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Bist du reich genug für eine Vermögenssteuer? Finde es mit diesem Rechner heraus!

Montage / Foto: Starpix/APA Picturedesk & Pixabay

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Foto: Starpix/APA Picturedesk & Pixabay (Montage)

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Verteilungsgerechtigkeit
Lesezeit:2 Minuten
21. Juli 2023
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Wer Millionär – oder sogar Milliardär – ist, soll in Österreich dafür Steuern bezahlen. Das sagen die SPÖ, die Arbeiterkammer und jene Ökonom:innen, die sich kritisch mit der Verteilung von Reichtum beschäftigen. „Das trifft den Mittelstand!“, trommeln es hingegen die ÖVP, Industriellenvertreter und Co. Ob diese Behauptung stimmt, kannst du ganz einfach selbst überprüfen – mit diesem Rechner!

Wir haben das neue Modell der SPÖ herangezogen. Es sieht vor: Vermögen unter 1 Million Euro bleiben unangetastet (Freibetrag). Für Vermögen zwischen 1 Million und 10 Millionen Euro ist eine Millionärsabgabe von 0,5 Prozent fällig. Für Vermögen ab 10 Millionen Euro wäre 1 Prozent pro Jahr fällig, ab 50 Millionen 2 Prozent.

Wie ist das jetzt mit dem Haus, dem Sparbuch – und den Schulden?

Im Modell der SPÖ ist das Eigenheim explizit ausgenommen. Es ist bis zu einer Grenze von 1,5 Millionen Euro von der Bemessungsgrundlage ausgenommen. Ebenso der Hausrat: Alle Gegenstände in deiner Wohnung oder deinem Haus zählen also nicht dazu.

Um herauszufinden, ob du reich genug für die Millionärsabgabe bist, musst du dein eigenes Nettovermögen ermitteln. Das heißt:

  • Du addierst den Wert deines gesamten Finanzvermögens, deiner Unternehmensbeteiligungen und deiner Immobilen (ohne Eigenheim).
  • Und trägst den Wert deines Eigenheims ein.
  • Davon ziehst du wiederum vorhandene Schulden ab (also z.B. Kredite, die du abbezahlen musst).

Diese Werte trägst du in diesen Rechner ein:

Millionärsabgabe-Rechner

*Gesamtes Finanzvermögen, Unternehmensbeteiligungen und Immobilen (ausschließlich Eigenheim) des Haushalts

Nur 4 Prozent der Bevölkerung müssten Vermögenssteuern bezahlen

Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit – konkret: mit einer Wahrscheinlichkeit von 96 % – müsstest du keine Millionärssteuer bezahlen. Und falls doch, gratulieren wir dir zu deiner Lebenssituation, in der du ohne Zukunftssorgen leben kannst!

Nur 1,4 Prozent des gesamten Steueraufkommens stammen in Österreich derzeit aus vermögensbezogenen Steuern. Im internationalen Schnitt sind es 5,5 Prozent, in Großbritannien z.B. 11,8 Prozent.

Eine Vermögenssteuer würde nicht nur Vermögen gerechter verteilen, sondern auch ganz konkret Einnahmen bringen, die dazu dienen könnten, das Leben für viele Menschen in Österreich besser zu machen. So will die SPÖ mit diesen Einnahmen die Steuer auf Arbeit senken und ins Gesundheitssystem investieren. Laut Berechnungen des Instituts ICAE der Johannes Kepler Universität in Linz könnten solche Abgaben in Summe rund fünf Milliarden Euro einbringen – und zwar jährlich.

 

Dieser Artikel wurde am 21.7.2023 veröffentlicht und am 6.9.2023 – inklusive Rechner – mit dem neuen Modell der SPÖ aktualisiert.

Parlament Das Thema "Vermögenssteuer" im Parlament

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Ludwig Riedmann
Ludwig Riedmann
28. Juli 2023 17:01

Wie und wer soll der Wert einer Immobilie festsetzen ?
Gibt es einen Unterschied für die Hauptwohnsitzimmobilie ?
Wie soll mit Kunst, Schmuck und Antiquitäten verfahren werden ? Kommt da die Finanz ins Haus ???
Betriebsbesitz ? usw.
Für mich ist eine Vermögenssteuer Unsinn!
Eine Erbschaftssteuer hingegen absolut sinnvoll, da dabei die Werte beim Erbe fixiert werden.

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Rudolf Pesseg
Rudolf Pesseg
Reply to  Ludwig Riedmann
2. August 2023 09:11

Unsinn ist für mich eher, keine Vermögenssteuer einzuheben. Da die vermögendsten 3-4% in Österreich mehr als 50-60% (sehr vorsichtig geschätzt) des Vermögens besitzen, aber nur maximal 5-10% der Steuerleistung erbringen, ist das eine Umverteilung auf Kosten derer, die ohnehin kaum genug zum Leben haben.
Es ist für mich eine Frage der Gerechtigkeit Vermögenssteuern einzuheben. In dem Umfang in dem die SPÖ und Andi Babler sie einheben wollen, sind alle Einwände wie die von der VP oder NEOS kommenden unsinnig. Denn den „Mittelstand“, im eigentlichen Wortsinn gibt es in Österreich eigentlich kaum.
Es gilt diesen Unsinn auch als solchen aufzudecken und die realen Fakten bekannt zu machen.
Gemeint sind damit nämlich Vermögende mit einem durchnschnittlichen Vermögen. Da Vermögen bei uns extrem ungleich verteilt ist also Personen mit 5-10 Mio € an Besitz oder einem Nettoeinkommen in der Höhe des österreichischen Bundespräsidenten. Darunter fallen bei uns höchstens ca.4-5% der Bevölkerung. Eigenartigerweise fühlen sich bei uns sogar die meisten Menschen mit einem Durchschnittseinkommen oder sehr geringem Vermögen von höchstens 1Mio€ zum „Mittelstand“ gehörig.
Hier ist es hoch an der Zeit die Begriffsdefinition von „Mittelstand“ zu klären.
Um auf Ihre Angst vor Hauskontrollen einzugehen.
Die Finanz kommt in den meisten Fällen nur dann ins Haus wenn Neider anonyme Anzeigen erstatten. Mir ist ein Fall bekannt wo jemandem mit einer Handvoll Ziegen und Verkauf seiner Produkte am Bauernmarkt von mehreren Finanzpolizisten mit Schusswaffen am Gürtel „besucht“ wurde. Die schriftlichen Aufzeichnungen des Hobbybauern, der monatlich ca. 200,-€ draufzahlte führten zu einer Entschuldigung seitens der Beamten, was den Schock den dieser so empfundene „Überfall“ ausgelöst hat, nur wenig linderte.

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Der niederländische Historiker Rutger Bregman wurde 2019 einem neuen Publikum bekannt, als er beim Wirtschaftsgipfel in Davos kritisiert hat, dass man dort nicht genug über Steuern und Gerechtigkeit spricht. Der Auftritt wurde zu seinem Markenzeichen. Nun hat er in einer Talkshow den norwegischen Milliardär zur Rede gestellt, warum der sein Vermögen nicht besser für die Gemeinschaft nutzt. Bregman findet: Wer enormen Reichtum hat, soll diesen auch nutzen, um die Welt besser zu machen. Er fordert mehr moralische Ambition. Zitat: Ich fordere nicht, dass wohlhabende Menschen ihre Strandhäuser, Luxusautos oder Rolex-Uhren aufgeben. Ich fordere sie auf, zukünftige Historiker stolz zu machen. Die Geschichte erinnert sich nicht an Anlageportfolios. Sie erinnert sich an jene, die alles auf eine Karte gesetzt haben - die ihre Ressourcen, ihre Karrieren und ihren Ruf genutzt haben, um für etwas zu kämpfen, das größer ist als sie selbst. Rutger Bregman

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