Corona-Tausender: nicht für die Pflege?
Pflegenotstand

Lohndumping statt 35-Stunden-Woche: Oberösterreich holt Pflegerinnen von den Philippinen

In Österreich streiken die Pflegekräfte für die 35 Stunden Woche und bessere Arbeitsbedingungen – auch in Oberösterreich. Und was tut die schwarz-blaue Landesregierung? Statt auf die Forderungen der Beschäftigten einzugehen, will sie mehr Pflegerinnen von den Philippinen nach Oberösterreich holen.

Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen sich rasch verbessern, sonst droht der Pflegenotstand – zu wenige Pflegerinnen bleiben im Beruf, weil die Arbeit auslaugt und die Bezahlung schlecht ist. Am Dienstag streiken Pflegerinnen und Pfleger daher in ganz Österreich für die 35-Stunden-Woche. Und was macht die ÖVP in Oberösterreich?

Die schwarz-blaue Landesregierung hat beschlossen, mehr Pflegekräfte von den Philippinen nach Österreich holen. Die schwarz-blaue Landesregierung will eine Agentur auf den Philippinen aufbauen, um Pflegerinnen anzuwerben.

Mehr Lohndumping in der Pflege

Das wurde in einer Regierungssitzung beschlossen, bis auf SPÖ-Landesrätin Birgit Gerstorfer stimmten alle zu. „Der ÖVP geht es nicht um die gute Versorgung unserer Großeltern, sondern schlichtweg um Lohndumping in der Pflege,“ kritisiert Gerstorfer.

Derzeit laufen die Kollektivvertrags-Verhaldungen für Pflegeberufe. Die Beschäftigten sind mit einer einzigen Forderung in die Verhandlungen gegangen: Sie wollen die Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche verkürzen – bei vollem Gehalt und mehr Personal. Teilzeitkräfte dürften ein Lohnplus von 8,6 Prozent erwarte.

„Die Beschäftigten im Sozialbereich leisten emotionale und körperliche Schwerstarbeit. Wir fordern die 35-Stunden-Woche, um die Arbeitsbedingungen in Bereichen wie Pflege und Betreuung zu verbessern“, sagt Eva Scherz, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA-djp.

Doch während etwa die Volkshilfe und die Wiener Pensionisten-Häuser der Forderung offen gegenüber stehen, hat das schwarz-blaue Oberösterreich kein Signal gegeben: Mehr Geld für bessere Arbeitsbedingungen für Pflegerinnen – und mehr qualitätsvolle Zeit mit den Patienten will sie nicht. Das Geld wäre da, aber der politische Wille fehlt.

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