Billig-Fleisch setzt Bauern unter Druck

Bauern warnen vor Mercosur-Abkommen

Verhandelt wird seit 18 Jahren, jetzt soll alles schnell gehen. Dabei birgt das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern allerhand Risiken: Billigfleisch aus Massentierhaltung, Preisdruck für österreichische Bauern und gentechnisch manipulierter Zucker auf unseren Tellern. Verhandelt wird hinter verschlossenen Türen. Das ruft KritikerInnen auf den Plan.

Die EU verhandelt ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern. Das sind Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Verhandelt wird seit 1999. Nach fünf Jahren hat man die Gespräche abgebrochen. Sechs Jahre war Funkstille, im Mai 2010 haben beide Seiten die Verhandlungen wieder aufgenommen. Nach mehreren Verhandlungsrunden wollen beide Seiten das Abkommen Ende 2018 abschließen.

Nicht nur Zölle werden abgebaut

Die Industrie in der EU ist schon jetzt auf viele Rohstoffe aus den Mercosur-Staaten angewiesen. So sind 60 Prozent der landwirtschaftlichen Importe aus den Mercosur-Ländern Rohstoffe für die Lebensmittel-Industrie und die Viehwirtschaft. Zu den importierten Produkten zählen Soja, Kaffee, Fleisch, Getränke, aber auch Tier-Nahrung und Tabak.

Die EU exportiert Maschinen, Fahrzeuge, Chemikalien und Medikamente. Allerdings unterliegen 85 Prozent der Exporte der EU in die Mercosur-Länder Zöllen. Diese will die EU abbauen, was nachvollziehbar ist. Nicht nachvollziehbar ist hingegen, warum es dafür ein Abkommen braucht, das Dienstleistungen, Pflanzenschutz-Recht und gesundheitspolizeiliche Maßnahmen mitbestimmt und noch dazu Lebensmittel-Standards gefährdet.

Billigfleisch, mit dem österreichische Bauern nicht mithalten können

Das Abkommen birgt Gefahren für den Standort Österreich. So fürchten vor allem die Bauern, mit den Fleisch-Importen aus Argentinien nicht mithalten zu können. Die dortige Fleischindustrie setzt auf Masse: Großbetriebe bewirtschaften bis zu 40.000 Rinder oder 100.000 Stück Geflügel.

Die Landwirtschaft und Viehzucht in Österreich ist hingegen kleinstrukturiert – sie setzt auf Qualität, kann aber mit den Billigpreisen der Mercosur-Importe nicht mithalten. Der Preis könnte um 15 Prozent fallen.

Schon jetzt kommen aus dem Mercosur 250.000 Tonnen Rindfleisch auf Europas Binnenmarkt. Die EU hatte zuletzt weitere 70.000 Tonnen zollbegünstigtes Fleisch angeboten. Zu wenig aus Sicht der Südamerikaner. (Kurier, November 2017)

Ähnlich sieht es bei Geflügel aus: Mehr als die Hälfte der Einfuhren in die EU stammt aus Brasilien. Das brasilianische Geflügel kostet dabei nur halb so viel wie das Fleisch aus EU-Ländern.

Fleischproduktion auf Kosten der Natur

Doch Billig-Preise, die den Bauern Druck machen und zweifelhafte Fleischqualität sind nicht die einzigen Probleme. In Brasilien geht die Produktion auf Kosten der Umwelt. Die Massen-Tierhaltung findet dort häufig auf gerodeten Regenwald-Flächen statt. Je mehr Fleisch das Land exportieren wird, desto mehr Regenwald wird abgeholzt. Das hat schlimme Folgen für das Weltklima.

Warnung vor Gentechnik-Zucker und Mängeln bei Lebensmittel-Hygiene

Außerdem sehen Rüben-Bauern die nachhaltige Zuckerrüben-Produktion in Europa gefährdet. Sie warnen davor, dass künftig Rohrzucker importiert wird, der gentechnisch manipuliert wurde.

Auch bei der Lebensmittelhygiene gibt es Bedenken. 2017 gab es einen Fleischskandal: Prüfstellen in Brasilien hatten einen Salmonellen-Befall von Fleisch verheimlicht. Die EU wollte daraufhin einer nicht näher definierten Zahl von brasilianischen Fleischverarbeitern den Zugang zum Binnenmarkt entziehen.

Druck für mehr Tempo, doch Transparenz gibt es keine

Noch werden die Handels-Beziehungen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern über ein interregionales Kooperations-Rahmenabkommen geregelt. Die EU-Kommission drängt nun auf einen Abschluss der Verhandlungen. Allerdings: Nach 18 Jahren Verhandlungen spielt es keine Rolle, ob noch etwas Zeit nötig ist, um ein folgenschweres Abkommen fairer und sicherer zu gestalten.

Die Gespräche selbst sind – wie schon bei TTIP und Ceta – sehr intransparent. Die Öffentlichkeit hat kaum Einblick in die Ergebnisse, die sie schlussendlich betrifft. In Österreich fordern Teile der Opposition, dass der Nationalrat über das Abkommen abstimmen soll. Einen Antrag in der Plenarsitzung im März 2018, sich gegen Mercosur auszusprechen, haben ÖVP und FPÖ abgelehnt.

Petition

Bis 10. Juli 2018 läuft eine Petition, die sich gegen das Abkommen ausspricht. Unterschreiben kann man online!

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Kreisky soll
Kreisky soll

einmal gesagt haben: „Der Schaden der neuen Reg. ist groß. Ich weiß nicht, wie solcherart Menschen zustande kommen.“

Ob er die neuen Umfärbler als Seher schon gekannt haben mag?

Tja, nehmt ihnen das Geld und alles wird anders!
Tja, nehmt ihnen das Geld und alles wird anders!

Noch nie war Menschsein so wenig wert Warum ist das so? Siehe Namenzeile und kehren Sie sie ins Gegenteil zum Ersten. Zweitens: Der Autor des verlinkten Textes kritisiert etwas, was er an sich selbst nicht erkannt hat: Gier und Sparsamkeit. »… Solange du jeden Tag das „Wall Street Journal“ liest, bezahle ich deine Miete. Und so fing ich an, jeden Tag in der Bibliothek …« Da wird ihm die Wohnung bezahlt und er gibt nicht einmal das Geld fürs Wall Street Journal aus. Wie willst du diese Menschenwelt noch einmal korrigieren. Wird wohl nur durch Krieg wieder besser werden können:… Weiterlesen »

Der Teil gehört nicht zum Zitat:
Der Teil gehört nicht zum Zitat:

Da wird ihm die Wohnung bezahlt und er gibt nicht einmal das Geld fürs Wall Street Journal aus. Wie willst du diese Menschenwelt noch einmal korrigieren. Wird wohl nur durch Krieg wieder besser werden können: traurig und wahr. Ohne eigene Not kein Zusammenhalt.

Sry, mein Fehler!

Rene Walter
Rene Walter

Hier in den Mercosurstaaten ist ausser Fleisch alles bei niedrigen Löhnen sehr teuer. Bin derzeit in Uruguay und sehe höhere Konsumentenpreise als in Österreich.
Durch die Exportoffensive haben nur die Reichen im Mercosur was davon.

Curd
Curd

Schöne Grüße an Prof. Dr. Martin Sommaruga in Montevideo von mir! Er weiß dann schon!

Freihandelsabkommen
Freihandelsabkommen

werden von allen nennenswerten Ökonomen verneint. So was kommt nur durch dumme Politiker zustande, die von Industrielobbys beherrscht und gesteuert werden. Kurz und Strache als bestes Beispiel.

Sogar Nobelpreisträger wie Stiglitz warnen von der Konzernübernahme der Weltstaaten Bürger, weil, wenn die FHA so überdimensional wie möglich umgesetzt sind, haben Staaten alles verloren und die Bürger ihre Freiheit.

Es herrscht wieder „Der Stärkste gewinnt“. Und as ist keiner der Bürger, die diesen Wahn indoktriniert nach brabbeln. Die langfristige Folge wird sein: Aug um Aug, Zahn um Zahn, später dann: Freiheitskämpfe, Krieg, Mord und Todschlag, zurück zu Spartacus; wenn auch letzteres nicht: Totalverlust.

Ja, aber das ist dieser typische, schädliche
Ja, aber das ist dieser typische, schädliche

Lobbyismus, weshalb es die Gegenwehr vieler Staaten gibt. Zum Vergleich:

Zölle auf eingeführte Agrarprodukte durch die EU:

Rindfleisch 69 % Einfuhrsteuern
Schweinefleisch 26 % Einfuhrsteuern

Autos, die von den USA in die EU eingeführt werden, werden mit 10 % besteuert.

Im Gegensatz besteuern die USA all diese Produkte bei Einfuhren in die Staaten mit 2,5 %

Fazit: Die USA sind nicht die Störer, die Störer sind wir, basta. Besser mal recherchieren, bevor ihr den Zeitungsdreck des Journaille-Abschaums nachplappert. Die USA haben jewedes Recht, es uns gleich zu tun, sie haben diese EU-Frechheit zu lange auf sich sitzen lassen.

Der letzte Absatz bezieht sich klar
Der letzte Absatz bezieht sich klar

auf das Medium, aus dem der Text entnommen wurde. Auch das ist ein Posting anonymer Natur gewesen, weshalb das teilweise zitieren wohl nicht verboten sein kann. Oder? Bei Beiträgen der Red. ist das ja schon gefährlich mittlerweile.

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