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Privatjet, Nobelchalet und Gardaseevilla – Steuerzahler finanzierten Benkos Luxusleben

ene Benko soll Steuergeld veruntreut haben// Bild:Starpix_picturedesk

Rene Benko soll Steuergeld veruntreut haben// Bild:Starpix_picturedesk

Michael Thaler Michael Thaler
in COFAG-U-Ausschuss
Lesezeit:3 Minuten
5. April 2024
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Benko traut sich nicht in den U-Ausschuss. Nach dem spektakulären Zusammenbruch seines SIGNA-Imperiums wollten die Abgeordneten einen der größten Fische im ÖVP-Netzwerk befragen: Rene Benko. Doch am Vorabend des COFAG-U-Ausschusses dann die gar nicht so überraschende Nachricht: Benko sagt ab. Zu viele Anzeigen und Ermittlungen machen ihm eine Vorbereitung unmöglich, so sein Anwalt. Die SPÖ hat eine Beugestrafe beantragt. Das haben alle Fraktionen unterstützt. Genauso die nochmalige Ladung von Benko mit der Androhung einer behördlichen Vorführung.

Weiterhin Verdacht auf Zwei-Klassen Verwaltung

Mindestens 18,7 Mio. € an Steuergeld erhielt Rene Benkos Signa-Gruppe in Form von Corona-Hilfen laut dem Finanzministerium. Und das, obwohl die EU-Kommission eine Höchstgrenze von 14 Mio. € pro Unternehmensverbund vorschreibt. Denn offiziell ist die Signa-Gruppe kein einzelnes Unternehmen, sondern besteht aus unzähligen Tochtergesellschaften, die alle miteinander verwoben sind. Offenbar hat Benko nun selbst den Überblick über die vielen Verästelungen seines Unternehmens-Konstrukts verloren: Seinen Befragungstermin im COFAG-Untersuchungsausschuss sagte er nämlich kurzfristig ab.

Wie erwartet: Benko kneift wenige Stunden vor seiner zugesagten Aussage vor dem #CofagUA. Wir werden morgen einen Antrag auf Verhängung einer Beugestrafe einbringen! https://t.co/LTVvazs5H4

— Jan Krainer (@KrainerJan) April 3, 2024

So konzentrierten sich die Abgeordneten in ihrer Befragung auf Eduard Müller. Er war Kurzzeit-Minister in der Regierung unter Brigitte Bierlein und ist aktuell Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA). Auch Müller steht im Verdacht, Teil der Zwei-Klassen-Verwaltung zu sein, er soll Superreiche bei etwaigen Finanzprüfungen bevorzugt behandelt haben. Müller wollte oder konnte dazu aber keine Aussage machen. Aufhorchen ließ er stattdessen mit einer anderen Behauptung: Demnach hatten FMA und Europäische Zentralbank (EZB) Benkos Geschäfte schon länger im Blick. Diese prüften nämlich die kreditgebenden Banken. Dabei fiel ihnen eine zunehmende finanzielle Schieflage der SIGNA auf. Aufgrund der Gesetzeslage konnte allerdings niemand einschreiten.

Privatjet kostete Steuerzahler:innen 9 Mio. €

Seit der ersten COFAG-U-Ausschuss-Woche ist bekannt, dass die Österreicher:innen Benkos Privatjet mit ihrem Steuergeld mitfinanzierten haben – Kontrast hat für euch berichtet. Möglich war das, über die verschachtelte SIGNA Firmenkonstruktion: Der Zweck einer der vielen SIGNA-Tochtergesellschaften war ausschließlich der Betrieb eines Privatjets. Dieser wurde dann an die SIGNA-Holding „vermietet“. Weil die Einnahmen der Privatjet-Gesellschaft die Kosten des Flugbetriebs mit Abstand nicht decken konnten, schrieb Benko die Verluste privat ab. Die beliefen sich auf 9 Millionen Euro, auf denen schlussendlich die Steuerzahler:innen sitzen blieben. Eine mögliche Rückforderung wird derzeit von den Behörden geprüft.

Nobelchalet in Lech – Alpenkitsch zur Privatnutzung

Nicht zum ersten Mal stand auch das Nobelhotel „Chalet N“ in der Kritik. An die überdimensionierte Almhütte schüttete die Regierung 1,1 Mio. € an COVID Hilfen aus. Benko soll das „Hotel“ privat genutzt haben – die COVID-Hilfen wären dann zu Unrecht kassiert worden. Der Fall klingt komplex, ist aber relativ einfach: Ein Investor kauft ein bestehendes Hotel und baut es zur kostspieligen Luxusimmobilie um. Der Hotelbetrieb muss aber wegen der Widmung weitergeführt werden. Jetzt der Trick: Eine Woche Skiurlaub im Chalet N soll um die 330.000 € kosten, was einen „normalen“ Hotelbetrieb fast unmöglich macht. Durch den hohen Preis wurde die Auslastung niedrig gehalten und das Chalet in der Folge für private oder geschäftliche Zwecke genutzt.

SIGNA verscherbelt Luxusvilla am Gardasee an Benkos Stiftung in Liechtenstein

Paradiesische Urlaube, die für viele Österreicher:innen ein Traum bleiben, leistete sich René Benko das ganze Jahr. Denn eine gemeinsame Recherche von NEWS und der Kronen Zeitung machte öffentlich, dass die Familie Benko mit der INGBE-Stiftung eine zusätzliche Geldquelle in Lichtenstein besitzt. Hauptstifterin und Namenspatronin ist Benkos Mutter Ingeborg, Nebenstifter ist René Benko selbst und Mitbegünstigte sind auch seine Kinder. Im Unterschied zur zahlungsunfähigen Benko-Stiftung in Österreich steht diese finanziell sehr gut da.

Der Grund: Benko hat seine Vermögenswerte noch rechtzeitig nach Liechtenstein verschoben.

Als der wirtschaftliche Kollaps von Benkos Imperium bereits offensichtlich war, hat die INGBE-Stiftung der SIGNA Holding ein Aktienpaket zum Preis von 46 Mio. € verkauft. Am selben Tag kaufte die INGBE-Stiftung von der SIGNA Holding die Villen-Anlage „Villa Eden“ am Gardasee ab. Kaufpreis war die gleiche Summe wie für das Aktienpaket, nämlich 46 Mio. €. Auch diese Villenanlage wird von Benko privat genutzt. Dieser Deal wurde im August 2023 durchgezogen, die SIGNA Aktien sind in der Zwischenzeit faktisch wertlos. Im Zuge des Zusammenbruchs der SIGNA Gruppe bleibt abzuwarten, ob die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) auch diese Vorgänge auf Betrugsabsicht untersucht.

Die wichtigsten Infos zum Thema COVAG-U-Ausschuss und Zwei-Klassen Verwaltung findest du auf unserer Kontrast-Sonderseite.

U-Ausschuss zu COVID Hilfen: Baute die ÖVP an einer Zwei-Klassen-Verwaltung?

Parlament Das Thema "COFAG-U-Ausschuss" im Parlament

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka
Karl Stojka wurde 1931 in Wampersdorf in Niederösterreich geboren – als Sohn einer Lovara-Roma-Familie. Er wuchs reisend auf, lebte mit seiner Familie in Zelten und Wagen, bis das NS-Regime diese Lebensweise brutal beendete. 1943 wurde Stojka mit seiner Familie deportiert. Er überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter Auschwitz, Buchenwald und Flossenbürg. Viele seiner Angehörigen wurden ermordet. Nach dem Krieg kehrte er nach Wien zurück und versuchte, sich ein neues Leben aufzubauen – in einem Land, das die Verfolgung der Roma lange verdrängte. Erst Jahrzehnte später begann Stojka, über seine Erfahrungen zu sprechen. Er wurde zu einer wichtigen Stimme der Erinnerung: als Zeitzeuge, als Aktivist und als Künstler. In seinen Bildern verarbeitete er das Erlebte – eindringlich und farbgewaltig, oft schmerzhaft direkt. Gleichzeitig engagierte er sich für die Anerkennung der Roma und Sinti als Opfer des Nationalsozialismus in Österreich. Karl Stojka wurde so zu einer zentralen Figur der österreichischen Erinnerungskultur. Zitat: Nicht Hitler, Göring, Goebbels, Himmler und wie sie alle heißen, haben mich verschleppt und geschlagen. Nein, es war der Schuster, der Nachbar, der Milchmann. Sie haben eine Uniform bekommen, eine Binde und eine Haube - und dann waren sie die Herrenrasse. Karl Stojka

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