Nicht bös sein, aber

Herbstkampagnen

Hört man die Begriffe „Herbstkampagne“ und „ÖVP“ knapp hintereinander, dann denken landwirtschaftsaffine Menschen zuerst einmal an die Zuckerrübenkampagne, die im Regelfall Ende September in den Zuckerfabriken der AGRANA beginnt.

Bei der Herbstkampagne, die Bundeskanzler Nehammer diesmal parallel dazu startete, ging es aber um etwas ganz anderes: Zuerst einmal traf er sich mit  Menschen „aus der Mitte der Gesellschaft“. Die müssen einen sehr weiten Weg nach rechts zurückgelegt haben, um die Kanzlerpartei dort abzuholen, wo sie heute steht. Umgeben von diesem Kreis forderte der Regierungschef sein davongelaufenen Wahlvolk gerührt, aber trotzdem voll Zuversicht auf:

„Glaubt an dieses Österreich!“

Nehammers Aufforderung stammt – wie wir alle wissen – aus Leopold Figls berühmter Weihnachtsrede aus dem 45er Jahr.

Und dessen Bitte war damals so gemeint: Löst euch von der mörderischen NAZI-Ideologie, bekennt euch zu einem neuen, demokratischen Österreich!

In die heutige Zeit übertragen, könnte man das auch so interpretieren: Eine bürgerlich-demokratische Partei der Mitte koaliert nicht mit Hitler-Grüßern und Nazi-Liederbuchbesitzern.

Nicht bös sein, aber: Da die Volkspartei das aber ungeniert trotzdem tut, wirkt diese Kanzler-Aufforderung zum „Glauben“ ziemlich pharisäisch. Und erinnert damit fatal an das schlechte, alte  „Händefalten – Goschen halten.“ Und das sollte eigentlich schon längst vorbei sein.

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