriminalität geht (28 Prozent).

Ein Blick der Studienautor:innen auf die Einkommensstruktur der Befragten zeigt jedoch, dass der positive Blick in die Zukunft eine Frage der eigenen finanziellen Sicherheit ist. Wer Geld hat, ist tendenziell optimistischer.

umverteilung österreich
6 von 10 glauben, dass Unternehmen in Österreich so viel Macht haben, dass ihre Interessen umgesetzt werden – während nur 13 Prozent glauben, dass Arbeitnehmer:innen mit ihren Interessen Gehör finden.

Im August 2021 hat das Institut für Empirische Sozialforschung 1.001 Personen über 16 Jahre zu ihren Werten befragt. Ergebnis ist das „IDEALE Barometer 2021“.

Parlament Das Thema "Umverteilung" im Parlament

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Trump hat im Wahlkampf versprochen, keine neuen Kriege zu beginnen. Doch das war reine Rhetorik. "Wer verstanden hat, dass Trump faschistisch agiert, konnte das vorhersehen", sagt der US-Philosoph Jason Stanley. Wir haben mit ihm gesprochen: Über die USA und warum er sich dort nicht mehr sicher fühlt. Über Friedensversprechen, die nichts wert sind – und warum es ihn hoffnungsvoll stimmt, wenn sich in Städten wie Minneapolis Widerstand gegen eine scheinbare Übermacht formiert. Zitat: Europa muss sich gegen Trump wehren. Die USA sind die größte Gefahr für Freiheit in der Welt aktuell. Hoffentlich merken die Europäer, dass sie ihre liberalen Demokratien verteidigen und rechtsradikale Parteien stoppen müssen. Jason Stanley

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Impressum: SPÖ-Klub - 1017 Wien - Telefon: +43 1 40110-3393 - e-mail: redaktion@kontrast.at

 
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