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Sichere Schule trotz Corona: Traiskirchen zeigt wie es geht

Sichere Schule trotz Corona: Traiskirchen zeigt wie es geht

Foto: Andreas Babler

Kathrin Glösel Kathrin Glösel
in Bildung & Wissenschaft
Lesezeit:3 Minuten
29. April 2021
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Was sich Eltern von Kindergarten- und Schulkindern seit Monaten wünschen, ist in Traiskirchen Realität: Spielen und Lernen ohne ständige Angst vor einer Corona-Infektion. In der Stadtgemeinde in Niederösterreich setzt man auf Luftreiniger, Tests schon bei den Kleinsten und auf ein einzigartiges Projekt: Freiluftklassen. Bürgermeister Andreas Babler wartet nicht länger auf Initiativen aus der Regierung. Er kümmert sich selbst um den Schutz der Kleinsten.

Spielen im Kindergarten, Lernen in der Schule – ohne ständige Angst vor einer Ansteckung. Wie das in Zeiten der Pandemie gelingen kann, darüber machen sich Eltern, Kinder und PädagogInnen seit über einem Jahr Gedanken. Viele Leiterinnen und Leiter von Kindergärten und Schulen fühlen sich vom Bildungsminister im Stich gelassen. In Traiskirchen in Niederösterreich wartet man nicht darauf, dass Heinz Faßmann (ÖVP) aktiv wird. Die Stadtgemeinde, 20 Kilometer südlich von Wien, hilft sich selbst. Neben Einkaufsdiensten und Telefonfreundschaften zur gegenseitigen Unterstützung, kümmert man sich in Traiskirchen besonders um die Jüngsten.

Flächendeckende Spucktests für die Kleinsten in Traiskirchen

Schon 2020 stattete die Gemeinde das pädagogische Personal mit FFP2-Masken aus. Früher als bundesweit umgesetzt gab man dem Personal zwei Mal die Woche die Chance, sich zu testen. Und: In den Kindergärten und Krabbelstuben gibt es Spucktests für alle. Die Eltern bekommen übers Wochenende drei Tests für ihre Kinder mit. Montag, Mittwoch und Freitag testen sie die Kleinen. Das Ganze ist obendrein kindgerecht aufbereitet. Die Eltern haben Flyer mit Geschichten für die Kleinen – das Spucken wird Teil einer aufregenden Handlungsgeschichte.

„Alle haben ein Stück mehr an Sicherheit und man muss sich etwas weniger Sorgen machen, dass sich wer beim Spielen ansteckt“, erklärt der Traiskirchner Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ). „Wir sind eine kinderreiche Stadt und uns ist es wichtig, dass sowohl die PädagogInnen, die LehrerInnen als auch die Kleinsten so gut wie möglich geschützt sind.“

Freiluftklassen: Lernen an der frischen Luft

Auch für die Schulen hat sich Traiskirchen etwas überlegt. Im Frühjahr 2020 startet die Gemeinde ein Pilotprojekt: Lernen unter freiem Himmel – mit Abstand, ohne Maske und ohne Aerosol-Belastung. Die Freiluftklasse kam bei SchülerInnen, Eltern und den Lehrkräften sehr gut an.

Freiluftklassen Traiskirchen Corona
VolksschülerInnen lernen in Traiskrichen unter freiem Himmel. (Foto: der FRITZ)

Mittlerweile wurden für alle Volksschulen der Gemeinde Freiluftklassen errichtet. „Je jünger die Kinder sind, desto schwerer tun sie sich mit Masken. Wir haben die Rückmeldung bekommen, dass es ihnen gut tut, ein paar Stunden ohne Mund-Nasen-Schutz zu lernen“, berichtet Babler.

Gebürtiger Syrer zimmert die Freiluftklassen

Umgesetzt hat das alles eine Holzwerkstatt, die aus dem Garten der Begegnung hervorgegangen ist. Dort engagieren sich TraiskirchnerInnen, SchülerInnen und Asylsuchende. Es wird gemeinsam gegartelt, gekocht und genäht.

Freiluftklassen Traiskirchen Corona
Delshad Bazari baut Tische und Bänke für die TraiskirchnerInnen. (Foto: Garten der Begegnung)

Delshad Bazari ist seit 2014 in Österreich, baut Möbel und hat die Lernbänke und Tische der Freiluftklassen zusammengebaut. „Er hat das mit viel Liebe zum Detail gemacht“, erzählt Babler. Die Tische und Bänke sind auf die Größe der Kinder abgestimmt, kleine Knöpfe an der Seite sind fürs Aufhängen der Schultaschen gedacht. Freiluftklassen für die Mittelschule sind bereits in Bau.

Drinnen gibt es Raumluftsensoren und Luftreiniger

Pünktlich zum Schul- und Kindergartenstart im September 2020 ließ Bürgermeister Babler in insgesamt 20 Bildungseinrichtungen einhundert Raumluftsensoren einbauen. Diese messen die Qualität der Luft und geben ein Signal, wenn zu lüften ist. In einem zweiten Schritt wurden auch Luftreinigungsgeräte installiert. „Wie wir wissen, sind Aerosole Infektionstreiber. Diese Geräte können Infektionen in Innenräumen eindämmen. Das macht den Alltag für alle einfacher“, erklärt Babler.

Zorn über Untätigkeit der Regierung im Schutz vor Corona

Dass Bildungsminister Faßmann und Familienministerin Raab für Kindergärten und Schulen kaum Sicherheitskonzepte ausarbeiten, macht Andreas Babler fassungslos. Den Austausch mit ihm hat von Regierungsseite niemand gesucht. Es herrscht laut Babler absolutes Desinteresse:

„Wir wissen, dass die Infektionszahlen bei den unter 14-Jährigen hoch sind. Und die Kinder sind vor Long Covid-Beschwerden ja nicht gefeit. Es ist traurig, dass man das extra sagen muss, aber: Kinder haben auch ein Recht auf Sicherheit und Gesundheit. Und für die Kleinsten überlegt man sich überhaupt nichts. Über Kindergärten diskutiert man nicht einmal. Niemand in dieser Regierung interessiert sich für die Kinder, die stellt man einfach in die erste Reihe, setzt sie dem Risiko aus, nach dem Motto: ‚Schauen wir mal, was passiert.’“

Traiskirchen bringt Stein ins Rollen

Freiluftklassen Traiskirchen Corona
Die Untätigkeit der Regierung macht den Bürgermeister von Traiskirchen fassungslos. (Foto: Andreas Babler)

Was Traiskirchen macht, wäre auch andernorts umzusetzen, glaubt Babler. Vor allem die technische Ausstattung der Innenräume. Laut dem Bürgermeister könnten die zuständigen Ministerien für ganz Österreich Luftreiniger über die Bundesbeschaffungsbehörde aufstellen.

Das Traiskirchener-Modell hat Vorbildwirkung. Das Telefon des Bürgermeisters klingelt ständig, andere Gemeinden, aber auch Elternvereine an Schulen erkundigen sich nach Typenscheinen, fragen um Kontakte an. Für strukturschwächere Gemeinden ist all das laut Babler eine Herausforderung.

Für die Geräte, die Freiluftklassen sowie alle anderen Schutzmaßnahmen hat die niederösterreichische Stadtgemeinde bisher etwa 200.000 Euro ausgegeben. „Man muss es einfach wollen und ins Tun kommen. Vor allem der Bund muss endlich aktiv werden und Geld für die Sicherheit unserer Kinder in die Hand nehmen.“

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Petrov
Petrov
29. April 2021 17:09

Denkt besser daran: https://www.youtube.com/watch?v=HlrtfLqxbGQ

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Oje! Nochmal:
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Reply to  Petrov
29. April 2021 17:10

https://www.youtube.com/watch?v=HlrtfLqxbGQ

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Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, kritisiert in einer Videobotschaft die massiv gestiegenen globalen Militärausgaben. Diese belaufen sich mittlerweile auf 2,7 Billionen US-Dollar – das ist 13-mal so viel wie die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Die Vereinten Nationen verweisen dabei auf einen aktuellen Bericht: Weniger als vier Prozent der weltweiten Militärausgaben – rund 93 Milliarden Dollar pro Jahr – wären ausreichend, um den Welthunger bis 2030 zu beenden. Der Bericht zeigt auch die wirtschaftlichen Effekte unterschiedlicher Investitionen: Während eine Milliarde Dollar für Militär 11.200 Arbeitsplätze schafft, entstehen mit derselben Summe 26.700 Jobs im Bildungsbereich, 17.200 im Gesundheitswesen oder 16.800 im Bereich erneuerbare Energien. „Es ist offensichtlich, dass die Welt über die Ressourcen verfügt, um Leben zu verbessern, den Planeten zu schützen und eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit zu sichern“, argumentiert Guterres. Sein Appell an politische Entscheidungsträger:innen für das Jahr 2026: „Entscheidet euch für Menschen und den Planeten – nicht für Schmerz.“ Zitat: Eine sicherere Welt beginnt damit, mehr Geld in den Kampf gegen Armut zu investieren anstatt in Kriege. Antonio Guterres
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, kritisiert in einer Videobotschaft die massiv gestiegenen globalen Militärausgaben. Diese belaufen sich mittlerweile auf 2,7 Billionen US-Dollar – das ist 13-mal so viel wie die weltweiten Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit. Die Vereinten Nationen verweisen dabei auf einen aktuellen Bericht: Weniger als vier Prozent der weltweiten Militärausgaben – rund 93 Milliarden Dollar pro Jahr – wären ausreichend, um den Welthunger bis 2030 zu beenden. Der Bericht zeigt auch die wirtschaftlichen Effekte unterschiedlicher Investitionen: Während eine Milliarde Dollar für Militär 11.200 Arbeitsplätze schafft, entstehen mit derselben Summe 26.700 Jobs im Bildungsbereich, 17.200 im Gesundheitswesen oder 16.800 im Bereich erneuerbare Energien. „Es ist offensichtlich, dass die Welt über die Ressourcen verfügt, um Leben zu verbessern, den Planeten zu schützen und eine Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit zu sichern“, argumentiert Guterres. Sein Appell an politische Entscheidungsträger:innen für das Jahr 2026: „Entscheidet euch für Menschen und den Planeten – nicht für Schmerz.“ Zitat: Eine sicherere Welt beginnt damit, mehr Geld in den Kampf gegen Armut zu investieren anstatt in Kriege. Antonio Guterres

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