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Windkraft-Genossenschaft: Bürger im belgischen Eeklo zahlen 40% weniger für Strom

Hohe Energiepreise, Abhängigkeit von russischem Öl und Gas, und der Klimawandel haben vielerorts die Diskussion ausgelöst, wie man möglichst rasch auf erneuerbare Energien umsteigen kann. Die belgische Kleinstadt Eeklo in Flandern hat darauf die richtigen Antworten gefunden. Der verbrauchte Strom dort stammt vor allem aus Windkraft – und ist 40% billiger als üblich.

In vielen Ländern Europas wird derzeit diskutiert, wie man sich aus der Abhängigkeit von Erdöl- und Erdgasimporten lösen kann. Auch, um nicht den dadurch verursachten Preisschwankungen zu unterliegen. Ein Weg dorthin ist, fossile Energiequellen zugunsten erneuerbarer Quellen zurückzudrängen. Fossile Quellen schaden nicht nur Umwelt und Klima, sondern sind auch teuer. Beim Strompreis sind sie es, die sogar günstigere Alternativen verteuern.

Aber was sind die Alternativen? Schnell auf Sonnen-, Wind- und Wasserkraft umzusteigen, gilt als Utopie. Zu viel müsste investiert, neu gebaut und völlig umkonzipiert werden. Die flämische Stadt Eeklo hat jetzt allerdings genau das geschafft und mausert sich zur  europäischen Spitzenreiterin in Sachen erneuerbarer Energieproduktion.

Eeklo produziert 30 Prozent mehr Energie als die Stadt braucht – vor allem aus Wind

Eeklo deckt derzeit 130% seines Energiebedarfs durch lokale Energieproduktion. Die meiste Energie stammt aus den stadteigenen Windkraftwerken. Die gehören keinen großen Energiekonzernen, sondern der Genossenschaft “Ecopower” – und damit den Bürgerinnen und Bürgern selbst. 60.000 Mitglieder hat die Genossenschaft mittlerweile und zählt damit zu den  größten Genossenschaften in Europa. Im Durchschnitt sind rund 3.000 Haushalte an einer Windturbine beteiligt, wie der „ORF“ berichtet.

Die Strompreise sind bis zu 40% niedriger als bei kommerziellen Stromanbietern. Zudem gebe es eine kleine Dividende für alle Beteiligten.

2001 und 2002 wurden die ersten drei Windturbinen in Eeklo über „Ecopower“ errichtet. Anrainerinnen und Anrainer, die zuvor skeptisch gegenüber Windkraftwerken waren, wurden von Anfang an eingebunden. Sie können nun selbst entscheiden, wo und wie viel gebaut wurde und was mit den Erlösen passiert. Pro Windkraftanlage entstehen etwa 250.000 Euro Gewinn pro Jahr. Mit dem Geld werden soziale Projekte in der Gemeinde finanziert, was wiederum den Rückhalt der Genossenschaft in der Bevölkerung stärkt.

Eeklo setzt bei seiner Energieproduktion vor allem auf Windkraft und Turbinen. (Foto: Unsplash/Abby Anaday)

All das hat die Bewohnerinnen und Bewohner zudem angespornt, selbst Projekte umzusetzen: Viele haben ihre Häuser isoliert und Solaranlagen installiert.

Insgesamt stehen heute 20 Windkraft-Anlagen in Eeklo – wobei nicht alle genossenschaftlich organisiert und betrieben werden.

Die Energiewende in Eeklo kommt von „unten“

In Eeklo treiben die BürgerInnen selbst die Energiewende voran. Besonders ist auch, dass Umweltfragen mit Verteilungsfragen zusammen diskutiert werden. Der Strom aus Windkraft macht die Stadt nicht nur klimafreundlicher, sondern auch unabhängiger und die Energiepreise leistbar.

Sorgen der Bevölkerung wurden ernst genommen, etwa wenn es um Baustellenlärm, Motorengeräusche und Schatten durch die Turbinen ging. Aufklärungsarbeit fand statt und man hat dafür gesorgt, dass im Gegenzug zu diesen baulichen Veränderungen auch allgemein in die Infrastruktur der Stadt investiert wurde: zum Beispiel durch neue öffentliche Sportplätze und Schulen. So ist Energieproduktion kein Elitenprojekt, bei dem es nur darum geht, hohe Gewinne zu erzielen – sondern Energieproduktion ist ein vergesellschaftetes Projekt, von dem alle profitieren sollen.

In der ÖVP-Grünen-Regierung wechselt alle 2 Monate ein Minister, weil jemand den Hut drauf wirft. Ist diese Koalition noch regierungsfähig?
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