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Verantwortungslose Berichterstattung: Keine Inserate und Medienförderungen für OE24.TV

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Marco Pühringer Marco Pühringer
in Medien
Lesezeit:2 Minuten
3. November 2020
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Der Anschlag in Wien erschütterte Österreich. Das ganze Land saß vor dem Fernseher und wollte Informationen. OE24.TV zeigte Videos der abscheulichen Tat. Damit gefährdete der Sender die Polizisten im Einsatz und schadete den Ermittlungen. Kinder bekamen die traumatisierenden Szenen zu sehen. Das hat für den Sender ein Nachspiel: Mehrere Unternehmen kündigten an, keine Werbung mehr zu schalten und eine Petition fordert den Stopp von öffentlichen Förderungen.

Medien haben in Krisensituationen eine besondere Verantwortung. Sie sollten nüchtern informieren und die Arbeit der Behörden nicht behindern. Der Fernsehsender der Mediengruppe rund um die Tageszeitung Österreich – OE24.TV nahm diese Verantwortung gestern nicht wahr. Sie zeigten Bilder der abscheulichen Tat. Alleine auf YouTube sahen den Livestream des Senders 50.000 Menschen. Diese Klicks waren es den beiden Herausgebern Wolfgang Fellner und Werner Schima  scheinbar wert, dass sie sich damit den Bitten der Behörden widersetzten, keine Aufnahmen der Tat zu verbreiten. Sie brachten damit die Polizisten im Einsatz in Gefahr und schadeten den Ermittlungen. Der Sender ist auch dafür verantwortlich, dass Kinder den traumatisierenden Aufnahmen ausgesetzt wurden.

https://www.facebook.com/wien.at/videos/370546264381615/

Unternehmen streichen Werbegelder

Auch auf Krone.at wurden die Bilder gezeigt. Insgesamt langten wegen der Berichterstattung von Krone und OE24 alleine Montag Nacht 300 Beschwerden beim Presserat ein. Das blieb nicht ohne Konsequenzen für den TV-Sender. Zahlreiche Unternehmen strichen die Werbeschaltungen im Fellner-Fernsehen. Darunter Billa, Spar, Hofer, Hervis, die ÖBB, Bet at home und Ikea. Allesamt große Werbekunden, deren Werbestopp die Mediengruppe Österreich schwer trifft.

https://twitter.com/triammerer/status/1323590213357178881

Fellner-Fernsehen bekommt 3,6 Millionen Euro Medienförderung

Auf der Plattform „Aufstehen“ wurde eine Petition gestartet, die auch die zweite Geldquelle für das Fellner-Fernsehen versiegen lassen will. Die Petition wendet sich an die Bundesregierung sowie alle anderen öffentlichen Institutionen Österreichs und fordert die Einstellung aller öffentlichen Förderungen für OE24.TV und die Reformierung der Medienförderung. OE24.TV hat alleine 2020 mehr als 3,6 Millionen Euro aus dem Fördertopf des Privatrundfunkfonds erhalten (1.910.000 € + 1.740.000 € Corona Sonder-Förderung). Damit ist er der höchstgeförderte Einzelsender Österreichs.

Petition fordert: Keine öffentlichen Gelder für OE24.TV

In der Petition heißt es:

„OE24 hat im Zuge der Terroranschläge in Wien erneut bewiesen, dass dem Medium jegliches Gespür für seriöse Berichterstattung fehlt. (…) Mit den veröffentlichten Inhalten, die ungefiltert Szenen des Anschlages zeigen, verstößt das Medium gegen jegliche moralische und ethische Grundsätze des Ehrenkodex der österreichischen Presse.“

Konkret wollen die Initiatoren erreichen, dass öffentliche Institutionen alle Zuwendungen – sowohl in Form von Presseförderung als auch in Form von Inseraten und anderen Schaltungen – sofort einstellen. Zusätzlich sollen die Medienfördergesetze reformiert werden und stärker an „an grundlegende, ethische und moralische Qualitätskriterien geknüpft werden“. Außerdem sollen zukünftig keine Inserate der öffentlichen Hand in Medien geschalten werden dürfen, die nicht Mitglied des Presserates sind.

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6 Comments
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rudi
rudi
3. Dezember 2020 11:40

https://secure.gravatar.com/avatar/37975f61da6f503195a4eac1646f268d?s=64&d=mm&r=x
rudi

3. Dezember 2020 11:32
Leider sind auch die GRATISZEITUNGEN, auf der RECHTEN Seite angesiedelt!
Sind der SPö nur maginal zugetan, aber mehr zu „STRACHE“ und Kollegen!!
Diese GRATIS-Zeitungen gehören, auf der Straße VERBOTEN!! Und wer diese lesen will, soll sie KAUFEN!!
Diese verdienen MILLIONEN, mit ihren Werbeanzeigen und werden immer STÄRKER gegen die Partei ausgerichtet!

1
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Antworten
Walter P.
Walter P.
4. November 2020 11:59

Den Speichlschlecker vom ORF gehört die GIS und Förderung gestrichen für Ihre nur Zielgerichtete Berichterstattung

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Bodo
Bodo
3. November 2020 23:50

Die Födermittel zu streichen , wäre absolut richtig. Ich glaube aber das Kurz das nie machen würde ist dieses Format doch sein größter Fan. Und wer kurz forsiert wird nicht bestraft sondern mit Zuwendungen belohnt .Ich finde es toll das private Inserenten da sofort reagieren.

0
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Antworten
rudi
rudi
Reply to  Bodo
7. November 2020 10:27

Die Zeitung Ö und desen Team, sind doch STRACHE -FANs und auch zu KURZ zugewandt.
Man sollte auch die FREIEN GRATIS-BOXEN-Zeitungen, auf öffentlichem Grund, UNTERSAGEN!! Gilt auch für „HEUTE“!
Aber leider macht das unser BM LUDWIG NICHT!!

2
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Antworten
rudolf
rudolf
Reply to  rudi
14. November 2020 10:31

Wer diese Zeitung kaufen will, soll ins Geschäft gehen! Es ist eine „Strache“ und eine Rechtsrechte Zeitung, die mit ihren Anzeigen-Reklame-Seiten, viele viele Millionen verdient.
Auch die „Heute“ geht in diese Richtung und diese machen die LESER „gefügig“ für diese Politik,oder?

3
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Antworten
rudi
rudi
Reply to  rudi
8. Dezember 2020 10:01

Vielleicht macht ER das nicht, weil ER Angst hat, die wenigen positiven Artikel,in den Gratiszeitungen, zu verlieren und dadurch nicht mehr in der Öffentlichkeit, aufscheint!!
So stelle ich mir , seine Ablehnung diese in die Trafiken, zu verbannen, vor!!
Was sagen da die Genossen dazu???

1
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Erich Maria Remarque war ein deutscher Schriftsteller, der mit seinem Antikriegsroman “Im Westen nichts Neues” bekannt wurde. Seine Bücher, die vor allem die Grausamkeiten des Krieges offenlegen, wurden im nationalsozialistischen Deutschland verboten. Seine pazifistischen Romane werden bis heute von Menschen weltweit begeistert gelesen und wurden schon mehrfach verfilmt. Zitat: Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg. Bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind. Besonders die, die nicht hingehen müssen. Erich Maria Remarque

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Zeitung Österreich

2006 haben die Gebrüder Fellner die Tageszeitung Österreich gegründet, überwiegend als Gratis-Blatt. Die Zeitung gerät immer wieder in die Kritik für ihre Skandalberichte oder ihren „Hyänenjournalismus“. Der Presserat rügt die Zeitung so oft wie keine andere. Dazu ist Österreich verrufen, einen Journalismus des Gegengeschäfts zu betreiben. Wer Geld für Inserate zahlt, bekommt wohlwollende Berichterstattung – wer dies nicht tut, wird bestraft. Im Zuge der ÖVP-Inseratenkorruptionsaffäre flog auf: Das türkise Team von Sebastian Kurz kaufte mit Inseraten aus dem Finanzministerium mutmaßlich frisierte Umfragen und geschönte Berichterstattung. Aktuell ermitteln die Gerichte dazu, für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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Die Presseförderung wird vom Staat an verschiedene Medienunternehmen ausgezahlt, um vielfältige Berichterstattung zu unterstützen. Jedoch steht hierbei die Qualität der Berichterstattung nicht im Vordergrund. So erhalten auch Gratiszeitungen wie Heute und oe24 hohe staatliche Zuschüsse.

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