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Durchbruch: Apple-Beschäftigte in den USA gründen erstmals Gewerkschaft

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Durchbruch: Apple-Beschäftigte in den USA gründen erstmals Gewerkschaft

Apple Gewerkschaft Towson (Foto: Machinists Union/Twitter)

Foto: Machinists Union/Twitter

Ingo Geiger Ingo Geiger
in Good News, Internationales
Lesezeit:3 Minuten
23. Juni 2022
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Im US-Bundesstaat Maryland haben sich die Beschäftigten eines Apple-Stores für die Gründung einer Gewerkschaft ausgesprochen. In der Filiale in Towson stimmten 65 der 110 Angestellten dafür. Apple blockierte jahrelang die Bemühungen seiner Angestellten in dieser Frage. Jetzt entsteht die erste Gewerkschaft des Apple-Konzerns – trotz Einschüchterungsversuche. Die Gewerkschaften hoffen nun, dass es zu einem Dominoeffekt kommt. Zu einem solchen kam im letzten Jahr nach der Gründung der ersten Starbucks-Gewerkschaft. 

Organisierung trotz Einschüchterung von Apple-Konzern

Bisher gelang es dem Apple-Konzern, seine Angestellten so weit einzuschüchtern, dass sie die wenigen Versuche, eine Gewerkschaft zu gründen, meist schnell aufgaben. So etwa vergangenen Monat in Atlanta. Wegen Einschüchterungen hatte die Belegschaft ihre Bemühungen eingestellt.

Doch das hat sich mit letzter Woche geändert. In Towson im US-Bundesstaat Maryland setzten sich die Mitarbeiter:innen eines Apple-Stores jetzt durch: 65 der 110 Angestellten stimmten für die Gründung einer Gewerkschaft. Sie sind somit die ersten Einzelhandels-Angestellten des Apple-Konzerns, die in den USA gewerkschaftlich organisiert sind. 

Zukünftig sind die Angestellten des Towson Apple-Stores Teil der Maschinenbauer Gewerkschaft (IAM). Zusammen mit der IAM sollen die Forderungen der Angestellten nach mehr Mitbestimmung bei den Arbeitszeiten, nach besserem Lohn und nach mehr Sicherheit am Arbeitsplatz gegenüber dem Konzern durchgesetzt werden.  

IAM-Vorstand Robert Martinez fordert Apple dazu auf, das Wahlergebnis zu akzeptieren und bald-möglichst an einem ersten Vertrag für die Angestellten zu arbeiten.

You did it, @acoreunion! Welcome to your @MachinistsUnion!

Now, we ask @Apple to respect your vote and fast-track a first contract. Our movement to bring justice for all Apple workers has just begun. https://t.co/dShRm9BW3d

— Robert Martinez Jr. (@IAMBobMartinez) June 19, 2022

Ein offener Brief an Apple Chef Tim Cook 

In einem offenen Brief an Apple-Chef Tim Cook, schreiben die Initiatoren, der Beitritt zur Gewerkschaft richte sich nicht gegen das Management. Vielmehr will man einfach Rechte umgesetzt sehen, die ihnen eigentlich ohnehin zustünden. Zudem erhalten die Angestellten auch von außen viel Zuspruch: US-Präsident Joe Biden sagte vor Reportern, er sei stolz auf die Angestellten: 

„Die Arbeitnehmer haben das Recht zu entscheiden, unter welchen Bedingungen sie arbeiten oder nicht arbeiten wollen.“ (US-Präsident Joe Biden)

Eine Reaktion vonseiten des Konzerns steht noch aus

Bisher gibt es keinen offiziellen Kommentar des Konzerns. Apple wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP nicht zu der Wahl äußern. Jedoch ist es nicht schwer zu erraten, was Apple von der Gewerkschaftsgründung hält: Im Mai besuchte Apple-Personalchefin Deirdre O’Brien den örtlichen Stores in Towson bei Baltimore. Dort sagte O’Brien, die Gründung einer Gewerkschaft würde das Verhältnis zwischen Apple und seinen Angestellten „komplizierter“ machen. 

Well, that was awesome!

Now, alongside @acoreunion, we continue to #UnionizeApple. pic.twitter.com/aEOnCq8RpG

— Machinists Union (@MachinistsUnion) June 19, 2022

Überall Bewegung: Auch Amazon und Starbucks-Angestellte gründeten Gewerkschaften

Über die letzten Jahrzehnte hinweg sank die Macht von Gewerkschaften in den USA. Seit kurzem deutet sich jedoch eine Trendwende an: So kam es zu einer wahren Welle an Gewerkschaftsgründungen bei der Kaffeekette Starbucks. Dort gründeten Beschäftigte einer Filiale im Dezember 2021 die erste Gewerkschaft des Konzerns. Daraufhin folgten 150 von 9.000 US-Standorte nach und organisierten sich ebenfalls gewerkschaftlich. 

Auch bei Amazon wurde vor kurzem die erste Gewerkschaft gegründet. Ein ähnlicher Effekt wie bei Starbucks blieb jedoch aus. Amazon geht zurzeit rechtlich gegen die Gründung vor. Der Konzern steht immer wieder in der Kritik, wenn es um die Sicherheit und die faire Bezahlung seiner Angestellten geht.

Apple hat in den USA rund 270 Filialen. Zwar betrifft die Gewerkschaftsgründung nur den Store in Towson, dennoch hofft die Gewerkschaft auf einen Dominoeffekt ähnlich wie zuvor bei Starbucks und Amazon. Momentan bereiten sich beispielsweise die Angestellten der Apple-Filiale im New Yorker Bahnhof Grand Central auf eine Abstimmung zur Gewerkschaftsgründung vor. 

Aufgrund der stetig wachsende Anzahl von Gewerkschaftskampagnen kündigte Apple eine Erhöhung des Mindestlohns von 20 auf 22 Dollar pro Stunde an. Ob dies künftige die Belegschaft besänftigen wird, ist fraglich. 

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