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Vorzeigeprojekt Bradford: Sauberere Luft führt zu weniger Arztbesuchen und höherer Lebensqualität

Vorzeigeprojekt Bradford: Sauberere Luft führt zu weniger Arztbesuchen und höherer Lebensqualität

Foto: Jon Farman/Flickr und Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Sophie Wenkel Sophie Wenkel
in Europa, Good News
Lesezeit:3 Minuten
5. März 2025
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Die britische Stadt Bradford zeigt, wie Umweltschutz auch unserer Gesundheit und der Wirtschaft nützt. Seit 2022 hat man mit der Clean Air Zone (CAZ) die Luft in der ganzen Stadt gesäubert. Die Effekte: ein Viertel weniger Arztbesuche und jährliche Einsparungen im Gesundheitssystem von über 420.000 Euro.

Bradford regelt Straßennutzung in Umweltzone neu – das Ergebnis: saubere Luft und mehr Geld für Klimaschutz

Als die englische Stadt Bradford in Yorkshire 2022 eine der größten Umweltzonen Englands einführt, waren die Reaktionen gespalten: Kritiker:innen befürchteten wirtschaftliche Schäden, während Befürworter:innen auf bessere Luft und weniger Krankheitsfälle hofften. 

Zwei Jahre später zeigt eine Studie: Die 22,4 Quadratkilometer große Clean Air Zone (CAZ) erspart dem britischen Gesundheitssystem monatlich rund 30.700 Pfund – das sind über 35.000 Euro oder 420.000 Euro im Jahr. Laut dem Stadtrat hat Bradford mit seinen 552.000 Einwohner:innen Dank der Zone die niedrigsten Luftverschmutzungswerte seit Beginn der Messungen erreicht. Die Stickstoffdioxid-Werte in Bradford sind gesunken. Die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegs- und Herzkrankheiten ging um 25 Prozent zurück – das sind 732 Praxis-Besuche weniger pro Monat. Das entlastet auch die teils überfüllten Notaufnahmen und Arztpraxen der Stadt. 

Bemerkenswert ist, dass sich die Verbesserung nicht nur innerhalb der Umweltzone zeigt, sondern in der ganzen Stadt. Der Grund: Viele Menschen haben sich in der Folge „saubere“ Fahrzeuge zugelegt, was auch außerhalb der CAZ für bessere Luft sorgt. Ein Beispiel dafür ist Bradfords Taxiflotte – die sauberste im ganzen Vereinigten Königreich. 

Bradford Umweltzone
Taxis, LKWs und Transportfahrzeuge müssen Gebühren bezahlen, wenn sie innerhalb der Umweltzone von Bradford fahren wollen. (Foto: Samuel Regan-Asante/Unsplash)

Wer innerhalb der Zone fahren will, muss zahlen – private PKWs und Motorräder sind aber ausgenommen

In der Umweltzone wird die Nutzung von älteren, besonders Schadstoff-intensiven Bussen, LKWs und Taxis geregelt. Diese Fahrzeuge dürfen nur eingeschränkt innerhalb der Zone fahren oder müssen eine Gebühr zahlen: Busse und LKWs 50 Pfund (etwa 58 Euro) pro Tag, Kleintransporter und Minibusse 9 Pfund (ca. 10,50 Euro), Taxis 7 Pfund (etwa 8 Euro). Private PKWs und Motorräder sind von der Regelung ausgenommen. 

Die Einnahmen aus der Gebühr fließen direkt in Projekte zur Verbesserung der Luftqualität: Ein Teil des Geldes wird in die Modernisierung des öffentlichen Nahverkehrs investiert. Unter anderem in umweltfreundlichere Busse und neue Elektrofahrzeuge auf stark befahrenen Strecken. Auch Taxiunternehmen bekommen Unterstützung, damit sie auf umweltfreundlichere Modelle umsteigen können. Darüber hinaus gibt es Zuschüsse für Firmen, die ihre alten, schadstoffreichen Fahrzeuge ersetzen. 

Warum die Umweltzone in Bradford erfolgreicher ist als jene in London?

In Großbritannien und Europa gibt es inzwischen mehr als 300 Umweltzonen. Doch nicht überall sind diese so erfolgreich wie in Bradford. Londons Ultra-Low-Emission-Zone (ULEZ) etwa wurde im August 2023 auf die gesamte Stadt ausgeweitet und löste damit heftige Proteste aus. Der Unterschied: Londons ULEZ betrifft auch private PKWs, die nicht den neuesten Abgas-Standards entsprechen – eine finanzielle Belastung für viele Haushalte. 

In Bradford fördert man zudem gezielt Unternehmen, sodass sie früh auf umweltfreundlichere Fahrzeuge umsteigen können. Gleichzeitig hat man die Zone nach sozialen Gesichtspunkten ausgerichtet. Denn es sind vor allem ärmere Menschen, die besonders unter schlechter Luft leiden, obwohl sie kaum dazu beitragen. Das bestätigt eine Studie: „20 Prozent der Stadtbevölkerung leben in der Clean Air Zone. Viele von ihnen haben ein geringeres Einkommen und ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme, obwohl sie selbst weniger zur Luftverschmutzung beitragen“, erklärt Studienleiterin Rosie McEachan.

Parlament Das Thema "Umweltschutz" im Parlament

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Peter
Peter
10. März 2025 09:15

Bradford hat laut Wikipedia 293.717 Einwohner, die genannten 552.000 Einwohne bezieht sich auf die Metropolregion. Derartige Metropolregionen sind Phantasiegrößen, manche zählen zur Wiener Metropolregion alles was zwischen Horn, St. Pölten und Preßburg liegt.
–
Bradford hat keinen hochwertigen ÖPNV, ohne diesem sind alle Maßnahmen sehr Instabil und wenig Nachhaltig.
–
Ob derartige genannte Effekte innerhalb von 2 (3) Jahren zu erreichen sind, ist sehr fraglich. Wie glaubwürdig die Zahlen bei dem maroden britischen Gesundheitssystem sind, steht ebenso in den Sternen.
–
Derartige Artikel sind immer sehr interessant zu lesen, vor allem wenn selbige Partei aktiv den S-Link in Salzburg verhinderte und die einzige Chance verbockte, den Verkehr in Salzburg zu reduzieren und damit die Umweltsituation zu verbessern. Oder glauben die Genossen tatsächlich das Autofahrer ihre Schüssel gegen rollende Sardinendosen tauschen und umsteigen?
–
Das gilt auch in Wien, die Umwelt wird sicher nicht besser mit der Stadtstraße und einem Lobautunnel. Sollte ich mich nicht verrechnet haben, auf der zubetonierten Fläche der Stadtstraße hätte man jährlich 100.000.000 Paprika anbauen können, oder 10 Stück im Jahr für jeden Österreicher.
–
Und in Wien selbst fehlen mehr als 25 Straßenbahnlinien inzwischen. Stattdessen baut man mit dem U2/U5 Komplex ein Ratenloch um 6.000.000.000 Euro, deren Nutzen und Sinnhaftigkeit mir bisher keiner erklären konnte. (Außer Fake die aus Russia Today stammen könnte).

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Katharina Oguntoye ist Historikerin, Autorin und Aktivistin. Sie gehört zu den Pionierinnen der schwarzen Frauen und Frauenbewegung in Deutschland. Mit Büchern wie Farbe bekennen machte sie schwarze deutsche Geschichte, feministische Perspektiven und antirassistischen Widerstand sichtbar. Zitat: Ich finde es unerträglich, wie Frauen immer noch wahrgenommen werden. Wir dürfen jetzt Hosen anziehen, aber im Grunde wird trotzdem noch verlangt, dass wir gehorsam und kooperativ sind, immer bei- und zuarbeiten. Katharina Oguntoye

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