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3 Autos für 22 Familien: Wie eine Gemeinde in Bayern Carsharing am Land organisiert

Wie kann man Carsharing organisieren?

Wie kann man Carsharing organisieren?// Bild: freepik

Sophie Wenkel Sophie Wenkel
in Good News, Internationales, Umwelt & Klima
Lesezeit:3 Minuten
3. April 2025
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Ein eigenes Auto – auf dem Land oft ein Muss. Zu weit sind die Wege, zu selten fährt der Bus. Aber geht es auch ohne? Ja, zeigt eine idyllische Gemeinde in Bayern: In Amerang teilen sich 22 Haushalte drei Autos. Was als Notlösung begann, ist heute ein Vorzeigemodell für gelebte Nachbarschaft und klimafreundliche Mobilität. Auch in Ländern wie Frankreich, Kanada und den Niederlanden verändern Carsharing-Projekte das Landleben positiv.

Vom Experiment zur Erfolgsgeschichte

2006 zog Tilo Teply mit seiner sechsköpfigen Familie aus München nach Amerang – ein kleines Dorf in Oberbayern mit nicht mal 4.000 Einwohner:innen. Der Ort liegt 25 Kilometer von Rosenheim entfernt. Es ist ohne Bahnanschluss und hat ein Busnetz, das am Wochenende oft stillsteht. Ein Auto zu besitzen schien alternativlos. „Zu Beginn haben wir die Pkw unserer Verwandten ausgeliehen“, erzählt Teply gegenüber dem deutschen Nachhaltigkeits-Magazin Utopia. Doch das war keine Dauerlösung – also schafften sie selbst ein Auto an, das sie mit Nachbar:innen teilten.

Ohne eigenes Auto ist man am Land eingeschränkt. Deswegen suchten Teply und seine Familie nach einer Lösung, die den Alltag erleichtert und trotzdem nachhaltig ist. Dann kam der Impuls: Bei einer lokalen Konferenz stellte ein benachbarter Carsharing-Verein sein System vor. Der Funke sprang über. Gemeinsam mit fünf weiteren Haushalten gründete Teply die Ameranger Autogemeinschaft (AmAG). Heute betreibt die AmAG drei Fahrzeuge, einen Autoanhänger und bietet eine Alternative für alle, die auf ein eigenes Auto verzichten möchten.

carsharing organisieren
Wenn insgesamt weniger Autos unterwegs sind, bleibt auch im Ortskern mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. (Foto: Unsplash/Roman Kraft)

Klare Regeln, gelebte Gemeinschaft: So funktioniert die AmAG in Amerang

Die AmAG hat klare Regeln, die eine einfache Nutzung für alle ermöglichen:

  • Man bezahlt eine einmalige Einlage von 450 Euro, die beim Austritt zurückerstattet wird.
  • Es gibt einen monatlichen Beitrag von fünf Euro plus nutzungsabhängiger Tarife.
  • Die Buchung ist per Online-System oder telefonisch möglich.
  • Unterstützung erhält die AmAG durch eine örtliche Kfz-Werkstatt für Wartung und Reparaturen.

Sogar die Gemeinde selbst ist Teil der Autogemeinschaft und nutzt die Fahrzeuge für Dienstfahrten – ein Zeichen dafür, wie eng hier Kommune und Bürger:innen zusammenarbeiten.

Weniger Autos heißt auch mehr Platz im Ortszentrum

Das System schafft nicht nur Platz im Ortskern, weil weniger Autos herumstehen – es bringt auch Menschen zusammen, die sonst kaum Berührungspunkte hätten: Idealist:innen, die bewusst auf ein eigenes Auto verzichten. Junge Erwachsene, für die ein Fahrzeug finanziell nicht infrage kommt. Ältere Menschen, die kein Auto mehr brauchen, aber mobil bleiben wollen. Wenn Fahrten angekündigt werden, schließen sich oft spontan andere an. So entstehen Fahrgemeinschaften. Tilo Teply bringt es auf den Punkt: „Man muss sich ein bisschen engagieren und arrangieren. Carsharing fördert auf jeden Fall die sozialen Kompetenzen.“ Was er sich für die Zukunft wünscht? Einen Carport für die AmAG – damit ältere Mitglieder im Winter weniger kratzen müssen.

Von Bayern bis Kanada: Carsharing am Land verbreitet sich weltweit

Auch in anderen Ländern gibt es erfolgreiche Konzepte, die zeigen, dass Fahrzeuge auch außerhalb von Großstädten gemeinschaftlich genutzt werden können:

  • Frankreich: In der französischen Region Ardèche gibt es ein Projekt, das ähnlich wie in Amerang funktioniert. Statt eigene Autos zu besitzen, nutzen die Bewohner:innen gemeinsam Elektrofahrzeuge, die über ein zentrales Buchungssystem reserviert werden können.
  • Niederlande: In den Niederlanden setzt die Initiative „OnzeAuto“ auf gemeinschaftlich genutzte Elektrofahrzeuge, die von Nachbarschaften selbst organisiert werden. Anstatt für kommerzielle Carsharing-Anbieter zu zahlen, schließen sich Bewohner:innen zusammen und verwalten die Fahrzeuge eigenständig – von der Buchung bis zur Wartung. Diese lokale Verankerung sorgt nicht nur für eine bessere Akzeptanz, sondern stärkt auch den sozialen Zusammenhalt.
  • Kanada: In Kanada zeigt das Carsharing-Unternehmen „Modo“, dass gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge nicht nur in Städten funktionieren. Der Anbieter hat sein Netzwerk auf 25 Gemeinden in British Columbia ausgeweitet und deckt damit sowohl städtische als auch ländliche Regionen ab. Besonders interessant: Als Genossenschaft sind die Mitglieder gleichzeitig Eigentümer:innen des Unternehmens, was das Gemeinschaftsgefühl und die Verantwortung stärkt.

Allen gemein ist die Nähe zu den Mitmenschen vor Ort. Kein anonymer Anbieter, sondern gemeinschaftliche Verantwortung.

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Peter
Peter
9. April 2025 20:16

Das ist etwas für die Olddatara Gesellschaft, und führt zu einem weiteren Niedergang der ländlichen Regionen. Die Jugend wird dabei ausgeschlossen, allein das 3 Autos dafür niemals reichen würden.
–
Hauptsache billig, der Bus ist zu teuer, die Bahn ist zu teuer, und die Jugend hat diese Monotonie satt und niemand reis aus.
–
Und wehe es kommt wer auf die Idee die Lücken mit Flüchtlingen und Zuwanderung zu füllen, dann wird fleißig die AfD und die FPÖ gewählt, damit die Region nur ja ausstirbt.
–
Das mit der Bahn stimmt nicht ganz. In den Sommermonaten fährt am Sonntag die Chiemgauer Lokalbahn als Belustigung für Touristen, die Bahn wieder vollwertig zu betreiben, eine geistige Überforderung.
–
Bayern ist wie Österreich ein Autoland, alles was der heiligen Kuh Auto schaden würde, wird systematisch torpediert und sabotier.
–
Ich kann an derartigen Entwicklungen nichts positives erkennen.

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha
Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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Frauen werden für bewiesene Leistung befördert, Männer für das, von dem wir glauben, dass sie es vielleicht einmal leisten werden. In ihrem neuen Buch Funkenschwestern beschreibt Barbara Blaha, warum Männer im Gegensatz zu Frauen von Geburt an unter einem „Kompetenzverdacht“ stehen – und welche Folgen das in Schule, Beruf und Gesellschaft hat. Im Podcast-Interview mit Kontrast spricht Blaha über die vielen „Lücken“, die das Leben von Frauen mühsamer machen: Die Einkommenslücke, die ungleiche Verteilung von Hausarbeit und Freizeit, schlechter wirkende Medikamente und die Gewalt, die wir als Gesellschaft schlicht in Kauf nehmen, solange sie „nur“ gegen Frauen gerichtet ist. Gleichzeitig richtet Blaha den Blick nach vorne. Feminismus, sagt sie, kann nicht heißen, Männer auszuschließen. Wir müssen sie zu Verbündeten machen. Denn nur so machen wir unsere Gesellschaft gerechter und für alle besser. Zitat: Wir müssen in der Erziehung von Buben darauf achten, dass sie ihre Herzenswärme und den Zugang zu ihren Gefühlen behalten. Buben sollen nicht ihre Empathie verdrängen, weil die angeblich "unmännlich" ist. Barbara Blaha

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