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Neuseeland verbietet internationale Immo-Spekulation – Ein Modell für Tourismus-Gebiete?

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Neuseeland verbietet internationale Immo-Spekulation – Ein Modell für Tourismus-Gebiete?

Photo by Sagittarius Voyage on Unsplash

Marco Pühringer Marco Pühringer
in Politik, Wohnen & Miete
Lesezeit:3 Minuten
28. Dezember 2018
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In Neuseeland sind die Mietpreise in die Höhe geschossen. Der Anteil an neuseeländischen Haus- und Wohnungs-Besitzern hat sich binnen 20 Jahren halbiert. Stattdessen spekulieren Superreiche aus dem Ausland mit Immobilien. Jetzt erlaubt Neuseeland per Gesetz nur noch Einheimischen, Immobilien zu kaufen. Das wirkt. So gut, dass auch die deutsche Hauptstadt Berlin andenkt, so ein Gesetz zu beschließen. Taugt das neuseeländische Modell als Vorbild für Tourismus-Gebiete etwa in Tirol oder Vorarlberg?

Nur ein Viertel der Neuseeländer besitzt ein Eigenheim. Zu Beginn der 1990er Jahre waren es noch doppelt so viele. Allein in den letzten 10 Jahren sind die Immobilienpreise um 60 Prozent gestiegen. In Auckland haben sich die Preise gar verdoppelt, es ist die größte Stadt des Landes. Neuseeland hat damit die höchsten Wohnkosten der Welt. Eine Folge ist auch die gestiegene Zahl an Obdachlosen.

Der Grund für diese Misere: Superreiche aus der ganzen Welt spekulieren mit den neuseeländischen Immobilien, vor allem aus den USA. Sie  treiben die Preise in die Höhe.

Neuseeland boomt, weil in den USA Krisenangst herrscht

Warum investieren so viele Superreiche ausgerechnet in Neuseeland? Dahinter steckt ein Trend, der sich unter Silicon Valley-Milliardären breitgemacht hat. Diese sehen den Pazifikstaat als letzten sicheren Ort bei einer drohenden Apokalypse. Superreiche wie der Paypal-Gründer Peter Thiel fürchten sich vor einem Krieg gegen die USA und anderen Ereignissen und wollen sich dann nach Neuseeland retten. Klingt skurril, doch diese Theorie führte dazu, dass sich die Anträge aus den USA bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde auf 13.000 versiebzehnfacht haben.

Gesetz aus Sommer 2018 zeigt nach wenigen Monaten Wirkung

Die sozialdemokratische Regierungschefin Jacinda Ardern reagierte im Sommer 2018 auf die Situation. Sie präsentierte eine einfache, aber effektive Lösung: Künftig dürfen nur noch neuseeländische Staatsbürger Immobilien im Land erwerben. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. Der Immobilienmarkt hat sich merklich beruhigt. Binnen weniger Monate ist Wohnraum erschwinglicher für Neuseeländer geworden.

Neuseeland als Modell für Tourismus-Gebiete? Berlin überlegt bereits

Das Gesetz hat auch international für Aufsehen gesorgt. Und es stellt sich die Frage, ob derartige Modelle nicht weltweit für Tourimus-Gebiete überlegenswert sind. Auch in Österreichs Tourismuszonen, etwa in Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Wien oder im Burgenland, steigen die Preise für Grundstücke und Häuser am stärksten und sind für Einheimische oft nicht mehr erschwinglich.

Und so überlegt der Berliner Oberbürgermeister Michael Müller, ein ähnliches Modell einzuführen. Schließlich sind auch in Berlin die Wohnungspreise explodiert. Von 2016 auf 2017 sind sie um 20,5 Prozent gestiegen. Berlin ist damit weltweiter Spitzenreiter vor Hongkong, Paris und London.

Auch in Österreich lässt Spekulation die Mieten explodieren

In Österreich konnte vor allem Wien durch erfolgreiche Wohnungspolitik eine derartige Teuerungswelle verhindert werden. Doch auch hier steigen die Mieten. Und auch hier haben Spekulanten ihre Finger im Spiel. In Zeiten niedriger Zinsen suchen Anleger verstärkt Investitionsmöglichkeiten abseits des Finanzmarktes. So kam es vor allem in Wien zu einem regelrechten Boom beim Kauf und Verkauf von Wohnraum. Das hat zu einer Teuerung geführt. Plötzlich waren nicht mehr nur die Mietverträge interessant für Immobilienbesitzer, sondern auch mögliche Gewinne beim Verkauf einer Immobilie. Viele drängten auf den Markt und wollten kaufen. Die Nachfrage war höher als das Angebot, und das verteuerte die Preise. So sagte auch der Geschäftsführer der Erste Immobilien KAG Peter Karl gegenüber News:

„Wir müssen uns davon lösen, dass die echte Nachfrage nach Wohnraum den Marktpreis diktiert. Wir sehen momentan eine gigantische Nachfrage nach großen Immobilieninvestments.“

Die hohen Kaufpreise müssen schlussendlich aber dann die Bewohner durch erhöhte Mieten zahlen.

Steigende Mieten, bedingt auch durch Immobiliebnspekulation
Steigende Mieten, bedingt auch durch Immobiliebnspekulation

Wien entzieht Spekulanten 2/3 des Baulands

Auf diese Entwicklungen hat Wien mit der neuen Bauordnung reagiert. Die rot-grüne Stadtregierung entzieht den Boden-Spekulanten zwei Drittel des Baulandes. So viel ist für den geförderten Wohnbau reserviert, wie die Bauordnung mit der Widmungskategorie „geförderter Wohnbau“ vorschreibt. Das heißt auch: In zwei Drittel der neuen Wohnungen gilt eine Mietgrenze von fünf Euro netto, sowie ein Verbot von Befristungen und Maklergebühren.

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9 Comments
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Gedanken zum neuen
Gedanken zum neuen
1. Januar 2019 16:48

Jahr: https://youtu.be/mb8bju1Ju4w?t=22

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Solche Firmen müssen
Solche Firmen müssen
29. Dezember 2018 10:15

zerschlagen werden: https://www.youtube.com/watch?v=Owh3k1RejxE
Mittlerweile ist das veranlagte Sammelgeld dort bei über 6 Billionen Dollar!

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Antworten
STEUERNbeiARMENrauf
STEUERNbeiARMENrauf
Reply to  Solche Firmen müssen
30. Dezember 2018 18:19

, aber bei denen runter: 491.652 € Stundenlohn: http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/stundenloehne2008.htm – Das fordert Türkis-blau.
Strache und Kurz: »Die Steuern müssen runter!«

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Das Modell muss auch
Das Modell muss auch
28. Dezember 2018 21:53

in Tirol etc. taugen, weil seit Anfang der Krise (Ende 2007) die Geldmenge in Europa verzehnfacht worden ist. Dito im Ausland! Das heißt, dass wer in den Genuss des Geldes (auf Kosten der Steuerzahler) gekommen ist, alles aufkaufen kann und wird, bevor man versuchen wird, eine Entschuldung auf Kosten der Retter zu beginnen, die davon 0 haben, außer die Veräußerung ihrer letzten eigenen Möglichkeiten. Fazit daraus: Privatisierung kommt nur wenigen Protagonisten, den Supergierigen mit Hilfe der korrupten und/oder dummen Regierungen zugute, die alles an sich reißen werden, was nicht niet- und nagelfest ist. Und Typen wie ein Kurz und ein Strache ziehen die Befestigungen zusätzlich bei immer mehr Dingen aus dem Holz, um’s salopp und viel zu nett zu sagen.
Mit solchen Typen würde auch ein Verkauf des Wassers … möglich. Solche, dumme Typen sind massiv gefährlich, basta! Und: Sie gehören weg.

Was da weltweit läuft, ist das Gegenteil vom Staat. Kein Gemeinwesen, alles den Gierigsten zugetragen, bis die Massen kein Recht mehr haben. Was bleibt ist ein Recht auf Nichts.

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Es gibt eigentlich
Es gibt eigentlich
28. Dezember 2018 21:43

nur wenige Aktionen vonseiten staatlicher Operateure, die seit dem 2007er/08er-Verbrechen zu begrüßen sind. Das oben erwähnte Spekulationsverbot sowie die Aktionen Islands, nachdem die Katastrophe bekannt geworden ist. Deshalb haben internationale Verbrecher auch dumme Politiker (wie derzeit Kurz und Strache) dazu benutzt, die Staaten auszubeuten und den Reichen zusätzlich alles in die Hände zu spielen.

Geht man vom alten Spruch aus, dass Unwissenheit vor Strafe nicht schütze, was offenbar nur für die Wähler gilt, nicht aber für Politikster und Bankster und Wirtschafster, nicht für Hedge Fonds & andere Heuschrecken, auch nicht für Mörder und Mordauftraggeber, wie der Saudimordapparat gezeigt hat, dann müssten solche Typen wie Strache und Kurz mit in den Knast dieser Verbrecher.

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Es gehört den Banken
Es gehört den Banken
28. Dezember 2018 21:36

sehr viel mehr verboten. Aber vorerst was Wichtigeres: https://youtu.be/ZdNAhYRqMWA?t=1264

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Wie Flassbeck sagt:
Wie Flassbeck sagt:
Reply to  Es gehört den Banken
30. Dezember 2018 18:15

»Nein!« Die Linke hat geschlafen. 491.652 € Stundenlohn, aber die Steuern senken?
http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/stundenloehne2008.htm

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Karlsson Irmtraut
Karlsson Irmtraut
28. Dezember 2018 17:50

Wie aus eurer Tabelle ersichtlich ist, taugt das neuseeländische Modell nicht, sondern nur das Modell des Roten Wien: Gemeindebauten oder geförderter Wohnbau, denn private Mieten, egal ob von großen oder kleinen Besitzern sind immer teuer. Daher: Flächenwidmung: geförderter Wohnbau.

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Regina Kummetz
Regina Kummetz
28. Dezember 2018 17:44

Ich finde diese Idee großartig und nachahmenswert! In Österreich an vielen Orten! In Spanien an vielen Orten. Und ja, auch in Berlin und weiß der Teufel wo …

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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Peter Thiel

Peter Thiel ist ein deutsch-amerikanischer Tech-Milliardär und Investor. Er zählt zu den größten politischen Geldgebern der US-Tech-Elite. Bekannt wurde Thiel als Mitgründer von PayPal und als zentraler Financier von Palantir. Der Datenanalyse-Konzern gehört heute zu den wichtigsten Software-Lieferanten für US-Militär, Geheimdienste und Sicherheitsbehörden. Seit Jahren vertritt Thiel offen demokratiekritische und rechtslibertäre Positionen. Bereits 2009 erklärte er, Freiheit und Demokratie ließen sich für ihn nicht mehr miteinander vereinbaren. Politisch unterstützt Thiel autoritäre und rechtspopulistische Projekte. Er finanzierte Donald Trump und mehrere republikanische Hardliner. Über Thiel Capital und den Founders Fund investiert er gezielt in Überwachungs-, Rüstungs- und Sicherheitstechnologien. Kritiker:innen sehen in ihm eine Schlüsselfigur bei der engen Verflechtung von Tech-Industrie, Sicherheitsapparat und politischer Macht. Mit einem Vermögen von mehr als 20 Milliarden

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