Teuerung

Profit mit hohen Treibstoff-Preisen: Die OMV macht in nur drei Monaten 2,6 Milliarden Gewinn

Während die Bevölkerung mit enormen Preissteigerungen zu kämpfen hat, profitieren Öl- und Gaskonzerne massiv davon. Die OMV konnte bereits in den ersten drei Monaten diesen Jahres einen operativen Gewinn von 2,6 Milliarden einfahren. Das ist dreimal mehr als im selben Zeitraum 2021.

Eigentlich sollte man meinen, dass schlechte Zeiten für Öl- und Gas-Konzerne begonnen haben. Fast überall auf der Welt planen Regierungen den Umstieg auf alternative Energieformen und der reichste Mann der Welt hat seine Milliarden Elektroautos zu verdanken. Zusätzlich plant Europa den Ausstieg aus russischem Öl und Gas wegen Russlands Angriff auf die Ukraine. Ein sehr viel schlechteres Marktumfeld kann man sich eigentlich nicht vorstellen: Wer würde in eine Bäckerei investieren, wenn der wichtigste Mehlproduzent sanktioniert wird und der Ausstieg aus Brot und Backwaren beschlossene Sache ist? Anders bei den großen fossilen Konzernen: Vor den Aktienkursen von Shell (+31 %), Eni (+57 %), BP (+29 %) und OMV (+ 15 %) steht ein sattes Plus im Vergleich zum Vorjahr.

2,6 Milliarden Euro Gewinn in nur drei Monaten

Diese Börsenkurse spiegeln die Gewinnentwicklung der Konzerne wieder. Schon im letzten Jahr konnte die OMV ihren Gewinn verdoppeln und schüttete an ihre Aktionäre 752 Millionen Euro Dividende aus. Der Vergleich zwischen dem ersten Quartalsbericht für 2022 und 2021 deutet darauf hin, dass sich diese Gewinnexplosion fortsetzt. Vergleicht man die ersten drei Monate 2021 mit dem ersten dieses Jahres, sieht man eine Verdreifachung des um Sondereffekte bereinigten Gewinns auf 2,6 Milliarden Euro.

Mega-Gewinn trotz Milliardengrab Nord Stream 2

Der Netto-Gewinn ist zwar nicht gestiegen, auch das hat mit dem Ukraine-Krieg zu tun: Die OMV musste eine Milliarde Euro Investitionen in die Pipeline Nord Stream 2 abschreiben, die wegen dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine nicht in Betrieb genommen wird. Das reduziert ihren Quartalsgewinn um 17 Prozent auf 546 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Ohne die Nord Stream 2-Fehlinvestition wäre der Nettogewinn um 136 Prozent gestiegen.

Jedenfalls ist es bemerkenswert, dass ein Unternehmen eine halbe Milliarde Euro Gewinn in drei Monaten machen kann, obwohl es eine Abschreibung in Milliardenhöhe tätigen muss.

Preise an der Zapfsäule wachsen stärker als am Rohstoffmarkt

Finanziert werden diese Gewinne aus den hohen Sprit- und Gaspreisen. Greenpeace analysierte die Preisentwicklungen für Rohöl und Erdgas und verglich sie mit den Preisen für die Endverbraucher. Das Ergebnis: Zwischen Jänner und März sind die Gewinnspannen für die Öl-Konzerne für Benzin um 12 und für Diesel um 19 Cent pro Liter gestiegen. Für jeden getankten Liter Diesel verdient also die OMV im Schnitt um 19 Cent mehr. In Deutschland und Österreich ist dieser nicht erklärbare Aufschlag am höchsten.

„In Österreich hat die OMV das Monopol auf die Erdölversorgung im Land. Gleichzeitig besitzt die OMV gemeinsam mit fünf anderen Konzernen 50 Prozent aller Tankstellen“, beschreibt der Ökonom Stephan Schulmeister die Marktsituation. „Wir brauchen viel klarere Preiskontrollen“, meint er. Die SPÖ argumentiert, dass Wirtschaftsministerin Schramböck auf Basis des geltenden Preisgesetzes den Spritpreis regulieren müsste. Bei einer Preisabweichung im Vergleich zum Erdölpreis von mehreren 100 Prozent müsse die Regierung eingreifen, sagt SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll.

In der ÖVP-Grünen-Regierung wechselt alle 2 Monate ein Minister, weil jemand den Hut drauf wirft. Ist diese Koalition noch regierungsfähig?
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saloo
saloo
4. Mai 2022 21:06

wo sind eigentlich die ganzen wappler die sich gegen Wasserkraft und Alternativen Energie ausprechen , ja genau im Umwelt ministerium , und was machen sie dort ,genau nix weil sie nichts wissen und auch nichts können

Josef Sebastian Köni
Josef Sebastian Köni
3. Mai 2022 19:38

Die PolitikwapplerInnen sollen endlich einen Europaweiten Preisdeckel für Benzin u. Diesel von max. 1,30 Euro pro L. durchsetzen!
Und das unsinnige Merit- Order- Prinzip (Gas und Kohlekraftwerke bestimmen den Strompreis!) aussetzen, dann würden auch die Lebensmittel nicht so stark steigen!

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