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Richtungsstreit in der Europäischen Volkspartei um Orbán – Kurz gegen die Liberalen

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Richtungsstreit in der Europäischen Volkspartei um Orbán – Kurz gegen die Liberalen

Kontrast Redaktion Kontrast Redaktion
in Europa
Lesezeit:3 Minuten
14. Oktober 2018
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In der EVP gibt es einen Richtungsstreit. Führende liberale Vertreter wollen den Ausschluss von Victor Orbáns rechtsnationaler FIDESZ aus der Europäischen Volkspartei. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz steht hingegen auf der Seite Orbáns. Dabei gibt die Politik von Orbán Grund zur Sorge. Seit 2010 gestaltet der ungarische Ministerpräsident das Land autoritär um, den ungarischen Hitler-Verbündeten Horthy nennt Orbán schwärmerisch einen „Ausnahmestaatsmann“.

Die Mitgliedschaft von Orbáns rechtskonservativer FIDESZ-Partei in der Europäischen Volkspartei sorgt seit längerem für Diskussionen. So dachte der ungarische Ministerpräsident schon laut über die Wiedereinführung der Todesstrafe in Ungarn nach. Seit 2010 gestaltet Orbán das Land autoritär um, den ungarischen Hitler-Verbündeten Horthy nennt Orbán schwärmerisch einen „Ausnahmestaatsmann“. Orbán will Medien unter seine Kontrolle bringen, beschneidet den Verfassungsgerichtshof und führt eine antisemitische Kampagne gegen George Soros. Viele in der EVP kritisieren Orbáns Pläne, Ungarn zu einer illiberalen Demokratie umzubauen. Von Heinz-Christian Strache gibt es dafür Applaus:

FPÖ-Chef Strache hat Orbán eine „politische Zusammenarbeit“ in seiner Fraktion im Europäischen Parlament angeboten.

Karas gegen Orbán Ausschluss aus EVP

Die EVP-Spitze traf sich zur Frage des Umgangs mit Orbán schon im April diesen Jahres. Der belgische Christdemokrat Pascal Arimont forderte schon damals den Ausschluss von Orbáns Partei – ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament Othmar Karas sprach sich hingegen gegen einen Ausschluss aus.

Prominente Christdemokratin Viviane Reding nennt schwarzblau „gewagt“

Mittlerweile haben sich prominente EVP-Politiker angeschlossen. Vor wenigen Tagen hatte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gesagt, Orban habe keinen Platz mehr in der EVP. Für Juncker gibt es zu viele Unvereinbarkeiten zwischen Orbán und den christlich-demokratischen Werten, auf denen die EVP-Familie gründet. Auch die Ex-EU-Kommissarin Viviane Reding hat sich kürzlich in einem Kurier-Interview der Forderung nach einem Ausschluss Orbáns aus der EVP-Fraktion angeschlossen:

„Leider ist Orbán immer noch Mitglied der EVP, obwohl er mit seinem Wertekodex und seinem politischen Handeln nichts mit den Grundgedanken der EVP am Hut hat.“

Auf die Frage wie sie die schwarzblaue Koalition vor dem Hintergrund des wachsenden Rechtspopulismus sieht, antwortete sie nur: „Gewagt.“

Orban und Kurz verstehen sich gut

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz betont dagegen immer wieder sein gutes Verhältnis mit dem ungarischen Ministerpräsidenten. Jüngst sprach er sich in einem Interview mit der deutschen „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ für Orbáns Verbleib in der EVP aus. Das, obwohl der ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas für die Europawahl erst im September gefordert hatte, Orbáns Fidesz temporär aus der Europäischen Volkspartei (EVP) auszuschließen – zumindest solange ein Rechtsstaatlichkeitsverfahren der EU gegen Ungarn läuft.

Kurz Gratulierte Orban via Twitter, Kurz & Orban, EVP,

Dazu sollte man wissen: Der ungarische Wahlkampf war laut OSZE „einschüchternd und fremdenfeindlich“. Außerdem kritisieren Reporter ohne Grenzen, dass Medien strukturell unter die Kontrolle der Fidesz Partei gebracht wurden.

Orban bedankte sich bei Kurz für seine Loyalität und lobte ihn überschwänglich vor dessen Amtsantritt als EU-Ratsvorsitzender. Politisch trennt die beiden laut Orbán kaum etwas. Orbán hat

„höchstes Einvernehmen mit Österreich in fast allen Punkten, außer der Frage der Atomkraftwerke und der Indexierung der Familienbeihilfe“

Weiterlesen:

Orbans 8 Schritte zur Umwälzung Ungarns

Orbans unfairer Wahlsieg

10 Gründe für Orbans Wahlerfolg

Wie EVP und ALDE europäische Maßnahmen gegen Steuerbetrug durchlöchern

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2 Comments
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Wie könnt ihr so gegen Kurz wettern?
Wie könnt ihr so gegen Kurz wettern?
14. Oktober 2018 23:43

Ihr habt euch doch genauso für George Sorros ausgeschprochen in einem Artikel.

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Kurz kann
Kurz kann
14. Oktober 2018 23:14

nicht gegen die Liberalen sein: https://katholisches.info/2017/10/11/was-macht-sebastian-kurz-im-ecfr-von-george-soros/
Ich akzeptiere die Privacy Policy übrigens nicht.

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Das Europäische Parlament

Auf einen Blick Rolle: Direkt gewähltes EU-Organ mit Zuständigkeit für Gesetzgebung, Aufsicht und Haushalt Mitglieder: 705 Mitglieder des Europäischen Parlaments Präsident: David Sassoli Gegründet: 1952 als Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, 1962 als Europäisches Parlament, erste direkte Wahl 1979 Standort: Straßburg (Frankreich), Brüssel (Belgien), Luxemburg Das Europäische Parlament ist die einzige direkt von den europäischen Bürgerinnen gewählte Institution der EU. Die 705 EU-Parlamentarier, auch Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP) genannt, vertreten 450 Millionen Bürger aus allen 27 Mitgliedsstaaten. Sie sind in acht politische Fraktionen unterteilt. Alle zweieinhalb Jahre (also zwei Mal in jeder Legislaturperiode) wählen sie einen neuen Präsidenten bzw. eine neue Präsidentin aus ihrer Mitte. Logo des Europäischen Parlaments Das EU-Parlament ist das gesetzgebende Organ

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EU-Kommissar

In der EU-Kommission arbeiten 26 EU-Kommissare und die EU-Kommissionspräsidentin – also pro EU-Land ein Vertreter bzw. eine Vertreterin. Für jeden Politikbereich gibt es einen EU-Kommissar oder eine Kommissarin, so etwa für die Bereiche Inneres, Sozialpolitik oder Außenpolitik, Verkehr oder Digitalisierung etc. Die Gesamtheit der Kommissare wird Kollegium genannt. Hier geht’s zum aktuellen Kollegium. EU-Kommissar aus Österreich: Derzeit Johannes Hahn (ÖVP). Seit Beginn der Periode 2019 ist er Kommissar für den Bereich Haushalt und Verwaltung. Von 2014-2019 war er bereits als Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen zuständig. Transparente Zusammenarbeit: Jeder Kommissar steht mit den EU-Abgeordneten aus dem EU-Parlament im jeweils dazugehörigen thematischen Ausschuss in Zusammenarbeit. Der Austausch wird in Protokollen vermerkt und ist für jeden und jede online einsehbar. Hier

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ÖVP

Die Österreichische Volkspartei (ÖVP) ist eine der traditionellen Großparteien Österreichs. Sie vertritt vor allem bürgerlich-konservative Werte. Traditionell gilt sie als Interessenvertreterin der Wirtschaft, der Bauern sowie der römisch-katholischen Kirche.

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