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Trotz Staatshilfen und Kündigungen – Andritz-Milliardär Leitner zahlt sich 32 Mio. Dividende aus

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Patricia Huber und Marco Pühringer Patricia Huber und Marco Pühringer
in Reichtum & Macht
Lesezeit:4 Minuten
16. März 2021
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Die Andritz AG verdoppelt heuer die Dividenden-Ausschüttung. Die AktionärInnen zahlen sich 104 Millionen Euro aus. Noch im letzten Jahr nahm der Konzern 28 Millionen Euro an staatlichen Kurzarbeitsgeldern in Anspruch und kündigte 180 MitarbeiterInnen. Das wurde damals mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation begründet – die scheint es aber nur für die Beschäftigten zu geben. Größter Aktionär ist der Milliardär Wolfgang Leitner. Er alleine erhält 32,7 Millionen Euro. Leitner pflegt gute Beziehungen zur ÖVP und Bundeskanzler Kurz. Und es sind Milliardäre wie er, für die die Regierung darauf verzichtet, Staatshilfen an Bedingungen zu knüpfen. 

Wolfgang Leitner ist einer der reichsten Menschen in Österreich. Sein Vermögen beläuft sich auf 1,56 Milliarden Euro. Um so reich wie Leitner zu werden, müsste man jedes Jahr 1 Millionen Euro zur Seite legen – und das 1.500 Jahre lang. Heuer wird Wolfgang Leitner wieder reicher: Die Andritz Gruppe, deren Vorstandsvorsitzender er ist, schüttet insgesamt 104 Millionen Euro aus. Leitner besitzt über eine Stiftungskonstruktion 31,5 Prozent daran und erhält selbst 32,7 Millionen Euro.

Von der Krise spüren die Aktionäre nichts

Das Jahr 2020 war das Jahr der Pandemie: Eine halbe Million Menschen sind arbeitslos und noch einmal so viele in Kurzarbeit. Wirtschaftshilfen und sinkende Steuereinnahmen haben ein Budgetloch von 22,5 Mrd. Euro aufgerissen. Doch die Krise trifft nicht alle gleich, wie der Maschinenkonzern Andritz zeigt. Obwohl der Konzern 3.000 MitarbeiterInnen in Kurzarbeit schickte und dafür 28 Millionen Euro Steuergelder in Anspruch nahm, werden sich die Aktionäre bei der Hauptversammlung im März die Dividende sogar verdoppeln: 104 Millionen Euro sollen an die Eigentümer ausgeschüttet werden, das sind 1 Euro pro Aktie. 

Dass Milliardäre wie Leitner nicht einen Teil ihres Vermögens nutzen, um ihr Unternehmen durch die Krise zu bringen, sondern auf Kosten von Staatshilfen ihr Privatvermögen weiter vermehren, war bereits letztes Jahr Thema: Obwohl die Steuerzahler die Löhne der Andritz-MitarbeiterInnen zahlten – schüttete Andritz seinen Aktionären 2020 eine Dividende von 50 Mio. Euro aus. Leitner bekam damals 12 Mio. Euro. Ein Jahr später hat sich die Ausschüttung für Leitner fast verdreifacht. Als Vorstandsvorsitzender bezieht er zusätzlich noch 2,1 Mio. Euro Gehalt im Jahr.

Trotz 100 Millionen Euro Dividende verlieren 200 MitarbeiterInnen ihre Stelle

Doch es sind nicht nur saftige Staatshilfen geflossen, sondern auch MitarbeiterInnen gekündigt worden. Der Personalstand von Andritz reduzierte sich vergangenes Jahr um über 2.000 Beschäftigte weltweit. In Österreich sank der Mitarbeiterstand um 200 – von 3.700 auf rund 3.500 Beschäftigte. Sofort nach Auslaufen der Kurzarbeit meldete Andritz, 180 Stellen abbauen zu wollen. Begründet hat der Konzern das mit der Krise. „Das ist leider sehr schmerzlich, aber notwendig“, so ein Sprecher. „Aufgrund der unverändert schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen (vor allem aufgrund der weltweiten Corona-Krise) und dem damit verbundenen niedrigeren Auftragseingang muss sich Andritz kostenmäßig auf ein mittelfristig niedrigeres Geschäftsvolumen anpassen, um langfristig wettbewerbsfähig und rentabel zu bleiben“, hieß es Anfang September aus dem Unternehmen.

Ein Blick in die Bilanzen rückt die Darstellung in ein anderes Licht: Das Betriebsergebnis von Andritz ist 2020 um 100 Millionen Euro gestiegen. Auch Schulden konnte der Konzern massiv abbauen. Nur der Personalaufwand ist stark geschrumpft: Um 210 Millionen Euro gibt der Konzern weniger für seine Beschäftigten aus – gleichzeitig wurde aber um 270 Mio. Euro mehr produziert. Das heißt: Entweder müssen deutlich weniger MitarbeiterInnen mehr produzieren – unter deutlich mehr Arbeitsdruck – oder der Konzern weicht auf LeiharbeiterInnen und anderes externes Personal aus. Eine Anfrage dazu blieb von Andritz unbeantwortet.

Andritz verschiebt seine Gewinne in Steueroasen

Dazu kommt noch, dass Andritz laut Moment Institut auf der Liste jener Konzerne steht, die Tochterfirmen in Steueroasen besitzen, um ihre Steuern zu drücken. Das hält Andritz aber nicht davon ab, österreichisches Steuergeld im großen Ausmaß in Anspruch zu nehmen. Denn es wurden im letzten Jahr nicht nur 28 Millionen Euro an Kurzarbeitsgelder vom Staat bezogen, sondern weitere 30,6 Millionen öffentliche Förderungen.

Österreichs Regierung gibt also Konzernen Geld, die mit der einen Hand Staatshilfen nehmen, mit der anderen Dividenden ausbezahlen und MitarbeiterInnen kündigen – und obendrein ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer verschieben.

Beste Kontakte in die ÖVP

Eigentlich hat der Nationalrat beschlossen, das Unternehmen mit derartigen Konstruktionen in Steuersümpfen keine Staatshilfen erhalten sollen. Nur von ÖVP und Grünen wurde das Gesetz so durchlöchert, dass Unternehmen wie Andritz oder auch XXXLutz davon nicht betroffen sind. Das dürfte auch den Andritz-Vorstand Wolfgang Leitner freuen. Auch dass die Regierung alle Anträge abgelehnt hat, die eine Arbeitsplatzgarantie oder ein Dividendenverbot bei Staatshilfen forderten, wird ganz in Leitner’s Sinne sein.

Der unterhält übrigens gute Verbindungen zur ÖVP. Mit dem ehemaligen ÖVP-Bundesminister Martin Bartenstein besitzt er eine Pharmafirma, die Generika produziert. Seine Frau Cattina Leitner war Sebastian Kurz’ Wunsch-Spitzenkandidatin für die ÖVP-Steiermark (wurde es dann aber doch nicht). Ebenfalls über seine Gattin, genauer ihr Hotel, haben die Leitners den Kurz-Wahlkampf offiziell mit 10.000 Euro finanziert. Leitner selbst saß auf einem ÖVP-Ticket im Nominierungskomitee der Staatsholding ÖBAG. Das Komitee wählt die Aufsichtsräte der Beteiligungen der Republik, wie etwa Post, OMV und Casinos Austria.

Mit Bundeskanzler Sebastian Kurz war  Wolfgang Leitner vor Jahren „zufällig“ auf Urlaub, wie er im November im U-Ausschuss den Abgeordneten erzählte. Er schätze die ÖVP als gute Partei für die Wirtschaft und hat mit Kurz „in einer Reihe von Videokonferenzen im Zuge der Covid-Krise“ Kontakt gehalten.

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3 Comments
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do brennt da Huat !
do brennt da Huat !
17. März 2021 18:09

Solange wir Wähler diese Saubande wieder wählen, wird sich nichts ändern.
Ich bin sowas von angfressen von diesen……….

9
-1
Antworten
Frank
Frank
17. März 2021 15:23

warum regen w wir uns auf wenn viele gegen die Corona Maßnahmen Demonstrieren gehen , kommt unsere Antifa und ist gegen die Demos anstelle sich zu solidarisieren und mit den Demonstranten gegen die Övp Maßnahmen zu sein. das kurz System würde es zerreißen

1
-2
Antworten
Franz Rössler
Franz Rössler
17. März 2021 14:18

Wann begreifen diese DeTypen endlich, dass diese Aktionen Armut und Umweltzerstörung in die Welt bringen. Auch gesetzteskonform erworbenes Geld basiert auf Ausbeutung von Menschen, anderen Lebewesen und der unbelebten Natur.
Aber sie können dann länger in den erzeugten Ruinen vegetieren.Vergönnt.

8
0
Antworten

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Sánchez lehnt Rassismus klar ab: Vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich hat sich der ehemalige spanische Ministerpräsent Mariano Rajoy unpassend und rassistisch geäußert. Rajoy meinte, Frankreich hätte ein starkes Team, „allerdings ohne Franzosen“. Der amtierende Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die Aussage seines Vorgängers. Entscheidend sind für ihn weder Hautfarbe, Nachname oder der Geburtsort, sondern ob man sich in einem Land zu Hause und sich mit ihm verbunden fühlt und etwas beiträgt. Schieflagen im Fußball gibt es sicher genug, aber wie die Spielenden aussehen, sollte kein Kriterium sein. Zitat: Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen. Pedro Sánchez
Sánchez lehnt Rassismus klar ab: Vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich hat sich der ehemalige spanische Ministerpräsent Mariano Rajoy unpassend und rassistisch geäußert. Rajoy meinte, Frankreich hätte ein starkes Team, „allerdings ohne Franzosen“. Der amtierende Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte die Aussage seines Vorgängers. Entscheidend sind für ihn weder Hautfarbe, Nachname oder der Geburtsort, sondern ob man sich in einem Land zu Hause und sich mit ihm verbunden fühlt und etwas beiträgt. Schieflagen im Fußball gibt es sicher genug, aber wie die Spielenden aussehen, sollte kein Kriterium sein. Zitat: Es gibt Menschen, die Zugehörigkeit immer noch am Nachnamen, am Geburtsort oder an der Hautfarbe messen. Andere messen sie an der Verbundenheit mit einem Land und dem Willen, zu ihm beizutragen. Pedro Sánchez

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